die_simpsonsIns Zusammenarbeit mit 20th Century Fox können wir ihnen ein Interview mit den Produzenten des Simpsons Films präsentieren.

Der Film wird am 27.07.2007 in unsere Kinos kommen! Viel Spaß mit dem Interview!

 

James L. Brooks - Ausführender Produzent

Matt Groening - Erfinder der „Simpsons" und Ausführender Produzent

Al Jean - Ausführender Produzent

 

Seit „Die Simpsons" 1990 ihr Debüt hatten, sorgt die Serie für Furore durch ihren respektlosen Humor, der vor nichts Halt macht. Heute sind „Die Simpsons" die langlebigste Cartoon-Serie aller Zeiten, die in den USA zur Primetime lief, und die langlebigste Comedy-Serie, die momentan im amerikanischen Fernsehen zu sehen ist. Im Mai wird die Emmy-gekrönte Sendung eine weitere Schallmauer durchbrechen, wenn man mit der 400. Episode Klassiker wie „Cheers", „Seinfeld" oder „Friends" hinter sich lässt. Im Juli erobern „Die Simpsons" dann mit ihrem ersten Spielfilm die große Leinwand. Dem kreativen Kopf der Serie, Matt Groening, ist es mit seinen vielen hochtalentierten Produzenten, Autoren und Sprechern gelungen, eine riesige Fangemeinde aufzubauen und „Die Simpsons" zu einer kulturellen Institution zu machen.

 

Warum hat es solange gedauert, einen Kinofilm zu machen? War es nur die viele Arbeit für das Fernsehen, oder lag es daran, die richtige Geschichte zu finden und sie entsprechend umzusetzen? Lag es auch an der technischen Machbarkeit?

 

JAMES L. BROOKS: Es war einfach die Zeit gekommen, wo wir alle einen Film machen wollten. Wir hatten schon lange darüber nachgedacht, und es gab im dritten Jahr eine Episode, die sich hervorragend als Grundlage für einen Film eignete. Vor zwei Jahren haben wir dann fast alle gleichzeitig festgestellt, dass wir diese Idee jetzt verfolgen sollten.

 

Wann immer eine Fernsehsendung ins Kino kommen soll, gibt es die gleichen Fragen: „Was steckt dahinter?", „Was kann man im Film machen, das sonst nicht geht?". Die üblichen Probleme mit Nacktheit oder obszöner Sprache treffen auf „Die Simpsons" ja nicht zu. Ist der Film jetzt nur eine lange Serienfolge? Gibt es etwas, das Sie immer umsetzen wollten, aber im Fernsehen nicht machen konnten?

 

JAMES L. BROOKS: Am Film arbeiten die gleichen Leute wie an der Serie, es ist sozusagen ein Heimspiel. Ich kann gar nicht sagen, was es unseren Zeichner bedeutet, jetzt mal mit den Möglichkeiten der großen Leinwand zu experimentieren.

 

Sie sprachen von einem Heimspiel. Offensichtlich haben nicht alle Autoren der Serie am Film mitgearbeitet. Wie lief das organisatorisch? Haben Sie die Teams aufgeteilt und dann gleichzeitig Serie und Film entwickelt, oder gab es eine engere Zusammenarbeit? Gab es Ärger, weil jeder am Film beteiligt sein wollte?

 

AL JEAN: Selbst für die Serie haben wir mittlerweile soviel Personal, dass wir mit zwei Teams arbeiten. Davon haben wir dann tatsächlich einige Autoren für den Film abgezogen, die standen aber im Kontakt zu denjenigen, die sich weiter mit der Serie beschäftigten. Der Film ist also wirklich das Baby von allen, die seit 20 Jahren „Die Simpsons" entstehen lassen.

 

MATT GROENING: Wir haben quasi jeden Zeichner, der an der Serie beteiligt war, eingeladen, am Film zu arbeiten. Und David Silverman, der schon damals einer der Regisseure bei der „Tracey Ullman Show" und bei den „Simpsons" war, machte das Gleiche mit den ehemaligen Regisseuren. Wie Jim schon sagte: Wir haben die Heimmannschaft aufgestellt. Die Autoren sind dieselben, die für die Show verantwortlich sind.

 

AL JEAN: Ja, sozusagen ein All-Star Team.

 

„Die Simpsons" hat ja noch keine Jugendfreigabe erhalten, auf welche stellen Sie sich ein?

 

JAMES L. BROOKS: Am ehesten „ab 12".

 

MATT GROENING: Einer der Gründe, warum die Serie sich schon so lange im Fernsehen hält, liegt meiner Meinung nach in dem Ehrgeiz, den Jim schon entwickelt hatte, als wir noch nicht mehr als die kurzen Clips zur „Tracey Ullman Show" beisteuerten. Er sagte mir damals, wir sollten nur dann eine Serie daraus machen, wenn wir ehrliche Gefühle damit transportieren wollten. Ich sah das genauso.

