User-Kritiken von Christoph Stachowetz
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I pity the Fool...
Gallopierender Schwachsinn der Marke 80er Jahre-Nostalgie. Bitte, liebes Kinopublikum: Geld sparen, den Trailer zum Film einfach 40mal ansehen oder - wenn man auf sinnlose Zeitverschwendung dringend angewiesen ist - einfach nochmal einen beliebigen Michael Bay-Irrsinns-Blockbuster einlegen.
Jup, Marco hat recht....
.. da ist mal wieder ein Nolan-Blockbuster-Hype im Gange, dessen Euphorie auch für mich nicht ganz nachvollziehbar ist (siehe The Dark Knight).
Als seinen schwächsten Film würd ich ihn zwar nicht bezeichnen, wohl aber als seinen zu extrem Durchkonstruierten. Nolan legt offensichtlich weniger wert auf Charaktere, mehr auf die Problemstellungen rund um diese - das wird auch bei Inception vorgeführt, DiCaprios Leiden war zumindest für mich etwas störend weil zu offensichtlich eingebaut. Eine zu lange, zu ausführliche, zu sehr auf andauernde Erklärung aufbauende Exposition, ein ebensolcher Mittelteil und teils zu banale Bumm-Peng-Spreng-Schießereien trüben den Kinospaß ein wenig, angesichts der tollen Ideen (obwohl sich sehr viele Parallel zu artverwandten Werken ziehen lassen können) und der netten Schauspieleransammlung kann man gerne verzeihen. Heimlicher Star des Films: Hans Zimmer, der mit seinem Soundtrack immer wieder begeistern kann!
Handwerklich Top. Inhaltlich interessant. Nett gespielt. Klassiker? Übertrieben. Arthouse-Intelligenz? Naja. Imdb Nr.3? Nope.
"...zum Glück immer noch besser als das meiste was man sonst so im Kino sieht."
Wenig Kontroverses, aber...
..Dank der großartigen, energetischen Inszenierung abermals ein mehr als gelungener Greengrass-Film (der aufgrund der Thematik jedoch gewaltig floppte). Damon als patriotischer Strahlemann kann zwar weniger als seine ungleich düsterere Bourne-Figur überzeugen, die Geschichte rund um die WMD (Weapons of Mass Destruction)- Suche der US-Streitkräfte und dem damit verbundenen Angriffsplan der Amerikaner vermag hinsichtlich dem verschwörungstheoretische Hintergrundes auch kaum zu überraschen. Einige tolle, teils banale Szenen (Straßenblockade aufgrund Wassermangels, nächtliche Verfolgung) sind dann aber so mitreißend, das man gerne den Plot vergessen will - Gemeinsamkeiten zum Hurt Locker kommen da teilweise nicht nur wegen der Genre-Verwandschaft für mich zum Vorschein. Meiner Meinung nach aber denoch einer der besten Filme zum Irakkrieg bzw. der Thematik rund um den Nahen Osten, auf einer Stufe mit The Hurt Locker, schlägt den artverwandten Body of Lies in Sachen Inszenierung und Redacted dramaturgisch - eine Offenbarung sieht für mich aber anders aus.
Schade drum
Der Kritik kann man vorbehaltlos zustimmen - So unterhaltsam und kurzweilig das erste Drittel bzw. fast die gesamte erste Hälfe des Film ist, so belanglos entpuppt sich der Rest. Was als einigermaßen rasantes Actionspektaktel mit einem sich selbst persiflierenden Cruise beginnt, mündet in das schon tausendfach ausgelutschte Unbesiegbarer-Agent-auf-der-Flucht-Motiv.
Von Formtief oder nicht mehr vorhandenen goldenen Zeiten bei Cruise kann man aber nicht sprechen: wenn man sich seinen Filmographie ansieht, so erkennt man, das er nicht nur mit beängstigender Konstanz seit 1986 in Kritiker-, Publikums- und Boxofficehits mitwirkt, sondern auch einige seiner größten (schauspielerischen) Erfolge erst nach 2000 hatte (Minority Report, Collateral, MI III, Valkyrie).
