sujet.jpgNatürlich kann es nicht jeder zur Viennale schaffen um die von Festivaldirketor Hans Hurch, zusammengestellten Highlights der diesjährigen Filmfestivals zu begutachten. Deshalb halte ich an dieser Stelle in Tagebuchform alle Ereignisse von Österreichs größtem Filmfestival fest. Der interessierte Leser kann an dieser Stelle einen kleinen Einblick in die Arbeit eines Filmkritikers bekommen und sehen wie es während dem stressigen Festivalbetrieb zugeht. Die Berichterstattung beginnt bereits vor dem eigentlichen Start des Festivals, da es bereits vorzeitige Presseveranstaltungen zum Festival gibt. Die Viennale findet vom 19. - 31. Oktober in Wien statt.


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Freitag, 17. August 2007:

V07_CA_2708_056.jpgDas erste Ereignis zur diesjährigen Viennale steht am Programm. Festivaldirektor Hans Hurch lädt die Journalisten zum Sommergespräch, und natürlich folgt man als Filmjournalist dieser Einladung gerne, bekommt man doch schon vorab einen kleinen Einblick in das Festivalprogramm. Nach gemütlichem Small-Talk in sommerlicher Atmosphäre beginnt auch schon die Pressekonferenz und neben der Präsentation des diesjährigen Plakatsujets, wird auch schon ein kleiner Teil des Programms offenbart. Als erstes Highlight wird verraten, dass der Cannes-Sieger 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage, der neue Ulrich Seidl Film Import Export und der neue Gus Van Sant Paranoid Park im Programm sein werden und dass Jane Fonda, der eine eigene Schiene gewidmet ist, zu Gast in Wien sein wird.

Im Zuge der Anwesenheit Jane Fondas, wird auch der legendäre Kameramann und Fonda Freund Haskell Wexler in Wien sein, der seinen legänderen Dokumentarfilm Medium Cool, zur Diskussion stellt. Doch auch einige weitere Gäste wurden verraten: Sandrine Bonnaire präsentiert ihr Regiedebüt, den Dokumentarfilm Elle s' appelle Sabine , Hou Hsiao Hsien wird ebenfalls in Wien sein um sein neustes Werk Le Voyage du ballon rouge zu zeigen und um seinen kürzlich verstorbenen Freund Edward Yang zu ehren, wird er dessen Film Tapei Story einleiten. Auch die Exploitation Regisseurin Stephanie Rothman und ihre Kollegin Pascale Ferran, denen ein Special gewidmet ist, werden anwesend sein. Auch die traditionelle Retro-Schiene, in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Filmmuseum wurde präsentiert: Sie wird unter dem Titel Der Weg der Termiten laufen.

So, das war einmal der erste Einblick in das Programm der Viennale. Nach der Präsentation ging es gleich weiter ins Kino um den neusten Animationsfilm zu sehen: Könige der Wellen. Es gibt ja auch noch ein Leben ausserhalb der Viennale. Mehr zum Sommergespräch gibt es
hier.

Mittwoch, 03. Oktober 2007:
RN_LK7L7784_V05.jpgLange Zeit blieb es ruhig um die Viennale, doch heute ist es soweit und Festivaldirektor Hans Hurch präsentiert das diesjährige Programm im Wiener Gartenbaukino. Der Beginn der Veranstaltung ist für 18:00 Uhr angesetzt, aber erfahrungsgemäß gibt es immer genügend Leute die zu spät kommen und so staut sich genau zum Beginnzeitpunkt eine lange Schlange vor dem Pressestand zusammen, an dem der Festivalkatalog und jede Menge weitere Materialien ausgegeben werden. Doch man soll sich nicht aufregen, wenn man selbst einer dieser Leute ist, und so stehe ich, nachdem ich, in ein Telefongespräch vertieft, am Kino vorbeigelaufen bin, ganz am Ende der oben erwähnten Schlange und komme gerade noch rechtzeitig vor Beginn des Pressegesprächs zu meinen Materialien, und in den Saal.

Dort beginnt die Programmpräsentation und erweist sich als reichlich unspektakulär. Das einzige was zählt, sind die erhaltenen Pressematerialien, und die werden auch schon eifrig von den Journalisten durchwühlt. Hans Hurch erzählt nebenbei das, was man eigentlich vor sich in den Unterlagen nachlesen kann, und so beginnt man langsam sein persönliches Programm zu gestalten. Wenn man einmal den ersten Schock überwunden hat, wenn man feststellt wieviele Möglichkeiten bei der Programmgestaltung ausgelassen wurden, erweist sich das Programm der Viennale 2007 als sehr ausgewogen und gut. Auch stelle ich fest, dass ich bereits zwei der Filme begutachten konnte. Ang Lee´s Gefahr und Begierde und Persepolis haben beide 8 Punkte bekommen und sind wirklich sehenswerte Filme, die das Programm bereichern.

