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HAI-ALARM AM MÜGGELSEE – Interview mit den Regisseuren Leander Haußmann und Sven Regener

Kathi Hinterheller im Gespräch mit Leander Haußmann und Sven Regener über ihren aktuellen Film HAI-ALARM AM MÜGGELSEE.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Hai in ein Süßwassergewässer zu bringen?

Haußmann: Die Antwort steckt schon in der Frage drin: Das verspricht einfach Spaß. Ein Hai in einem Binnengewässer, in einem kleinen Städtchen namens Friedrichshagen bei Berlin und dort die Bürger in... nicht in Aufregung versetzt, aber in Unruhe und sie zum Handeln zwingt. Das sind eigentlich die Kredenzen für lustige Situationen.

Regener: Hai-Alarm in Deutschland, deutsches Binnengewässer – also alles völlig überreguliert. Ausführungsvorschriften, überall Formulare, Gesetze, Durchführungsbestimmungen, Evakuierungspläne, Arbeitskreise – sozusagen, alles wird gleich „niederverbürokratisiert“, das ist natürlich auch das lustige daran. So ein archaisches Moment wie der Hai, der ist ja nicht vorgesehen, aber komischer Weise eben doch. Es gibt die Möglichkeiten ihn durch Evakuierung zu bekämpfen und die werden alle ausgeschöpft- auch Verdrängungsmechanismen. Das ist die einzige genuine, dem Film zugrunde liegende Idee. Vor allem auch das Schöne, das man sich gleich denken kann, dass die Leute sagen „HÄ? HAI IM MÜGGELSEE- GEHT DOCH GAR NICHT!“ und das macht den Titel Hai-Alarm am Müggelsee so lustig.

Viele Menschen haben ja bestimmt die Urangst, dass es auch in Süßwassergewässern Seeungeheuer oder eben Haie geben könnte. Glaubt ihr euer Film beeinflusst die diesjährige Badesaison an den Seen?

Haußmann: Na, ich hoffe. Das wäre natürlich ein Traum. Wenn die Leute nicht mehr ins Wasser gehen, aber positiv. Das wäre toll. (lacht)

Regener: Wir hatten komischerweise in der Zeit, als wir das so im Kopf hatten – da gabs immer wieder so Nachrichten über so Marmorkarpfen, so Bisse. Also am Stößensee in Spandau ist jemand geschwommen und dann ist er gebissen worden. Und dann wurde spekuliert, ist es ein Wels, so ein Riesenwaller oder war es ein Marmorkarpfen. Und gibt’s die überhaupt so groß im Stößensee, „blablablabla“ und das ging die ganze Zeit. Da merkt man wie interessant das für die Leute auch ist.

Haußmann: Das Krokodil im Starnbergersee. Ich seh noch das Bild von diesen „Senfmännchenpolizisten“ – die Bayern haben ja noch die Senfmännchen. Überall tragen die schon schwarz, aber in Bayern sinds noch die Senfmännchen. Und Senfmännchen in einem Boot, die ein Krokodil suchen ist per se komisch. Und wenn sie dann noch nachts suchen, weil ihnen ein Zoologe gesagt hat, man muss die Krokodile nachts suchen, weil die Augen im Schein der Taschenlampen leuchten werden - da fliegt sozusagen die Tarnung des Krokodils auf - das ist doch lustig. Und das wiederum übersetzt auf einen kleinen Fisch, der Kindern angedreht wird, mit der Begründung der wächst nicht mehr. Was er aber dann doch tut und zwar so, dass er zu groß für die Badewanne wird und der Vater sagt, man muss sich aber auch mal um sein Haustier kümmern, das bringt ja auch Verantwortung. Und dann im See aussetzen und sich dann auswächst zu einem großen Tier. Und dann nicht nur die Kommunalpolitik durcheinanderwirbelt, eine neue Chance für Friedrichshagen eröffnet, die Friedrichshagener zu Weltbürgern macht – NEIN, auch noch Kindheitstraumata bloßlegt und den Hai-Jäger Snake Müller, dargestellt von Uwe Dag Berlin, der sich ja eigentlich zur Ruhe setzten und seinem Hobby dem Surfpaddeln frönen wollte und nun doch wieder tätig sein muss. DAS sind die Dinge, um die es in dem Film geht und mit denen wir versuchen den Menschen Freude nach Hause und in die Open-Air-Kinos zu bringen.

