Ich - Einfach unverbesserlich (Despicable Me) (2010)

OT: Despicable Me - 95 Minuten - Animation / Komödie
Ich - Einfach unverbesserlich (Despicable Me) (2010)
Kinostart: 01.10.2010
DVD-Start: 03.02.2011 - Blu-ray-Start: 03.02.2011
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Filmkritik zu Ich - Einfach unverbesserlich (Despicable Me)

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Die Animationsfilme sind in letzter Zeit so etwas wie die Aushängeschilder der Traumfabrik geworden. Die Filme spielen enormen Profit ein (und dabei ist noch nicht einmal mit eingerechnet, dass Filme wie Avatar oder Alice im Wunderland auch schon zu einem beträchtlichen Teil „Animationsfilme“ sind), sind Dauerbrenner in der Publikumsgunst, da sie die gesamte Familie ansprechen und können zusätzlich zumeist auch die Kritiker überzeugen, da das Qualitätslevel durch die Bank überraschend hoch ist. Da versucht natürlich jedes Studio mitzumischen. Universal schickt nun Veteran Christopher Meledandri ins Rennen, der für Fox Filme wie die Ice Age Reihe und Horton hört ein Hu betreut hat und nun mit Illumination Entertainment sein eigenes Ding durchzieht. Ich – Einfach unverbesserlich lässt hoffen, dass noch weitere unterhaltsame Werke aus dieser Schmiede folgen werden.

 

Gru hat nur ein Ziel: Er will der größte Schurke des Planeten werden. Doch er muss einen großen Rückschlag hinnehmen. Es ist doch tatsächlich einem Unbekannten gelungen die Cheops-Pyramide zu stehlen und die Medien bezeichnen den geheimnisvollen Verbrecher bereits als das größte kriminelle Superhirn das der Planet je gesehen hat. Also muss Gru eins drauf setzen und will mit der Hilfe seines Erfinders Dr. Nefario und seinen unzähligen Assistenten, den Minions, den Mond stehlen. Doch es gibt Probleme. Die Schurkenbank seines Vertrauens will lieber in den aufstrebenden Jungschurken Vector investieren und bevor man über eine Finanzspritze für Gru nachdenkt soll er erstmal einen Schrumpfstrahler besorgen, den er für seinen Plan benötigt. Doch wieder einmal kommt Vector ihm zuvor und deshalb muss Gru nun versuchen den Strahler von Vector zu stehlen...

 

Ich – Einfach unverbesserlich verfügt über eine durchaus frische Herangehensweise, die ein gewisses Risiko in sich birgt (ein Umstand der im Hollywoodkino eine Seltenheit ist, wenngleich die Animationsfilme der letzten Zeit im Schnitt viel experimentierfreudiger ausgefallen sind, als ihre Spielfilmkollegen). Denn während die meisten Heldengeschichten natürlich aus der Sicht des Helden erzählt sind, gibt es in Ich – Einfach unverbesserlich zunächst keinen Helden und der Film wird ganz aus der Sicht des Schurken erzählt. Etwas schade ist, dass sich der Schurke ab der Mitte zum Helden wandelt, aber dies ändert nichts daran, dass speziell der Beginn des Films sehr gelungen ist.

 

Denn es ist schon etwas Neues, wenn der „Held“ eines Animationsfilms einem Kind ein Luftballontier bastelt und es gleich darauf mit einer Nadel durchsticht nur um das Kind weinen zu sehen. Auch wie die Motive und der Alltag des Bösewichts geschildert werden, inklusive einer Art Subkultur, in der es einen eigene Bank des Bösen gibt, funktioniert großartig. In diesen Szenen bietet Ich – Einfach unverbesserlich sehr stimmungsvolle Unterhaltung, die gleichzeitig einen neuen Ansatz liefert und gerade durch die frische Geschichte viel Spaß macht. Es wäre großartig wenn Ich – Einfach unverbesserlich diesen Ton beibehalten würde, doch es dauert nicht lange, bis sich der Film den Konventionen unterordnet.

 

Es ist nicht so, dass der Film deshalb gleich schlecht werden würde, denn dass wird er ganz und gar nicht. Im Gegenteil, denn auch die emotionale Seite funktioniert sehr gut und der Wandel von Gru vom kalten Bösewicht zum fürsorgenden Familienoberhaupt, der Gefühle für die Waisenkinder entwickelt, die er eigentlich nur für eine Mission einsetzen will, schafft es zu berühren. Nur ist es dennoch so, dass die zynischen Gags und der Blick auf die andere Seite der Medaille viel unterhaltsamer sind, als die konventionelle Familiengeschichte die darauf folgt. Und deshalb ist es auch schade, dass Ich – Einfach unverbesserlich seine Schwerpunkte im Laufe der Geschichte so verlagert.

 

Ein kleines Highlight des Films sind übrigens die putzigen Minions, die ihre kleinen Nebenmomente bekommen, die als kleine Einschübe konzipiert sind, ähnlich den Scrat-Geschichten in den Ice Age Filmen und vor allem dazu dienen die Rahmenhandlung mit pointierten Gags aufzulockern. In ihrem durchgeknallten Verhalten sind sie die humoristischen Highlights und bleiben dies auch während sich der Film zur Familiengeschichte wandelt. Insgesamt ist Ich – einfach unverbesserlich also ein recht unterhaltsamer Film geworden, mit gelungenen Charakteren und gut sitzenden Gags, der jedoch zu Beginn wesentlich unterhaltsamer ist, als in seiner zweiten Hälfte, die vor allem auf Familienprobleme setzt. Gut gelungen ist der Film durchwegs, aber für die großen Lacher sorgt vor allem der Schurkenhumor am Anfang und die herrlich-durchgeknallten Minions.

 

Fazit:

Ich – Einfach unverbesserlich ist ein gelungener Animationsfilm, der zu Beginn vor allem damit überzeugt die Geschichte aus der Sicht eines Bösewichts zu zeigen und uns seine Sicht der Welt nahezubringen. Etwas schade ist, dass sich dieser frische Ansatz bald verflüchtigt und der Film die klassischen Familienprobleme inklusive dem Wandel der Hauptfigur ins Zentrum rückt. Besonders dank den sympathischen Minions behält sich Ich – Einfach unverbesserlich zwar seinen unterhaltsamen Touch bei, aber es ist schade, dass der Film seinen Grundton so ändert. Dank den zweifellos vorhanden Stärken ist der Film aber auf jeden Fall sehenswert.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.6/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 37
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Liste von shane4486
Erstellt: 03.05.2014