Zugegeben hätte ich mir als Eröffnungsfilm eine neue Produktion gewünscht, und nicht Klute, aber natürlich wurde dies gemacht um die anwesende Jane Fonda zu ehren. Das Programm stellt mich, obwohl mir einige Filme fehlen, eigentlich sehr zufrieden und besonders der neue Coen Film No Country for Old Men lässt mich über das ganze Gesicht strahlen. Doch auch die Dylan Bio I´m not There oder der neue Romero sorgen für gute Laune!
Hier gibt es meine Empfehlungen für die Viennale!

Freitag, 05. Oktober 2007:
importexport_scene_1.jpgHeute war der neue Ulrich Seidl Film, Import Export in der Pressevorführung. Ich war schon von Hundstage ziemlich beeindruckt, aber Import Export ist wirklich eine Wucht. Zwar kann man sicher nicht behaupten, dass man sich diesen Film gerne ansieht, aber Seidl zwingt einen förmlich Bilder zu sehen, die man am liebsten gar nicht sehen möchte. Import Export ist ein unheimlich fordernder, anstrengender Film, von dem ich aber mit Stolz sage dass er mich auch nachhaltig noch sehr beeindruckt. Für die Viennale ist Import Export sicher ein Tipp, auch wenn man darauf achten sollte, dass man rund um diesen Film nicht zuviele andere Filme setzt. Denn nach Import Export, braucht man denke ich einmal eine kleine Verschnaufpause. (
Hier zur Import Export Kritik)

Zuvor "durfte" ich übrigens um 09:30 den Fantasyfilm Wintersonnenwende sehen. Zwar ist dieser für die Viennale irrelevant, aber ich möchte dem geneigten Leser gerne für den Zeitraum der Viennale Berichterstattung einen kleinen Einblick in das Kritikerleben, gewähren. Dieser Wintersonnenwende war nämlich aus meiner persönlichen Sicht ein kleiner, trashiger Möchtegernfantasyfilm, der von mir dennoch 4 Punkte bekommt, weil ich denke, dass er für ein 10 jähriges Zielpublikum gemacht worden ist, und von diesem wohl auch besser aufgenommen wird. Die beiden heutigen Filme wurde übrigens zeitlich schön weit auseinander angelegt, sodass ich zwischen Wintersonnenwende und Import Export noch einen kleinen Boxenstopp Zuhause einlegen konnte (Es hat speziell für die Viennale sicher einen Vorteil wenn man in Wien wohnt. Ansonsten wäre das Ganze wohl noch viel aufwändiger). Rückblickend ist diese Schonzeit vor Import Export wahrscheinlich ganz gut gewesen. (
Hier zur Wintersonnenwende Kritik)

Samstag, 06. Oktober 2007:
V07_CA_2708_106.jpgAb heute beginnt also der Vorverkauf. Zwar habe ich auch eine Teilnehmerakkreditierung ergattern können, aber da das Pressekontingent begrenzt ist, will ich bei den Filmen, die ich unbedingt sehen möchte, nichts riskieren, und decke mich somit mit Vorverkaufskarten ein. Wenn das mit den Pressetickets immer gut funktioniert, dann habe ich eben für alle Filme eine Karte für eine Begleitung. Um beim Vorverkauf vorne dabei zu sein, stehe ich um 06:45 Uhr auf und begebe mich zur Vorverkaufsstelle, die ich um 08:00 Uhr erreiche und mich als Nummer 7 in die Schlange einreihe. Danach folgt ein zweistündiges Warten, bis die Kassen schließlich um 10:00 Uhr Morgens aufmachen. Da es bei der Verkaufsstelle Stubentor, im Viennale Büro, drei Schalter gibt, und jeder mindestens 20 Karten kauft, dauert die Abwicklung des Einzelnen schon mal etwas länger, und wenn ich mir die Schlange vor der Vorverkaufsstelle ansehe, dann bin ich sehr froh darüber, dass ich schon um 08:00 Uhr da war. Denn die Herrschaften in den hinteren Reihen werden wohl um 14:00 Uhr noch immer keine Karten haben.

Ich für meinen Teil habe alle Karten bekommen die ich wollte und werde mir dieses Jahr folgende Filme ansehen: The Mourning Forest, Taipei Story, Fay Grimm, Hamilton, The Walker, Actrices, Woman on the Beach, I´m not There, Shotgun Stories, The Bet Collector, 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage, No Country for Old Men, den Überraschungsfilm, Control, Savage Grace, Diary of the Dead, Tuyas Hochzeit, Capitaine Achab, Le Voyage du ballon rouge, Joshua und Lost in Beijing. Das reicht für mich da ich 10 Filme auch schon vor dem Festivalbeginn in Pressevorführungen sehen werde. Ausserdem werden am Freitag, dem 12.10. auch noch die Filme der Schiene Bonus-Track bekannt gegeben, bei denen auch noch einige interessante Werke dabei sein könnten. Dies sind die Filme bei denen es noch nicht sicher ist ob man sie bekommt. Wenn nicht, dann werden Wiederholungsvorstellungen eingebaut, aber falls man sie bekommt, könnten vielleicht noch Highlights dabei sein.

