WarumMaennerNicht_poster_1.jpgIn Zusammenarbeit mit Constantin Film präsentieren wir Euch Interviews mit dem Team von Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken. Der Film handelt von den kleinen, aber feinen Unterschieden zwischen den Geschlechtern, die uns das Leben oft unnötig schwer machen. Anhand eines Beispiels will uns der Film zeigen wie sich diese Unterschiede auf unser Leben auswirken können. Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken kommt am 14.12.2007 in unsere Kinos. (Zum Film)


Diese Interviews wurden uns von Constantin Film zur Verfügung gestellt:

BENNO FÜRMANN (Jan)

Was hat Ihnen an WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN besonders gefallen?

Mir gefiel, dass das Drehbuch so absurd und ironisch ist und das Leander Haußmann, der ja sowieso ein kreatives Bollwerk ist, die Geschichte ebenso ironisch umsetzen würde. Wir spielen in dem Film mit vielen Klischees über Männer und Frauen, und wenn man das nicht richtig anfasst, können solche Klischees nur schwer erträglich werden. Aber wir haben stets nach der Lücke gesucht, mit der wir diese Klischees ad absurdum führen können und in denen letztlich der Witz über diese Klischees steckt. 


Wie sehen Sie Ihre Figur Jan?

Naja, Jan ist schon ein klassischer Vertreter der modernen Spezies Mann. Er liebt Fußball, er steht auf coole Autos und natürlich auf Frauen, aber er hat auch seine feinfühlige, sensible Seite. Für mich verkörpert er die typisch männliche Vermischung von Paranoia, Testosteron und Durchsichtigkeit.


Und welche Art von Frau ist Katrin?

Wenn Sie das raus gefunden haben, dann sagen Sie es mir bitte. Ich hab nämlich keine Ahnung. (grinst) Nein, Katrin ist eine wunderschöne, sinnliche, charmante Frau... sehr intelligent und souverän. Damit muss Jan erstmal klarkommen, und das versucht er mit seinen typisch männlichen Mitteln. Und weil er im Verlauf der Geschichte sozusagen bei sich selbst ankommt, findet er auch zu Katrin, und so lüftet sich langsam für ihn der geheimnisvolle Schleier, der über dieser Frau liegt. 


Wie haben Sie sich im Kostüm des Neandertalers gefühlt?

Erstmal bedeutete das Spielen eines Neandertalers für uns Schauspieler eine verdammt lange Zeit in der Maske. Zwei Stunden oder länger haben wir Make-up- und Kunststoffteile aufs Gesicht gepackt bekommen und klebriges Fell von Tieren, von denen ich nicht mal die Namen kannte. Aber es macht schon Spaß, wenn man danach in den Spiegel schaut und es blickt einem eine Urfratze entgegen.


Bei einer bestimmten Szene trugen Sie allerdings gar kein Kostüm...

Wenn im Drehbuch auf 20 Seiten ein nackter Hintern erwähnt wird, ahnt man als Schauspieler so ganz latent, was auf einen zukommt. Dann heißt es: Hosen runter! Kann ja auch befreiend sein. Es ist natürlich was anderes, ob man bekleidet und eisleckenderweise über den Ku'damm schlendert oder nur mit einer geblümten Schürze bekleidet von Rockern verfolgt um sein Leben rennt - das ist absurd, aber so fühlt sich unser Held Jan ja zumindest.


Hand aufs Herz: Können Sie besser zuhören oder besser einparken?

Hmmm. Also, ich glaube, ich weiß, wie man den Mund hält. Einparken kann ich auch - ich würde sagen, ich kann beim Autofahren irre gut zuhören!


JESSICA SCHWARZ (Katrin)


Ist WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN ein Lehrfilm?

Zumindest finden sich darin gewisse Ansätze eines klassischen Lehrfilms wieder: Wenn man vom Erzähler beispielsweise erklärt bekommt, was der Hypothalamus ist. Das ist einer der Momente, in denen psychologisch etwas passiert und in denen der Lehrgedanke in den Vordergrund tritt. Ich habe bei der Arbeit an dem Film selbst viel gelernt - dass die Nase juckt wenn man lügt, zum Beispiel.


Wie lässt sich Ihre Figur Katrin kurz beschreiben?

