sujet.jpgDie Viennale neigt sich dem Ende zu, und so ergibt sich nun die Möglichkeit, für Festivaldirektor Hans Hurch, eine kleine Bilanz zu ziehen, und die diesjährige Viennale etwas genauer zu betrachten. Gleich zu Beginn ist es schön zu erwähnen, dass die Viennale einen neuen Publikumsrekord vermelden kann: Erstmal haben über 90 000 Zuseher die Viennale besucht. Doch auch die Preisträger des Wiener Filmpreis, des Viennale-Standart Publikumspreis und des FIPRESCI Preis der internationalen Filmkritik wurden bekanntgegeben.

 

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NEUER PUBLIKUMSREKORD BEI DER VIENNALE:

ERSTMALS ÜBER 90.000 BESUCHERINNEN IN ZWÖLF TAGEN

Die morgen mit dem Abschlussfilm Yella in Anwesenheit des Regisseurs Christian Petzhold und der Hauptdarstellerin Nina Hoss zu Ende gehende VIENNALE 2007 kann eine außergewöhnlich erfreuliche und erfolgreiche Bilanz vorlegen. Mit 91.700 ZuseherInnen haben mehr Menschen als je zuvor das Festival besucht. Im Vorjahr betrug die Besucherzahl im Vergleich 88.900.


Von den insgesamt 321 Kinovorführungen waren 126 ausverkauft. Die Gesamtauslastung stieg von 78,40% im Vorjahr auf 79,20% bei der VIENNALE 2007. Interessant in diesem Zusammenhang ist der Vergleich an aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen. Lagen diese im Vorjahr noch gleich auf, so betrug 2007 die Auslastung der Spielfilme 84,3%, die Dokumentarfilme kamen auf 76,7%.


Unter den Tributes und Special Programs war die Jane Fonda gewidmete Personale ein großer Publikumserfolg, ebenso wie das Special Program für die amerikanische Filmemacherin Stephanie Rothman. Als Überraschungserfolg der diesjährigen VIENNALE kann das vom Filmarchiv Austria verantwortete Programm über das „Proletarische Kino in Österreich“ gelten, bei dem eine Reihe von Aufführungen ebenfalls ausverkauft waren.


Ein wenig hinter den Erwartungen zurück blieb das Danny Williams gewidmete Spezialprogramm mit Filmen von
und über den amerikanischen Filmemacher.


Als Fixpunkt im Programm der VIENNALE gilt die jährliche Retrospektive, die gemeinsam mit dem Österreichischen
Filmmuseum realisiert wird. Die umfangreiche und anspruchsvolle Schau unter dem Titel „Der Weg der Termiten – Beispiele eines Essayistischen Kino 1909 – 2004“ wurde vom Filmemacher und Kritiker Jean-Pierre Gorin kuratiert und war von einer Reihe ausgewählter Lectures begleitet. Mit rund 4.000 BesucherInnen war dieser Retrospektive ein beachtlicher Erfolg beschieden.


Als eine vom Publikum auf Anhieb angenommene Erneuerung kann die Einführung der Programmschiene „Bonus
Track“ gelten. Von den täglichen Zusatzvorstellungen im Künstlerhaus waren rund die Hälfte ausverkauft. Die VIENNALE betrachtet den schönen Erfolg des jetzt zu Ende gehenden Festivals als besondere Anerkennung und Ermutigung durch ein neugieriges und entdeckungsbereites Publikum und dankt allen Menschen, die zum Gelingen der VIENNALE 2007 beigetragen haben.


PREISTRÄGER DER VIENNALE 2007

WIENER FILMPREIS

Jury: Helga Bergmann, Susanne Michel, Olga Neuwirth, Linda Stift, Ralph Wieser


Zur Auswahl stehen österreichische Langfilme, die seit der VIENNALE 2006 ihren Kinostart hatten oder bei der
VIENNALE 2007 vorgeführt werden. Der Preis besteht aus einem Geldbetrag in Höhe von 7.000 Euro gestiftet von der Kulturabteilung der Stadt Wien, einer Sachleistung über 5.000 Euro der Firma Synchro Film, Video+Audio sowie Filmmaterial im Wert von 7.000 Euro von der Firma Kodak.


Der WIENER FILMPREIS geht an:

Rule of Law, Susanne Brandstätter, A 2006


Auszug aus der Jurybegründung:

Brandstätters Film ist ein Plädoyer für Gerechtigkeit statt Rache und für Toleranz gegen Andersdenkende und darüber

hinaus immens spannend von der ersten bis zur letzten Minute.


Eine lobende Erwähnung erhielt Almfilm von Gundula Daxecker. Weiters möchte die Jury die Empfehlung aussprechen,

den Wiener Filmpreis in Zukunft in den Kategorien Spielfilm und Dokumentarfilm zu verleihen.


