Oceans13Am 07. Juni erscheint der dritte Teil der sympathischen Gaunerreihe rund um Danny Ocean in unseren Kinos. Das ohnehin schon gigantische Starensemble wird in diesem Teil noch um ein Schwergewicht aufgewertet: Al Pacino gibt seinen Einstand in der Reihe. Grund genug für uns sie mit einem Special zum Film auf den neusten Stand zu bringen. Viel Vergnügen!

 

 

Regisseur Steven Soderbergh berichtet, dass er die Arbeit an „Ocean's 12" (Ocean's 12) noch nicht einmal abgeschlossen hatte, als er bereits Ideen zu „Ocean's 13" entwickelte. „Wir befanden uns in der Endphase des zweiten Films, als ich mir überlegte, dass ich gern nach Las Vegas zurückkehren und einen weiteren Film drehen würde. Unsere Motivation besteht vor allem darin, dass wir wieder zusammenarbeiten wollen. Aber wir waren uns auch einig über das ,Alle oder keiner‘: Entweder machen alle wieder mit, oder die Produktion kommt nicht zustande."

 

Produzent Jerry Weintraub fügt hinzu: „In den sechs Jahren seit dem ersten Film hat sich im Leben der Beteiligten viel getan. Alle mitwirkenden Schauspieler sind nicht nur beruflich sehr gefragt, sie haben auch Familie, Kinder, und sie entwickeln neue Interessen, die wir berücksichtigen müssen. Tatsächlich wäre eine derart riesige Produktion überhaupt nicht möglich, wenn nicht alle stark motiviert wären. Außerdem waren sie alle vorgewarnt: Ich rief alle Beteiligten schon 18 Monate im Voraus an und sagte: ,Wir drehen unseren Film im Sommer 2006. Bereitet euch vor: Ihr entkommt uns nicht.‘ Und aufgrund dieser Ankündigung wussten sie, dass es auch klappen würde."

 

Weintraub berichtet weiter, dass sich der Begriff „alle Beteiligten" nicht nur auf die Darsteller bezieht, sondern auch auf den Mann im Regiestuhl: „Für mich als Produzenten bildet Steven Soderbergh eine Klasse für sich. Als Partner haben wir bei allen unseren gemeinsamen Projekten bestens zusammengearbeitet. All die Lorbeeren, die er einheimst, hat er wirklich verdient. Er ist ganz einfach ein großartiger Typ."

 

Um die Terminkalender von Showbusiness-Schwergewichten wie George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon, Andy Garcia, Don Cheadle, Bernie Mac, Elliott Gould, Carl Reiner und so weiter unter einen Hut zu bekommen, brauchte man allerdings einen strategischen Plan, der selbst Danny Ocean Kopfzerbrechen bereitet hätte. Aber der Darsteller des Danny Ocean weiß genau, wem diese Ehre wirklich gebührt. „Steven ist die künstlerische Triebfeder dieser Filme, doch Herz und Seele der ,Ocean‘-Filme bildet eindeutig Jerry Weintraub", sagt Clooney. „Man muss sich nur mal vor Augen halten, wie kompliziert es ist, all diese Jungs zusammen vor die Kamera zu holen. Der Wille ist zwar da, aber es ist wirklich schwierig, alle Termine aufeinander abzustimmen, weil wir alle verschiedene Projekte entwickeln. Es ist also richtig kompliziert, einen Zeitraum zu finden, in dem alle zur Verfügung stehen - so etwas gelingt nur Jerry. Er weiß, wie man das anstellt... er packt uns bei unserem Schuldgefühl", sagt der Schauspieler augenzwinkernd.

 

Und dann setzten Soderbergh und Weintraub noch eins drauf: Als ob die Besetzung noch nicht hochkarätig genug wäre, engagierten sie Al Pacino als skrupellosen Casinobesitzer Willy Bank, der Reuben Tishkoff (gespielt von Elliott Gould) seinen Anteil an einem neuen Casino in Las Vegas abschwindelt. Hinzu kommt außerdem Ellen Barkin als Banks rechte Hand Abigail Sponder.

 

Ähnlich wie die Darsteller sind auch Danny Oceans Bandenmitglieder seit ihrem letzten großen Coup eigene Wege gegangen. Doch einen guten Grund gibt es, um sie unter allen Umständen wieder zusammenzubringen: Sie müssen einem der Ihren beistehen. „Klar, diese Jungs sind Diebe und Gauner", gibt Soderbergh zu. „Doch Geld ist nicht ihr einziges Motiv. In diesem neuen Fall sind sie jedenfalls durch ihre Freundschaft und durch Rachegefühle motiviert. Ihr Motto ,Alle für einen und einer für alle‘ beinhaltet ja auch, dass der Betrug an einem der Ihren (vor allem ein so schändlicher wie in diesem Fall) mit gleicher Münze zurückgezahlt wird. Das erschien uns als überzeugender Ausgangspunkt."

 

Dabei wussten die Filmemacher genau, dass es bei ihrem neuen Projekt nicht nur um die Freundschaft und den Wunsch nach einer weiteren Teamarbeit ging: Auch das Drehbuch spielt eine wesentliche Rolle. Für die Umsetzung des Skripts zu „Ocean's 13" wählten sie schließlich das Autorenduo Brian Koppelman & David Levien aus, die sich bereits für den Pokerfilm „Rounders" (Rounders) mit dem Umfeld hartgesottener Glücksspieler vertraut gemacht hatten.

 

„Ich mag Brians und Davids ,Rounders‘ - es geht nicht nur um Poker, sondern auch um Freundschaft", sagt Weintraub. „Ich erwähnte die beiden Steven gegenüber, und als wir sie kennen lernten, merkten Steven und ich sofort, dass wir die Autoren für unseren Film gefunden hatten."

 

Dazu Soderbergh: „Ich hatte von Brian und David über gemeinsame Freunde gehört, und ,Rounders‘ gefiel mir sehr. Es gab jedenfalls nicht viele Leute, denen wir zutrauten, sich in unser Universum einzuleben und mit dem ganz spezifischen Jargon, mit dem besonderen Humor auszugestalten. Brian und David trafen sofort den Nagel auf den Kopf. Wir verabredeten uns zum Lunch, setzten uns zusammen und schon wenige Minuten später arbeiteten wir bereits am Drehbuch. Sie fühlen sich in diesem Milieu wie zu Hause - sie schätzen diese Art Filme und ihre Helden."

