Infernal Affairs

OT: -  101 Minuten -  Cop / Thriller
Infernal Affairs
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
995
Bewerten:

Filmkritik zu Infernal Affairs

Von am

Man kann sicher nicht leugnen, dass Infernal Affairs sehr hohe Wellen geschlagen hat. Er hat nicht nur das Hong Kong Kino wiederbelebt und zwei Fortsetzungen nach sich gezogen, sondern auch Hollywood zu einem mehr als beachtlichen Remake inspiriert: The Departed veranlasste Kultregisseur Martin Scorsese dazu sein erstes Remake zu drehen, was ihm auch zu einem Awardregen sondergleichen verhalf: Das erste Mal in seiner Karriere konnte er den Oscar für die beste Regie entgegen nehmen, und sein Film bekam auch noch den Oscar als bester Film des Jahres. Es muss also einiges dahinterstecken wenn ein Remake den begehrtesten Filmpreis der Welt erhält. Infernal Affairs wird diesen Erwartungen sicher gerecht.

In Hong Kong herrscht Krieg. Doch es kämpfen keinesfalls Nationen gegeneinander, sondern es handelt sich um die ewigen Schlacht der Triade mit der Polizei. Beiden Organisationen ist es nun gelungen einen Maulwurf in die feindlichen Reihen zu schleusen. Chan Wing Yan  (Tony Leung) operiert als Undercoveragent in der Bande von Verbrecherboss Hon Sam (Eric Tsang) und versorgt Hong Kongs Polizeichef Wong (Anthony Wong) mit Infos über die Pläne der Verbrecherorganisation. Er wurde auserwählt und muss nun seit vielen Jahren unter falscher Identität leben.

Was die Polizei aber nicht weiß ist, dass Hon Sam ebenfalls einen Maulwurf in die Reihen der Polizei geschmuggelt hat. Lau Kin Ming (Andy Lau) warnt den Verbrecherboss vor den Schritten der Polizei und so hat sich eine gewisse Patt-Stellung entwickelt. Während eines verkorksten Drogendeals, kommen allerdings beide Seiten dahinter dass sie jeweils einen Feind in ihren Reihen haben. Die beiden verdeckten Ermittler müssen sich nun gegenseitig aufspüren und gleichzeitig ihre eigene Tarnung aufrecht halten...

Ich bin einer derjenigen die zuerst das Remake The Departed gesehen haben und sich erst dann an das Original gewagt haben. Nun muss ich leider zugeben dass mir Martin Scorseses Interpretation der Geschichte doch deutlich besser gefallen hat. Vielleicht liegt es am Stil des Regisseurs, den ich einfach liebe, aber vielleicht hat es auch andere Gründe: The Departed läuft um volle 50 Minuten länger als Infernal Affairs und bringt deutlich mehr Tiefe in die Geschichte. Die Charaktere werden besser beleuchtet und vor allem die Inszenierung ist auf einer höheren Stufe als beim Original. The Departed wirkt etwas rauer und härter und ist dem Vorbild in fast allen Punkten überlegen.

Doch genug des Jammerns. Man darf schließlich nicht vergessen dass Infernal Affairs zuerst da war und dass sich The Departed deutlich inspirieren lies und sehr viele Szenen genau übernommen wurden. Nur wurden diese Szenen eben um Feinheiten verbessert. Besonders in der Auflösung der Story im Fahrstuhl wirkte The Departed deutlich besser. Solche Situationen findet man viele im Film: Infernal Affairs machte es gut vor und The Departed hat alles nochmal verbessert. Vielleicht empfinden das diejenigen Zuseherm, die vor dem Remake das Original gesehen haben anders, aber aus meiner Sicht ist es nun mal so.

Das intelligente und durchdachte Drehbuch kann man Infernal Affairs allerdings nicht absprechen. Die verzwickte Situation in der sich die Hauptfiguren befinden wird geschickt ausgenutzt und spitzt sich Szene für Szene zu. Die Psychologie der Charaktere wurde niemals vergessen und man kann sich sowohl in den "Guten", als auch in den "Bösen" hineinversetzen und im Laufe des Films beginnt die Grenze zwischen gut und böse zu verschwimmen. An den Darstellern gibt es in beiden Teilen nicht viel zu bekriteln. Martin Scorsese konnte mit Namen wie Jack Nicholson, Leonardo di Caprio, Matt Damon, Mark Wahlberg, Martin Sheen, uvm. natürlich für ein beeindruckendes Ensemble sorgen, aber auch die Schauspieler im Original machen ihre Arbeit großartig. Der einzige der allerdings deutlich besser ist als sein amerikanischen Pedant ist Andy Lau, der eine viel bessere Figur als Matt Damon abgibt.

Vom Setting unterscheidet sich Infernal Affairs deutlich von The Departed. Während in der amerikanischen Version Bostoner Gangster beleuchtet werden, versprüht die Triade natürlich ein ganz anderes Ambiente. Beim einen Film dominieren schmutzige Hinterhöfe, Bars und andere Gangstertreffpunkte das Bild, und beim anderen sind es vor allem die verspiegelten Fassaden der Hochhäuser Hong Kongs, die dem Zuseher in Erinnerung bleiben. Im Endeffekt sind beide Filme sehr gut und es hängt vom eigenen Geschmack ab welchen man besser findet.

Fazit:
Infernal Affairs ist ein intelligenter, energiegeladener Hong Kong Cop-Thriller, der durch seine angespannte Situation von Anfang an fesselt. Meiner Meinung nach zieht er allerdings im Vergleich zu The Departed den kürzeren und wenn man die Entscheidung hat welchen von beiden man sehen will, würde ich Scorseses Interpretation der Geschichte empfehlen.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 9/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
10 /10
50%
9 /10
0%
8 /10
50%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Miami Vice
French Connection 2
Chinatown (1974)
Fight Club (1999)
Memento (2000)
Duell (1971)
Batman: The Dark Knight (2008)
Misery (1990)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!