Der Hai Jäger im Film heißt SNAKE Müller...

Haußmann: Snake Müller, ist ja schon mal ein total lustiger Name.

...war der Hai von Anfang an das „Alarm-Tier“?

Haußmann: Ja, klar. Zu allererst war der Titel da - sollte man immer so machen. Und dann kam der Inhalt, der Film. Und dann hat sich langsam herausgestellt, dass es eben kein Film über den Hai und den Kampf mit ihm im Wasser, mit dem großen Helden im Showdown wird. Sondern, dass es eben darum geht, wie ganz normale, unbescholtene Bürger mit diesem Umstand umgehen. Und vor allem in Berlin, wo man ja den Alarm so liebt. Wo das Wort Alarm ja schon umgangssprachlich verwendet wird - wo alles schon Alarm ist. Wo man das Wort dann kreiert und wie man sich an dem, was an dem Wort dranhängt, auch wieder langweilen kann. Und dann will man ihn wieder loswerden. So in der Art wie: „Die Geister, die ich rief“- werde ich nicht mehr los. Und dann geht es auch letzten Endes darum, wie man den Alarm wieder loswird, nicht mehr den Hai.

Der Hai erscheint als kleines Baby und viele erwarten dann wahrscheinlich, dass man den Hai später im See schwimmen sieht, mit der typischen Flosse – wie im „Weißen Hai“. Warum wird der Hai im Film nicht (so) gezeigt?

Regener: Genau deshalb, das ist ja beim „Weißen Hai“ schon so. Es ist ja kein Remake vom „Weißen Hai“ – wer will denn so eine blöde Flosse sehen. Klar, kann man so eine Flosse zeigen, da ist nichts dagegen zu sagen. Es ist keine Schande einen Fischfilm zu machen. Wir wollten nicht so sehr einen Fischhorrorfilm machen, wir wollten einen Menschenhorrorfilm machen. Einen lustigen Menschenhorror, also, wo es nicht darum geht, was der Fisch dem Menschen antut, sondern was der Mensch dem Menschen antut.

Haußmann: Das ist aber sehr interessant, dass du natürlich sagst, die Menschen ERWARTEN natürlich. Das ist glaube ich das große Problem. Dass man immer versucht herauszufinden, vor allem wenn viel Geld im Spiel ist, was ja auch bei Filmen der Fall ist, was erwarten die Leute und wie können wir diese Erwartungen erfüllen. Und das ist eigentlich ein ganz, ganz, ganz langweiliger Ansatz dieser Kunst: Wie können wir die Erwartungen der Leute erfüllen, dass wir so viele Erwartungen erfüllen, dass wir sozusagen so vielen Erwartungen dienstbar sind, dass wir genügend Menschen ins Kino kriegen und damit genügend Geld verdienen und so weiter. Und von dieser Art Strategie haben wir uns nicht nur verabschiedet, sondern die hatten wir ja nie im Sinn.

Der Hai wird dann mit Bier verscheucht, bekämpft...

Haußmann: Der amtliche Ausdruck ist vergrämt.

Regener: Das ist so ein tolles Wort, dass da Gram und Kummer mit drinsteckt. Wie diese Vogelvergrämer an den Flughäfen. Da gibt es Spezialisten, die nur dafür da sind, dafür zu sorgen, dass auf keinen Fall Vögel bei der Start- oder Landebahn in die Triebwerke kommen. Die nennen das Vögelvergrämer.