 

„Man kann fast sagen, dass David und ich unser ganzes Leben auf diesen Film hingearbeitet haben", bestätigt Brian Koppelman. „Viele Jahre lang haben wir uns mit der Kultur von Las Vegas und dem Lebensstil der Spieler beschäftigt. Wir haben jedes verfügbare Buch über Betrüger und Diebe gelesen. Als wir dann Steven kennen lernten, diskutierten wir mit ihm über die berühmten Gauner-Filme, über das Besondere der Coups und über die Entwicklung der Figuren seit dem ersten Ocean-Film, der David und mir sehr gefällt. Wir waren sofort auf derselben Wellenlänge."

 

„Bei einem Film über Gauner kommt es sehr darauf an, wie sympathisch sie sind und wie sehr wir ihrem Gegner die Niederlage wünschen", betont David Levien. „In ,Ocean's 11‘ will sich Danny mit seiner Frau aussöhnen und den Casinobesitzer Terry Benedict ruinieren. Also tun sich die Jungs zusammen, um dieses unglaublich komplizierte Ding zu drehen. In ,Ocean's 12‘ würden sie ohne ihre Fähigkeiten buchstäblich untergehen - sie müssen sich aus dem Schlamassel herauslavieren, in den sie durch ihr erstes Abenteuer geraten sind. In ,Ocean's 13‘ geht es um Freundschaft - eine tolle Ausgangsposition für den Film. Wir sind begeistert von den Hauptfiguren und wissen genau, wie viel sie einander bedeuten. Als Reuben von einem Außenseiter gelinkt wird, kommen sie seinetwegen alle wieder zusammen - das ist der Impuls, der die gesamte Story in Bewegung setzt. Es geht also nicht um einen Coup, der die große Kohle bringen soll."

 

„Man könnte das als karitativen Coup bezeichnen", stimmt Andy Garcia zu. Er spielt Terry Benedict, auf den es die Elf im ersten Film abgesehen hatte. Im zweiten Film hat er sich gerächt, um sich im dritten Abenteuer plötzlich mit der Bande zu verbünden. „Daran zeigt sich, was die Freundschaft der Jungs ausmacht - und darin kann sich der Zuschauer sofort wiederfinden." Dazu Don Cheadle, der den Londoner Ingenieur Basher Tarr spielt: „Ihre Motivation ist aller Ehren wert, das heißt: Es geht ihnen nicht ums Geld. Selbst unter Dieben kann man uneigennützig handeln."

 

Koppelman erklärt: „Unser Konzept sieht vor, dass die Elf das Casino ,auf den Kopf stellt‘, so dass die Spieler jedesmal gewinnen - was für Bank eine Katastrophe bedeutet. Damit erfüllen sie den Herzenswunsch aller, die jemals ein Casino besucht haben", lacht er.

 

DIE PLAYER

DANNY OCEAN

Danny Ocean hat versucht, Reuben vor dessen Geschäften mit Willy Bank zu warnen. Doch als der Deal wie erwartet schiefgeht, überlegt Danny nur, wie er seinem Freund helfen kann. Er trommelt den Rest der Jungs zusammen - zunächst nur, um Reuben beizustehen. Dann planen sie gemeinsam, wie man auf die Situation reagieren kann. Doch während die anderen Rachefeldzüge entwerfen, besteht Danny darauf, nach den „Regeln" vorzugehen: Zunächst will er mit Willy reden und ihm einen „Billy Martin" anbieten - in ihrem Jargon bedeutet das eine zweite Chance. Erst als Willy Dannys Angebot rundweg ablehnt, entwirft die Bande ihren Plan, „Die Bank" zu knacken. Diesmal geht es weder um Geld noch um ihre Ehre als Profis - diesmal nehmen sie den Affront persönlich.

 

„Sie klauen nichts, vielmehr lassen sie alle anderen absahnen. Man könnte sagen, sie sorgen dafür, dass Bank sein Geld loswird", grinst Clooney. „Es ist toll mitzuerleben, wenn jemand eine Glückssträhne hat - zum Bespiel am Würfeltisch, wenn die Leute gewinnen. Wenn es da voll abgeht, merkt man, wie das Casino explodiert. Alle träumen doch davon, dass die Bank gesprengt wird."

 

RUSTY RYAN

Danny Ocean hat die Ideen, und sein engster Vertrauter Rusty Ryan ist der Taktiker - er weiß, wie man Pläne umsetzt. Als unverbesserlicher Dieb führt Rusty gerade einen neuen delikaten Coup durch, als Danny ihm telefonisch von Reuben berichtet. Rusty zögert keine Sekunde, lässt sich die Beute entgehen und fliegt sofort nach Las Vegas.

 

Rusty macht sich um Reuben Sorgen und will sich ebenso wie der Rest der Bande an Bank rächen. Dennoch trägt er die Entscheidung mit, Bank zunächst einen Billy Martin anzubieten. Denn wie Danny weiß er, dass dies zu den Spielregeln gehört. Doch als Bank das Angebot ablehnt, will er genau wie die anderen „Die Bank" sprengen. Brad Pitt kommentiert: „Das läuft nach dem Motto: Wenn jemand ein Bandenmitglied übers Ohr haut, dann hat er alle übers Ohr gehauen."

 

LINUS CALDWELL

Linus Caldwell, dargestellt von Matt Damon, will von einem Coup zum nächsten immer größere Verantwortung bei der Planung und Durchführung übernehmen. In „Ocean's 13" bekommt er endlich seine Chance. Außerdem bekommt er das Mädchen - auch wenn dieses Techtelmechtel zum Plan gehört.