Bleibt abzuwarten, was Cruise machen wird, wenn er altersbedingt keine Actionrollen mehr annehmen kann, gerade in Knight and Day machen sich einige Falten und dergleichen im Gesicht des Strahlemannes bemerkbar (die aber immerhin in keinem Vergleich zur fast orange-farbigen Cameron Diaz stehen).
Mel wer?
Mel Gibsons Rückkehr auf die Leinwand? Naja, bieder-konventionell könnte er noch als Kompliment aufnehmen.. Da versucht er sich (erneut) als Film Noir Protagonist, das Ergebnis ist auch wieder desaströs. Pseudo-akribisch wird eine Verschwörungsgeschichte aufgebaut, deren Plotlöcher so gewaltig sind, das eine lustige Analogie dazu gar nicht mehr vorstellbar erscheint. Das der gesamte dritte Akt bzw. das Ende der Handlung dann auch wunderbar die Sinnhaftigkeit des gesamten Films widerspiegelt, lässt Vergleiche zu Burn after Reading zu. Der war aber als Komödie geplant, nicht als bier-ernster Polit-Revengethriller..
Gibsons Agent sollte sich zur Ruhe setzen.
Sehr fein
Ein Arthouse-Conan, wär hätte das gedacht?!
Die Verliebtheit in traumhafte Naturaufnahmen, gepaart mit metaphysischen Gedankengängen scheint zwar klar von Terrence Malick zu kommen, der Aguirre-Vergleich passt aber eigentlich auch ganz gut. Eine wenig Heart of Darkness oben drauf (da wäre dann auch Herzog wieder mit an Bord) sowie eine Prise der göttlichen Komödie und fertig ist die nette Überraschung.
Die Brutalität steht glücklicherweise nicht im Vordergrund und ist für die Handlung in etwa ebenso wichtig wie sie in Malicks The New World war, man kann nur hoffen das dies bei der Vermarktung in Betracht gezogen wird, um das passende Publikum in die Kinosäle zu locken. Große Empfehlung, wirklich sehenswert!
Fantastisch!
Wes Anderson ist ja bekanntlich einer der Besten der vielen Regisseur-Andersons (nach Paul Thomas A. natürlich), mit dem wahrlich fantastischen Mr.Fox hat er sich mal wieder selbst in seinem unvergleichlichen Indie-Filmstil übertroffen.
Top-Synchronsprecher, allesamt gut gelaunt und motiviert (Will Dafoe!) sowie die tolle, imaginative Umsetzung mit schrägen Gaststars, Szenen und Soundtrack begeistern den geneigten Wes Anderson-Fan; Freunde des etwas subtileren, aber nicht weniger wirkungsvollen Humors mit dem nötigen Schuß Skurrilität sollte den Film auf jeden Fall ins Auge fassen.
Fast auf Augenhöhe mit dem kommenden Animationstraum Mary und Max übrigens.
wie erwartet
naja, die psychologische Tiefe einer Figur auszuloten, die ein gewaltiges Haarproblem bei Vollmond hat, erscheint meiner Meinung nach eher müßig. Ein Werwolf hat vielleicht ja auch weniger Angriffsflächen im dramaturgischen Sinne, ein Vampir erscheint da mit seinem Blutdurst und der noch teilweise vorhandenen Menschlichkeit inhaltlich etwas ausgiebiger.
Egal, das Resultat bleibt dennoch ernüchternd: Alle Darstellerleistungen bewegen sich auf niedrigem Niveau (vor allem Anthony Hopkins schockiert), lediglich das hervorragende Production- und Costume Design sowie eine wilde Verfolgungsjagd durch London begeistert.
Ein umgedrehter Werwolf sozusagen: Schöner Schein, hässliches Inneres. (oder so ähnlich)
ganz ok, mehr nicht
Vorgewarnt durch Kritiken und Bekannte war meine Erwartungshaltung dementsprechend niedrig, enttäuscht wurde ich dennoch: Was einigermaßen ansprechend und faszinierend beginnt, entwickelt sich abseits der (inhaltlich eigentlich sehr kurzen) literarischen Vorgabe(n) zu einem CGI-Haufen ohne Herz und kaum Hirn; ein zum "going bonkers"-einlandendes letztes Drittel setzt dem ganzen dann noch die Krone auf.
