Hier die Filme des Jahres 2009, aus der Sicht von unseren Autoren:


Michael Föls:
Die Besten Filme 2009:

 

1) Das Weisse Band

1) The Wrestler

3) Slumdog Millionär

4) The Hurt Locker

5) Antichrist

6) Tropa de Elite

7) Milk

8) Der Knochenmann

9) The Hangover

10) Coraline

 

Besondere Erwähnungen (Festivals, etc.):

Mary and Max + Bad Lieutenant: Cop ohne Gewissen


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Florian Widegger:
Zehn mögliche beste Filme 2009 (ohne Reihenfolge)


DRAG ME TO HELL
Sam Raimis Beitrag zur Wirtschaftskrise macht Spaß wie eh und je. Old School vom Feinsten!

MODERNE ZEITEN
Ein Film wie eine Zeitmaschine: Das ursprüngliche Leben einiger Bauernfamilien in einem abgeschiedenen Tal. Wunderschön!!!

 

L'HEURE D'ETE

Olivier Assayas berührende Geschichte über den Wert von Familie, Kunst und Antiquariat. Großartig auf ganzer Linie.

BLUTSFREUNDSCHAFT
Michael Haneke machte zwar den preisgekröntesten österreichischen Film des Jahres, wichtiger erscheint mir jedoch der Beitrag Peter Kerns, ein exzessives, von ganzem Herzen kommendes Stück Kino!

LOVE EXPOSURE
Vier Stunden des Glücks! Der tollste Film des Jahrzehnts! Vielleicht. Unbedingt anschauen!

GRAN TORINO
Clint Eastwood sitzt Bier trinkend auf seiner Veranda und lässt den Blick schweifen. Ganz ganz groß!

INGLORIOUS BASTERDS
Oder: Die absolute Utopie wird nur im Kino möglich. Ein meisterlicher Film.

ALLE ANDEREN
Der beste deutsche Film des Jahres. Wenigstens diese Entscheidung fällt einfach.

LOURDES
Ein weiterer großartiger österreichischer Film, der mich unheimlich berührt hat.

TROPA DE ELITE
Hat ohnehin viel zu lange gedauert, bis dieses Meisterwerk in die österreichischen Kinos kam.


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Marco Rauch:
TOP 10

The Wrestler - noch nie war Wrestling auf so hohem Niveau, so berührend und ehrlich wie hier

The Hurt Locker - atemberaubend, fesselnd vom ersten Augenblick, mich hat schon lange kein Film mehr derart intensiv gepackt. Ich war danach einfach nur sprachlos.

(dann lange nichts)

Inglourius Basterds - köstlich, besser als Kill Bill!

Star Trek - ein guter Sci-Fi Film, endlich mal wieder

Appaloosa - ein guter Western, endlich mal wieder

Gran Torino - ist dies wirklich Eastwoods Ende als Schauspieler? Wenn ja, verlässt er die Leinwand mit einem beeindruckenden Film.

Watchmen - nicht 100%ig gelungen, aber trotzdem ein lobenswerter und sehenswerter Versuch.

Der Knochenmann - wieder eine gelungene Wolf Haas Verfilmung mit wahrhaft köstlichem schwarzem Humor.

District 9 - auch nicht wirklich 100%ig gelungen, aber eine wirklich originelle Idee und grandiose erste Hälfte.

Tetro - nicht das erwartete/erhoffte Coppola Meisterwerk, doch zumindest ein gelungenes "Comeback" mit einem fabelhaften Vincent Gallo.

ENTTÄUSCHUNGEN

A Serious Man - auf keinen Fall ein schlechter Film, im Gegenteil, er war sogar ganz gut, aber ganz gut reicht mir bei den Coens nicht ... da war mehr möglich, da haben es sich die Coens zu einfach gemacht.

Antichrist - viel Lärm um nix, versteh das ganze drum herum nicht, war absolut nichts besonderes.

Survival of the Dead - von Romero bin ich besseres gewohnt, da hätt er sich ein bisschen mehr Mühe geben müssen.

The Lovely Bones - wozu?

Hier in umgekehrter Reihenfolge, folgen jetzt die zwei größten Enttäuschungen des Jahres.

Public Enemies - was ist nur aus Michael Mann geworden ... fällt fast schwer zu glauben, dass der gleiche Mann Heat, Insider und Collateral gemacht hat, ein sehr weiter Abstieg was die Qualität seiner Filme betrifft, da gefällt mir Miami Vice um längen besser und dabei hätte er doch aus John Dillingers Geschichte so viel mehr raus holen können, oder nicht?

Terminator Salvation - wie war es nur möglich, dass ein derart vielversprechender Film dermaßen versaut wurde? Das hätte wirklich was werden können, die ersten Trailer ließen sogar die Skepsis verschwinden, dass man den Regisseur leicht mit dem neuesten Burger von McDonalds verwechseln könnte, die Schauspieler scheinen toll besetzt zu sein, die Atmosphäre hätte eigentlich nur umwerfend sein können ... aber nein, letztlich ging alles den Bach runter wie am Tag des jüngsten Gerichts, schade drum!