 

Linus tritt laut Damon in „Der Bank" „völlig grundlos mit einem lächerlich falschen Namen" auf: Er tarnt sich als Lenny Pepperidge, „Sprachrohr" eines megareichen asiatischen Grundstücksmaklers, hinter dem sich niemand anderes verbirgt als das chinesische Bandenmitglied Yen. Linus stellt Yen als sehr risikofreudigen Spieler vor, der im Bank-Casino bis zu zehn Millionen Dollar einsetzen würde - so bekommt Linus die ungeteilte Aufmerksamkeit von Willy Banks rechter Hand Abigail Sponder.

 

„Endlich darf auch ich mich in einem ,Ocean‘-Film verlieben", sagt Damon und gibt zu, dass es zwischen Linus und Abigail Sponder (Ellen Barkin) vor allem deswegen knistert, weil Linus mit einem Kunstgriff nachhilft: „Linus verwendet extrem wirksame Pheromone, die wie ein Aphrodisiakum wirken, damit sie ihn möglichst attraktiv findet. Denn laut Plan soll sie ihm Zugang zum Diamantenraum verschaffen."

 

Im Diamantenraum hortet Banks die Tiffany-Colliers seiner Frau: Eine Halskette mit fünf lupenreinen Diamanten für jeden der Diamond Awards, mit denen seine Hotels ausgezeichnet wurden. Der Schmuck hat einen geschätzten Wert von 250 Millionen Dollar und befindet sich hinter fünf Zentimeter dickem bruchsicherem Glas. Außerdem ist er in dem bombensicheren Raum im obersten Stock „Der Bank", zu dem man nur mit einer siebenstelligen Geheimzahl Zugang erhält, mit einem auf Druck reagierenden Alarmsystem gesichert. Falls es Linus gelingt, in den Raum zu gelangen, muss er Ms. Sponder lange genug ablenken, um die Halsketten durch wertlose Imitate zu ersetzen.

 

TERRY BENEDICT

Der Diebstahl des Diamantenschmucks gehört eigentlich nicht zum Plan der Gruppe. Doch aufgrund eines unvorhersehbaren finanziellen Engpasses bei der Planung müssen die Gauner einen Geldgeber auftreiben. Eigentlich dürfte Terry Benedict wohl der Letzte sein, den Danny Ocean um Hilfe bitten würde. Doch ganz nach dem alten Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund" hat Benedict sehr persönliche Gründe, Bank eins auszuwischen.

 

Dazu Andy Garcia: „Terry kann sich mit Willy Banks neuem Hotel gar nicht anfreunden. Es ist ihm zwar egal, dass der Neubau größer und gewaltiger als sein eigenes Casino ist - doch dadurch liegt plötzlich sein Swimmingpool im Schatten. Und auf den ist Terry sehr stolz. In mancher Hinsicht sind sich Terry Benedict und Willy Bank sehr ähnlich - sie verdienen ihr Vermögen auf die gleiche Art und sind langjährige Rivalen. Terry Benedict weiß ein gutes Spiel immer zu schätzen, vor allem, wenn er gegen einen würdigen Gegner antritt. Seit geraumer Zeit verdient er enorme Summen - er braucht in seinem Leben ein wenig Abwechslung, eine neue Herausforderung. Terry würde Willy Bank sehr gern da treffen, wo es wehtut. Denn Terry glaubt fest daran, dass es nicht verkehrt sein kann, wenn der Rivale blutet. Und wenn man dabei auch noch Geld verdienen kann, ist das ein guter Grund mehr."

 

Benedict ist bereit, Ocean und seinem Team das nötige Geld vorzustrecken, allerdings zu harten Bedingungen: Er erwartet, dass sie Banks wertvolle Diamantenkollektion stehlen. Damit ist der Einsatz noch einmal erhöht worden.

 

Soderbergh kommentiert: „Die Zuschauer schätzen Andy in dieser Rolle ganz besonders - bei unserem neuen Vegas-Abenteuer musste er also irgendwie dabeisein. Und das gelingt uns auf komische und ganz unerwartete Weise."

 

BASHER TARR

Der von Don Cheadle gespielte Basher Tarr ist zwar der geniale Mechaniker der Bande, hat aber auch sehr sensible Seiten. Als der deprimierte Reuben das Bett hüten muss, schreibt Basher ihm sentimentale Briefe, versucht ihn mit Appellen an ihre Freundschaft aufzurichten und zu inspirieren. Auch wenn die anderen sich darüber lustig machen, glaubt Basher laut Cheadle dennoch, „dass positive Gedanken bei der Genesung helfen können. Und obwohl er bei der Vorbereitung der Aktion alle Hände voll zu tun hat, nimmt er sich immer wieder die Zeit, um Reuben mit seinen Briefen Mut zu machen."

 

Bashers tief gehendes Engagement für die Unternehmung ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen: Basher verbringt einen Großteil des Films unter der Erde, wo er die Torpedierung des Eröffnungsabends in „Der Bank" vorbereitet. Dabei setzt er genau jenen gigantischen Bohrer ein, mit dem der Eisenbahntunnel zwischen England und Frankreich unter dem Ärmelkanal gegraben wurde. Als der erste Bohrer bei der Arbeit mit Getöse sein mechanisches Leben aushaucht, muss die Elf - für lockere 36 Millionen Dollar - Ersatz besorgen. In diesem Moment kommt Terry Benedict dem Team zur Hilfe.

 

FRANK CATTON

Als meisterhafter Taschenspieler wartet Frank Catton während der Eröffnungsfeier in „Der Bank" auf seinen Einsatz im Casino. Um an den Wachmannschaften vorbeizukommen, erfindet Frank eine neue Domino-Variante namens „Genug gesagt". Die Rolle des Frank Catton übernimmt auch diesmal wieder Bernie Mac. Dazu sagt er: „Frank macht die Einführung seines neuen Spiels ausgesprochen Spaß. Wer jemals Domino gespielt hat, weiß, wie intensiv das Spiel geraten kann. Also behauptet Frank, dass dieses neue Spiel noch mehr Zulauf haben wird als Poker - mit entsprechend höheren Umsätzen für das Casino."

