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PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN
Die Welt von PROMETHEUS: Der Planet
Joe Utichi – www.joeutichi.com

Bei ihrer Landung auf dem fremden Planeten, dem Ziel ihrer Expedition, entdeckt die Crew der Prometheus inmitten einer unwirtlichen, kargen Umgebung ein sonderbares, riesiges außerirdisches Bauwerk. Regisseur Ridley Scott versichert uns, dass diese Szenerie mit nichts zu vergleichen sein wird, was man aus bisherigen Science-Fiction-Filmen kennt. Bei den Außenaufnahmen in Island wurden keine Mühen gescheut – der Drehort war so entlegen, dass Schauspieler, Filmcrew und Ausrüstung mit Helikoptern eingeflogen werden mussten.

Dabei war die isländische Location gar nicht die erste Wahl. „Wir wollten eigentlich in Marokko drehen“, verrät Produktionsdesigner Arthur Max. „Aber die politischen Unruhen in Nordafrika machten es leider unmöglich. Wir waren mehrmals dort und hatten schon alle Drehorte festgelegt, waren aber letztendlich gezwungen, komplett umzudenken.“

Für das Erscheinungsbild des Planeten bedeutete diese Veränderung eine völlig andere Ästhetik. Die Wüsten Marokkos wurden durch die eisigen, frostigen Felsen der isländischen Location ersetzt. „Als wir zum ersten Mal nach passenden Drehorten in Island suchten, war gerade Winter, mit minus 20 Grad, und man sah rein gar nichts“, erinnert sich Max. „Aber zum Glück waren wir vorher schon einmal da. Als wir zurückkamen, legten wir gleich die Drehorte fest, holten Ridley Scott dazu und er fand sie gut.“

Zusätzlich zu den Außenaufnahmen in Island, wurde zudem in den Pinewood Studios vor den Toren Londons, in der legendären 007-Halle, gedreht. Die 114 Meter lange Produktionshalle mit einer Nutzfläche von 5.481 qm ist die größte Europas. Doch für PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN war das noch nicht groß genug.

Also baute das Produktionsteam zunächst die Fläche hinter der Halle aus, wo der Frachtraum der Prometheus und eine kleinere Nachbildung der Planetenoberfläche entstanden. Dieser Bereich ging in einen Anbau mit Innenkulissen eines sogenannten außerirdischen „Pyramidenhügels“ über. Dies alles wurde schließlich mit der 007-Halle verbunden, die die Hauptfläche der Kulissen bildete.

„Es ist niemals groß genug“, seufzt Scott. „Ich war vor Jahren schon mal dort, um den Film DIE LEGENDE zu drehen, und damals habe ich die ganze Halle abgefackelt. Und schon damals dachte ich: ‚Verdammt, sie ist einfach nicht lang genug.‘“

Letztendlich wurde die Halle für die Produktion um 45 m verlängert. „Als ich von einem Ende zum anderen blickte, war mir klar, dass selbst diese Halle für unser Set zu klein war“, so Scott. „Ich arbeite nur sehr ungern mit Greenscreen-Technik. Ich möchte, dass die Schauspieler ihr Bühnenbild um sich herum haben und sehen, was sie tun, wo sie sind. Abgesehen davon ist es einfach öde, mit Bluescreen zu arbeiten und zu rufen: ‚Stell dir vor, dass das Monster jetzt den Gang lang kommt!‘“

„Durch die Verlängerung konnten wir eine schöne große Erkundungsszene in der Halle drehen“, erklärt Max. „Wir haben ein Tunnelnetz mit einer Gesamtlänge von über 75 m, dazu kommen über 45 m an Kammern und 7,60 m hohe Tore.“

Für Michael Fassbender ist Scotts Detailgenauigkeit beim Setdesign der Planetenoberfläche schier unglaublich: „Waren Sie schon in der 007-Halle? Das müssen Sie sich ansehen!“

Die Greifbarkeit des Bühnenbilds erleichtert seine Arbeit als Schauspieler, erklärt Fassbender: „Das Tolle ist, dass Ridley auch mal was an einer Angelschnur aufhängt, wenn das funktioniert, und vielleicht ein bisschen Greenscreen oben in der Ecke einbaut. Er kennt sich sehr gut mit der ganzen Technik aus, aber das Tolle an ihm ist, dass er trotzdem großen Wert auf Machbarkeit legt. Als Schauspieler hast du bei aller Technik trotzdem immer das Gefühl: ‚Ja, das ist machbar.‘“