Dienstag, 09. Oktober 2007:
MichaelClayton_scene_04.jpgStressige Woche. Die Vorbereitungen zur Viennale laufen auf Hochtouren, und natürlich beginnt gleichzeitig auch noch der Uni-Betrieb. Zwar habe ich Glück und kann viel für die Universität in Heimarbeit machen, aber dennoch ist auch der Lernaufwand beträchtig. Heute war, um wieder zur Viennale zurückzukehren, die Pressevorführung zum neuen George Clooney Film Michael Clayton, der ja schon in Venedig ziemlich gelobt wurde. Dazu muss gesagt werden dass der Film einen wirklich tollen Start hinlegt, aber der Mittelteil beim ersten Mal ansehen doch etwas konfus ist, und man das Ganze noch nicht wirklich in einen größeren Kontext bringen kann. Dieser Fehler wird vom sehr guten Finale allerdings wieder ausgebügelt, und so hinterlässt Michael Clayton am Ende doch einen stimmigen und nachhaltigen Eindruck. Da ich gerade erfahren habe, dass der Kinostart des Films in Deutschland auf Dezember verschoben wird, und somit wohl auch in Österreich demnächst rückverlegt wird, lohnt sich ein Besuch bei der Viennale auf jedenfall! (Hier zur Michael Clayton Kritik)

Gestern gab es übrigens in einer für die Viennale irrelevanten Vorstellung den mittelmäßigen Geliebte Jane, und morgen geht es in den neuen Ben Stiller Film Nach 7 Tagen ausgeflittert. Am Freitag melde ich mich dann an dieser Stelle wieder mit den beiden Viennale Filmen Prinzessinenbad und Am Ende kommen Touristen.

Freitag, 12. Oktober 2007:
amendekommentouristen_scene_02.jpgEine Woche vor Beginn der Viennale geht es noch mal richtig rund. Gestern gab es den neuen Ben Stiller Film, Nach 7 Tagen - Ausgeflittert, und heute waren gleich drei Filme am Programm. Zum einen war das der nächste Woche startende Invasion, der einem Debakel gleichkommt, und zum anderen waren das die beiden Viennale Filme Prinzessinnenbad und Am Ende kommen Touristen. Als erstes noch ein paar Worte über die Filme die nichts mit der Viennale zu tun haben: Nach 7 Tagen - Ausgeflittert trägt sehr deutlich die Handschrift der Farrellys, und ist auch dementsprechend an einigen Stellen reichlich geschmacklos. Dennoch sorgt vor allem Ben Stiller für einen großteils witzigen Film, den man sich durchaus mal ansehen kann. (Hier zur Nach 7 Tagen - Ausgeflittert Kritik). Oliver Hirschbiegels Hollywooddebüt Invasion ist hingegen ein ziemlicher Reinfall. Ansehen auf eigene Gefahr (Hier zur Invasion Kritik).

Die beiden Viennale Filme waren dafür ziemlich interessant. Prinzessinenbad ist eine Dokumentation über drei 15jährige Mädchen in Berlin- Kreuzberg, die dort versuchen unter widrigen Umständen klar zu kommen. Dabei bewahren sie die typische harte Schale, offenbaren aber auch immer wieder einige verletzliche Momente. Zwar war der Film im Endeffekt nicht ganz so gut wie ich von allen Seiten gehört habe, aber eine wirklich unterhaltsame und vor allem interessante Doku ist definitiv dabei herausgekommen. (
Hier zur Prinzessinnenbad Kritik). Am Ende kommen Touristen ist hingegen ein sehr berührendes Portrait über die Stadt Oswiecim, die an das berühmte Vernichtungslager Auschwitz angrenzt. Zivildiener Sven sieht dort wie sich der Alltag im Ort mit den ankommenden Touristen arrangiert. Der Film erzählt dabei sowohl eine einfühlsame Geschichte, schafft es aber auch interessante Fragen aufzuwerfen. (Hier zur Am Ende kommen Touristen Kritik)

Weiters wurde heute das endgültige Programm der Viennale Schiene Bonus Track bekanntgegeben. Es wurde ja jeden Tag um 18:30 Uhr im Künstlerhaus ein Termin freigehalten um einige Filme, bei denen es noch nicht sicher war, ob man sie bekommen würde, unterzubringen, und falls man sie nicht bekommt noch einen Termin für besonders früh ausverkaufte Filme zu haben. Hinzugekommen sind nur zwei neue Filme, aber die Highlights, die man sich aus Venedig noch erhofft hatte, scheint man nicht bekommen zu haben. Ich muss sagen dass ich doch ziemlich enttäuscht bin, sind doch keine wirklichen Top-Titel hinzugekommen.
Hier gibt es auf jedenfall die gezeigten Filme!