 

Frank stellt Bank „Genug gesagt" auf einem Glücksspielkongress in Las Vegas vor und kann dort sein Interesse wecken. Doch als Bank den Köder nicht sofort schluckt, tritt Terry Benedict auf und macht seinerseits ein Angebot: Er will „Genug gesagt" in einem seiner eigenen Casinos ausprobieren. Natürlich weiß er ganz genau, dass Bank seinem Konkurrenten zuvorkommen will und den Vertrag als Erster unterschreibt.

 

Mac kommentiert: „Willy Bank hat einen natürlichen Killerinstinkt. Er macht die Gegner platt und lässt sie mit leeren Händen stehen - genau das ist Reuben passiert. Deshalb wollen wir ihn unbedingt fertig machen. Diesmal geht es um eine Abrechnung."

 

VIRGIL & TURK MALLOY

Nach monatelangen Vorbereitungen und Intrigen torpedieren die Brüder Virgil und Turk Malloy fast die gesamte Unternehmung - wenn auch mit den besten Absichten.

 

Aus nahe liegenden Gründen werden alle in den Casinos eingesetzten Würfel auf ihrem Weg vom Hersteller zu den Spieltischen sorgfältig überwacht. Daher weiß die Bande, dass es nur einen sicheren Weg gibt, die Würfel zu manipulieren: während der Herstellung. Virgil wird nach Mexiko geschickt und dort in die Fabrik eingeschleust, wo „Die Bank" ihre besonders gestalteten Würfel anfertigen lässt. Doch vor Ort verliert Virgil seinen Auftrag aus den Augen, als er Zeuge der Arbeitsbedingungen in der Fabrik wird. Statt die Würfel zu manipulieren, nimmt er das Grundproblem selbst in Angriff und führt seine Arbeitskollegen in den Aufstand. Die Fabrik wird geschlossen - die Zeit wird knapp. Deshalb schickt Danny Turk über die Grenze, um Virgil Feuer unterm Hintern zu machen. Doch der Schuss geht nach hinten los. Turk entfacht zwar ein Feuer, aber nicht ganz das, was Danny sich vorgestellt hat.

 

Turk wird von Scott Caan gespielt, der berichtet: „Eigentlich soll Turk in Mexiko Virgil wieder auf Vordermann bringen, um die Durchführung des Plans zu gewährleisten. Aber stattdessen engagiert auch er sich kompromisslos für den Streik. Die beiden zanken sich zwar dauernd, aber Virgil ist und bleibt sein Bruder, und der war nun mal diesen schrecklichen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Für Turk ist damit diese Krise wichtiger als alles andere. Er verliert die Perspektive völlig aus den Augen."

 

Casey Affleck spielt Virgil - er erzählt, dass die ständigen Streitereien der Brüder den beiden Schauspielern beim Dreh inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen sind. „Wir kommen überhaupt nicht mehr davon los", lacht er. „Wenn wir beide in einer Szene zusammen auftreten, geht es sofort los, sogar wenn es nicht im Drehbuch steht. Scott sagt was, und ich reagiere sofort darauf, und schon bald balgen wir uns im Straßenstaub. Das artet manchmal in reichlich albernen Slapstick aus, bringt aber riesig Spaß."

 

LIVINGSTON DELL

Der Elektronikexperte Livingston Dell kann selbst das komplizierteste Sicherungssystem anzapfen, muss sich aber bei diesem Coup in einem anderen Bereich bewähren: Er soll die automatischen Kartenmischmaschinen manipulieren, die beim Blackjack verwendet werden, stellt aber fest, dass diese Aufgabe schwieriger ist als zunächst angenommen.

 

Dell-Darsteller Eddie Jemison gesteht: „Livingston überschätzt sich selbst. So sehr er sich bemüht - immer wieder macht er Fehler. Also sieht er sich gezwungen, seinen alten Kumpanen Roman Nagel (gespielt von Eddie Izzard) um Hilfe zu bitten. Was alle ,Ocean‘-Filme spannend macht: Immer geht etwas schief, und die Elf müssen blitzschnell improvisieren. Das macht die Jungs für die Zuschauer so sympathisch: Sie nehmen sich viel zu viel vor, und das Publikum weiß nie so recht, ob sie ihr Ziel erreichen."

 

DER UNGLAUBLICHE YEN

Shaobo Qin arbeitet in China tatsächlich als Akrobat - für ihn ist es in der Rolle als Yen völlig normal, sich in enge Räume zu zwängen und so die gefährlichsten Situationen zu meistern. Doch in „Ocean's 13" darf er endlich einmal ganz öffentlich ein luxuriöses Leben führen: Er gibt sich als mysteriöser chinesischer Grundstücksmakler Mr. Weng aus, der zehn Millionen Dollar setzen will und auf diese Weise sich und seinem „Kommunikator" Linus in „Der Bank" Zugang zu einer der exklusiven Villen für schwerreiche Spieler verschafft. Aber auch als Akrobat will Yen hoch hinaus, denn als er seine Aufgabe beim Diebstahl der Diamanten übernimmt, muss er in den gefährlichen Fahrstuhlschächten des Hotels nach oben klettern.

 

Qin sagt dazu: „Meine Rolle in den ersten beiden Filmen war viel einfacher, weil vor allem mein körperlicher Einsatz gefordert war - das ist für mich ein Selbstgänger. In diesem Film muss ich mich viel mehr anstrengen - und viel mehr Dialoge lernen."

 

SAUL BLOOM

Der legendäre Komiker Carl Reiner spielt wieder den altgedienten Gauner Saul Bloom, der immer nur Unfug im Kopf hat. In „Ocean's 13" stapelt Saul wieder hoch: Als falscher Hotelkritiker Kensington Chubb überzeugt er Ms. Sponder auf nicht gerade subtile Weise, dass er dem Hotel zum begehrten Fünf-Sterne-Status verhelfen kann. Sofort wird Saul als VIP hofiert, während der inkognito reisende echte Hotelkritiker (dargestellt von David Paymer) zum VUP (Very Unimportant Person) herabgestuft und (dank der Ocean-Elf) durch die Mangel gedreht wird. Kein Wunder, dass die Sterne am Eröffnungsabend „Der Bank" wohl kaum funkeln werden.