... wie seid ihr auf die Idee gekommen, das mit Bier zu machen im Film? Es ist ja doch eher „unkonventionell“.

Regener: Das hat sich alles von selber eigentlich ergeben. Wir haben dort diese große Brauerei, die Bürgerbräu Brauerei, die ist mittlerweile leider stillgelegt - aber sie steht da eben halt direkt am Ufer von der Schnittstelle zwischen Müggelspree und Müggelsee. Und die sieht von weitem immer aus, wie aus so einem Batman-Film oder so. Da könnte jederzeit der Joker oben draufstehen. So eine Art „Industriegotik“ hat das auch, mit den hochstrebenden Fenstern und so weiter. Ein sehr eindrucksvolles Ding und dann war einfach klar, irgendwas muss ja passieren und außerdem sind wir in Deutschland, da spielt Bier eine exorbitante Rolle. Das gibt natürlich nichts naheliegenderes als irgendwas mit Bier zu machen – egal was.

Haußmann: Bier spielt ja auch eine große Rolle in deutschsprachigen Gebieten. Und irgendwie war das klar, dass man mit des Deutschen liebsten Getränk auch irgendwas anstellen muss. Was mir aber auch immer besonders gefallen hat: wenn man eine komplexe Idee hat, dann sollte man sie auch ausführen und vor allem die darauffolgenden Erklärungen. Das heißt also umso unmöglicher es ist, umso logischer muss man versuchen es zu erklären. Und deswegen hat der Film ja wahnsinnig viele Erklärszenen. Das ist ja oft so bei Geschichtenerzählern, Dramatikern oder eben Filmemachern, die müssen sich immer überlegen, was machen wir eigentlich, damit der Zuschauer versteht, wie das alles zustande gekommen ist. Und dann werden so wahnsinnig schlaue Szenen gebaut, Handlungsszenen sozusagen. Und wir machen einen Film voller Erklärszenen, ob das nun das Bier betrifft, durch den Fischforscher von der Humboldt Universität oder letzten Endes die total sinnlose Erklärung, wie der Hai überhaupt in den See, ja überhaupt nach Friedrichshagen kam, der Zierhai. Das ist dann schon auch eine Persiflage auf all die Erklärfilme.

Regener: Dann gibt es auch noch subtile Querverweise, die sich aber eher auch von selbst ergeben haben: Der Hai-Jäger ist aus Hawaii zugewandert, aber offensichtlich auch irgendwann mal ausgewandert nach Hawaii. Er steht nackt, mit der nackten Vera Baum im Wasser und gießt diese Bier um sich herum, das ist ein alter hawaiianischer Brauch: Bier- das hält die Haie fern. Und dann gibt’s aber auch noch das Ding: es gibt kein Bier auf Hawaii. Und das alleine schon hat mir gefallen: Hawaii – Bier – Hai vertreiben – Hawaii - Hai - Bier, auch sprachlich.

Haußmann: Wenn man das Wort „Durst“ in dem Lied mit „Hai“ ersetzt, mit dem „Hulahulahula geht der Hai nicht weg“, statt „...geht der Durst nicht weg“ – dann kriegt das alles einen tieferen Sinn.

Regener: Das ist das schöne hier. Letztendlich als wir anfingen zu schreiben, merkten wir, dass es sich fast von alleine schreibt, weil es so viele Konnotationen gibt. Die man übrigens gar nicht wahrnehmen muss, die man unterbewusst eben doch merkt. Das ist das Tolle an uns, wir haben das meiste auch nicht begriffen. Darum kann man den Film auch mehrmals gucken - ich kann das sagen, da ich ihn ja nun weiß Gott sehr oft gesehen hab - und immer noch was entdecken. Selbst wir, die wir ihn gemacht haben, dass wir da Dinge gemacht haben, die wir teilweise gar nicht beabsichtig haben, die aber plötzlich doch nochmal ein ganz anderes Licht auf die Sache werfen. Ganz komisch.