Katrin ist eine Frau, die fest im Berufsleben steht, die klar und deutlich zu sagen versteht, dass ihr die Karriere wichtig ist. Aber sie ist auch in der Lage, tief zu fühlen. Ihre Beziehung ist ebenso wichtig für sie, auch wenn sie manchmal darüber nicht so richtig sprechen kann. Katrin liebt Jan, aber er ist noch ein Kindskopf, der gerade erwachsen wird und noch nicht so richtig weiß, was er will. Als sie Jonathan Armbruster kennenlernt, sagt sie sich darum: Bei dem hätte ich es doch eigentlich viel besser. Sie will in einer Beziehung reifen, und diese Perspektive bietet ihr Jan ihrer Meinung nach nicht.


Was genau fasziniert Katrin denn an Armbruster?

In erster Linie natürlich, dass er so ein welterfahrener Mann ist. Darum wird er von vielen Frauen leidenschaftlich verehrt. Er hat einen Eisbären mit einem Messer erlegt, er hat mit Krokodilen gekämpft, er hat die ganze Welt bereist. Aber dennoch ist er sensibel und ein bisschen esoterisch. Im Grunde hat Armbruster etwas Verwegenes. Er ist in ihren Augen eine Art Indiana Jones.


Wie ist Leander Haußmann als Regisseur?

Er ist einfach toll. Zum einen ist er ein großartiger Mensch. Dann hat er selbst lange und oft genug geschauspielert, dass er weiß, wann er uns Schauspielern helfen und wann er uns einfach laufen lassen muss. Und er legt sich immer hundertprozentig hinein in das, was er tut. Egal, ob morgens um 10 oder nachts um vier Uhr: Wenn er sagt: „Hmmm... da fehlt noch was", dann macht er seine kleine mentale Schatulle auf und kommt mit einer neuen, wunderbaren Idee. Diese Schatulle hat uns viele Dinge beschert, und als Schauspieler wird man ständig davon beflügelt, weil man sich ebenso anstrengt wie Leander. Das ist, als würde man ständig Vollgas geben.


Wie war es, die katastrophalen Einpark-Versuche von Katrin zu drehen?

Ich bin eine leidenschaftliche Autofahrerin und - glauben Sie's oder nicht - ich parke unglaublich gern ein. Aber ich verfüge auch über ein gewisses Maß an Selbstironie, darum fand ich es sehr witzig, so tun zu müssen, als könne ich gar nicht Auto fahren. Besonders, als wir diesen unglaublichen Stunt gedreht haben, bei dem Katrin in einer 180-Grad-Drehung über den Ku'damm schliddert. Aber letztlich bin ich doch sehr froh, zu den 34 Prozent jener Frauen zu gehören, die tatsächlich einparken können.


Warum darf man WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN auf keinen Fall verpassen?

Weil wir alle Männer und Frauen sind. Und dank dieses Films werden wir alles über das schwierige Verhältnis der Geschlechter verstehen und können sogar darüber lachen! Und vielleicht werden wir danach versuchen, unsere Beziehungen mit ein bisschen mehr Humor zu nehmen und ein bisschen ehrlicher da ranzugehen.


MATTHIAS MATSCHKE (Rüdiger)


Was hat Ihnen am Drehbuch von WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN am besten gefallen?

Ich mochte die Konstellation dieser vier Menschen, die sich aneinander reiben. Und dass der fünfte, also Jonathan Armbruster, als eine Art Gegenspieler alle anderen in Rotation versetzt. Es hat mir sehr gefallen, dass man sozusagen die ganze Menschheit, alle Männchen und Weibchen, mit vier Figuren präsentieren kann - plus eins. 


Beschreiben Sie doch mal bitte, wie Ihre Figur „Rüdiger" seine „Melanie" kennenlernt...

Rüdiger wohnt mit Jan zusammen und lernt Melanie kennen, als sie eigentlich ein Date mit seinem Mitbewohner hat. Im Grunde ist das die typische Boy-meets-Girl-Situation, nur zugespitzt durch die Tatsache, dass das Girl eigentlich auf einen anderen Boy wartet. Ich ergreife die Initiative, wir sehen uns an, und dann ist es auch schon um uns geschehen.


Wie sieht die Beziehung zwischen Rüdiger und Melanie aus?