 

„Es gibt nichts Schöneres, als wenn jemand seine wohlverdiente Strafe bekommt", grinst Reiner. „Umso mehr, wenn er sie so verdient hat wie Willy Bank. Diese Abrechnung gefällt mir am Drehbuch besonders, aber vor allem wollte ich wieder mitmachen, um alle Jungs wiederzusehen. Ich empfinde es als Auszeichnung, wieder dabei zu sein, mit den Kollegen und Steven und Jerry arbeiten zu dürfen."

 

Reiner hat mit Jerry Weintraub bereits 1977 bei „Oh, God!" (Oh Gott...) zusammengearbeitet: Reiner inszenierte, Weintraub produzierte. „Jerry hat sich überhaupt nicht verändert", sagt der Schauspieler. „Er ist unglaublich hartnäckig und setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um zu bekommen, was er sich in den Kopf gesetzt hat. Was er verspricht, das hält er auch - deshalb habe ich ihm immer blind vertraut. Jerry steht zu seinem Wort."

 

REUBEN TISHKOFF

Der erfahrene Schauspieler Elliott Gould ist auch hier wieder als Reuben Tishkoff zu sehen: Aufgrund von Willy Banks Betrug bricht Reuben zusammen, was ihn fast das Leben kostet. Sein Schicksal löst das erneute Treffen der Ocean-Elf aus. Vor „Ocean's 13" konnten sich alle seine Freunde auf Reubens Hilfe verlassen: In „Ocean's 11" lernten wir ihn kennen, als er den berüchtigten Bruch finanzierte, der Terry Benedict 160 Millionen Dollar kostete. Und als die Bande in „Ocean's 12" an Benedict verraten wurde, sprang Reuben ein und kümmerte sich um die Finanzierung ihres europäischen Abenteuers. Diesmal muss sich die Gruppe um Reuben kümmern und ihm neuen Lebensmut geben.

 

Dazu Gould: „Reuben war immer der Rettungsanker für die Gruppe, wobei er in gewisser Weise immer verdrängt hat, dass inzwischen eine neue, junge Generation das Ruder übernommen hat. Er wollte unbedingt wieder mitmischen, und obwohl Danny ihn ausdrücklich vor Geschäften mit Willy Bank gewarnt hat, wollte Reuben davon nichts hören. Er ist noch ein Mann alter Schule, der Traditionen hochhält. Er meinte, Willy vertrauen zu können, nur weil beide einst Frank Sinatra die Hand geschüttelt haben. Er glaubt tatsächlich, dass Leute, die Ol' Blue Eyes noch persönlich kannten, auch weiterhin den damaligen Regelkanon befolgen - er ist einfach nicht auf Willys ruinöse Skrupellosigkeit gefasst."

 

DIE GEGNER

WILLY BANK

Jerry Weintraub ist es zu verdanken, dass Al Pacino zum Team von „Ocean's 13" stieß und die Schlüsselrolle des Willy Bank übernahm. Weintraub berichtet: „Vor Jahren hatten wir zusammengearbeitet - seitdem sind wir befreundet. Als hervorragender Schauspieler passt er wunderbar ins Team."

 

Mit Weintraub hat Pacino zuvor zwar gearbeitet, aber „Ocean's 13" ist sein erster Film mit Steven Soderbergh. „Die Arbeit mit Steven war eine tolle Erfahrung", sagt er. „Er erweckt die Szenen vor meinen Augen zum Leben - eine Gabe, die nur großen Regisseuren eigen ist. Er schafft eine bestimmte Atmosphäre am Set, in der man sich als Schauspieler frei und sehr wohl fühlt."

 

„Wohl jeder Filmemacher bewundert Al Pacino und würde alles tun, um mit ihm zu arbeiten. Das trifft besonders auf meine Generation zu", sagt Soderbergh. „Für die Rolle des Willy Bank brauchten wir eine überzeugende Persönlichkeit, der man die Bedrohung für die Jungs abnimmt. Da kommen nur sehr wenige infrage."

 

Pacino berichtet: „Ich diskutierte mit Steven Willy Banks Gratwanderung: Einerseits haben wir Angst vor ihm, andererseits wirkt er fast irre. Willy ist größenwahnsinnig. Seine Hotels sind sein Ein und Alles - deshalb ist er so besessen von den Five Diamond Awards. Sie sind sein Cause célèbre, seine Daseinsberechtigung, was ein wenig lächerlich wirkt, wenn man länger darüber nachdenkt. Als Danny Ocean ihn anfangs wegen Reuben anspricht, glaubt Willy seinen Gegner zu kennen - er ist überzeugt, dass Ocean ihm nicht das Wasser reichen kann. Auf seine perverse Art macht ihm dieses Duell der Willenskraft sogar Spaß - es war mir also ein besonderes Vergnügen, den Willy zu spielen."

 

ABIGAIL SPONDER

Selbst ein Egozentriker wie Willy Bank weiß, dass er auf die Hilfe anderer angewiesen ist - er braucht einen Menschen an seiner Seite, dem er vertrauen kann. Die einzige Frau unter den Hauptdarstellern in „Ocean's 13" ist Ellen Barkin als Banks rechte Hand Abigail Sponder, die fast so ehrgeizig ist wie er.

 

„Abigail führt das aus, was Bank verlangt - aber eine Assistentin ist sie durchaus nicht", versichert Barkin. „Sie ist eine mit allen Wassern gewaschene Managerin, die den Laden zusammenhält und auch das Grobe erledigt, wenn es sein muss. Las Vegas ist ihr Zuhause, sie arbeitet rund um die Uhr. Ein Privatleben kennt sie praktisch nicht - was sie letztlich so empfänglich für Lenny Pepperidges Komplimente macht, sie lässt sich leicht hereinlegen", fügt sie hinzu, wobei sie auf ihre Verführungsszenen mit Matt Damon anspielt, der Linus Caldwell darstellt, der Lenny Pepperidge darstellt. „Sie ist es nicht gewohnt, dass man sie übervorteilt - vom Austricksen ganz zu schweigen."

 

„Ich drehe gern Komödien", fährt Barkin fort. „Vor allem mit einem so einfallsreichen, spontanen und aufnahmefähigen Kollegen wie Matt. Wir kamen am Set bestens miteinander aus."