Doch, das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man bei einem solchen Film mit jedem Mal schauen, immer wieder neue Sache entdeckt...

Regener: So ein Kunstwerk bekommt so ein Eigenleben, weißte? Das fängt an, so aus sich selbst heraus, sozusagen aus Knospung selbst fortzupflanzen, seine eigenen seltsamen Sinnebenen zu finden, wo man gar keinen Sinn haben wollte.

Ihr meintet ja, ihr hättet den „Prototyp des Alarmfilms“ gedreht...

Regener: ... ja das haben wir so gesagt, weil wir einfach keine Lust mehr hatten auf dieses Ding: „was ist denn das jetzt?“. Die Liebe zur Charakterisierung ist ja gerade in der Kulturindustrie besonders stark, vor allem im Filmbereich und gerade bei den Cineasten, das sind ja unglaubliche Setzkastenfreaks, die alles was sie sehen in so kleine Kästchen tun wollen. Und da haben wir gesagt, da gehen wir einfach frisch und frech voran und hauen ihnen einfach das Genre des Alarm-Films vor die Füße, dann hat sich das. Weil wir hatten eigentlich keine Lust über so was wie Komödie zu diskutieren. Das ist so langweilig besetzt, mit so einem langweiligen, spießigen, schematischen und mechanistischen Vorstellungen von Dramaturgie und so. Da hat meine einfach keine Lust mehr zu. Wir haben einen Klamaukfilm gemacht, einen Alarmfilm. Es ist halt ein Katastrophenfilm mit anderen Mitteln, so ist es.

Glaubt ihr, ihr werdet in Zukunft viele Nachahmer haben?

Haußmann: Nachahmen kann man es ja nicht. Aber wenn es mehr Künstler gibt, die sich auf sich zurückbesinnen, die nicht immer Ausflüchte- sind ja auch Geld oft oder ,dass jemand eigentlich unterstützt und nicht fördert- also wenn man da wieder mehr Unabhängigkeit in die Szene bringt und die Öffentlichkeit auch wieder ein bisschen sensibilisiert für diese Art von „Rock ́n ́Roll“ sag ich mal, dann wär da schon viel damit getan. Aber Nachahmer... weißte wir sind vom Theater, in den 80er Jahren haben wir angefangen, oder auch weitergeführt, dass Theater Rock ‘n Roll ist und auch Spaß sein kann und Spektakel und alles Mögliche. Kino eben auch. Und jetzt gibt es sehr, sehr viele Nachahmer. Die machen es einfach so. Es ist alles wahnsinnig unübersichtlich. Es wird immer alles nachgeahmt, aber es verliert eben auch Authentizität, Eigenständigkeit und man überlegt eigentlich immer nur noch wie kann man auffallen. Dann bringt man halt Laien auf die Bühne, keine Ahnung. Aber im Film sind wir auch in einer Zeit des Umbruchs. Was die Übertragungsmedien betrifft sowieso. Was das Zuschauerverhalten betrifft absolut. Und wenn sich die Künstler da nicht ein bisschen zusammenreißen, dann werden sie zum Spielball der Elemente, sag ich immer. Auf jeden Fall: weltweit pendelt sich das eh immer ein, dann kommen neue Leute. Aber hier ist große Nervosität in allen Medien...

