Filmfest München - Alejandro Jodorowsky beleidigt Disney und Steven Spielberg
Der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky wurde in der vergangenen Woche während des 31. internationalen Filmfest München mit einer Retrospektive Filmreihe geehrt. Unter anderem liefen aus diesem Grund seine Werke El Topo (1970) sowie Montana Sacra - Der Heilige Berg (1973) im Münchner Filmmuseum. Festivalleiterin Diana Iljine kennt alle Filme des eigenartigen Regisseurs und ist demnach der Meinung, dass seine Filme erst nach der Rezeption aller Werke beurteilt beziehungsweise bewertet werden können.

Seine eigenartige Art Geschichten zu erzählen führt Jodorowsky auch nach seiner 23-jährigen Pause in seinem neuesten Werk La Danza de la Realidad - The Dance of Reality fort. Der Film wurde außerdem in die Cinemasters Filmreihe aufgenommen und hatte demnach die Chance in München mit dem ARRI/Osram-Award ausgezeichnet zu werden.

Infolgedessen war Alejandro Jodorowsky im Verlauf der gesamten letzten Woche in München anwesend und beantwortete nach den Filmvorstellungen die Fragen der Zuschauer zu seinen Filmen. Am 28.6.2013 traf Jodorowsky des Weiteren auf seinen Freund Nicolas Winding Refn (Walhalla Rising, Drive) und drückte seine Bewunderung ihm gegenüber aus. Seiner Meinung nach ist der dänische Regisseur einer von wenigen Filmemachern, die heutzutage noch Filme drehen, welche als Kunst angesehen werden können.

Im Zuge seiner Rede während der Publikumsdiskussion äußerte sich Jodorowsky äußerst negativ über Hollywood. Der Regisseur stempelte Hollywoodfilme als Verblödung der Masse ab. Darin thematisierte er Steven Spielberg, Walt Disney und Filme wie Superman: Man of Steel, Iron Man 3, als auch die neu etablierte 3D-Technik. Jodorowsky rechtfertigte seinen neuen Film La Danza de la Realidad - The Dance of Reality als Maßnahme das heutige Publikum zu erziehen und dessen Horizont zu erweitern. Für ihn sind Blockbuster nur Werbefilme, in denen zum Beispiel große Uhren in die Kamera gehalten werden.

Jodorowskys Abneigung gegenüber Walt Disney und den restlichen großen Filmstudios der Traumfabrik kann mit der Ablehnung seines Projekts Dune in den 70er Jahren erklärt werden. Allerdings kann dies nicht als einziger Grund angesehen werden. Der Filmemacher ist einfach von der ganzen Machart der Hollywoodfilme verärgert.

Ein großer Filmemacher, der seiner Meinung nach mit seinen Filmen Kunst erschaffen hat, ist David Lynch. Lynch verfilmte 1984 Dune nach seinem eigenen Drehbuch und wurde damals für einen Oscar in der Kategorie Bester Ton nominiert. Jodorowsky hat den Film damals im Kino gesehen und bezeichnet dieses Lynch-Werk als großen Fehltritt.

Wann Jodorowskys neuster Film La Danza de la Realidad - The Dance of Reality bei uns erscheint, ist noch unklar.

Neuen Kommentar schreiben

Bitte anmelden oder registrieren um an dieser Diskussion teilnehmen zu können.

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.
Beliebte Neuigkeiten