Filmfest München - Nicolas Winding Refn wird Jodorowsky's Dune verfilmen!
Das internationale Filmfest München hat am 28.6. zum 31. Mal seine Pforten mit dem Film Exit Marrakech der deutschen Regisseurin sowie Oscar-Preisträgerin Caroline Link eröffnet und demnach im Mathäser Filmpalast zahlreiche Gäste empfangen. Während des zweiten Festivaltages wurden unter anderem Sir Michael Caine (Mr. Morgan's Last Love), der italienische Filmemacher Paolo Sorrentino (Cheyenne - This Must Be The Place, The Great Beauty), Drive-Regisseur Nicolas Winding Refn als auch der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky, der nach einer 23-jährigen Schaffenspause mit La Danza de la Realidad - The Dance of Reality seinen neuen Film vorstellte, am Gasteig begrüßt.

Ferner wurden während der Festivalwoche Jodorowsky und Sorrentino jeweils mit einer Retrospektive-Filmreihe geehrt. Einige ausgewählte Filme aus ihrem Oeuvre wurden demnach erneut auf ausgewählten Kino-Leinwänden projiziert. Darüber hinaus feierte auch die amerikanische Dokumentation mit dem Titel Jodorowsky's Dune, welche bereits in Cannes vorgestellt wurde, des Filmemachers Frank Pavich, der ebenfalls in München war, seine Deutschland-Premiere.

In Jodorowsky's Dune veranschaulicht Pavich den gescheiterten Versuch des chilenischen Filmemachers Frank Herberts Science-Fiction Roman Dune in den 70er Jahren zu verfilmen. Jodorowsky arbeitete damals mit Michel Seydoux zusammen und verfasste infolgedessen das Drehbuch zum Film, welches zugleich als Storyboard-Buch angesehen werden kann.

Jodorowsky überzeugte damals beispielsweise Pink Floyd, Salvador Dali und Dan O'Bannon (fungierte später als Mitwirkender bei den Filmen Total Recall, Star Wars, Alien) sich an seinem Film zu beteiligen. Das Ganze scheiterte jedoch damals, da kein Hollywoodstudio das Projekt vermarkten wollte. Walt Disney und Paramount Pictures waren zwar von dem Projekt überzeugt, konnten aber nicht besonders viel mit Alejandro Jodorowsky als Regisseur des Films anfangen und lehnten aus diesem Grund das Projekt ab.

Nicolas Winding Refn, der seit einigen Jahren mit Alejandro Jodorowsky befreundet ist und ihm seinen neuesten Film Only God Forgives gewidmet hat, hatte bereits das Vergnügen das Drehbuch zu Jodorowskys Dune-Version zu sehen und ist der Meinung, dass dieser Film damals das Zeug dazu hatte besser als Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum zu werden.

Die Freundschaft zwischen Nicolas Winding Refn und Alejandro Jodorowsky wurde weiters nicht nur in der Dokumentation Jodorowsky's Dune angesprochen, sondern konnte auch während des Publikumsgesprächs am Gasteig in München beobachtet werden. Jodorowsky, der weiterhin möchte, dass seine Dune-Version verfilmt wird, kündigte erneut an, dass er Nicolas Winding Refn das Drehbuch übergeben wird. Refn, der seiner Meinung nach einer von wenigen Filmemachern ist, die heutzutage noch Kunst erschafft, soll sein Projekt verfilmen. Der Drive-Regisseur willigte nach dieser Ankündigung erfreut ein, da er schon immer einen Science-Fiction Film drehen wollte. Allerdings möchte Jodorowsky nicht, dass Refn ein großes Hollywoodprojekt daraus macht. Es wird sich demnach noch zeigen, ob sich das Ganze letztendlich finanzieren lässt.

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