In einer haarsträubenden Entscheidung wurde dem, von der Kritik verrissenen Fliegerfilm Der rote Baron, nun das Prädikat "besonders wertvoll" verliehen. Hier einen Auszug aus der Begründung:

Stehen am Anfang des Films die ritterlichen Aspekte der Fliegerei und die fast spielerische Auffassung des Luftkampfes als Turnier über den Wolken, werden durch die im weiteren Lauf der Handlung immer öfter eingeblendeten Szenen aus Lazaretten und von Grabenkämpfen, von Sterbenden und Verwundeten diese Bilder vom Krieg als "großem Spiel“ korrigiert. Die Erkenntnis von dieser anderen Realität des Krieges spiegelt sich im Verhalten des jungen Flieger-Asses zunehmend wieder. Aus dem "Luftikus" wird ein mitfühlender, zweifelnder junger Mann.

Bemerkenswert erschien der FBW-Jury auch, wie durch kleine Randbemerkungen bestimmte politische und geistige Tendenzen jener Zeit angedeutet werden. Ein Beispiel dafür ist die Szene, in der angesichts des toten Freundes von Richthofen, dem Flieger Friedrich Sternberg, auf die Bemerkung hin, dass dieser keinen Priester, sondern einen Rabbi bräuchte, Richthofens anfangs ungestümer und eher ignoranter, jüngerer Bruder Lothar mit einem skeptischen, fast verächtlichen "Ach so?“ reagiert.

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