Ihre Beziehung basiert darauf, dass sie sich gesehen und gleich gewusst haben, dass sie für einander bestimmt sind. Diese Gewissheit mag Schuld daran sein, dass sich das im Lauf der Zeit etwas relativiert und ihre Beziehung etwas verflacht... auch in körperlicher Hinsicht. Die beiden versuchen, damit unterschiedlich umzugehen, sprechen aber nicht miteinander über ihre Probleme.


Und dann lernt er im Internet Tanja kennen?

Rüdiger gehört zu den Männern, die davon überzeugt sind, dass man Sex und Liebe trennen kann. Jedenfalls behauptet er das Jan gegenüber, und darum nutzt er die Gelegenheit und sucht sich im Internet erotische Eskapaden. Und dann lernt er im Chat Tanja kennen und hat mit ihr ein heißes Techtelmechtel, bei dem er das kompensieren will, was er mit Melanie nicht haben zu können glaubt. Allerdings rechnet er nicht mit dem, sagen wir mal: Kollateralschaden.  


Was halten Sie persönlich von Chats und Singlebörsen im Internet?

Ich finde das extrem unsinnlich. Ich habe auch noch nie gechattet, das kommt mir so vor, als würde man einfach in einen Wald hinein rufen. Außerdem glaube ich, dass da die fleischlichen Interessen im Vordergrund stehen. Aber offensichtlich ist das heutzutage ja eine ganz normale Art, Menschen kennen zu lernen. Und wenn ich an die altmodische Variante eines Chats oder einer Internet-Single-Plattform denke - also die Heiratsanzeige... da haben sich ja schon etliche glückliche Ehen entwickelt.


ANNIKA KUHL (Melanie)


Was hat Ihnen besonders an der Geschichte von WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN gefallen?

Dass sie so charmant erzählt wird - im Stil eines klassischen Lehrfilms. Und trotzdem ist die Geschichte sehr emotional. Auch wenn die Witze und die Komik eine zentrale Rolle spielen, bleibt der Film im Grunde eine emotionale Liebesgeschichte. Emotionalität ist eben das Wichtigste, wenn es um Menschen, um Beziehungen und um die Liebe geht. 


Welche Entwicklung macht Ihre Figur „Melanie" im Film durch?

Melanie ist auf den ersten Blick etwas - sagen wir - einfacher gestrickt. Sie ist ein bisschen naiv. Aber im Verlauf der Handlung löst sich das auf, und sie lässt davon ab, so überdreht zu sein und immer einen Tick zu viel zu machen. Sie wird bodenständiger und ist nicht mehr so abgedreht wie am Anfang. Dieses verdrehte Denken, das Übertriebene von Melanie hat mich auch an der Rolle gereizt... Sie ist so merkwürdig, und das fand ich wirklich komisch. Ich glaube, das Kernproblem von Melanie ist, dass sie so harmoniesüchtig ist und am liebsten allen Problemen aus dem Weg gehen würde. Sie und Rüdiger versuchen, das Ideal einer guten Beziehung zu erfüllen, und daran drohen sie zu scheitern.


Wie unterscheidet sich das Pärchen Melanie und Rüdiger von Katrin und Jan?

In meinen Augen sind Katrin und Jan authentischer. Die beiden versuchen wirklich noch, in ihrer Beziehung sie selbst zu bleiben, darum knallen sie auch so aneinander, darum ist ihre Beziehung am Anfang so holprig. Aber je besser sie sich kennenlernen, desto besser funktioniert es zwischen ihnen. 


Katrin und Melanie proben in einer Szene den vorgetäuschten Orgasmus...

Das beginnt mit einem typischen Gespräch unter Frauen: Melanie wird beim Sex nicht mehr richtig befriedigt, und Katrin demonstriert ihr, wie man wieder ein bisschen Pepp ins Bett bringen kann - auch mit einem vorgespielten Orgasmus. Melanie ist da etwas verkrampft, weil sie das nicht so gut kann wie Katrin, und die beiden üben dann im Museum ein bisschen. Jessica Schwarz und ich haben die Szene rund zehn Mal gespielt, und das war schon anstrengend, immer dieses Stöhnen die ganze Zeit. Jessica wurde dabei richtig schwindelig.


Ganz anderes Thema: Wie gut können Sie einparken?

Ich kann nicht einparken. Überhaupt nicht. (grinst) Ich kann auch ganz schlecht Auto fahren. Ich hab über 50 Fahrstunden gehabt und dann nur ganz knapp bestanden. Aber ich kann gut zuhören. Insofern trifft das Klischee des Filmtitels hervorragend auf mich zu.