Regener: ...in Deutschland. Wie ich die Kulturindustrie kenne, das ist ja eine, die immer in der Vergangenheit lebt. Man kann sie kaum mit etwas begeistern, das sie noch nicht kennen: Das muss in der Vergangenheit schon mal funktioniert haben. Wären wir mit 500 Kopien rausgegangen in Deutschland und hätten jetzt schon 500.000 Zuschauer, dann würde man davon ausgehen, dass schon in fünf, sechs, sieben Entwicklungsbüros der Filmproduktionsfirmen versucht wurde, auch so was zu machen. Aber so ist es ja nicht. Sondern wir sind mit 60 Kopien rausgegangen und die sind jetzt seit sieben Wochen in den Kinos und gehen auch nicht wieder raus. Also die setzten sich in den Programmkinos fest und dann läuft der Film einfach. Aber das können die nicht einschätzen, das ist denen unheimlich. Insofern glaub ich, dass es da wenig Gefahr gibt, dass es diese Hype-Nachahmung gibt, wie es in der Filmindustrie sehr häufig so ist: „Au, ja ... jetzt laufen Komödien mit nackten Männern, jetzt machen wir auch eine.“

Haußmann: So eine wie du, die war da drin und die trägt es so mit sich rum. Und irgendwann später dann mal in 20 Jahren, so „kennst du diesen Hai-Alarm“ und „Ja, der Hai-Alarm, den hab ich damals auch gesehen“. So überträgt sich Kunst, so wie ein Lied. Ich stand mal vor KAISER ́s und da war so eine Hüpfburg und da hüpften so Kinder. Und dann kam so ein Mann auf mich zu und sagte: „Sind Sie nicht der Leander Haußmann? Der Junge da heißt Leander, weil wir haben uns während des Films SONNENALLEE kennengelernt.“ Ich mein, das ist doch toll. Dann scheiß drauf, ob die Brieftasche von Herrn Produzent „so-und-so“ ein bisschen dicker oder ein bisschen dünner ist. Wenn man einem das ermöglicht, in dieser Form unsichtbaren Einfluss auf die, ja... ich sag mal Population der Welt, auf die Evolution zu haben, das ist doch toll. Das ist ja bei der Musik auch: „Oh das ist unser Lied“ oder „Ach, Herr Regener, ist ja süß, sie begleiten mich doch so oft durch mein Leben. Da hab ich meine Frau kennengelernt“. Man ist ja irgendwie unsichtbar dabei. Und Hai-Alarm ist glaube ich nicht „irgendwat“. Das steht da so sperrig, wie so ein kleiner Klotz. Und die Türe geht vielleicht nicht mehr zu. Ich möchte auch so was machen. Die haben sich das getraut und es entsteht vielleicht etwas anderes, das wäre gut. Vielleicht macht er auch Mut, jungen Künstlern, die eine Digitalkamera haben...

Regener: ... ich denke es wird schon so etwas wie ein Revirement geben müssen, im deutschen Film. Ich kanns nur von Deutschland sagen. Weil ich glaub nicht, dass es so lange weitergeht. Aber vielleicht geht auch so lange weiter, weil es allen ganz gut geht und das ernährt sie alles. Das kann auch sein. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das dauerhaft so bleiben kann. Weil ich glaube, dass man, wenn man fürs Kino so sehr auf Nummer sicher fahren muss, wie es bei den Summen, aber auch der Haltung, die dahinter steht – also wenn so sehr auf Nummer sicher gegangen wird, was nicht unbedingt deswegen schlechte Filme macht. Was aber einfach viele Dinge nicht zulässt, dann wird das schon arg veröden. Dann wird man jedenfalls diese Marktanteile nicht unbedingt zurückerobern, die man da an andere Filme oder generell ans Fernsehen verliert.

... Man muss sich also quasi schon etwas trauen können?

Regener: Das ist sehr schwierig, weil eben so viele mitreden. Wir hatten ja auch das Glück und Pech zugleich: wir hatten keinen Fernsehsender. Es wollte kein Fernsehsender als Finanzier miteinsteigen so schnell, weil wir auch so schnell drehten. Wir schrieben das Drehbuch im Februar und wollten im Sommer drehen, also haben wir so schnell keinen gefunden. Es war aber auch kein Redakteur dabei, der Bedenken tragen konnte. Der sagen konnte: „Ach, das geht aber nicht, das müssen wir anders machen.“ Dann können wir diese Seite vom Drehbuch nochmal umschreiben. Den gabs nicht und das war natürlich unter künstlerischem Aspekt ein toller Glücksfall. Gut, andererseits mussten wir sehr viel Geld und auch Sachleistungen anderer herkriegen. Das ist auch nicht leicht gewesen.