 

Ihr Spielfilmdebüt gab Barkin einst in dem von Jerry Weintraub produzierten „Diner" (American Diner), und mit Al Pacino hat sie bereits den Thriller „Sea of Love" (Sea of Love - Melodie des Todes) gedreht. Doch Soderbergh verrät zudem, dass sie nicht zum ersten Mal in einem „Ocean"-Film auftritt. „Ellen hat bereits eine Szene für ,Ocean's 12‘ gedreht, die dann aber geschnitten wurde - wir waren ihr also etwas schuldig", lacht er. „Auch jene Szene beinhaltete ein heißes Techtelmechtel mit Matt. Als wir dann überlegten, wer Ms. Sponder spielen sollte, gab es keine zwei Meinungen."

 

SCHAUPLATZ DES VERBRECHENS

„Ocean's 13" ist wieder in dem Milieu angesiedelt, das Glücksspieler in- und auswendig kennen: Las Vegas. „Wir wollten unbedingt an den Schauplatz von ,Ocean's 11‘ zurückkehren", berichtet Weintraub. „Denn Vegas genießt den einmaligen Ruf als Entertainment-Hauptstadt der Welt - es ist mit nichts zu vergleichen."

 

Einige Außenaufnahmen entstanden vor Ort in Las Vegas, doch von der Logistik her war es unmöglich, ein neues Casino zu finden und es für die gesamten Dreharbeiten mit Beschlag zu belegen - deshalb sahen sich die Filmemacher gezwungen, die meisten Szenen in dem kontrollierbaren Umfeld der Studios auf dem Warner-Bros.-Gelände zu drehen.

 

Soderbergh bestätigt: „Wenn wir den Film komplett an Originalschauplätzen in Vegas gedreht hätten, wären doppelt so viele Drehtage nötig gewesen. Und um die Einstellungen zu bekommen, die mir vorschwebten, musste ich den Drehort völlig kontrollieren können. Unterm Strich war es also vernünftig, alles im Studio zu bauen."

 

Soderberghs langjähriger Mitarbeiter, der Produktionsdesigner Philip Messina, kam an Bord, um die Verwandlung einer Studiohalle in das luxuriöse Hotel und Casino in Las Vegas zu dirigieren. „Ich verlangte von Phil einen wunderschönen Set, der sogar ein bisschen irre wirken soll", sagt der Regisseur. „Der Gedanke dahinter: Willy Bank hat sein Casino komplett nach seinen eigenen verrückten Vorstellungen entworfen."

 

„Meine Reaktion: ,Vielleicht bekomme ich nie wieder die Chance, ein Projekt dieser Größenordnung zu entwerfen und zu bauen - das lasse ich mir nicht entgehen", grinst Messina. Messina gab selbst das Konzept für das Bank-Casino und Hotel vor: „Ästhetisch ist das Hotel einem eher asiatischen Stil verpflichtet. Dabei mussten wir dick auftragen, denn in Vegas ist alles spektakulär - das mussten wir nachempfinden. Vegas finde ich optisch einfach überwältigend - für einen Designer ist die Stadt sehr spannend, weil stilistisch einfach alles möglich ist."

 

Der Designer erklärt: „Die erste wichtige Regel, an die wir uns nicht hielten: Wir legten den Spielsaal auf mehreren Ebenen an. Alle hielten uns vor: ,In Vegas macht man das nicht.‘ Meine Antwort: ,Genau deswegen will ich das machen.‘ Die meisten Casinos haben eine ungeheure Grundfläche. So viel Platz hatten wir nicht - also beschloss ich, in die Höhe zu bauen und auf diese Weise mehr Eindruck zu schinden."

 

Das mehrstöckige Casino entstand in der Halle 16, einer der größten Studiohallen in Los Angeles. Allein schon ihre Größe war die perfekte Voraussetzung für den riesigen Set. Doch unter dem Fußboden befindet sich ein gigantisches Wasserbecken, und das erwies sich als Problem für Messina und sein Team. „Weil der Boden nicht auf einem soliden Fundament steht und unser gewaltiger Set ein ungeheures Gewicht hat, mussten wir zunächst eine belastbare Basiskonstruktion einziehen", erklärt Messina. „In vielerlei Hinsicht mussten wir die Halle erst vorbereiten, bevor wir mit dem eigentlichen Bau überhaupt beginnen konnten."

 

Zu den größten Elementen des Sets gehört der Casino-Aufzug, der allein schon 17 Tonnen wog. Eine der Fahrstuhlkabinen war voll funktionsfähig - mir ihr konnte man jedes der Casino-Stockwerke erreichen. Messinas Crew musste zunächst das Fundament der Studiohalle freilegen, um auf ihm die spezielle Trägerkonstruktion zu verankern. Kaum ein Setbau brachte derart knifflige Probleme mit sich.

 

Auch die Ausleuchtung des Casinos war eine monumentale Aufgabe. Alle Scheinwerfer wurden in den Set eingebaut, so dass keine zusätzlichen Scheinwerfer mehr nötig waren, als der Regisseur mit seinen Darstellern und Statisten am Set erschien. Alle Spieltische stattete Messina mit Spezialleuchten aus, „was sehr gut funktionierte, um die Leute drumherum im richtigen Licht zu zeigen. Es war klar, dass die Deckenbeleuchtung für das allgemeine Licht ausreichen würde - es ging hier also nur darum, bestimmte Flächen auszuleuchten, damit nicht alle Casinobereiche von dem flachen allgemeinen Licht abhängig waren."

 

Soderbergh und Messina verwendeten außerdem etliche riesige, auffällige Kronleuchter, um die Sets auszuleuchten. Über den Würfeltischen hängt ein vier Tonnen schwerer Lüster aus handgeblasenem österreichischem Kristall, der verpackt in zehn Kisten im Studio angeliefert wurde. Jedes Glaselement war nummeriert, und ein fünfköpfiges Team brauchte eine ganze Woche, um den Leuchter zusammenzusetzen, denn jedes Kristallstück musste einzeln aufgehängt werden. Unter dem Dach der Studiohalle musste man extra Träger einziehen, die diesem Gewicht standhielten. Der Leuchter bietet einen prachtvollen Anblick - aber noch wichtiger war dem Regisseur seine Funktion bei der Ausleuchtung des Saals.

