Konferenz der Tiere (2010)

OT: Konferenz der Tiere - 93 Minuten - Animation
Konferenz der Tiere (2010)
Kinostart: 08.10.2010
DVD-Start: 24.03.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Konferenz der Tiere

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Die deutsche Mainstream-Filmindustrie rund um Constantin Film orientiert sich ja schon seit geraumer Zeit augenscheinlich an der Stilistik des Hollywood-Films. Das ist natürlich auch verständlich, aber mit dem neuesten Film Konferenz der Tiere macht man dabei einen folgenschweren Fehler: Denn wenn ein Genre im US-Kino noch vor Kreativität strotzt und über einen unerwartet hohen Qualitätslevel quer durch alle Produktionen verfügt, dann ist es der Animationsfilm. Und Constantin Film macht sich mit Konferenz der Tiere nun auf auch diese Sparte des US-Kinos zu „verdeutschen“. Das Ergebnis ist jedoch recht dürftig, da man weder die technischen, noch die erzäherlischen Qualitäten des US-Animationsfilms erreicht und noch nicht einmal versucht sich, wie der asiatische Animationsfilm, stilistisch abzugrenzen. Das Ergebnis ist eine schlechte Kopie, die nun wirklich niemand braucht.

 

Den Tieren in Afrika, unter anderem Erdmännchen Billy, der es genießt den Tag mit dem vegetarischem Löwen Sokrates zu verbringen, geht es eigentlich noch recht gut. Besonders im Vergleich mit den anderen Tieren der Welt. Doch auch in Afrika macht sich Unmut breit. Plötzlich trocknet die einzige Wasserquelle aus, was zu heftigen Streitereien im Tierreich führt. Also macht sich Billy auf um die Ursache zu finden. Es dauert auch nicht lange, bis er entdeckt, dass die Menschen eine riesige Hotelanlage samt Stausee gebaut haben. Billy muss seine Freunde zusammentrommeln um etwas zu unternehmen...

 

Es gibt bei Konferenz der Tiere leider so einige Punkte die nicht wirklich funktionieren. Zwar hat man auf visueller Ebene (im Vergleich zu Lissi und der wilde Kaiser) einiges dazugelernt, aber vom Look eines Animationsfilms aus der Traumfabrik ist man im Hause Constantin noch immer ein gutes Stück entfernt. Gerade Pixar ist meilenweit voraus, aber dies wäre weniger schlimm, wenn man es wenigstens schaffen würde erzählerische Akzente zu setzen. Doch auch auf dieser Ebene hinterlässt der Film nur enttäuschte Gesichter. Ohne jede Ambition wird hier eine Standardstory abgespult, die in keiner Sekunde wirklich fesselt.

 

Man hat erst gar nicht versucht sich aus dem Fenster zu lehnen, sondern wollte auf Nummer sicher gehen. Das Problem dabei ist nur folgendes: Dem Hollywoodkino kann man sicher vieles vorwerfen, aber die Animationsbranche ist über jeden Zweifel erhaben. Filme wie Ratatouille, Wall-E, Toy Story 3, Coraline, und wie sie nicht alle heißen mögen, zählen immer zu den besten ihres Jahrganges und strotzen nur so vor Experimentierfreude. Doch auch wenn man nicht gerade die Spitze nimmt, sondern sich Filme wie Drachenzähmen leicht gemacht, Ich – Einfach unverbesserlich oder Monsters vs. Aliens ansieht, so bekommt man zumindest eines geboten: Mut zum Risiko und Kreativität.

 

Konferenz der Tiere hingegen versteckt sich hinter einer lahmen „Rettet die Umwelt“ Message und schafft es nicht Akzente zu setzen. Die Story plätschert vor sich hin, die Charaktere sind, mit wenigen Ausnahmen, völlig farblos und der Witz hält sich auch in Grenzen. Alles was Hollywoods Animationsfilme auszeichnet wurde versucht zu kopieren, doch ohne dafür das nötige Herz, den nötigen Mut und die nötige Kreativität aufzubringen. Man schafft es auch nicht aus der Not eine Tugend zu machen, wie etwa die Animefilme, die aus technischer Limitation entstanden sind und es geschafft haben einen eigenen Stil zu kreieren. Stattdessen bekommt man für sein Geld hier nur schlecht kopiertes.

 

Es ist ja nicht so, dass der Film völlig scheitern würde. Längen entstehen wenige, für Kinder mag das Konzept sogar funktionieren (aber eben ohne die Ambivalenz der Top-Animationsfilme, die auch für Erwachsene ausgezeichnet funktionieren) und es gibt sogar einige gelungene Szenen. Nur sollte man sich eben dennoch folgendes fragen: Warum sollte man Geld für einen Film ausgeben, der die Hollywood-Erfolgsformel schlecht kopiert, anstatt sich gleich eines der Vorbilder anzusehen? Denn man muss schon einige Zeit suchen um einen US-Animationsfilm, der bei uns gestartet ist, zu finden, der schwächer als Konferenz der Tiere ist. Von den Filmen eines Hayao Miyazaki oder wunderbaren nicht US-Animationsfilmen wie Mary und Max, einmal ganz abgesehen.

 

Fazit:

Konferenz der Tiere ist eine einzige (schlechte) Kopie der US-Animationserfolgsformel. Sowohl auf technsicher, als auch auf erzählerischer Ebene ist man den Vorbildern jedoch gnadenlos unterlegen, sodass man sich vor dem Kinobesuch auf jeden Fall die Frage stellen sollte ob man das Geld nicht besser investieren kann. Zwar bleibt der Film durchaus kurzweilig, kleine Kinder könnten ihren Spaß haben und einige Gags zünden durchaus, aber die Charaktere bleiben großteils blass und überzeugen wenig. Auch bietet der Film für Erwachsene nicht unbedingt viel. Das ist schade, denn die Hollywood-Konkurrenz, die gerade im Animationsfach immer noch vorbildlich ist, ist Konferenz der Tiere in jedem Punkt überlegen.

 

Wertung:

4/10 Punkte

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Ø Wertung: 3.5/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 2
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