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PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN

Themen und Motive
Joe Utichi – www.joeutichi.com

„Stell dir vor, du triffst Gott, und Gott ist der Teufel.“ So beschreibt Michael Ellenberg, Executive Producer von PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN, eines der zentralen Themen in Ridley Scotts neuem Science-Fiction-Abenteuer, seinem ersten nach den wegweisenden Klassikern ALIEN und BLADE RUNNER.

Die Geschichte des Films kreist um die Fragen menschlichen Daseins: Wer sind wir und woher kommen wir? Schauspieler Michael Fassbender faßt es folgendermaßen zusammen: „Es geht letztlich darum herauszufinden, ob bei der Geburt der menschlichen Zivilisation andere Wesen Pate standen, die im Film als ‚Ingenieure‘ bezeichnet werden – und ob wir für diese Wesen Teil eines übergeordneten Plans sind.“

Die Grundidee für PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN ergab sich, wie bei allen guten Science-Fiction-Geschichten, aus realen Beobachtungen. „Ridley fühlte sich von bestimmten Phänomenen inspiriert: von den Nazca-Linien in Peru, diesen riesigen Erdskulpturen, die man nur vom Flugzeug aus erkennen kann, genauso wie von den französischen Höhlenmalereien und den uralten Kulturen der Ägypter und den Mayas“, erklärt Ellenberg. „Ausgehend von diesen Entdeckungen geht der Film noch einen Schritt weiter und spekuliert darüber, was möglicherweise in der Zukunft gefunden wird.“

Regisseur Ridley Scott reagiert mit den Themen in PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN auf eine Flut von postapokalyptischen Filmen. PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN beschäftigt sich weniger mit der Zukunft und damit, wohin wir steuern, sondern wirft vielmehr einen Blick in die Vergangenheit, auf unsere Ursprünge.

„Es geht um den Ursprung des Lebens und die ewige Frage: ‚Was wäre, wenn …?‘“, erklärt Scott. „Gibt es diese Kugel, auf der wir jetzt leben, schon seit drei Milliarden Jahren oder erst seit einer? Und wenn wir nicht schon einmal Besuch hatten [von außerirdischen Zivilisationen], was ist dann diese ganze lange Zeit auf diesem Planeten passiert, bevor Leben entstand? Es ist pure Arroganz zu sagen ‚Nein, unmöglich, wir sind die Ersten.‘ Sind wir die ersten Menschenartigen? Ich bezweifle das wirklich sehr. Unsere kulturelle Erinnerung und unsere Legenden erzählen von wundersamen, sonderbaren Dingen wie Atlantis – was ist das? Woher kommt das? Ist es wahr, war es wahr, ist es eine Erinnerung an etwas, das es tatsächlich einmal gab? Und wenn es so etwas gab, wie lange ist das her? 750 Milliarden Jahre? Dann wäre heute nichts mehr davon übrig. Wie wurde es erschaffen und von wem?“

Gemeinsam mit Drehbuchautor Jon Spaihts schrieb Scott eine erste Fassung und holte dann Damon Lindelof dazu, bekannt als Miterfinder der Serie LOST. „Ridley rief mich zum ersten Mal Mitte Juli [2010] an“, erinnert sich Lindelof. „Ich war ihm bis dahin nie begegnet, war aber natürlich ein Riesenfan seiner Filme. Als er anrief, saß ich gerade im Auto. Ich ging ran und eine Stimme sagte: ‚Ridley Scott wird Sie in fünf Minuten anrufen, haben Sie gerade Zeit?‘ Ich baute vor Schreck fast einen Unfall. Ich war total aufgeregt, als er anrief und sagte, er würde mir ein Drehbuch schicken.“

Der erste Drehbuchentwurf von Spaiht war eine direkte Vorgeschichte zu ALIEN, doch Scott erklärte Lindelof, dass er mit der Geschichte lieber ganz neues Gebiet beschreiten wollte. „Ihn interessierten auch die übergeordneten Themen, mit denen der Film sich beschäftigen könnte“, erzählt Lindelof. „Wir führten mehrere Gespräche darüber mit dem Ergebnis, dass wir mehrere Monate sehr eng zusammenarbeiteten und das Skript solange umschrieben, bis er das Gefühl hatte, dass es wirklich ein völlig eigenständiger Film war.“

Lindelof fügt hinzu: „Das Faszinierende an Ridleys Arbeit als Regisseur ist, dass er große Themen in einer Art grundlegender Wirklichkeit verankert. Das Coole an diesem Film ist, dass er nicht in erster Linie auf der Erde spielt. Wir erleben also die Zukunft woanders als auf der Erde. Es geht eher darum, wie die Menschen jetzt sind. Was haben sie erlebt? Worüber denken sie nach? Die Idee ist, dass wir in hundert Jahren eigentlich genau so sein werden wie jetzt, aber vielleicht von anderen Gedanken getrieben werden. Davon handelt der Film.“