 

Im Foyer hängt ein Kronleuchter, den der bekannte Konzeptkünstler Jacob Hashimoto entwarf - er kam persönlich aus Italien angereist, um die Installation zu überwachen. Der Leuchter besteht aus Tausenden von Einzelteilen, die Stück für Stück an der Decke des Sets angebracht werden mussten.

 

Ein noch spektakulärerer Lüster befindet sich im Diamantenraum, wo Willy Bank seine fünf Diamantenhalsketten aufbewahrt. Der „Kaskade" genannte Kronleuchter ist eine Leihgabe der Swarovski Crystal Company. Er ist sechs Meter hoch und 60 Zentimeter breit - jedes Kristallstück musste einzeln an der Trägerkonstruktion angebracht werden, die von der Decke hing.

 

Die Leuchtkörper über dem Hauptsaal des Casinos entwarfen Messina und seine Frau, die Innenrequisiteurin Kristen Toscano Messina. Sie wurden aus Fiberglasharz gefertigt, in der Ausstattungsabteilung modelliert und in Formen gegossen. In den Leuchtkörpern befinden sich Filmscheinwerfer mit breiter Streuung. „Im Grunde verstecken wir damit die Filmscheinwerfer, aber gleichzeitig fügen wir dem Set ein gestalterisches Element hinzu."

 

Im Casino stehen die unterschiedlichsten Spielautomaten, die von der Firma Aristocrat Technologies, Inc. zur Verfügung gestellt wurden - alle funktionieren, auch wenn kein echtes Geld verwendet wurde. Hinzu kommen 32 Spieltische: Roulette, Würfel, Blackjack, Pai Gow und natürlich das neue Spiel „Genug gesagt". Jeder Tisch trägt das Emblem „Der Bank" - genau wie Tausende von Chips und sogar die Würfel. „Das größte Problem bestand darin, die Statisten und Crewmitglieder in den Drehpausen vom Spielen abzuhalten", sagt Messina augenzwinkernd. „Ich bin sicher, dass unter der Hand während der Dreharbeiten etliche Spiele gelaufen sind."

 

Weintraub sagt: „Phil hat einen so überzeugenden Set geschaffen, wie ich es in meinem Leben nur selten gesehen habe. Als wir das Casino mit Statisten bevölkerten, vergaßen die völlig, dass sie sich in einem Studio befanden. Phil hat alles derart detailgetreu gestaltet, dass wir sofort den Spielbetrieb hätten aufnehmen können... wenn ich nur herausbekommen hätte, wie das zu machen wäre", lacht er.

 

Soderbergh stimmt ihm zu: „Keiner von uns wird in absehbarer Zeit auf einem derartigen Set arbeiten dürfen... vielleicht sogar nie wieder. Nur selten bekommt man die Chance, etwas so Außergewöhnliches zu kreieren - und dafür war Phil genau der richtige Mann."

 

Im Süden von Kalifornien filmte man auch an Außenschauplätzen, vor allem in der Wüstenstadt Rosamond, die als Drehort für die mexikanische Würfelfabrik diente. Außerdem drehte das Team eine Reihe von wichtigen Sequenzen in Las Vegas selbst. Terry Benedicts Büro befindet sich im Verwaltungstrakt des Bellagio Hotels, und die Fontana Bar dieses Hotels verwendete man als Kongresszentrum, in dem Frank Catton sein Spiel „Genug gesagt" präsentiert. Außerdem nutzten die Filmemacher die Gelegenheit und drehten in einem im Bau befindlichen neuen Flügel des Venetian Hotel: Hier entstand die Szene auf der Baustelle „Der Bank", in der Danny Ocean Bank den Billy Martin anbietet.

 

Ein weiterer Originalschauplatz war der Abfertigungsbereich der Southwest Airlines auf dem McCarran International Airport in Las Vegas, wo George Clooney, Brad Pitt und Matt Damon zum Einsatz kamen. 

 

KLEIDERORDNUNG

 

Kostümbildnerin Louise Frogley stand vor der schwierigen Aufgabe, ein großes Ensemble einzukleiden, wobei die meisten Darsteller eine in den früheren Filmen bereits eingeführte Rolle spielen. „Solche Fälle sind für Kostümbildner besonders kompliziert: Jede der vielen Figuren muss einen unverwechselbaren Charakter haben", berichtet Soderbergh, der bereits drei Filme mit Frogley gemacht hat: „The Limey" (The Limey), „Traffic" (Traffic - Macht des Kartells) und „The Good German" (The Good German - In den Ruinen von Berlin).

 

Beim Design der Kostüme für Oceans Team wollte Frogley ganz im Sinne von Jeffrey Kurland vorgehen, der bei „Ocean's 11" für die Kleidung zuständig war. Gleichzeitig musste sie dem Wandel in der heutigen Mode Rechnung tragen. Bei George Clooney und Brad Pitt waren klare Linien und ein möglichst einfacher Stil angesagt. „Für George Clooney gilt: Je einfacher, desto besser", sagt sie. „Sein Look ist durch den ersten Film etabliert, den wir nach wie vor für wunderbar halten - also machten wir in dieser Richtung weiter. George lehnt jedes Brimborium ab. Abgesehen von seinem Smoking und einer Verkleidung trägt er vor allem dunkelgraue Anzüge mit weißem Hemd."

 

Frogley fährt fort: „Brad legte ebenfalls weiterhin auf Einfachheit wert - nur ein paar wenige Klunker durften es sein. Er fand, dass Rusty erwachsen geworden ist, dass er sich also simpler kleidet, wenn auch im Vergleich zu Danny auffälliger." Laut Frogley blieb auch in Bezug auf Terry Benedict alles beim Alten: „In ,Ocean's 12‘ trägt Andy Garcia fast immer eine Krawatte. Das passt zu ihm, finde ich. Aber diesmal wollte ich ein wenig übertreiben - in Richtung ,Tod in Venedig‘-Look."

