F: Gibt es zur Zeit Projekte, die Sie in Europa realisieren möchten?
Nicht im Moment. Ich plane gerade einen neuen Film mit Martin Scorsese, allerdings kein zweiter Teil von GOODFELLAS. 

F: In WHAT JUST HAPPENED wird sehr deutlich der Einfluss, den Produzenten oder Studios auf die kreative Arbeit eines Regisseurs nehmen, thematisiert. Wie stehen Sie als Produzent zu dieser Einflussnahme?
Regisseure müssen einfach verstehen, dass – sofern sie ihre Filme nicht komplett selbst finanzieren – gewisse kommerzielle Interessen von Produzentenseite im Raum stehen. Allerdings ist es wichtig, dass sie sich in diesen Prozess einbringen und auch mitbestimmen können. Das ist sowohl bei Studiofilmen als auch bei Independent Filmen so. Als ich Regie führte, brauchte ich diesen Input aber auch von allen möglichen Stellen.

F: Sehen Sie den Streik in Hollywood auch als Resultat dieser Einflussnahme von Produzenten?
Ich denke, dass gerade jetzt der Streik keine gute Idee ist. Die Wirtschaftssituation ist ohnehin sehr schwach derzeit. Probleme sollten auf längere Sicht behoben werden.

F: Sie haben schon sehr viele Jahre im Filmgeschaeft überlebt – was ist Ihr Geheimnis?
Nun, ich versuche immer smart zu sein und bin glücklich mit dem, was ich erreicht habe.

F: Wie wichtig sind Ihnen Filmfestivals generell und was gefällt Ihnen an Karlovy Vary?
Ich mag Filmfestivals, weil sie Menschen zusammenbringen, die ein besonders starkes Interesse am Kino zeigen. Ich war zum ersten Mal Ende der 80er Jahre hier und habe diesmal auch meine Kinder mitgebracht. Sie sollen die Kultur dieses Landes kennen lernen.

F: Was zeichnet die Chemie zwischen Ihnen und Martin Scorsese aus? Warum arbeiten Sie so gerne miteinander?
Wir haben einfach eine tolle Freundschaft aufgebaut und es macht immer noch sehr viel Spass, gemeinsam mit ihm zu arbeiten.

F: In WHAT JUST HAPPENED spielen Filmpreviews eine besonders große Rolle und vor allem, wie die Reaktionen des Publikums ausfallen. Gehen Sie selbst auch in solche Previews und was sind Ihre Erfahrungen?
Als Schauspieler ist es eigentlich ganz leicht, hinzugehen. Aber wenn ich als Produzent oder Regisseur auftrete, fällt es mir immer etwas schwer. Man muss sehr vorsichtig sein und darf die Reaktionen des Publikums nicht zu persönlich nehmen. Mein Charakter im Film ist da viel ängstlicher als ich es bin. Er macht sich schnell sehr viele Sorgen und nimmt sich Kritik zu sehr ans Herz.

F: Wie war die Arbeit mit Bruce Willis?
Bruce war super und sehr kooperativ. Er wollte von Anfang an bei diesem Projekt dabei sein und hat auch sehr viel Humor und Selbstironie bewiesen.

F: Viele junge Schauspieler nennen Sie als Vorbild. Welche Schauspieler waren das für Sie?
Ganz einfach: Marlon Brando, Montgomery Cliff und James Dean.

F: Auch WHAT JUST HAPPENED wurde nach der Premiere auf dem Sundance Filmfestival für das Filmfestival in Cannes umgeschnitten. Warum?
Barry Levinson und ich haben den Film mehr als Work in Progress gesehen. Er war für uns zum Zeitpunkt der Premiere auf dem Sundance Festival noch nicht hundertprozentig fertig, es gab zum Beispiel mehrere Möglichkeiten, den Film enden zu lassen. Wir wollten noch etwas daran arbeiten und die beste Loesung finden.

F: Haben Stars zu viel oder zu wenig Macht in Hollywood?
Stars haben sehr viel Macht, aber man sollte dabei auch nie das Team und den Regisseur eines Films vergessen. Denn letztendlich sind deren Entscheidungen schwerwiegender. Man kann also sehr viel künstlerische Integrität besitzen und dennoch bringt sie einem nichts, weil Film im Endeffekt ein Gemeinschaftsprojekt ist. Da muss man Starallüren einfach aussen vor lassen.

F: Wie sind Sie selbst als Regisseur?
Ich gebe meinen Schauspielern sehr viele Freiheiten. Denn üblicherweise lösen sich bereits 90 % aller Probleme beim Casting. Als ich A BRONX TALE drehte, habe ich nicht mit Schauspielern gearbeitet, sondern mit Kindern aus der Gegend, die mit dem Umfeld und der Situation vertraut waren. Und hätte ich für THE GOOD SHEPHERD nicht die richtigen Leute gekriegt, von denen ich bereits im Vorfeld wusste, dass ich mit ihnen gut zusammenarbeiten könnte, so hätte ich den Film niemals gemacht.

F: In den letzten zehn Jahren hat man Sie überwiegend in Comedys gesehen. Was eigentlich besonders schwierig ist, sieht bei Ihnen immer so einfach aus. Wie stellen Sie das an?
Comedy ist vor allem dann schwer, wenn der Regisseur andere Vorstellungen von dem hat, was Comedy ist oder sein sollte. Es wird erst lustig, wenn sich Regisseur und Schauspieler auf diesem Gebiet verstehen und ergänzen. Wenn man jedoch Vorgaben auferlegt bekommt, die einem nicht behagen, so ist es immer schwer, lustig zu wirken.

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