Eat Pray Love (2010)

OT: Eat Pray Love - 133 Minuten - Romantik / Drama
Eat Pray Love (2010)
Kinostart: 24.09.2010
DVD-Start: 24.02.2011 - Blu-ray-Start: 24.02.2011
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Filmkritik zu Eat Pray Love

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Die einstige große Hollywoodqueen Julia Roberts hat sich in den letzten Jahren, genauer gesagt seit ihrem Auftritt in Oceans Twelve rar gemacht (noch nicht einmal dem dritten Teil der Oceans Reihe stand sie zur Verfügung). Seitdem absolvierte sie kleinere Auftritte in Der Krieg des Charlie Wilson, Zurück im Sommer und Valentinstag sowie eine Hauptrolle in Duplicity. Es scheint als hätte Frau Roberts die Lust verloren und nun absolviert sie nur noch einige Pflichtauftritte um die Kasse aufzubessern. Mit Eat Pray Love ist nun wieder ein solcher Pflichtauftritt fällig.

 

Liz Gilbert (Julia Roberts) ist mit ihrem Leben unzufrieden. Es muss eine Veränderung her, also beschließt sie sich von ihrem Ehemann Stephen (Billy Crudup) zu trennen und ein neues Leben zu beginnen. Bald lernt sie den jungen und dynamischen Theaterdarsteller David (James Franco) kennen, doch auch diese Beziehung engt sie schon bald zu sehr ein. Liz kommt zur Feststellung, dass ihre Unzufriedenheit an ihr liegen muss, deshalb will sie sich ein Jahr frei nehmen und die Welt bereisen. Sie will nach Italien reisen um zu essen, nach Indien um zu beten und schließlich nach Bali, wo eine neue Liebe auf sie wartet…

 

Eat Pray Love ist schon eine komische Angelegenheit. Inszeniert wurde der Film von Ryan Murphy, der immerhin die hochgelobte TV-Serie Nip/Tuck erschaffen hat, er basiert auf einem Bestsellerroman und die Figuren werden von großen Darstellern wie Julia Roberts, James Franco, Richard Jenkins, Javier Bardem und Billy Crudup verkörpert. Auch die Schauplätze sind stimmungsvoll gewählt und die Bilder wissen ebenfalls zu gefallen. Aber trotz alle diesen Vorzügen passt vieles nicht zusammen und die Wirkung des Films verpufft leider.

 

Zumindest die Darsteller haben sich nichts vorzuwerfen. Gut, die Frau in einer emotionalen Krise passt nicht optimal zu Julia Roberts, die eher auf Powerfrauen alá Erin Brockovich spezialisiert ist, aber mit ihrem Charisma kann sie zumindest einiges wieder gut machen. Auch ansonsten liefern die Darsteller gute Arbeit, besonders Richard Jenkins und Javier Bardem sind positiv zu erwähnen. Letzterer darf zwar nicht viel von seinem Talent zeigen, aber zumindest seinen Charme spielen lassen. Und tatsächlich ist seine Figur die einzige die emotional wirklich zum Publikum vordringt und die Bali-Episode, dank Bardem, auch die mit Abstand beste des Films.

 

Aber dieser Ausklang kann auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Eat Pray Love mit einer Laufzeit von 133 Minuten ein gutes Stück zu lange geworden ist und an vielen Stellen Langeweile aufkommt. Der Hauptgrund ist wohl, dass die gesamte Seelenkrise der Hauptfigur nicht wirklich funktioniert und ganz besonders die Auflösungen der diversen Probleme nach hinten losgehen. Es herrschen in Folge vor allem haarsträubende Stereotypen, billige Glückskeksweisheiten und dämliche Absichten aus dem Schlamassel heraus zu kommen. Das funktioniert so nur leider gar nicht, sodass die spirituelle Seite des Films völlig scheitert.

 

Und da dies nun einmal ein großer Pfeiler der Geschichte ist, wird auch Eat Pray Love zum ungelenken Versuch der menschlichen Seele auf die Spur zu kommen. Wie bereits erwähnt kann Bardem in der Bali Episode, dank seines Charmes, einiges wieder gut machen, aber auch er kämpft gegen eine eher limitierte Rolle an, die nur dem großen Reißbrettentwurf des Films unterworfen ist. Die großflächigen Probleme der Welt, die im Film angeschnitten werden, tangieren ihn aber nur peripher und deshalb mutiert Eat Pray Love auch zu einem leidenschafts- ideen- und gedankenlosen Seelentrip, der nur mäßig unterhält und schon gar nicht in die Tiefe geht.

 

Fazit:

Eat Pray Love hat auf dem Papier eigentlich alles was einen guten Mainstreamfilm auszeichnet, kann in der Praxis aber nichts davon wirklich nutzen. Der tiefsinnige Seeltrip entpuppt sich als eine Klischeeansammlung die mit billigen Plattitüden und halbgaren Weisheiten aufgewärmt wird und erstickt in seinem eigenen Anspruch. Der Kommentar zu den Welt- und Individualproblemen ist auf Hochglanz gestutzt und kann keinerlei Wirkung entfalten. Lediglich die letzte Episode macht, dank Javier Bardem, zumindest etwas wieder gut, aber hier ist leider schon zu viel verloren um noch alles retten zu können.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 12
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