Wann können wir mit der Fortsetzung und der Rückkehr des Hais rechnen?

Regener: Also am besten erst mal gar nicht. Das nur so als Witz am Ende das reicht erstmal. Wir müssen alle jetzt erst mal verdauen, was im HAI-ALARM AM MÜGGELSEE TEIL 1 passiert ist. Das würde ich nicht prognostizieren wollen, dass so was jemals kommt. Aber wir haben überlegt, ob wir Snake Müller sagen wollen, dass die Menschen etwas vergessen oder so und dreht nochmal um. Die Idee haben wir, dass alles gar nicht so ernst war und einfach wieder umdrehen kann. Und da wir den Hai auch noch nie gesehen haben, das darf man ja nicht vergessen- wir haben den Hai ja noch gar nicht gesehen. Die Behauptung dass er dem Käfig hinterher schwimmt, weil der den Hai ködert, ist ja eine reine Behauptung. Überhaupt: der Film von sehr vielen Behauptungen lebt. Und das würde zum Beispiel für so eine Fortsetzung unglaublich viele Möglichkeiten setzten: einen neuen Experten, der sagt „Ne, der Hai hat sich die ganze Zeit ins Ransdorf versteckt und ist jetzt auf dem Weg nach Friedrichshagen. Weil er vom Bier angezogen wird.“ Aber das müsste nicht sein. Ich glaube wir haben eigentlich so bis jetzt erstmal ziemlich viel ausgereizt.

Haußmann: Ja, also dieses HAI-ALARM 2 – DIE RÜCKKEHR ist insofern ein Statement indem man sagt: für uns ist der Film jetzt erfolgreich. WIR sagen jetzt gibt’s ein Sequel und nicht weil ihr alle reingegangen seid, sondern weil es uns so gut gefällt und wenn wir Bock haben, machen wir eins und wenn wir keinen Bock haben machen wir halt keins. Ja, aber das Statement hinten TEIL 2, dass man einfach davon ausgeht dass es erfolgreich ist, das ist eigentlich der Witz. Das liebe ich daran, das ist was ich liebe. „HAI-ALARM AM MÜGGELSEE und Teil 2 kommt ganz bestimmt.“

Ich muss ehrlich sagen, als ich den Film gesehen habe, hab ich mir nach der Hälfte gedacht, hoffentlich erscheint der Hinweis auf einen Teil 2 ...

Haußmann:... Jetzt müssen wir erst mal unseren anderen Verpflichtungen nachkommen. Und so wie man einen Ansatz hat ... es muss ja nicht ein Hai sein, der den Alarm auslöst, es kann auch was anderes sein natürlich.

Regener: Vor allem ist es ja auch ein Film, der seinen Erfolg über die Zeit einsammelt. Der jetzt erst anfängt die Zuschauer einzusammeln in Deutschland. Auch mit dem Sommerkino, auch wenn die DVD raus ist, weiterhin in den Kinos laufen wird. Das wird eine Zeitlang dauern. Und auch ob man so was nochmal stemmen kann...? Weil es ist ja auch ein großer Kraftakt war, auch für die Beteiligten. Und das wird nur dann gehen, wenn der Film auch so ein gewisses Level erreicht. Und das wird er natürlich auch erreichen. insofern mache ich mir gar keine Sorgen. Der Film wird phänotypisch für die ganze Zeit genommen werden.

Der Sommerfilm 2013

Regener: Ja, sicher.

Haußmann: In Friedrichshagen: Sommer 2013, 2014, 2015. Ich sehe eine grandiose Open-Air Saison auf uns zukommen.
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