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Christoph Stachowetz:
Meine Top 10:


1. Moon
Eine Überraschung sondergleichen: Tolle und überraschende Story, Sam Rockwell in Hochform, fantastischer Soundtrack usw - genau was ich erwartet hatte, 5 Wörter die ich selten in diesem Kinojahr aussprechen konnte.

2. Mary & Max
Wall-E 2009 - Emotional, witzig, mit viel Liebe zum Detail und fürchterlich sarkastisch: Wunderbarer Geheimtipp für jedermann.

3. Lourdes
Jessica Hausners sterile und zugleich eindrucksvollen Welten üben mittlerweile ein besonderes Faszination aus, die schwer zu ergründen ist.
Mit Lourdes hat sie abermals eins draufgesetzt und ihr bis dato stärkstes (und erfolgreichstes) Werk abgeliefert.

4. So Finster Die Nacht
Twilight für intelligente Erwachsene oder so: Tolle Charaktere von ebenso großartigen Schauspielern zum Leben erweckt in einer düsteren, bedrohlichen und zugleich nachvollziehbaren Umgebung. Ein absolut gelungenes Rundumpacket und sicherlich einer der besten Vertreter des gesamten Genres.

5. Zombieland (Muss einfach rein!)
DER Film für Freunde und Liebhaber des Zombie-Genres! Vollgepackt mit Anspielungen und ironischen Szenen, tolle und sichtlich begeisterte Schauspieler, ohne unnötige Längen und voller "So würd ich das auch machen"-Momente - Ein rundum gelungenes Werk, welches Shawn of the Dead mühelos vom seinem Thron stoßt. Plus: Bester Celebrity-Cameo der letzten Dekade, beste Rückblende eines Hauptcharakters und bester Umgang mit Texteinblendungen.

6. Das weisse Band
Man kann einfach nicht bestreiten, das Haneke sein Handwerk versteht und beherrscht. Eine verwobene Geschichte, zerhackt in viele kleinerer Geschichten, verteilt auf viele Charaktere und langsam, aber zielsicher wieder zusammen gefügt - in eindrucksvollen Bildern und mit einem ebensolchen Schauspielerensemble. Meine Hassliebe zu Haneke bleibt aber dennoch bestehen.

7. Un Conte de Noel
Apropos eindrucksvolles Schauspielerensemble: Ein solches ist auch bei diesem Werk zu finden. Humor und Sarkasmus wechseln in dieser französischen Ausgabe der "(Royal)Tenenbaums" Schlag auf Schlag - wie so manch reales Weihnachten eben.

8. Coraline
Tatsächlich: Ein zweiter Animationsfilm, der so nachhaltig eindrucksvoll wirkt, das er es in diese Liste schafft. Ein optisches Feuerwerk der Superlative, vermischt mit einer angenehm schauerlichen Geschichte und gepaart mit der Skurrilität eines Tim Burton - was nie verkehrt ist.

9. District 9
Von all den großen und groß verkauften Action-Blockbustern dieses Jahres konnte eigentlich nur dieser mehr oder minder "kleine" Geheimtipp so richtig überzeugen, auch wenn er im letzten Drittel offensichtlich seine gut etablierte Story zugunsten einer (immerhin gut gemachten) Serie von Actionszenen über Bord wirft.

10. The Limits of Control
Lourdes a la Jim Jarmusch: Tolle Bilder, langes Schweigen und eine nachhaltige Story, die zum Denken anregt. Sicherlich nicht sein bester Film, aber dennoch ein unterschätztes Werk, das vor allem durch seine Atmosphäre zu überzeugen weiß.

(11.) The Wrester
Aufgrund der lange vergangenen Sichtung fällt der Film nicht in meine Top-10, obwohl er es mehr als verdient hätte. Großes Kino in jeder Hinsicht.

Festivalzusätze:

12. Tetro
Könnte auch anstelle von Hanekes weißem Band in der Liste stehen: Gute, nicht großartige Geschichte in überwältigenden S/W-Bilder und mithilfe von perfekt besetzten Charakteren verwirklicht. Ein lange ersehnter großer Wurf des Altmeisters.

13. Un Prophete
Bedenkt man die Länge des Film, so überrascht es umso mehr, wie mitreißend, kompetent und erstaunlich kompakt die Story vermittelt wird.

14. Encounters At The End Of The World
Einfach nur wegen der Audiospur sehenswert: Werner Herzog erzählt mit breitem und aufgrund dessen besonders amüsanten Dialekt (aber fehlerfrei!) seine Erfahrungen vom Trip zum entlegensten Winkel des Erdballs - und zwar so gut und mit so fantastischen Bilder unterlegt, das man direkt Lust dazu hätte, selbst eine Reise dorthin zu unternehmen. Das ist eine Leistung!

15. Die Klasse (ENTRE LES MURS)

Ausgehend von den Drehbedingungen wurde wert auf realitätsnahe Darstellungen gelegt - und das merkt man: die Klassendynamik wird in diesem schon fast als gefilmten Experiment verkauften Werk hervorragend ausgestellt. Gute Idee und Umsetzung.


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