Montag, 15. Oktober 2007:
FreeRainer_scene_02.jpgHeute waren mal wieder drei Filme auf dem Programm, davon war allerdings nur einer für die Viennale relevant. Begonnen hat der Tag schon mal schlecht, da ich um eine halbe Stunde verschlafen habe, und gerade noch in die Pressevorführung von Free Rainer gekommen bin. Der neue Film von Hans Weingartner hat mich dann doch mit einem zwiespältigen Eindruck zurück gelassen. Auf der einen Seite ist die Grundidee des Films wirklich aussergewönlich und interessant, aber leider schwingt auch eine gehörige Portion Naivität im Film mit, und man so als Zuseher diese Weltverbesserungsgeschichte nie ernst nimmt. Dennoch sind die Absichten des Films, das dumme Fernsehen anzuprangern und dem Zuseher vor Augen zu führen, was uns Tag für Tag für Blödsinn vorgesetzt wird, absolut unterstützenswert, und auch hat Free Rainer stets den nötigen Drive um als gelungen in Erinnerung zu bleiben. Anspruchsvolle Satire ist zwar keine dabei heraus gekommen, aber ein Unterhaltungsfilm mit schöner Botschaft ist doch auch ganz nett. (Zur Free Rainer Kritik)

Nach Free Rainer ging es direkt weiter mit Abbitte, der mich leider etwas enttäuscht hat, da ich von allen Seite zu hören bekam, dass der Film so toll sein soll, und auch als heisser Oscarmitstreiter gehandelt wird. Leider erwieß sich der Film an vielen Stellen als langweilig, sodass sich der Gesamteindruck doch etwas schmälert. 7/10 Punkte gibt es dennoch für den Film, da er wunderbar gemacht ist, und auch viele starke Szenen hat. Nach Abbite gab es eine kleine Pause, die ich zum Essen nutzte, und dann ging es direkt mit dem neuen Uwe Boll Film Postal weiter. Dr. Uwe Boll war bei der Vorführung auch anwesend, und hielt sogar eine kleine Ansprache für die Journalisten. Für mich war es der erste Uwe Boll Film, und nun kann ich endlich nachvollziehen, warum er von vielen als Son of Ed Wood bezeichnet wird. Postal ist einfach langweilig, unbedeutend und geschmacklos und für mich der bis dato schlechteste Film des Jahres.

Dienstag, 16. Oktober 2007:
IMG_1187.JPGDer heutige Tag stand ganz im Zeichen der Viennale. Beide heute veranstalteten Pressevorführungen sind Viennale relevant. Als erstes war der neue Gus Van Sant Film Paranoid Park am Programm, der sich in Cannes den Jubiläumspreis sichern konnte. Der Film lässt leider die Klasse von Van Sants Elephant vermissen, schafft es aber dennoch ein wunderbares Bild der Generation Lost zu skizzieren, und hat auf jedenfall seine starken Momente. Wenngelich durch die banale Geschichte auch kein Meisterwerk daraus geworden ist, so ist Paranoid Park zumindest ein interessanter Film geworden. (Hier zur Paranoid Park Kritik) Ganz anders jedoch der zweite Film Lady Chatterley, der mit seiner Laufzeit von 168 Minuten vor allem Sitzfleisch erfordert. Das viel gelobte Projekt ist vor allem eins: Langweilig. Zwar kann ich aus objektiven Blickwinkel auch so einiges gutes an dem Film entdecken, aber dies ändert nichts daran dass ich subjektiv einfach überhaupt keinen Zugang gefunden habe, und sich der Film in seiner Überlänge totläuft. Bezeichnend dafür dass sich nach ca. einer Stunde einige Kollegen aus dem Kinosaal geschlichen haben. Und da war noch nicht einmal Halbzeit. (Hier zur Lady Chatterley Kritik)

Mittwoch, 17. Oktober 2007:
IMNotThere_scene_12.jpgHeute war ein ganz großer Tag. Es standen zwei Viennale Filme auf dem Programm, und seit dem heutigen Tag, habe ich einen neuen Film des Jahres (bis heute). Begonnen hat alles mit der soliden Doku Stealing Klimt, die es zwar sehr schön schafft eine Chronologie eines Rechtsstreits zu entwerfen, und dabei auch immer interessant zu bleiben, aber dennoch haben sich durch die klare Sympathienverteilung in Richtung Klägerin einige Überzeichnungen eingeschlichen, und vor allem ist diese Doku einfach nicht fürs Kino gemacht, sondern klar fürs Fernsehen prädestiniert. (Hier zur Stealing Klimt Kritik)

