Berlinale Tagebuch 2 – Matt Damon und Joseph Gordon-Levitt hautnah!
Berlinale Tagebuch – Tag 2: Freitag 08.02.2013

To Do Liste:
-Pressevorführung zum Joseph Gordon-Levitt Regiedebüt Don Jon’s Addiction
-Pressekonferenz zu Don Jon’s Addiction mit Joseph Gordon-Levitt
-Pressekonferenz: zu Promised Land mit Matt Damon (Titelheld, Produzent und Drehbuchautor), Gus Van Sant (Regisseur) und John Karsinski (Drehbuchautor und Schauspieler)
-Industrie-Debatte zum Thema „After the Hype – the Future of 3D“
-Pressekonferenz zu Ulrich Seidls Paradies: Hoffnung
-Pressevorführung zu Les Miserables

Glamourös war es am Donnerstag während der Eröffnungsfeier am Potzdamer Platz. Viele Prominente liefen über den Roten Teppich und zahlreiche Bewunderer standen daneben, um ihre Stars zu sehen. Doch am Tag darauf standen die Filmfans nicht mehr neben dem Roten Teppich und damit hinter der Absperrung, sondern, mal wieder, in den großen Warteschlangen, welche nie kleiner werden und die zum Berlinale-Ticket-Schalter führen. Sogar in der Früh sitzen die Leute davor und bilden eine Schlange, denn besser man steht noch während es dunkel ist auf und setzt sich in den Arcaden auf den Boden vor dem Schalter, als dass man seinen Most Wanted Film verpasst. Berlinale Tickets sind eben etwas Besonderes. Doch nun zum wichtigeren Teil des Tages, zu den Pressekonferenzen:

Die Pressekonferenz zu Don Jon’s Addiction startete um 13:15 Uhr gleich nach der Pressevorführung. Die romantische Komödie ist, soweit ich mitbekommen habe, sehr gut bei den Kritikern angekommen und hat im Kinosaal für viele Lacher gesorgt. 10 Minuten nach der Pressevorführung stand der Star des Films dann auch vor mir, was natürlich etwas merkwürdig ist, vor allem aufgrund des Größenunterschieds. Daran gewöhnt man sich aber sehr schnell. Leider konnte Scarlett Johansson nicht kommen, um den Film mit ihm zu promoten, da sie zurzeit am Broadway arbeitet und acht Auftritte in dieser Woche hat.

Gordon-Levitt kam in einem dunkelgrauen Sakko, einem blau-weißen Karohemd und einer schwarzen Krawatte in den Pressekonferenzsaal, also passend zur Feier seines Regiedebüts. Der Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur war gut gelaunt und hat sich stets mühe gegeben die Fragen der Kollegen präzise zu beantworten. Ansonsten fand ich es äußerst amüsant wie er mehrmals in die Rolle des Don Jon geschlüpft ist, während er seine Figur erklärte.

Die nächste Pressekonferenz begann dann um 14:30 Uhr. Matt Damon kam zusammen mit dem Regisseur Gus Van Sant (Promised Land) und dem Schauspieler, sowie Drehbuchautor und Produzenten John Karsinski herein. Damon kam in seiner Alltagskleidung. Man hatte das Gefühl, er fühle sich wie zuhause, obwohl er konzentriert die Fragen beantwortete. Nachdem er von einer Kollegin, die für die Bildzeitung arbeitet, gefragt wurde, was er denn von dem Problem des Baus des neuen Berliner Flughafens halte, musste er lachen und zog zugleich zahlreiche Journalisten mit sich. Die Frage kam unerwartet und passte auf jeden Fall nicht zum vorigen Thema, dem Fracking. Im Endeffekt hat sich aber dann herausgestellt, dass genau diese Frage zu den Schlagzeilen des Tages zählte. Damon antwortete, er freue sich sehr auf die Fertigstellung des Flughafens, auch wenn der Zeitpunkt der Fertigstellung noch nicht feststehe. Es ist für ihn nämlich immer etwas ärgerlich zuerst nach Frankfurt zu fliegen und dann umzusteigen, um nach Berlin zu gelangen. Glücklicherweise fliegt er aber im kommenden Monat mit einen der wenigen Flieger, die wöchentlich direkt nach Berlin gelangen. Matt Damon wird demnächst in der deutschen Hauptstadt am Set des George Clooney Films The Monument Men arbeiten. Ansonsten hofft Damon, dass sein langjährigen Freund und Kollege Ben Affleck dieses Jahr den Oscar für den Besten Film des Jahres mit nach Hause nimmt.

Nach dieser Pressekonferenz besuchte ich das Gelände des Europäischen Filmmarkts. Man muss noch sagen, dass der Filmmarkt in Berlin seit letztem Jahr einen enormen Aufschwung erhalten hat. Die Filmeinkäufer warten nun nicht mehr bis zu den Filmfestspielen in Cannes, um ihre Einkäufe zu erledigen, sondern beginnen bereits in Berlin, sodass große Produktionen und große Namen gehandelt werden. Beispielsweise wurde der Film 2 Guns mit Mark Wahlberg im vergangenen Jahr auf der Berlinale eingekauft. Dieses Jahr wird beispielsweise Transcendence mit Johnny Depp angeboten. Auf dem Gelände des Europäischen Filmmarkts fand am Freitag eine Debatte über die Zukunft des 3D statt. Dabei sprachen unter anderem The Hollywood Reporter-Journalist Scott Roxborough, Bob Mayson (Managing Director, RealD Europa) und Sophokles Tasioulis (3D-Sportsendungen-Produzent) über den 3D Boom, der durch James Camerons Avatar 2009 ausgelöst wurde und die darauffolgende 3D-Flaute. Mit dem 3D-Meisterwerk Life of Pi von Ang Lee sehen die Vertreter der Filmindustrie aber ein starkes Zugpferd, welches beweist, dass 3D entwicklungsfähig ist solange es richtig angewendet wird.

Leider konnte ich die Debatte nicht zu Ende verfolgen, da die Pressekonferenz zu Paradies: Hoffnung auf meinem Tagesplan stand. Also eilte ich zurück zum Potzdamer Platz. Ulrich Seidl und die Besetzung des Films haben alle einen netten Eindruck bei mir hinterlassen. Lustig war, dass Ulrich Seidls Regiearbeit von einer Kollegin als „humorvolle Gnadenlosigkeit“ charakterisiert wurde und der Regisseur dies gerne aufnahm und weiterhin benutzte.

Ferner möchte ich noch ergänzen, dass die filmbezogenen Berichterstattungen zu den Pressekonferenzen in den News nachgelesen werden können. In meinem Tagebuch beschreibe ich nur die Eindrücke, welche ich persönlich von den Konferenzen, den Vorführungen usw erhalte. Damit möchte ich mich auch verabschieden.

Kleiner Teaser:
Im Tagebuch Tag 3-Eintrag findet ihr dann meine Eindrücke zu Amanda Seyfried (Mamma Mia), James Franco, Ruoert Grint (Harry Potter), Til Schweiger, Anne Hathaway, Hugh Jackman uvm.

Liebe Grüße aus Berlin!

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