Japan: A Story of Love and Hate (2008)

OT: Japan: A Story of Love and Hate - 60 Minuten - Dokumentation
Japan: A Story of Love and Hate (2008)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
9825
Bewerten:

Filmkritik zu Japan: A Story of Love and Hate

Von am

Naoki ist 56 und hatte vor einiger Zeit alles. Bevor die Finanzblase in Japan geplatzt ist, war er der Boss von 70 Angestellten, hatte einen BMW und lebte in einem riesigen Haus. Anfang der 90er Jahre ging es jedoch finanziell bergab. Er verlor seinen ganzen Besitz und wurde zum dritten Mal geschieden. Nun lebt er in einer winzigen Wohnung gemeinsam mit seiner 29 jährigen Freundin Yoshi. Naoki arbeitet Teilzeit bei der Post und Teilzeit bedeutet in Japan 7 Stunden Arbeit am Tag bei einem Lohn von 4000 Pfund im Jahr. Er ist völlig abhängig von seiner Freundin, eine Tatsache, die gerade in Japan sehr beschämend ist....

 

Sean McAllister hat mit Japan: A Story of Love and Hate einen sehr persönlichen Film gedreht, der auf Mikroebene in die japanische Lebensweise eindringen will um Aspekte des Landes aufzuzeigen, in die man normalerweise keinen Einblick bekommt. Wo Ausländer in der Regel nur die strahlende Hülle zu sehen bekommen, liefert die Doku tiefschürfende Erkenntnisse dank der sehr offenherzigen Hauptfigur Naoki, der sehr extrovertiert Einblicke in sein Leben gewährt. Und hinter der Fassade schlummert ein Land voller Probleme, das in seinen Traditionen und Moralvorstellungen fast erstickt.

 

Naoki selbst ist dabei eine wohltuende Ausnahme. Wo rundherum Karrieredruck und Stress lauert, geht er fast unbekümmert durch die Welt, immer ein Lächeln auf den Lippen und jubelt dem Feiertag entgegen, wenn er der monotonen Arbeitswelt entflieht. Und diese Arbeitswelt wird in Japan: A Story of Love and Hate sehr düster beschrieben. Die Menschen kämpfen sich durch monotone Jobs, immer vom Vorgesetzten gepusht um ihre Zahlen zu erfüllen und durch erdrückende Arbeitszeiten im Leben eingeengt. Zur Aufmunterung werden kurze Morgensporteinheiten eingeschoben, die im Anbetracht der fast depressiven Stimmung befremdlich wirken.

 

Aufgelockert wird die desolate Stimmung des Landes lediglich durch das sonnige Gemüt von Naoki. Schade ist jedoch, dass Japan: A Story of Love and Hate nur eine sehr knappe Laufzeit aufweist und sich auch zu sehr auf das Leben von Naoki und Yoshi konzentriert. Es wäre aufschlussreicher gewesen, wenn man den Blick ins Land etwas breiter ausfallen hätte lassen. Denn die kleinen Reibereien zwischen dem Liebespaar und ihre Probleme sind zwar durchaus interessant, aber viel interessanter wäre es gewesen wenn man noch mehr kulturell verborgene Elemente des Landes gezeigt hätte.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
100%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!