Und danach gab es eines der ganz großen Highlights dieser Viennale und des ganzen Kinojahres: Die Bob Dylan Biographie I'm not There, in der insgesamt sechs verschiedene Schauspieler in die Rolle von Bob Dylan schlüpfen, ist ein dermaßen aussergewöhnlicher und beeindruckender Film, wie man ihn nur ganz selten zu Gesicht bekommt. Eine Biographie die sich nicht darauf beschränkt die Geschichte seiner Figur nachzuerzählen, sondern die tief in die Persönlichkeit von Bob Dylan dringt und ein kaleidoskopartiges Bild dieser widersprüchlichen und bemerkenswerten Person auf die Leinwand wirft. I'm not There ist bis dato mein Film des Jahres, und der Beweis dafür, dass es noch Kreativität in der Filmindustrie gibt. (Hier zur I'm not There Kritik)

Freitag, 19. Oktober 2007:
Szenenbild_05jpeg_700x465.jpgHeute ist also der offizielle Beginn der Viennale, und das Festival wird mit dem Jane Fonda Film Klute eröffnet, was ich mir aus Zeitgründen spare, da es ohnehin genügend zu tun gibt während dieser stressigen Zeit. Auf Viennale-Partys muss ich leider großflächig verzichten, da die Pressevorführungen weiterlaufen, zusätzlich täglich Viennalefilme am Programm sind, ich auch noch die Kritiken zu diesen Filmen schreiben muss und auch noch was für die Uni machen muss. Volles Programm also, und somit muss ich leider auf die Festlichkeiten verzichten.

Stattdessen gab es gestern den neuen Robert Redford Film Von Löwen und Lämmern, der mich leider etwas enttäuschte, und heute war der neue Brad Pitt Film Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford am Programm, der zwar prinzipiell sehr gut gemacht ist, und vor allem durch die großartigen Schauspieler punkten kann, aber leider in seiner langen Laufzeit zu Grunde geht. An vielen Stellen wird es einfach reichlich langweilig, und es tut mir sehr weh, dass ich diesem ansonsten wirklich guten Film nur 6 Punkte geben kann. Danach ging es weiter ins Hotel Hilton, wo die Viennale Akkreditierungen ausgegeben wurden, und nach ca. 15 Minuten anstellen, konnte ich diese auch schon entgegen nehmen. Jetzt kann sie also richtig durchstarten die Viennale 2007.

Samstag, 20. Oktober 2007:
forest.jpgHeute geht es in den zweiten Tag der Viennale, der nach dem ich die Eröffnungsgala ausgelassen habe, mein offizieller Start in das Festival ist. Es waren drei Filme hintereinander im Metro Kino an der Reihe, und so konnte ich mich dort etwas einrichten, da ich das Kino ja an diesem Tag nicht weit verlassen würde. Tagwache war um 09:00 Uhr, was sich als ziemlich schwer erweist, wenn man am Vortag bis spät in der Nacht gearbeitet hat, und dann ging es weiter Richtung Kino, wo ich zuvor noch etwas Zeit für ein ausgiebiges Frühstück hatte. Um 11 Uhr kam dann der erste Film Der Trauerwald, der in Cannes den Großen Preis der Jury gewinnen konnte, und wirklich über sehr schöne Bilder verfügt. Der Film ist definitiv sehr schwer zum Ansehen, wird in ruhigen Bildern mit dezenter Musik vorgetragen und ist somit sicher nicht der Film den ich nach meinem Jesse James Schock sehen will.

Mehr zu diesem Film gibt es in meiner Filmkritik, da ich ihn doch noch etwas sickern lassen möchte, bevor ich mich weiter äussere. Weiter ging es, nach einer Kaffeepause um 13:30 mit Taipei Story, der anlässlich des Todes von Regisseur Edward Yang aufgeführt wurde. Auch diesen Film muss ich noch etwas sickern lassen, doch er hatte etwas wirklich besonderes. Zwar waren die 2 Stunden Laufzeit, nach der Woche mit Lady Chatterley, Jesse James und Der Trauerwald, nicht immer ein Genuss, da mein Verlangen nach ruhigen Filmen momentan gesättigt ist, aber dies will ich nicht diesem Film vorhalten, der mich doch auf gewisser Weise beeindruckt hat. Auch hier möchte ich die Leser bitten auf meine Kritik zu warten.

Abschließend folgte heute um 16:00 Uhr die Vorführung des neuen Hal Hartley Films Fay Grim, die Fortsetzung seines Films Henry Fool, den ich leider nicht gesehen habe. Regisseur Hartley war persönlich bei der Vorführung anwesend, und erwähnte noch eigens, dass man den ersten Teil nicht gesehen haben muss. Fay Grim ist eine Mischung aus Spionagethriller und Komödie und sorgt für einen sehr unterhaltsamen und vor allem köstlich amüsanten Kinoabend. Anschließend stand der sympathische Regisseur noch für Fragen zur Verfügung. So gesehen ein sehr schöner Ausklang für diesen, aus meiner Sicht, ersten richtigen Viennale Tag und ich freue mich schon wieder auf Morgen.