VIENNALE-STANDARD-PUBLIKUMSPREIS

Jury: Mario Döberl, Ülkü Ocak, Philipp Schlögl, Bernhard Studlar und Philip Waldner


Der Preis der Standard-Leserjury geht an einen Film, der noch keinen Verleih in Österreich hat und dem ein Kinostart
in Österreich besonders empfohlen wird. Findet der Film einen Verleih, ist der Kinostart mit kostenlosem Anzeigenraum in der Tageszeitung „Der Standard“ verbunden. Der STANDARD-PUBLIKUMSPREIS geht an:


Rubljovka – Straße zur Glückseligkeit, Irene Langemann, D 2007


Auszug aus der Jurybegründung:

Unter den zur Auswahl stehenden Beiträgen ragte ein dokumentarisches Kleinod heraus, auf das sich die Publikumsjury rasch als würdigen Preisträger einigen konnte. Kurzweilig und mit subtilem Humor inszeniert die Regisseurin ein Roadmovie der etwas anderen Art.


FIPRESCI-PREIS (Preis der internationalen Filmkritik)

Jury: Michel Ciment (F), Erika Koriska (A), Jurij Meden (SI) und Andrei Plakhov (RU)


Zur Auswahl steht eine Reihe von Erst- und Zweitfilmen junger RegisseurInnen.


Der FIPRESCI-PREIS geht an:

Shortgun Stories, Jeff Nichols, USA 2007


Auszug aus der Jurybegründung:

For its mixture of realism and poetry and for giving a fresh visual style and haunting atmosphere to a classical

American story.

GÄSTE DER VIENNALE 2007

Die VIENNALE konnte in diesem Jahr so viele wichtige und spannende Persönlichkeiten des Weltkinos als Gäste begrüßen, wie selten zuvor. Insgesamt kamen 130 RegisseurInnen, SchauspielerInnen und andere Filmgäste zur VIENNALE 2007, um ihre Arbeiten zu präsentieren und für Publikumsgespräche und andere Veranstaltungen zur Verfügung zu stehen.


Neben der großen amerikanischen Schauspielerin Jane Fonda waren der Kameramann und zweifache Oscarpreisträger
Haskell Wexler, Schauspielerinnen und Schauspieler wie Sandrine Bonnaire, Guillaume Depardieu, Nina Hoss und Moritz Bleibtreu sowie eine Reihe außerordentlicher Regisseure, darunter Masahiro Kabayashi, Hal Hartley, Nicolas Klotz, Tom Kalin, Nicolas Philibert oder Todd Haynes zu Gast bei der VIENNALE 2007. Die Filmemacherinnen Stephanie Rothman, Nina Menkes und Pascale Ferran, denen die VIENNALE jeweils ein Special Program widmete, folgten ebenfalls der Einladung nach Wien.


Nicht weniger wichtig für das Festival und das Kino insgesamt sind jene großen Autorenfilmer Peter Hutton, Heinz
Emigholz, Su Friedrich, Harun Farocki, Jean-Claude Rousseau, Peter Nestler oder Thom Andersen, von denen viele seit Jahren fixe Besucher und Gäste der VIENNALE sind.


AKKREDITIERTE

632 Medien- und BranchenvertreterInnen waren bei der VIENNALE 2007 akkreditiert. Dem stetig wachsenden Interesse der BesucherInnen entspricht auch die gestiegene Aufmerksamkeit, die dem Festival von internationalen Medien entgegen gebracht wird. Alleine rund 30 Vertreter und VertreterInnen internationaler Tageszeitungen waren auf der diesjährigen VIENNALE präsent, darunter Süddeutsche Zeitung, Berliner Zeitung, FAZ, Frankfurter Rundschau, Welt am Sonntag, taz, Neue Zürcher Zeitung, Tages-Anzeiger, The Guardian, The Times, Handelsblad, La Repubblica, Il Manifesto, Expresso, Ethnos (GR), Sabah (Türkei), La Libération und Le Monde Diplomatique. ARTE Deutschland und die Deutsche Welle (TV/Radio weltweit) widmeten der VIENNALE 2007 ebenfalls ausführliche Berichte.


An Fach- und Branchenpublikationen waren unter anderem Variety, Cahiers du Cinéma, Senses of Cinema,
Filmcomment, epd Film, Ekran, De Filmkrant, Sight & Sound u.a. bei der VIENNALE vertreten.


Ebenso kamen VertreterInnenen zahlreicher Festivals zu Besuch nach Wien (Auswahl): Berlinale, BAFICI Buenos
Aires Festival International Independent Film Festival, Cinéma du Réel, IndieLisboa, International Film Festival Rotterdam, International Thessaloniki Film Festival, Festival Mar del Plata, International Film Festival Rotterdam, Motovun Film Festival, Pesaro Film Festival.


Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei der VIENNALE 2008.

Das Festival findet im nächsten Jahr von 17. bis 29. Oktober 2008 statt.

Quelle: Viennale

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