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PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN
Logan Marshall-Green Q&A
Joe Utichi – www.joeutichi.com

Logan Marshall-Green ist Fernsehzuschauern durch seine regelmäßigen Gastauftritte in den Serien 24 und O.C. CALIFORNIA bekannt. Auch auf der Bühne ist er erfolgreich: Für seine Rolle in Neil LaButes Theaterstück WEIT VON HIER wurde er mit dem Drama Desk Award ausgezeichnet.

Sein Leinwanddebüt hatte Logan Marshall-Green 2005 mit THE GREAT RAID - TAG DER BEFREIUNG. 2007 spielte er die Rolle des Paco in Julie Taymors Spielfilm ACROSS THE UNIVERSE. Er ist außerdem als Melvin Panton im Krimi GESETZ DER STRASSE – BROOKLYN’S FINEST zu sehen und spielt in DEVIL – FAHRSTUHL ZUR HÖLLE aus dem Jahr 2010 mit, der Adaption einer Geschichte von M. Night Shyamalan.

Am Set von Ridley Scotts neustem Werk PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN spricht Logan Marshall-Green über seine Figur Charlie Holloway, die Arbeit mit einem der größten Pioniere des Science-Fiction-Genres und die Thematik des Films.

Was können Sie uns über Ihre Figur verraten?
Ich spiele den Wissenschaftler Charlie Holloway, der mit Noomi Rapaces Figur Elizabeth Shaw liiert ist. Die beiden sind ein Team. Sie ist sozusagen das Hirn und er die Beine. Ich würde nicht so weit gehen, von Muskeln zu sprechen, aber er ist so was wie die Beine. Er ist derjenige, der losstürzt, ohne vorher lange nachzudenken. Manchmal schadet er damit beiden als Team, aber oft bringt er sie so auch weiter. Er geht viele Risiken ein und ist damit bisher gut gefahren. Die Prometheus-Mission ist eins dieser Risiken. Das Schöne dabei ist: Auch wenn wir ein Team sind, verfolgen wir doch sehr unterschiedliche Ansätze und Philosophien. Wir glauben und wollen unterschiedliche Dinge. Sie ist die Glaubende. Ich bin der reine Wissenschaftler, der Skeptiker. Es mag abgedroschen klingen, aber wir ergänzen einander. Ich denke, das ist es auch, was die beiden Figuren auf der Gefühlsebene zueinander zieht. Wir respektieren einander völlig, aber mein Skeptizismus trifft auf ihre Ansichten, ihren Glauben.

Wie reagiert man, wenn man einen Anruf bekommt und hört, dass Ridley Scott gerne ein Science-Fiction-Projekt mit einem besprechen möchte?
Man sagt nur eins: „Klar.“ Und dann: „Ich bin dabei.“ Als ich zum Vorsprechen ging, war mir klar, dass es eine Science-Fiction-Szene war. Das war schon aufregend genug – aber obendrein war es eine Szene für einen Film von Ridley Scott! Er hat seit 30 Jahren kein Science Fiction gedreht. Ich las also diese Szene und spielte sie und erfuhr dann, dass sie mir vielleicht diese Rolle anbieten werden. „OK“, dachte ich, „dann sollte ich wohl mal das Drehbuch lesen.“ Obwohl mein Entschluss, mitmachen zu wollen, auch so schon so gut wie feststand. Ich musste extra zurück ins Büro kommen, um das Drehbuch zu lesen, so geheim war es. Beim Lesen wurde mir klar: Das Drehbuch ist super und die Figur ist auch super. Das ist Science-Fiction-Stoff. Und dann kam ich zu dieser Stelle im Script, wo etwas ganz Bestimmtes, Entscheidendes passiert und ich traute meinen Augen nicht. Mir fiel wirklich die Kinnlade runter. Und da wusste ich: Bei diesem Film will ich auf jeden Fall dabei sein. Wo soll ich mich anstellen? Wo soll ich unterschreiben? Denn ich bin ein echter Fan. Ridley ist einer der Gründe, warum ich Schauspieler geworden bin und auch, warum ich Filme liebe. Er hat das moderne Science Fiction Genre geprägt. Die Entscheidung war wirklich sehr leicht. Wenn er sagt: „Spring!“, dann frage ich nur: „Wie hoch?“

In der Geschichte geht es um ziemlich grundsätzliche Themen, das ist sehr selten für einen Blockbuster dieser Größenordnung.
Das ist im Kino allgemein eher selten, aber nicht bei Ridleys Filmen. Ich glaube, Ridley ist jemand, der sich mit Details und mit Sinn und auch mit den großen Fragen beschäftigt. Er würde nicht einfach einen weiteren ALIEN-Film machen. Und auch keinen weiteren GLADIATOR. Er stellt auch die größeren Fragen. Bei ihm steckt alles in den Details. Es ist erstaunlich zu sehen, wie detailreich diese Welt ist. Wie echt und ausgearbeitet seine Vision der Zukunft ist. So kann man wirklich darin Platz nehmen und die einzelnen Figuren kennen lernen.