Besonders interessant erscheint das phänomenale Scheitern Johnny Depps an der Figur des Mad Hatters: Verrückt? Ein wenig? Amüsant? Kaum.
Wenn eine am Computer generierte Katze das eigentliche Highlight der Schauspielerriege ist, sollte sich auch ein Regisseur des Formates Burton langsam Gedanken machen, wohin seine Karriere steuert. Positive Randerscheinungen: Anne Hathaway (spielfreudig), Stephen Fry und Alan Rickman (Tieftöner-Traum) sowie Matt Lucas in einer netten Nebenrolle!
Romero, Klappe 2
Dem kann ich mich nur anschließen: Das Remake ist wahrlich nicht sonderlich kreativ oder herausfordernd, fügt man aber die vereinzelt sehr gut gemachten Set-Pieces zusammen, so ergibt sich doch ein sehr solides Gesamtbild.
Schauspielerische Leistungen sind durch die Bank akzeptabel, auch wenn die Charaktere selbst schon für so manch Klischee-überladenes Videospiel zu dick aufgetragen sind (hierbei steht vor allem der schießwütige Hillbilly-Deputy oder die ebenso skrupellosen wie auch überraschend inkompetenten Regierungsmarionetten im Vordergrund).
Der Plot wurde schon oftmals filmisch durchgekaut (Kleinstadt, Sheriff,seltsame Epidemie etc), überraschenderweise kann Regisseur Eisner dennoch eine spürbaren Spannungsbogen aufbauen, der sich bis zum Ende durchzieht und kaum Längen aufweist.
Abseits von all den billigen, spontan-in-das-Bild-auftauchende-Bedrohung-Effekten (wobeid die "Crazies" mal intelligent, mal zombiemäßig, mal schnell und dann wieder langsam agieren - Drehbuchinkonsistenz?) sind die Verrückten aber durchaus gelungen. Keine Konkurrenz jedoch zu neuen Genregrößen a la 28 Days/Weeks later oder Zombieland.
Jarmusch ist halt schon eine Klasse für sich
Nach Ghost Dog ein weiterer, besonders zugänglicher Film des Arthouse-Meisters Jarmusch, für Bill Murray-Fans ebenso ein Genuss wie für Connaisseure subtiler und intelligenter Komödien. Neben der Performance des Hauptdarstellers ist vor allem der grandiose Soundtrack eine Erwähnung wert! Toller Film.
schrecklicher schwachsinn
er kann noch so gute vorlagen liefern, als regisseur beweist frank miller absolut kein gespür: ein handlungschaos, das schockiert - im negativen sinne. die charaktere sind zwar in den ersten minuten noch ganz interessant, weil zumindest innovativ, spätestens nach dem ersten akt (oder wie auch immer das ganze zu nennen ist) nervt einfach alles, auch der sin city-look. Und was genau soll die Sam Jackson-Nazi-Folter-Sequenz?
War das der gleiche Film...
..den ich gesehen hab? Kann absolut nicht nachvollziehen, warum dieses Deaster eines Films als Spaßgranate gelten soll.
Favreau begibt sich mit Iron Man 2 von Beginn an auf dünnes Eis: Der zum Himmel gerichtete Schrei von Mickey Rourke anlässlich des Todes seines Vater (gefolgt von einem Schluck aus der Wodkaflasche, er ist ja immerhin Russe) stimmt schon auf belanglose Comicverfilmungs-Dutzendware ein, der weitere Handlungsverlauf bestätigt die Befürchtungen.
Klar, ein nihilistisch-narzisstischer Charakter, gespielt von Robert Downey Jr., kann jetzt nicht so enorm viele Facetten hervorbringen wie eine in der Realität angesiedelte Figur (mit Ausnahmen), da ja sonst der Wiedererkennungswert und die Eigenschaften aus der Vorlage verloren gehen würden.