Sonntag, 21. Oktober 2007:
walker.jpgDer Viennale Stress geht munter weiter. Heute beginnen meine Termine zwar erst um 18:00 Uhr Abend, aber dennoch heißt es für mich um 08:00 Uhr aufstehen und weiterarbeiten. Wie zu erwarten vergeht diese Zeit wie im Flug und ich bin noch immer nicht ansatzweise mit meinen Kritiken, die noch zum Nachholen sind, fertig geworden. Wie gesagt steht also um 18:00 Uhr mein erster Film am Programm. Nicht genau wissend was mich erwartet stehen auch schon zwei Regisseure vorne und stellen sich kurz für die Einführung eines Double Features vor. Doch sie verschwenden nicht viele Worte, sondern wollen erst nach den Filmen etwas zu diesen sagen.

Als erstes wird der 20 Minuten lange, sehr schön auf 35mm gefilmte Kurzfilm Halbe Stunden präsentiert, und bietet dabei einen kleinen Einstieg an das was noch folgen soll. Der gesamte Film spielt in einem Haus und zeigt eine Frau, die versucht ihren Alltag zu bewältigen. Der Film lebt davon, dass man als Zuseher stets erwarten soll, dass etwas geschieht, und so versucht dieses Experiment vor allem eine neue Art Spannung zu erzeugen. Doch obwohl ich rückblickend sagen muss dass dies vielleicht sogar ganz interessant war, und auch das offene Ende etwas hatte, kann ich Halbe Stunden nicht mehr als 3/10 Punkten geben. Dies liegt daran, dass der Film einfach reichlich langweilig wird, und nichts passiert.

Wesentlich schlimmer, als dieses bereits anstrengende Projekt, erweist sich allerdings der nachfolgende Film Hamilton. Der ist in einem ähnlichen Stil gedreht, nur mit einigen Nachteilen: Erstens ist Hamilton auf 16mm gedreht und somit nicht so schön azusehen, und zweitens lässt er den unterschwelligen Spannungsaufbau gleich ganz weg und zeigt nur kommentarlos das Leben in Hamilton, einem Vorort von Baltimore. Man reiht hier wirklich nur sinnlose Alltagsszenen aneinander, in der Hoffnung dass es das anspruchsvolle Publikum gut findet. Doch gute Filme sehen zweifellos anders aus, und mit seiner gähnenden Langeweile ist Hamilton mein neuer schlechtester Film des Jahres (bis dato).

Anschließend standen die beiden Regisseure auch noch für Fragen zu Verfügung, und erzählten etwas über ihre Projekte. Nachdem sich ein Zuseher äusserte, dass ihm beide Filme nicht gefallen haben (was sich wohl alle im Saal gedacht haben), und den Hamilton Regisseur fragte, was denn der tiefere Sinn hinter seinem Film wäre, konnte dieser nur darauf hinweisen, dass sein Film nur von den Beziehungen seiner Figuren handelt, und keinen tieferen Sinn hat. Ist das nicht wunderbar? Stinklangweilig und noch nicht einmal was dahinter!

Nach diesem kleinen Schock, wanderte ich vom Stadtkino ins Gartenbaukino um mir den neuen Film von Paul Schrader anzusehen. Es konnte nur bergauf gehen, denn obwohl es mit Schrader in letzter Zeit bergab ging, ist er immer noch der Mann, der den genialen Taxi Driver geschrieben hat. Mit seinem neuen Film The Walker ist er zweifellos wieder auf dem aufsteigenden Ast. Sein Film ist stilsicher inszeniert, mit grandiosen Schauspielern versehen und wie man es von Schrader kennt, stürtzt er sich auf das Innere seiner Hauptfigur um dessen Psyche zu sezieren. The Walker leidet zwar etwas an seiner Rahmenhandlung, und somit ergeben sich einige langatmige Szenen, aber nach den beiden Vorgängerfilmen bin ich einfach nur zufrieden wieder einen guten Film gesehen zu haben.

Montag, 22. Oktober 2007:
gangpost1-1.jpgEigentlich hätte ich für heute einen Viennale Film am Programm gehabt, Actrices, aber nachdem kurzfristig der Termin für die PV des neuen Ridley Scott Filmes American Gangster angesetzt wurde, habe ich mich für diesen entschieden. Beginnen sollte mein Tag ursprünglich mit der PV des neuen Kevin Costner Films Mr. Brooks, aber diese fand einfach nicht statt. Kein Mensch weiß warum Constantin Film keine Aussendung deswegen schickt, aber gut. Deshalb habe ich die Zeit bis zu American Gangster eben mit einem Kaffe und einem Buchkauf überbrückt (für die Interessierten: Philp K. Dick - Der dunkle Schirm). Um 12 Uhr ging es dann los und ich durfte das Duell Denzel Washington gegen Russel Crowe verfolgen. Dieses war zwar sehr solide, aber eben nicht so großartig wie man es von einem Ridley Scott erwartet. Martin Scorsese kann solche Filme einfach besser inszenieren, und Ridley Scott wird wohl noch länger auf seinen Oscar warten müssen. Denn ein Oscar für American Gangster wäre, trotz der Vorzeichen und des soliden Ergebnis, wohl ungerecht.