UWE OCHSENKNECHT (Jonathan Armbruster)


Wie war es für Sie, die erotische Phantasie von Jessica Schwarz zu spielen?

Dafür kann man mich nicht verantwortlich machen - es ist ja schließlich ihre Phantasie. (grinst) Aber was die Rolle betrifft, war es nicht risikolos, so einen Typen wie Jonathan Armbruster zu spielen. Ein Blick zu viel, eine Bewegung zu viel, zu extremer Dialekt und es kann in Alberei ausarten. Aber genau das macht eben den Reiz aus: die richtige Balance auszutüfteln. Und mit Leander Haußmann als Regisseur klappte das ganz hervorragend.


Was für ein Mensch ist Ihre Figur „Jonathan Armbruster"?

Er ist ein Typ, der um die ganze Welt gereist ist, mit Indianerstämmen im Dschungel gelebt hat und Bücher darüber schreibt. Er ist sehr weltmännisch und souverän - ein Mann, den nichts so schnell aus dem Sattel heben kann. Und er ist ein Frauenversteher. Das ist es, was Katrin letztlich an ihm anziehend findet. Wenn darin eine gewisse Romantik wohnt, wenn er von der Wildnis und den Wipfeln der riesigen Urwaldbäume schwärmt...das spricht eine Frau ja auch an. 


In welcher Beziehung steht Jonathan zu Katrin?

Er ist in sie verknallt - was ja auch kein Wunder ist, sie ist ja durchaus hübsch anzusehen, hat Humor, ist gebildet, kämpferisch und hat eine nette Ausstrahlung. Sie ist ganz Frau und ein wenig unnahbar... und diese Distanz, diese Kühle ist spannend für Jonathan. Katrin bringen seine Avancen etwas durcheinander, sie schwebt sozusagen zwischen Himmel und Hölle. Und Jonathan spürt, dass es da eine Lücke in ihrem Herzen gibt, die sich für ihn öffnet.


Wie gefallen Sie sich mit langen Haaren?

Hammergeil. Da muss ich den Maskenbildnern noch mal ein großes Lob aussprechen. Ich finde die Perücke steht mir super und sieht total echt aus. Man muss sich mal klarmachen, dass jedes einzelne Haar mit der Hand geknüpft wurde. Eine irre Arbeit. Ich habe immer wieder überlegt, ob ich die Perücke nicht abkaufen und dann öfter mal tragen soll. Ist ja schon ein bisschen her, dass mir die Haare ins Gesicht gefallen sind.


WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN basiert auf einem Ratgeber. Was kann man aus solchen Büchern lernen?

Ich hatte vor dem Film schon ähnliche Bücher gelesen, auch „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus" und wie sie alle heißen. Ich finde es interessant, die Beziehung zwischen Männern und Frauen von der wissenschaftlichen Seite zu beleuchten. Mir gefällt, dass man Dinge, die man schon weiß oder zumindest ahnt, noch einmal schwarz auf weiß erklärt bekommt. Außerdem ist es immer interessant, bestimmte Situationen aus anderen Perspektiven zu sehen. Und natürlich kann es sehr hilfreich sein, Tipps zu bekommen, wie man sich verhalten kann, damit gewisse Momente nicht eskalieren: zum Beispiel, dass es manchmal am besten sein kann, wenn MANN auch mal gar nichts sagt, aber dafür zuhört.


HERMAN WEIGEL (Produzent)


Wie verfilmt man ein Sachbuch? Das war sicher die größte Herausforderung bei einem Projekt wie WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN. Wie haben Sie dieses Problem gelöst?

Im Vorfeld gab es etliche unterschiedliche Konzepte, wie man an dieses Projekt herangehen könnte. Leander Haußmann hätte sich auch eine aberwitzige Revue vorstellen können, oder einen Fake-Lehrfilm. Dann war er aber zunächst mit NVA beschäftigt, und zusammen mit den Autoren Rochus Hahn und Alexander Stever habe ich an der Idee gearbeitet, die Basis für den Film durch die Story einer richtigen romantischen Komödie anzulegen.  


Das Prinzip der romantischen Komödie wird allerdings auf höchst originelle Weise immer wieder gebrochen...

