The Town - Stadt ohne Gnade (2010)

OT: The Town - 123 Minuten - Thriller / Drama / Krimi
The Town - Stadt ohne Gnade (2010)
Kinostart: 24.09.2010
DVD-Start: 28.01.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Town - Stadt ohne Gnade

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Mittlerweile ist Ben Affleck einem breiten Publikum als Darsteller bekannt, dabei scheinen viele zu vergessen, dass er seinen Durchbruch vor allem seinen Fähigkeiten hinter der Kamera verdankt. Denn gemeinsam mit seinem Kumpel Matt Damon erhielt er für das Drehbuch zu Good Will Hunting einen Oscar, was die große Leinwandkarriere erst ermöglichte. Mit Gone Baby Gone zeigte Affleck auch großes Talent auf dem Regiestuhl das er nun auch bei The Town wieder aufblitzen lässt. Und The Town ist ein persönliches Projekt von Affleck. Er führte Regie, arbeitete am Drehbuch mit und übernahm die Hauptrolle. Und das Ergebnis ist ein verdammt gutes Thriller-Drama.

Charlestown ist ein Stadteil von Boston, in dem es etwas härter zugeht. Hier lebt Doug MacRay (Ben Affleck), der sich gemeinsam mit seinen Kumpels, allen voran James Coughlin (Jeremy Renner), mit Banküberfällen über Wasser hält. Doug ist für die Planung zuständig, doch bei ihrem letzten Coup passiert etwas Unvorhergesehenes. Denn Doug verliebt sich ausgerechnet in die Bankmanagerin Claire (Rebecca Hall) die auch für kurze Zeit eine Geisel der Truppe war. Eigentlich sollte er nur herausfinden was sie von den Räubern gesehen hat, doch es bahnt sich eine Beziehung an. Ein Umstand der ganz besonders James gar nicht gefällt…

Bei Ben Afflecks Langfilmdebüt Gone Baby Gone drängte sich ein Vergleich mit Altmeister Clint Eastwood vor allem durch die Vorlage auf, stammte doch der Roman vom selben Autor, der auch die Vorlage zu Eastwoods Mystic River lieferte. Doch spätestens mit dem stimmungsvollen The Town erhärtet Affleck den Verdacht, dass hier ein großer Filmemacher am Heranreifen ist, der im Laufe seiner Karriere eine ähnliche Klasse wie der wundervolle Clint Eastwood erreichen könnte. Stilistische Parallelen sind zweifellos vorhanden, denn auch Ben Affleck inszeniert im Grunde genommen eher ruhig und vergisst nicht auf die leisen Zwischentöne.

Auch der Fokus auf die Charaktere verbindet Affleck mit Eastwood. Zwar gibt es durchaus einige knackige Actionszenen (die an den Ruhe-Tempo Rhythmus von Heat denken lassen), eingefangen mit dynamischer Handkamera, aber im Wesentlichen ist The Town eine Charakterstudie, die vor allem versucht den Bankräubern eine Vergangenheit und Identität zu geben, sodass sie organisch vor uns zum Leben erwachen. Dies bewirkt nicht nur, dass man sich wirklich für die Figuren und ihr Schicksal interessiert, sondern sorgt auch für eine angenehme Balance, da die temporeichen Actionszenen immer wieder von ruhigen Momenten gefolgt werden.

Ein wesentlicher Aspekt im gelingen von The Town ist auch, dass Ben Affleck eine formidable Sammlung an Darstellern zur Verfügung hat. Die meisten bleiben dabei zwar im Hintergrund und drängen sich nicht besonders auf, besonders das Spiel zwischen Affleck und Jeremy Renner ist aber schlicht großartig. Ein ruhiger Charismatiker (Affleck) trifft auf die absolut unberechenbare Naturgewalt in Form von Jeremy Renner. Zwar muss man hier eingestehen, dass Renner noch einen Tick besser ist, aber dennoch zeigt sich auch Affleck von seiner besten Seite und gerade die Reibung zwischen diesen beiden Figuren ist ein wesentlicher Reiz des Films.

In seinen besten Momenten erinnert The Town gar an Michael Manns Heat, aber es fehlt schlussendlich sowohl am epischen Blick in die Breite, als auch an den letzten Finessen der Stimmungsauslotung um diese Qualität zu erreichen. Das muss der Film aber auch gar nicht. Dank eines vortrefflichen Spiels mit den Spannungsebenen und einer besonnen Skizzierung der Atmosphäre ist The Town ein höchst sehenswerter Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Mischung aus Bankräuberaction, Suspenseelementen und Charakterdrama ist jedenfalls schwer gelungen und Ben Affleck zeigt erneut, dass er ein enormes Potential als Filmemacher hat.

Fazit:
Ben Affleck beweist mit The Town erneut, dass er als Regisseur ein großes Talent hat, das fast an die Vorzüge eines Clint Eastwoods erinnert. Denn genau wie das große Vorbild, inszeniert auch Affleck in einem eher ruhigem Stil mit Schwerpunkt auf die Charaktere und unterstützt von einem sehr stimmungsvollen Soundtrack. The Town hält geschickt die Balance zwischen einem temporeichem Heist-Film, einem ruhigem Charakterdrama und einer Sozialstudie. Das ganze ist auch noch sehr kurzweilig und unterhaltsam inszeniert, sodass einem Kinobesuch eigentlich nichts im Wege stehen sollte.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 38
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Liste von Al
Erstellt: 21.06.2014