Dienstag, 23. Oktober 2007:
womanonthebeach.jpgHeute stand zu erst der neue Uwe Boll Film Schwerter des Königs am Programm. Zuerst muss ich sagen, dass ich gleich zwei mal von diesem Film überrascht wurde: Zunächst wurde ich positiv überrascht, da der Film meiner Meinung nach merkbar besser als Postal ist, und sogar an manchen Stellen Abenteuerfeeling aufkommt, aber dann wurde ich gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Uwe Boll ist einfach kein guter Regisseur und er schafft es dass selbst gute Darsteller wie Laien wirken. Hinzu kommt seine Unfähigkeit einen kohärenten Film zu erschaffen und das dämliche Drehbuch trägt sein übriges dazu bei, dass Schwerter des Königs aus durchaus akzeptablen Vorzeichen ein schwacher Film wird.

Danach ging es in die Mittagspause ins Restaurant, und um 13:30 Uhr ging es mit dem Viennale Film Woman on the Beach weiter. Dieser erzählte eine durchaus amüsante Liebesgeschichte und ist im Großen und Ganzen auch als gelungen zu betrachten, aber dennoch werden die zwei Stunden an manchen Stellen etwas lang. Mittwoch und Donnerstag habe ich wahrscheinlich Viennale Pause und ich werde mich langsam einmal an die Arbeit machen, einige Kritiken nachzuholen.

Freitag, 26. Oktober 2007:
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Nachdem ich Mittwoch und Donnerstag ausnahmsweise Kinopause hatte, und die Tage nutzten konnte, um einige Kritiken nachzuholen, geht es heute wieder mit Vollgas weiter. Der Tag startet mit dem Kurzfilm Detektive, der versucht sich der Stasi-Zeit auf humoristische Weise anzunähern. Das schöne Schwarz-Weiß war stimmig, der Film war kurzweilig, und auch die Witze haben großteils funktioniert, aber was wirklich bemerkenswertes ist dennoch nicht dabei herausgekommen. In Folge gab es dann den Film Shotgun Stories, bei dem ich zwar erwähnen muss, dass doch etwas für einen wirklich guten Film gefehlt hatte, aber die Familienzwist Geschichte war dennoch ansprechend und ziemlich gelungen umgesetzt.

Danach ging es direkt im Künstlerhauskino weiter, und es folgte der Film The Bet Collector. Zwar kann der Film zu Beginn noch damit punkten etwas exotischen Flair zu versprühen, aber über die Laufzeit kann dies die Geschichte nicht retten, und so schleicht sich doch einiges an Langeweile in den Film. Der Hauptfilm heute, war allerdings zweifelos 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage, der Gewinner der Goldenen Palme in Cannes. Um 20:30 Uhr ging es auch schon los im Gartenbaukino, in Anwesenheit von Regisseur Christian Mungiu, und was da gezeigt wurde, war wirklich bemerkenswert. Der Film erzählt nicht nur die erschütternde Geschichte seiner beiden Hauptfiguren, rund um eine schwierige Abtreibung, sondern wirft auch einen einfühlsamen Blick auf das Rumänien unter der Herrschaft von Nicolae Ceausescu. Ein wirklich ausgezeichneter Film!

Samstag, 27. Oktober 2007:
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Heute war ein ganz besonderer Tag. Ich weiß nicht wie lange ich mich schon auf den neuen Coen Film, und heissen Oscarkandidaten, No Country for Old Men freue, aber heute war es endlich so weit und ich konnte mir den Film ansehen. Extra für dieses Werk hab ich mir den ganzen Tag freigehalten, sodass ich meine ganze Energie in diesen einen Film stecken konnte. Und was soll ich großartiges sagen, ausser "Die Coens haben sich mal wieder selbst übertroffen". Nachdem ihre letzten Filme ja nicht mehr ganz so überzeugten, wie man es von ihnen gewohnt war, melden sie sich eindrucksvoll zurück, und No Country for Old Men bugsiert sich sofort mit glatten 10/10 Punkten, ganz nach oben in meiner Kinoliste. Die Performance von Javier Bardem, als Psychopath ist einfach atemberaubend, und wenn es nach mir gehen würde, würde Bardem dafür glatt den Nebendarstelleroscar gewinnen. Doch aus meiner Sicht spielt No Country for Old Men auch in allen Hauptkategorien um den kleinen Goldjungen mit. Es ist bemerkenswert wie es die Coens schaffen zuerst durch schwarzen Humor das Kino zum Lachen zu bringen, und eine Szene weiter wieder für packende Spannung zu sorgen. No Country for Old Men ist kurz gesagt ein Meisterstück, der in den Fusßspuren von Fargo wandert und ein Kinoerlebnis der besonderen Art garantiert.