In der klassischen Komödie machen Menschen immer wieder völlig widersinnige Sachen: Ein Chef stellt eine Sekretärin ein, die er gar nicht brauchen kann. Warum?? Es ist völlig gaga. Im Film funktioniert das trotzdem. Der Zuschauer weiß, dass Menschen in seltsamen Situationen, vor allem, wenn's ums andere Geschlecht geht, seltsame Dinge tun können. - Wir halten nun mit Hilfe des Buches unsere Story an und erklären, was hier „wirklich" geschieht, was in den Männern und Frauen wirklich vorgeht. Unter der Oberfläche der romantischen Komödie geben wir also - stets augenzwinkernd! - evolutions-psychologische Erläuterungen. 


Erklären Sie uns kurz, was das Besondere bei der Zusammenarbeit mit Leander Haußmann ist?

Er kann zaubern! Ehrlich. - Sehen Sie, es gibt unterschiedliche Arten des Filmemachens. Die von erfolgreichen (vor allem Komödien-) Regisseuren in der Regel gewählte, ist die, dass der Film, wenn das Drehbuch abgeschlossen ist und die Dreharbeiten beginnen, schon bis ins Details ausgearbeitet ist. Das ist bei Haußmann nicht anders. Der Unterschied ist nur, dass er dann was ganz anderes macht. Normalerweise wäre das der sichere Weg ins Desaster. Bei ihm nicht, bei ihm wird's meistens überraschender. Er kann eben zaubern. - Diese Arbeitsweise kommt natürlich vom Theater. Das Textbuch eines Stückes gibt einem Theaterregisseur ja nicht vor, was am Ende auf der Bühne zu sehen ist. Das entwickelt sich langsam bei den Proben. Und so entwickeln sich bei Leander auch die Figuren bei den Dreharbeiten.


Inwiefern hatte James Last als Komponist Einfluss auf den Film?

Von dem Moment an, als Leander Haußmann sagte: ‚Ich finde, James Last soll die Musik machen', war uns allen schlagartig klar, wie der Groove dieses Films sein würde. James Last war auch gleich Feuer und Flamme: Nachdem wir über das Projekt gesprochen hatten, hat er über Nacht das musikalische Thema komponiert. Leander hat während der Dreharbeiten immer wieder die Musik gespielt. Insofern war James Last ein sehr wichtiger, integraler Teil dieses Films. Und selbst wenn er nicht anwesend war - er war immer dabei.


Es fällt auf, dass WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN ausschließlich von Männern geschrieben, produziert und inszeniert worden ist. Sind Männer selbstironischer?

Nein. Männer sind lustiger. Witzigerweise haben Wissenschaftler auch das evolutionsbiologisch erklärt: Frauen müssen einfach nicht komisch sein, damit sich Männer für sie interessieren. Aber ein Mann, der grandios Witze erzählt, hat die echte Chance, bei Frauen anzukommen. Umgekehrt funktioniert das nicht. Männern ist es egal, ob Frauen lustig sind oder nicht - sie achten auf ganz andere Signale.


Der Film spielt - wie der Titel schon suggeriert - mit vielen Klischees über Männer und Frauen. Welches ist Ihr Lieblings-Klischee?

Das von der Frau, die nicht einparken kann. Weil's absoluter Blödsinn ist. Viele Klischees, die in WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN behandelt werden, schmirgeln sich mit der Zeit ab, weil sie doch nicht so genetisch determiniert sind wie man vielleicht glaubt. Außerdem beherrschen wir doch die Urtriebe, die in uns stecken - das nennt man Zivilisation. - Na gut, ab und zu kommt der Affe in uns natürlich doch zum Vorschein. 


OLIVER BERBEN (Produzent)


Wie kommt man als Produzent auf die Idee, ein Sachbuch zu verfilmen?

Ein Projekt, dessen Titel Millionen Menschen kennen, ist natürlich schon mal eine sehr gute Voraussetzung. Das allein heißt mitnichten, dass uns auch eine Geschichte vorlag. Grundsätzlich kann die Überlegung, einen Film zu machen, auf einer Idee basieren - oder auf einem Setting, aufgrund dessen man diese Idee bekommt. Genau das war hier der Fall: Das Setting waren die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Verhältnis und das Verhalten von Männern und Frauen. Die interessante Komponente war es, dies filmisch darzustellen. 


Die Buchvorlage von WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN führt die Unterschiede zwischen Männern und Frauen größtenteils auf die Rollenverteilung in der Steinzeit zurück...