Für den Produktionsdesigner Arthur Max waren diese Themen der Schlüssel zu seiner Vorstellung vom Look des Films. „Ganz grob gesagt sind diese Kreaturen so eine Art interplanetare Gentechniker“, witzelt er. „Sie laufen herum und erschaffen Leben. In gewisser Weise sind sie also gottähnlich.“

Logan Marshall-Green, der im Film den Wissenschaftler Holloway spielt, fasst die Bedeutung der Grundthemen von PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN so zusammen: „Im Fokus des Films stehen nicht Außerirdische, sondern philosophische Fragen. Dieser intellektuelle Ansatz zieht den Zuschauer schon in den Bann, bevor die ganze Handlung losgeht. Man sieht gespannt zu, weil man wissen will, was gesagt wird, nicht nur, was passiert.“

Lachend fügt er hinzu: „Sagen wir mal so: Der Film stellt eine These auf, die ganz sicher ein Schritt weg vom Darwinismus ist!“

„Der mythologische Prometheus war ein Titan, der den Göttern das Feuer stahl, das sie ganz allein für sich behalten wollten, weil sie fürchteten, was die Menschen damit anstellen könnten, wenn sie es in die Finger bekämen“, so Lindelof. „Dieses Grundmotiv findet sich überall im Film PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN wieder: Es geht um Dinge, die wir Menschen tun, aber die wir vielleicht lieber lassen sollten, sowohl in Bezug auf technologische Entwicklungen als auch bei Entdeckungen. Gibt es eine Grenze, die wir nicht überschreiten sollten? Herauszufinden, warum der Film PROMOTHEUS heißt, ist Teil des Vergnügens.“

Für Fassbender spiegelt auch die Interaktion der Protagonisten an Bord des Raumschiffs Prometheus die Filmthematik wider. „Es geht immer auch um Beweggründe und sie haben diese Besatzung letztendlich wohl zusammengeführt. Das Tempo, die Dynamik, das intelligente Skript – jeder an Bord hat seine eigenen Ziele, und die sind jeweils sehr persönlich. Manche sind wegen des Geldes dabei. Andere, weil sie Antworten suchen. Wieder andere hoffen, hinter ein Geheimnis zu kommen. Manche hatten vielleicht etwas ganz Anderes vor. Es gibt also eine Gruppe mit einer Vielzahl von Beziehungen, Individuen und Motiven, und das sorgt schon im Vorfeld für reichlich Spannung, bevor es dann richtig zur Sache geht.“

Charlize Theron fand über die abgründigen Motive ihrer Figur Zugang zu den Themen des Films: „Für mich lag extrem viel Potenzial darin, die Themen, mit denen sich auch das Drehbuch beschäftigt, aus der Perspektive einer Figur zu ergründen, die so ganz anders ist als alle anderen auf dieser Mission“, erklärt sie. „Da sind diese Wissenschaftler, die sich auf den Weg machen, einer von ihnen glaubt an Gott, ein anderer nicht, und so kommen diese ganzen Themen ins Spiel. Aber das alles aus der Perspektive einer Figur zu erleben, die aus einer sehr viel kühleren, nüchternen Business-Welt kommt – das war wirklich spannend.“

Lindelof bemerkt: „Eine der wirklich interessanten Fragen, mit denen sich der Film beschäftigt, ist in meinen Augen die implizite Vorstellung, dass es bei der Erforschung des Weltraums, besonders in der Zukunft, nicht mehr nur darum geht, ins All vorzudringen und neue Planeten zu entdecken, die wir kolonialisieren können, sondern auch darum, dass wir immer mehr über uns selbst lernen, je weiter wir hinaus streben. Und ich glaube, dass zumindest einige der Figuren in diesem Film sehr damit beschäftigt sind, sich zu überlegen: ‚Woher kommen wir? Was sind unsere Ursprünge? Was ist unser Platz im Universum? Sind wir die einzigen intelligenten Lebewesen oder gibt es noch andere?‘“

In diesem Punkt unterscheidet sich der Film aus Lindelofs Sicht ganz klar von ALIEN. „Bei ALIEN geht es im Grunde nur darum, dass die Crewmitglieder eines Erzfrachter-Raumschiffs aus Versehen über einen extrem gruseligen Riesenmisthaufen stolpern. Und obwohl es solche Elemente auch in PROMETHEUS gibt – einschließlich Szenen, die definitiv sehr gruselig sind – geht es Ridley vor allem darum, den zugrunde liegenden Schöpfungsgedanken thematisch auszuloten.“

Hinweis: Dies ist ein Bericht im Rahmen des Specials "Entdecke Prometheus"!

Quelle: 20th Century Fox

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