Filmmuseum.jpgDIE UTOPIE FILM

Das österreichische Filmmuseum stellt 100 Neuerwerbungen vor. Eine Reise durch die Kinogeschichte kann beginnen. Von 30. August bis 4. Oktober.

Alles neu im Filmmuseum? Mit dem Ende der Sommerpause präsentiert es sich zumindest äußerlich in frischem Glanze: Die schwere Eisentür ist weg, die Fassade neu gestaltet und die Bar jetzt auch tagsüber geöffnet und separat zugänglich. Wer die Webseite des Filmmuseums besucht, wird auch dort seit kurzem einige gravierende Schönheitskorrekturen bemerkt haben. Nur im Saal ist alles beim Alten: Und vor allem im September, der unter dem Motto DIE UTOPIE FILM steht, könnte man am besten jeden Tag dort hin pilgern um Neues zu sehen, und Altes (wieder) zu entdecken.

Es wäre vermessen, „Highlights“ herauszustreichen, ohne nicht die Filme, die dann ungenannt bleiben, abzuwerten. Mit Bergmans SMULTRONSTÄLLET und Scorseses RAGING BULL beginnt die Schau, mit Flemings THE WIZARD OF OZ endet sie. Dazwischen liegen Filme von Kurosawa, Cronenberg, Fritz Lang, Rossellini, Billy Wilder, David Lynch, Murnau, Melville, Wes Anderson, Jean Renoir, Michelangelo Antonioni, Erich von Stroheim, Tarkovskij, Fassbinder und Nicolas Roeg. So viel zu ein paar der „bekannten“ Regisseure.
Aber das Filmmuseum wäre nicht das Filmmuseum, würde es nicht auch Abseits der bekannten Pfade Schätze finden und zeigen: Da wäre zum Beispiel TOUKI BOUKI, von Djibril Diop Mambety, gewissermaßen das A BOUT SOUFFLE des afrikanischen Kinos (von dem man – sei an dieser Stelle mal bemerkt – ohnehin viel zu wenig bei uns sieht), Peter Lorres DER VERLORENE, einer der ersten Filme, der sich im Nachkriegsdeutschland mit der NS-Zeit beschäftigte (und daher gnadenlos bei Publikum und Kritik durchfiel), oder Maurice Pialats LOULOU (1980) mit einer wieder einmal besonders freizügigen Isabelle Huppert. Horrorfans freuen sich auf THE MASQUE OF THE RED DEATH von Genreikone Roger Corman.

Am Donnerstag 18.9. gibt’s in einer knapp vierstündigen Schau unter dem Titel HANDMADE WONDERLAND Kurzfilme von Méliès, Fredl Kubekla, Lisi Ponger, Dziga Vertov, Henri Chomette und vielen anderen zu bestaunen.

Außerdem zu sehen:
FILMDOKUMENTE ZUR ZEITGESCHICHTE: DIE KPÖ IM AUFBAU
Am Sonntag, 28.9. ist Wahltag – im Filmmuseum betreibt man etwas politische Bildung und zeigt einen Abriss der Geschichte der KPÖ. Die fünf Filme mit einer Gesamtlänge von ca. 100 Minuten, werden jeweils von den Kuratoren eingeleitet und mit Gästen und Publikum kuratiert. Ab 17 Uhr werden die ersten Hochrechnungen der Nationalratswahl live zugespielt.

Der Kroate Ivan Ladislav Galeta wird am 1. und 2. Oktober seine Videoarbeiten vorstellen. Der 1947 geborene Galeta hat sich als Multimediakünstler und Regisseur einen Namen gemacht. Interessenten sollten sich vielleicht mal durch die kryptische Webseite (siehe unten) des Künstlers klicken, die erste Einblicke in sein Schaffen gibt.

Filmmuseum für zu Hause: Ab 25. September ist eine neue Ausgabe der DVD Reihe Edition Filmmuseum erhältlich. Auf zwei DVDS präsentieren sich Arbeiten des österreichisch-kanadischen Filmemachers John Cook: Der Dokumentarfilm ICH SCHAFF’S EINFACH NIMMER sowie die Spielfilme LANGSAMER SOMMER und SCHWITZKASTEN. Letzteren führt das Filmmuseum im Rahmen einer DVD Präsentation am Freitag, 26.9. vor und nutzt die Gelegenheit, ein bisher nie gezeigtes Kurz-Essay über LANGSAMER SOMMER vorzuführen.

Man erkennt unschwer – nach der Sommerpause gibt es wieder viel zu entdecken im „unsichtbaren Kino“.  Man sieht sich im Kino!

Linktipps:
http://www.filmmuseum.at  - Webpräsenz des Filmmuseums
http://ilgaleta.alu.hr/  - Offizielle Webseite von Ivan Ladislav Galeta



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