Es ist ja nicht so, dass sich die Menschen seit der Steinzeit nicht mehr verändert hätten. Vielmehr sind bestimmte Kriterien, die es immer gab, mittlerweile auf den Kopf gestellt worden, und darum wissen wir oft nicht mehr, wie wir uns verhalten sollen. Wir beschäftigen uns doch bis ans Ende unserer Tage mit zwei Fragen: „Wo komme ich her?" Und dann folgt gleich: „Wieso verstehe ich die Frauen nicht?" beziehungsweise „Wieso verstehe ich die Männer nicht?". Das erklären wir mit einem Augenzwinkern. Uns ging es nicht darum, eine wissenschaftlich akkurate Dokumentation zu erschaffen und den Zuschauern zu erläutern, warum das mit den Männern und Frauen auch in 100 Jahren nicht funktionieren wird. Bei Barbara und Allan Pease, den Autoren der Buchvorlage, bin ich mir nicht so sicher, ob die das nicht vielleicht doch so meinten (lacht).


War von Anfang an klar, dass Leander Haußmann der richtige Regisseur für diesen Stoff ist?

Nun ja, nicht zuletzt ist dieser Film auf seinem Mist gewachsen - er hatte sich lange bevor wir uns kannten, schon mit dem Stoff beschäftigt. Seit drei oder vier Jahren habe ich nach einer passenden Möglichkeit gesucht, mit Leander Haußmann zusammenzuarbeiten. Er ist ein Künstler, der einen sehr eigenen Zugang und eine sehr eigene Sicht auf einen Stoff braucht, um sagen zu können: Das mache ich. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es hierbei geklappt hat. Um es ganz klar zu sagen: Dieser Film wäre undenkbar gewesen, wenn Leander Haußmann ihn nicht gemacht hätte. Niemand anders hätte ihn auch nur annähernd in diese Form bringen können.    


Können Sie die fünf Hauptfiguren kurz charakterisieren?

Jan, verkörpert von Benno Fürmann, tritt sehr selbstbewusst, weltmännisch und stark im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht auf und ist durchaus willens, mit mehreren Frauen gleichzeitig auszugehen. Der von Matthias Matschke gespielte Rüdiger ist ruhiger, introvertierter - eher die Sorte Mann, die sich auf eine Frau fixiert und diese Frau für längere Zeit halten will. Was nicht heißt, dass er keine Fehler macht. Auf der weiblichen Seite haben wir zum einen Katrin, gespielt von Jessica Schwarz, eine sehr starke, selbstbewusste junge Frau, die ihren eigenen Weg geht und sich wenig von Anderen sagen lässt. Wenn sie sich allerdings auf einen Mann einlässt, ist sie auch mit ganzem Herzen dabei. Und Annika Kuhl spielt Melanie, eine ganz verrückte, schräge Frau, bei der man nie genau weiß, ob man sie lieb oder Angst vor ihr haben soll.


Inwiefern spielt die Figur von Uwe Ochsenknecht innerhalb dieser Konstellation eine Schlüsselrolle?

In der Mitte dieses emotionalen Wirbelsturms steht Uwe als Jonathan Armbruster - ein gestandener Mann mit sehr viel Lebenserfahrung, der weit gereist ist, bei Eingeborenenstämmen gelebt hat, in der Arktis Eisbären getötet hat... das Abziehbild eines echten Kerls. Er ist das Objekt, das das ansonsten durchaus harmonische Gleichgewicht aus den Fugen bringt.   


Jan, Rüdiger oder Jonathan Armbruster - welcher Typ Mann kommt Ihnen persönlich am Nächsten?

Ich hoffe doch, dass von jedem etwas in mir steckt. Allerdings glaube ich, dass ich eher in die Richtung von Benno Fürmanns Jan tendiere. Für einen Armbruster bin ich zu wenig in der Welt herum gefahren und bei Rüdiger... na ja, ich könnte nicht guten Gewissens sagen, dass ich mich nur auf eine Frau konzentriert habe (lacht). 


Versteht man das andere Geschlecht besser, nachdem man WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN gesehen hat?

Darauf antworte ich gern mit unserem Leitspruch zu diesem Film: Sie haben die Fragen - und wir die Antworten. 


LEANDER HAUßMANN (Regie)


Lesen Sie privat Ratgeber wie WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN?