Sonntag, 28. Oktober:
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Was? Was macht denn da das Lost Bild im Viennale Tagebuch? Keine Sorge, dazu komme ich gleich. Zuerst möchte ich erwähnen, dass heute eigentlich zwei Filme am Programm waren. Der erste war der Überraschungsfilm, welcher leider nicht in die Richtung ging die ich erhofft hatte, also es wurde keiner der großen Filme, die durchaus möglich gewesen wären, gezeigt, sondern der Hong-Kong Thriller Eye in the Sky, der zwar ansich gar nicht so schlecht war (soetwas wie die Hong-Kong Version von Das Bourne Ultimatum), der mich aber dennoch nicht darüber hinweg trösten konnte, dass ich eigentlich ein stärkeres Zugpferd erwartet hätte. Und nun kommen wir zu diesem Lost Bild, neben dem Beitrag: Denn eigentlich sollte ich mir heute am Abend den durchaus interessanten Film Control ansehen, aber es ist mir einfach nicht möglich. Der Grund dafür ist, dass ich am Mittwoch endlich begonnen habe die geniale TV-Serie Lost auf DVD nachzuholen, und ich jetzt beim Staffelfinale angelangt bin. Hinzu kommt, dass ich mich ohnehin nicht so gut fühle, und so Control ausfallen lasse. Die Lost Sucht ist einfach stärker, und ausserdem ist diese Serie ohnehin besser als 80% der Kinofilme, die man so sieht. Staffel 1 geht dem Ende zu, aber zum Glück bin ich auch noch mit beiden Teilen von Staffel 2 ausgerüstet!


Montag, 29. Oktober:
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Leider konnte ich mein Festivalprogramm nicht wie gewünscht durchziehen. Eigentlich wäre heute ein langer Tag, mit drei Filmen am Programm gewesen, aber durch den langsam aufkommenden Prüfungsstress, und dadurch, dass ich bereits einige Kritiken hinten bin, lasse ich Savage Grace und Tuyas Hochzeit ausfallen, in der Hoffnung, dass beide Filme auch regulär ins Kino kommen werden. Den neuen Film von Zombie Guru George A. Romero, Diary of the Dead, wollte ich mir allerdings nicht entgehen lassen. Ich brauche einfach auch Filme die etwas anders sind, als das alltägliche Festivalprogramm. Natürlich heißt es bei einem Romero nie Kopf ausschalten, denn seine Filme beinhalten immer eine Prise Gesellschaftskritik, und in diesem Punkt ist auch Diary of the Dead keine Ausnahme. Vor allem auf die You Tube Generation und die Panikmache der Medien hat er es in seinem neusten Film abgesehen. Auch beim Blair Witch Projekt scheint er sich Inspiration geholt zu haben, und so zeigt er nur was seine Figuren mit der Kamera aufnehmen. Leider schleichen sich allerdings einige Durchhänger ein, die den Filmgenuss leicht trüben, aber insgesam ist Diary of the Dead mit Sicherheit einen Blick wert.

Dienstag, 30. Oktober:
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Auch heute ereilte mich das selbe Schicksal wie gestern, und so musste ich wieder zwei Filme ausfallen lassen. Dies betraf zum einen Captain Achab, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte, und zum anderen Joshua, den ich auch auch gerne gesehen hätte. Da ich morgen auf Lost in Bejing aus Lerngründen verzichten muss, ist heute auch schon mein letzter Tag, und zum Abschluss gab es den neuen Film von Hou Hsiao-hsien, Die Reise des roten Ballons. Leider konnte mich der Film jedoch nicht wirklich überzeugen, was vor allem daran liegt, dass ich absolut keine Ahnung habe welche Bedeutung der rote Ballon denn nun für die Geschichte hatte. Doch auch ansonsten setzt der Film vor allem auf Alltagsbeobachtung und hat nur wenig von der Magie des Kinos in sich. Einige starke Szenen gibt es zwar, und auch die Darsteller sind ausgezeichnet, aber meine Empfehlung verdient sich dieser Film nicht.

Da es heute mein letzter Tag war, und das obrige Bild so wunderschön zum Abschied von der Viennale passt, nutze ich diese Stelle gleichmal für ein kleines Resümee. Ich persönlich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Gesamtverlauf des Festivals. Zwar gab es auch einige nicht so positive Erfahrungen, aber es ist doch gerade das Experimentieren, was so ein Festival ausmacht. Mit I'm not There und No Country for Old Men gab es auch zwei Filme die sich die volle Punktezahl sichern konnten, und die zweifellos zu den Highlights des Jahres zählen. Weiters positive Erfahrugnen waren unter anderem 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage, der mich wirklich sehr beeindruckt hat, und auch die bereits im Vorfeld gezeigten Filme wie Import Export, Gefahr und Begierde, Persepolis, Michael Clayton, Free Rainer, und viele andere. Insgesamt also eine sehr positive Erfahrung, und ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Auch wenn es sehr schön ist, dass wieder etwas Ruhe einkehrt.

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