Eine Besonderheit der Viennale ist bereits seit längerer Zeit der jährlich neue Trailer des Festivals. Es handelt sich dabei um keinen Werbetrailer im eigentlichen Sinn, sondern um ein kleines, autonomes Stück Kino, das für sich und für das Festival zugleich steht. Auf Einladung der Viennale haben in den letzten Jahren international renommierte Regisseure solche rund einminütige Filmarbeiten eigens für das Festival erstellt, unter ihnen Stan Brakhage, Jonas Mekas, Leos Carax oder Agnès Varda.

Schon seit längerem hat Festival-Direktor Hans Hurch den Versuch unternommen, den Regisseur Jean-Luc Godard für solch eine Arbeit zu gewinnen - ein Bemühen, das sich in diesem Jahr tatsächlich gelohnt hat. Nach einer Zusage im Sommer hat Jean-Luc Godard der Viennale einen kleinen, einminütigen Film geschickt, den er, wie er betont, auf Einladung des Festivals eigens für die Viennale produziert hat. Dies ist umso bemerkenswerter, als es sich dabei um die erste veröffentlichte Arbeit des Regisseurs für die Leinwand seit seinem letzten Film Notre musique im Jahre 2004 handelt.

Une catastrophe

Der Film trägt den Titel Une catastrophe und ist eine Art kinematographisches Gedicht über Gewalt und Liebe, in der für Godard typischen Art der Montage und Überlagerung von filmischen Materialien, Tönen, Sprache und Musik. Darunter kurze Ausschnitte aus Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (1925) und dem Kollektivfilm Menschen am Sonntag (1930). Dazu ein altes plattdeutsches Gedicht aus dem 18. Jahrhundert aus Vorpommern mit dem Text Kumm du um Middernach / Kumm du Klock een / Vader slöpt / Moder slöpt / ik slap alleen. Klopp an de Kammerdör / fat an de Klink. / Vader meent / Moder meent / dat deit de Wind


„Mit dieser wunderbaren Arbeit Jean-Luc Godards für unser Festival geht für mich ein kleiner Traum in Erfüllung“, so Festival-Direktor Hans Hurch, „und zugleich sehe ich darin eine große Wertschätzung und ein Zeichen für die Bedeutung, die die Viennale inzwischen in der Filmwelt hat.“

Der Festival-Trailer Une catastrophe läuft ab 18. September österreichweit in über 100 ausgewählten Kinos und wird während der Viennale von 17.-29. Oktober wiederholt im Programm des Festivals zu sehen sein.

Der Trailer ist unter www.viennale.at zu sehen.

Quelle: Viennale

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