 

An Matt Damons Kostümen kann man wohl die größten Veränderungen einer Filmfigur ablesen. Dazu Frogley: „Jerry will Linus sehr viel erwachsener zeigen. Er ist kein Junge mehr. Er will jetzt seine eigenen Gaunereien durchziehen und spielt in Oceans Organisation eine bedeutendere Rolle. Also fanden wir, er sollte häufiger Anzüge tragen. Und für seine Tarnung als Lenny Pepperidge wünschte sich Matt eine völlig andere Ausstattung - also orientierten wir uns am Mao-Look und übertrieben ihn ein wenig."

 

Carl Reiners Saul Bloom bekam ebenfalls ein unverwechselbares Outfit für sein Alter Ego, den angeblichen Hotelkritiker Kensington Chubb. „Wir kleiden Kensington wie einen falschen Briten - oder eher so, wie Amerikaner sich die typisch englische Kleidung vorstellen. Wir verwendeten etliche Tweed-Stoffe: Harris, aber auch irischen und schottischen Tweed. Entsprechend trägt Saul Moleskin-Hosen und karierte Hemden", führt Frogley aus.

 

„Don Cheadle wollte diesmal besonders amerikanisch aussehen, aber sein Bergarbeiteranzug besteht aus einer schönen Yohji-Yamamoto-Jacke, die wir reichlich zerschlissen haben. Basher trägt ganz simple Sachen - außer natürlich, wenn er sich das Kostüm des Bikers Fender Roads ,ausborgt‘", grinst die Designerin.

 

Neben den Kostümen für die Hauptdarsteller verwendete die Kostümbildnerin die meiste Arbeit auf die Kleidung der Angestellten in „Der Bank". Dazu Frogley: „Wir stellen ein Casino vor, das das neueste und angesagteste sein soll - also tragen die Angestellten sehr coole Uniformen."

 

Soderbergh sagt: „Der Look der Mitarbeiter in ,Der Bank‘ - vom Hausmeister bis zum Portier - muss perfekt zu der Ausstattung passen, die Phil für die Sets entwarf. Ich finde, Louise hat hervorragende Arbeit geleistet und ein Design wie aus einem Guss geschaffen."

 

Um die richtige Mischung zu finden, ließ Frogley sich von Fotobänden mit Fotos und Drucken aus Asien inspirieren. „Wir gingen von ernsthaften Ideen aus und überspitzten und verdrehten sie dann ein wenig, damit die Outfits möglichst cool und schillernd wirken", sagt sie. „Dabei verwende ich jede Menge fluoreszierendes Grün, Orange und Pink." Beim Design für die Führungsriege in „Der Bank", Willy Bank und Abigail Sponder, arbeitete Frogley eng mit Al Pacino und Ellen Barkin zusammen.

 

Man entschloss sich, Ms. Sponder nicht in stereotype Managerkleider zu stecken. Stattdessen waren sich die Kostümbildnerin, die Schauspielerin und die Filmemacher darüber einig, dass Abigail immer körperbetonte Kostüme trägt, und zwar in Abstufungen der Farbe Pink. Diese Farbe ergab sich aus der Farbtonpalette in „Der Bank", wo Ms. Sponder arbeitet und sich die meiste Zeit aufhält. Frogley erklärt: „Wir wollen Abigail eine Hauptfarbe zuordnen - das funktioniert, weil ich sie auch bei den Hoteluniformen verwende. Dadurch wird klar, dass auch sie eine Angestellte ist, selbst wenn sie keine Uniform trägt."

 

Für Pacino stellte Frogley zunächst eine Tafel mit Referenzfotos zusammen, um dem Schauspieler zu demonstrieren, „welche Vorbilder wir verwenden und an welchem Look wir uns bei Willy Bank orientieren. Er trägt Anzüge von Battaglia. Selbstverständlich trägt Bank maßgeschneiderte Anzüge, wobei er ein wenig auffällig wirken soll. Wir führten ihm eine Menge unterschiedlicher Anzüge in verschiedenen Farben vor, und er war von unseren Vorschlägen ganz begeistert."

 

WILLKOMMEN IM CLUB

Während des Drehs zu „Ocean's 13" wollte Jerry Weintraub vermeiden, dass sich die Schauspieler in den Drehpausen in ihre eigenen Wohnwagen zurückzogen - also dachte er sich den so genannten Ocean's Club aus: „Ich wollte einen Aufenthaltsort für alle schaffen, denn in unserem Film geht es ja um Kameradschaft. Ich dachte mir das aus, Executive Producer Susie Ekins hat das auf die Beine gestellt, und Phil Messina steuerte das Design bei."

 

Weintraub fand einen unbenutzten Konferenzraum im Anbau einer der Studiohallen, in denen gedreht wurde. Dort ließ er einen regelrechten Club einrichten - mit Fernseher, Tischfußball, Spieltischen und Lesestoff. Frühstück, Lunch und - an langen Drehtagen - auch Abendessen standen im Club jederzeit zur Verfügung.

 

Steven Soderbergh fühlte sich dort derart wohl, dass er seinen tragbaren Avid-Schnittcomputer im Club aufstellen ließ und dort während des Drehs seinen Schneideraum einrichtete. „Mit dem Ocean's Club hatte Jerry eine wirklich tolle Idee", bestätigt der Regisseur. „Ich wäre nie auf so etwas gekommen, aber wie sich herausstellte, konnten dort alle wunderbar entspannen. Als der Film abgedreht war, hat wohl jeder vermisst, all die Kollegen zu treffen, die zufällig dort auftauchten. Das hat wirklich sehr positiv zur Stimmung am Set beigetragen."

 

Zwar wurde der Ocean's Club mit dem Ende des Drehs endgültig geschlossen, aber Weintraub legt Wert darauf, dass die Darsteller und Filmemacher ihn nie vergessen: Jedem überreichte er eine Ocean's-Club-Mitgliedskarte mit der Aufschrift: „Du bist lebenslanges Mitglied. Aber wenn du irgendwo in der Welt ein anderes Mitglied triffst und deine Mitgliedskarte nicht dabei hast, musst du einen ausgeben."

 

Quelle: Warner Bros.

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