Das Favreau sein wackeliges Handlungsgerüst aber mit keinerlei Ambitionen hinsichtlich Figuren oder deren Entwicklung innerhalb der Story vorantreibt, ist schon verwunderlich. Im Gegenteil: die noch im Vorgängerteil als verbal sehr schlagfertig etablierte Gwyneth Paltrow verkommt bis zum Ende hin zur hilflos kreischenden Frau in Not; Sam Rockwell ist in seiner Rolle als unterlegener Konkurrent von Downey Jr. eine noch humorlosere Variante des unglücklichen Geschäftsmannes als Kevin Spaceys Lex Luthor in Superman Returns und Scarlett Johanssons filmische Relevanz wird auf hübschen Blickfang reduziert (verständlich, aber dennoch ist da viel mehr rauszuholen!).
Natürlich bietet das mehr als 2-stündigen Werk auch mal einige Actionsequenzen und ein paar Lacher dank Downey Jr., das Niveau des gesamten Werks befindet sich - wenn man bei Comicverfilmungen bleibt - auf knapp einer Stufe mit Spiderman 3, X-Men 3, Fantastic Four 2 oder eben Superman Returns.
Dramaturgisch Gehaltvolles, Mitreißendes oder gar Überraschendes a la The Dark Knight, Hellboy oder Watchmen sollte man sich also nicht erwarten, schon allein aufgrund der Tatsache, das Ironman das größte Superhelden-Problem mit Superman teilt: keine interessanten Bösewichte. Da kann Rourke noch so viel Zahnstocher kauen und seine schmutzigen Fingernägel in die Kamera halten, eine Auseinandersetzung kann auf der psychologischen Ebene nicht stattfinden, weswegen es auf die physische, also optische beschränkt bleibt. Wer nur damit zufrieden ist wird aber mit zwei kurzen Actionsequenzen, wo Rourke hauptsächlich herumsteht und böse aussieht, auch nicht wirklich bedient.
Trotz der großen und vielversprechenderen Konkurrenz im Genre (von den Graphic Novels gar nicht zu sprechen) wird also das an die Krach-Bumm-Hirn-Aus-Actionfilme-gewöhnte Publikum sicher dennoch die Kinosäle stürmen, den unendlich langen sowie ereignislosen zweiten Akt angesichts eines augen- und ohrenbetäubenden Finales vergessen und gespannt auf den dritten Teil warten.
Keine Achterbahnfahrt, sondern eine einsame Runde im Autodrom.
Very Bad Lieutenant
Nach der erst kürzlich erfolgten Sichtung des "Vorgängers" von 1992 lag die Erwartungshaltung klarerweise hoch: Wie soll jemals jemand Keitels Tour de Force erfolgreich nachahmen?
Glücklicherweise scheint dies nicht Herzogs Anliegen gewesen zu sein (Vermarktung ist offensichtlich wichtiger), vielmehr handelt es sich bei seinem besonders ungelenk benannten Film um ein ebenso unbequemes wie künstlerisches Chaos. Das schöne an diesem Chaos ist aber neben den überraschend guten Schauspielerleistungen - abseits von Val Kilmer - der Spiegel, den der Cop-Thriller-Crime-Drama-Fetischist vor Augen geführt bekommt. Ein Genre-Film, der das Genre beinhart persifliert und vor allem zum Ende hin mit Wahnsinn um sich schmeißt, den man in dieser Form kaum vermutet hätte (Herzog-Fans eventuell schon). Nic Cage spielt famos, die Szene im Altersheim darf getrost ins Best-Of-Portofolio des stetig im Mainstream versinkenden "Stars" aufgenommen werden. Ferrara foltert den Zuseher, Herzog amüsiert sich mit ihm.
Kick Ass kicks Ass !?
Der Kritik kann ich zustimmen: Überraschend brutale Comic-Geek Geschichte mit einige famosen schauspielerischen Leistungen und teils humorigen Sequenzen. Als besonders prickelnd bleibt er allerdings nicht im filmischen Gedächtnis zurück, dafür ist die Story trotz der anfangs guten Idee/Umsetzung zu altbacken, das Ende zu absurd und der eine oder andere Charakter einfach zu stereotyp. Ist aber eine nette Abwechslung zum Comicfilm-Einheitsbrei.
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