Nein... ich würde gerne welche schreiben - damit kann man nämlich reich werden (lacht). Aber ich habe der Welt leider keine Ratschläge zu geben. Ich bewundere die Menschen, die das können. Aber immerhin haben wir jetzt einen Liebesfilm gemacht, der nicht nur Fragen stellt, sondern auch ein paar Antworten gibt.    


Erzählen Sie uns kurz von den Anfängen dieses Films?

Für mich persönlich war der Titel ausschlaggebend für die Idee dieses Projekts. Als ich Constantin Film diese Idee vorlegte, war man dort davon sehr angetan und die Rechte an der Vorlage wurden gekauft. Als nach drei Jahren der erste Drehbuchentwurf stand, haben wir relativ schnell gesehen, wo das Problem lag: Wie setzen wir das um? Mit einer Geschichte, mit einer Revue...? Wir mussten irgendwie zum zweiten Mal das Fahrrad neu erfinden.


Das haben Sie mit einer Geschichte im Stil einer klassischen romantischen Komödie gelöst. Was zeichnet in Ihren Augen eine solche Geschichte aus?

Die reine Lust an der Unterhaltung. Diese Art von Filmen hat in Deutschland seit den zwanziger Jahren eine lange Tradition, ist aber Mitte der Siebziger fast ausgestorben. Wichtig bei solchen Geschichten ist die Weglassung von sozialen, politischen und gesellschaftlichen Problematiken. Das ist die Voraussetzung dessen, was man heute noch - oft auch fälschlicherweise - „screwball comedy" nennt: die sportliche Auseinandersetzung von Figuren, die sich Probleme schaffen und verbal, aber auch situativ versuchen, aus diesen Situationen herauszukommen.


Anders als in Ihren früheren Filmen spielen mit Benno Fürmann, Jessica Schwarz oder Uwe Ochsenknecht diesmal große Stars die Hauptrollen. War das ungewohnt für Sie?

Ich bin der Meinung, dass die Filme in Deutschland die Stars sind, nicht die Schauspieler. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass ich immer ein Freund von Entdeckungen war. In diesem Fall hat sich allerdings herausgestellt, dass die Besetzung von Benno Fürmann und Jessica Schwarz dem Film neue Impulse verliehen hat. Angefangen mit der physischen Energie und Begeisterungsfähigkeit von Benno bis hin zum komödiantischen Talent von Jessica. Das Vierergespann - ergänzt mit Matthias Matschke und Annika Kuhl als Pärchen, das irgendwie jeder in der Bekanntschaft hat - ist eine extrem geschickte Besetzung. Und es gibt immer noch schauspielerische Überraschungen: Uwe Ochsenknecht hat man noch nie so gesehen. Er hat die Figur so angenommen, dass man ihn kaum erkennt.   


Welche Funktion haben die Neandertaler-Sequenzen?

Würden wir jetzt über Kunst sprechen, würde ich sagen: die sind purer Dadaismus. Dennoch sind diese Szenen enorm wichtig, denn sie verdeutlichen das Umfeld, in dem der Film spielt: Ohne sie würde man zum Beispiel die Veränderungen durch die Zivilisation oder Jan in seinem Anzug nicht so aufmerksam betrachten. Abgesehen davon mag ich diese Sequenzen sehr - auch den Kontrast zwischen dem eleganten Interieur des Films und dem pappigen Look der Urzeit-Szenen. Die Dreharbeiten dafür waren für mich eine große Freude. Übrigens kommen diese Szenen mit relativ wenigen Spezialeffekten aus. Damit halte ich es wie Quentin Tarantino: Alles, was ich selber machen kann, mache ich auch selber.


Was hat man über Männer und Frauen gelernt, wenn man WARUM MÄNNER NICHT ZUHÖREN UND FRAUEN SCHLECHT EINPARKEN gesehen hat?

Es gibt eine schöne kleine Geste am Ende, die den Film eigentlich zusammenfasst: einen kleinen Boxkampf. Liebe heißt Kampf und eine Beziehung führen heißt kämpfen. Oder wie Annett Louisan im Film singt: „Das mit dir und mir, das sieht verdammt nach Arbeit aus." Aber diese Arbeit, dieser Kampf kann auch Spaß machen - man muss nur nicht alles so verbissen sehen. Wenn die Zuschauer diese Art Versöhnlichkeit mit nach Hause nehmen, bin ich glücklich und zufrieden.

Quelle: Constantin Film

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