„Die Simpsons" sind schon ziemlich abgedreht und verrückt, mit vielen großartigen Gags zwischendrin, aber wir wollen immer wieder zum echten Gefühl zurückkommen. Das war auch eins der Ziele des Films. Das Kinoformat bietet natürlich weitaus mehr Möglichkeiten, die Emotionen der Figuren auszuleuchten als eine Fernsehserie mit 22-minütigen Episoden.

 

Mr. Brooks, Sie und Mr. Groening waren seit dem Start der „Simpsons" sehr beschäftigt. Hat die Arbeit am Film Sie beide wieder etwas näher an die Serie herangebracht, oder waren Sie nie weg davon?

 

 JAMES L. BROOKS: Es war eine große Zusammenführung, ich hätte nicht gedacht, dass die Sache mich so sehr beanspruchen würde. Ich arbeite im Moment quasi rund um die Uhr im Simpson-Universum, und das war vorher anders. Ich habe zwar regelmäßig reingeschaut, eigene Ideen eingebracht, andere abgesegnet, aber zurzeit lebe ich „Die Simpsons" pur.

 

Gilt das auch für die Serie oder nur für den Film?

 

JAMES L. BROOKS: Das ist ein und dasselbe, ich habe auch mehr mit der Serie zu tun im Moment.

 

Matt, Sie haben mit Cartoons angefangen, die sie für Zeitungen gezeichnet haben. Haben Sie noch den Wunsch, einmal ein hochgelobtes Kunstwerk herzustellen, oder sind „Die Simpsons" Ihr Meisterwerk?

 

MATT GROENING: So lange wir Spaß damit haben, möchte ich weiterhin „Die Simpsons" machen. Mit denen verbringe ich meine Tage, die Nächte widme ich „Futurama", der hier in den USA 2008 mit 16 neuen Folgen auf Comedy Central zurückkehren wird. Und ich arbeite an einem Cartoon, der wöchentlich in der LA Weekly und einigen alternativen Nachrichtenmagazinen im ganzen Land erscheint. Da bin ich ganz für mich, allein am Zeichenbrett. Ich schiebe das immer solange wie möglich hinaus, es ist Freitag um 17.30 fällig, ich fange Freitag nachmittag mit der Arbeit an. Ich muss das alles hinbekommen, irgendwelche Krankheiten oder so etwas kann ich mir nicht leisten. So geht das jetzt seit 27 Jahren.

 

Aber für Sie als Künstler, streben Sie noch Ihre eigene Mona Lisa an, ein perfektes Kunstwerk?

 

MATT GROENING: Ja.

 

Oder haben Sie es schon geschaffen?

 

MATT GROENING: Ich liebe die Popkultur, und ich liebe es, beim Fernsehen zu arbeiten. Was ich am Anfang bei der „Tracey Ullman Show" noch nicht begriffen hatte, ist, wie viele Menschen man über das Fox Network erreicht. Fox war gerade in der Entstehung, genau wie unsere 15-sekündigen Comicstrips. Das Medium ist heute allgegenwärtig. Jetzt läuft die Serie schon so lange, eine der ersten Fragen war, „Warum jetzt der Film? Warum hat es so lange gedauert?". Einer der Gründe für mich war, dass wir jetzt seit 20 Jahren on air sind und uns der 400. Episode nähern - wenn wir es irgendwann noch einmal hinbekommen wollen, dann jetzt. Ich wollte nicht nach der Absetzung der Serie einen Film hinterher schieben, sondern den Film machen, solange die Fans noch wirklich danach verlangen.

 

Wenn wir Ausschnitte aus der Serie bei der San Diego Comic Convention oder an irgendeinem College vorführen, dann bin ich immer noch hingerissen von dem Moment - und ich glaube, euch geht das genauso, ihr kennt das alle -, in dem die Leute gleichzeitig anfangen zu lachen. Für mich persönlich gehört das dazu. Ist das jetzt große Kunst? Ich weiß es nicht, aber es macht Spaß.

 

Haben Sie einen groben Überblick, wie viele Einwohner von Springfield regelmäßige oder wiederkehrende Charaktere in der Serie sind?

 

AL JEAN: Pro Folge treten selten mehr als 50 auf und Dan macht davon ungefähr 49. Die Sprecher sind unglaublich, das möchte in an dieser Stelle mal sagen. Bei den Proben haut es einen einfach um. Wenn ein Witz nicht zündet, liegt es am Script, nicht an den Sprechern.

 

Quelle: 20th Century Fox

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