Wichtig ist, dass man wirklich rundum vom Set umgeben ist und so eine 360-Grad-Perspektive hat, meint Fassbender. „Diese ganze Ausstattung um sich herum zu haben hilft absolut, auf jeden Fall. Es ist so, als ob man in sein Kostüm steigt. Wenn man einen Historienfilm dreht und diese ganzen Dinge um sich hat, die die Menschen früher benutzt haben, hilft das sehr dabei, die Figur noch vielschichtiger zu machen. Wenn das fehlt, muss man ohne auskommen, aber es bedeutet halt, dass bei der Arbeit ein kleines aber wichtiges Detail zur Unterstützung fehlt.“

Arthur Max berichtet, dass er und Ridley Scott im Laufe der Jahre bei vielen gemeinsamen Projekten – darunter Filme wie GLADIATOR, KÖNIGREICH DER HIMMEL und BLACK HAWK DOWN – die Erfahrung gemacht haben, dass sich Ziele manchmal einfach besser mit praktischen Mitteln erreichen lassen als mit Computeranimation. „Ich denke, bei der Entscheidung, wie viel Ausstattung man baut, kommt es auf die richtige Balance an“, erklärt er. „Man braucht eine überzeugende Grundlage. Selbst die Leute, die für die visuellen Effekte zuständig sind, brauchen für ihre Arbeit ausreichendes Referenzmaterial. Bei diesem Film ist das eine besondere Herausforderung, denn in fast jeder Einstellung gibt es eine visuelle Komponente und alles muss ganz neu gebaut werden. Man kann sich die Sachen nicht einfach irgendwo vom Studiogelände oder aus der Requisite holen.“

Herzstück der außerirdischen Kulisse in den Pinewood Studios ist eine knapp 10 m hohe Monolithenskulptur in Form eines Kopfes, die auch auf den Filmpostern zu sehen ist. Das Team von Arthur Max hat diesen Monolithen gebaut. „Die Grundidee dabei ist, dass er Teil der Kultur der sogenannten ‚Ingenieure‘ ist“, so Max über die Außerirdischen, die im Kern der Story vorkommen. „So nennt sich diese Spezies außerirdischer Besucher, die uns im Laufe der Jahrtausende körperliche und geistige Upgrades verpasst haben.“

Für den Bau des sogenannten „Pyramidenhügels“ benötigte ein Team von über 200 Technikern sechzehn Wochen. Seinen widersprüchlichen Namen verdankt das Bauwerk der Tatsache, dass es im Drehbuch als Pyramide beschrieben wird, in der Umsetzung jedoch etwas anders gestaltet wurde, so Max.

Was die visuelle Verbindung zwischen PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN und ALIEN betrifft, für dessen legendären Außerirdischen H.R. Giger den reptilienartigen Skelett-Look entwarf und ihm so zu Kultstatus verhalf, hatte Max klare Anweisungen von Ridley Scott. „Ridley sagte: ‚Ich will nicht, dass es zu Giger-mäßig aussieht, aber ich will das auch nicht komplett aufgeben‘“, erinnert er sich.

Also beschäftigte sich das Design-Team zunächst mit Gigers Arbeiten für den ersten ALIEN-Film und sichtete Archivmaterial aus der Bibliothek der Motion Picture Academy sowie aus Privatsammlungen von Leuten, die an diesem ersten Film mitgearbeitet hatten. Scott führte außerdem einige der wichtigsten Filme des Genres vor. „Er hat sehr viel an Recherchematerial zum Originalfilm und der gesamten Reihe zusammengetragen“, so Max. „Wir haben uns all diese Filme angesehen. Ridley zeigte uns neben ALIEN und BLADE RUNNER auch diverse Filme mit Titeln, in denen das Wort ‚STAR‘ vorkommt. Es gibt drei davon. Sie müssen selbst raten, welche!“

Bei der Sichtung dieses Referenzmaterials ging es auch darum, herauszufinden, was nicht gemacht werden sollte. „Wir wollten etwas machen, das sich von all diesen Filmen wirklich unterscheidet“, erklärt Max. „Wir wollten etwas Neues und Frisches machen, denn nur so konnten wir uns visuell abgrenzen. Deshalb beschlossen wir zum Beispiel, dem fremden Planeten einen weniger organischen und eher mechanischen Look zu geben.“

Die größte Herausforderung bei der Visualisierung der außerirdischen Umgebung fasst Max so zusammen: „Die Wesen, die auf diesem Planeten leben und die wir die ‚Ingenieure‘ nennen, sind mitsamt ihrer Technologie jenseits von allem, was wir wissen oder uns vorstellen können. Trotzdem muss das visuell interessant sein. Darin liegt wohl unsere größte Herausforderung, denn wir müssen mit der berühmtesten Science-Fiction-Ikone aller Zeiten konkurrieren. Etwas zu finden, das dagegen bestehen kann, darin besteht die eigentliche Kunst.“

Hinweis: Dies ist ein Bericht im Rahmen des Specials "Entdecke Prometheus"!

Quelle: 20th Century Fox

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