Jedes Besatzungsmitglied der Prometheus hat ganz eigene Gründe dafür, an Bord zu sein. Wie war das Zusammenspiel mit den anderen Darstellern?
Das hatte einen ganz besonderen Reiz. Wie Sie sagten, irgendwie beobachten sich alle dort gegenseitig. Doch es gibt diese wirklich schönen Zweierkonstellationen, beispielsweise Noomi Rapaces Figur und meine Figur, die einander Halt geben, weil sie von Leuten umgeben sind, die ihnen nicht glauben und sie fertig machen wollen. Und dann gibt es noch die Beziehungen zwischen den Figuren von Rafe Spalls und Sean Harris oder zwischen den Figuren von Charlize Theron und Idris Elba. All diese Paare beobachten jeweils, was die anderen tun.

Wie war die Zusammenarbeit mit Noomi?
Mit Noomi zu drehen war einfach traumhaft. Bei der Zusammenarbeit mit Schauspielern achte ich auf ihren Arbeitsethos. Niemand hat eine so gute Einstellung zur Arbeit wie Noomi. Wir wurden ja sozusagen einfach zusammengeworfen und mussten dann glaubhaft darstellen, dass uns eine emotionale und berufliche Vorgeschichte verbindet. Ich hätte mir keine bessere Schauspielpartnerin dafür wünschen können. Wir haben uns da richtig reingestürzt, ganz körperlich, und haben lauter kleine gemeinsame Eigenheiten entwickelt. Ich glaube, wir beide hatten dabei genau dasselbe im Sinn, und ich hoffe, dass man das sieht. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber die Beziehung zwischen den beiden ist grundlegend für die gesamte Story. Statt die Beziehung jedoch explizit darzustellen, haben wir versucht, sie in den vielen kleinen Details durchscheinen zu lassen, die eine starke Beziehung ausmachen. Hat sie ihm da etwa gerade eine gefrorene Weltraumhimbeere in den Mund gesteckt?  Ja, hat sie!

Weckt es Ihren Ehrgeiz, mit so talentierten Co-Darstellern zu arbeiten?
Man will immer mit den Besten spielen. Man sollte von den Besten lernen und sich etwas von ihnen abgucken wollen – und dabei selbst das Beste geben. Ridley gehört zu den Besten. Er holt sich die Leute, die ebenfalls spitze sind. Zweitklassige Leute holen sich drittklassige Leute, um selbst erstklassig zu wirken. Ridley umgibt sich und uns mit einem Ensemble von Spitzenleuten, mit einer Crew aus Spitzenleuten, mit Top-Designern. Und er braucht uns, um seine Geschichte zu erzählen. Die Zusammenarbeit, die bei sich bei diesem Riesen-Filmprojekt ergibt, das uns Zeit lässt, die Szenen so zu entwickeln und das Drehbuch so umzusetzen, dass es genau richtig ist und nicht einfach nur gut genug, um Feierabend zu machen – so etwas hab ich vorher noch nie erlebt. Es beginnt mit Ridley und endet mit uns. Ich war noch nie Teil eines Ensembles mit einem derartig starken Zusammenhalt, sowohl persönlich als auch beruflich.

Sie sprachen von Ridley Scotts Auge für Details. Ist er ein besonders genauer Regisseur?
Für mich ist es sehr wichtig, dass ich einem Regisseur vertrauen kann. Ich kann einem Regisseur dann vertrauen, wenn ich das Gefühl habe, dass er weiß, was er will. Ridley Scott weiß das besser als jeder andere. Und er ist zugleich in der Lage, die Schauspieler in Entscheidungsprozesse mit einzubinden. Das ist eine wunderbare Eigenschaft: Er lässt die Crew und die Schauspieler dabei mithelfen, die Geschichte zu erzählen. Er weiß immer genau, was er braucht. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Er arbeitet nicht nur auf einer anderen Ebene, sondern auf fünfzehn verschiedenen Ebenen. Während er mit dir spricht, entwickelt er ein Storyboard für die Kamera und verfolgt dabei zehn verschiedene Bildschirme. Er ist wie ein Oktopus.

Können wir uns bei dem Film auf reichlich Action gefasst machen?
Absolut. Es wird auf keinen Fall langweilig. Hier wird nicht 80 Drehbuchseiten lang ein Alien verfolgt und dann am Ende fertiggemacht. Das passiert nicht. Hier wird eine Philosophie hinters Licht geführt, eine ganze Welt. Wenn das Chaos dann ausbricht, bricht es aus. Das ist Teil der Schönheit, die diesen Filmen immer innewohnt. Wir machen etwas Neues. Bei diesem Film wird sich niemand langweilen.

Hatten Sie Spaß mit dem Chaos?
Ja! Bisher wurde niemand verletzt. Es ist chaotisch, keine Frage. Wir bauen den Sturm nicht nachträglich per Computeranimation ein. Uns fliegen der Sturm und das Chaos um die Ohren, und das ist herrlich. Ideal zum Schauspielern.

Hinweis: Dies ist ein Bericht im Rahmen des Specials "Entdecke Prometheus"!

Quelle: 20th Century Fox

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