Resident Evil 4: Afterlife (2010)

OT: Resident Evil: Afterlife - 97 Minuten - Action / Horror / SciFi
Resident Evil 4: Afterlife (2010)
Kinostart: 17.09.2010
DVD-Start: 10.03.2011 - Blu-ray-Start: 10.03.2011
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Filmkritik zu Resident Evil 4: Afterlife

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Die Resident Evil Reihe geht in die vierte Runde. Nachdem man im dritten Teil, Resident Evil: Extinction, eine interessante Variation einführte und etwas Western-Flair etablierte, ist nun alles wieder klassisch gehalten. Eine löbliche Erwähnung gibt es lediglich für die gelungene 3D Effekte, die es schaffen die Actionsequenzen aufzupeppen und im Gegenzug zu den vielen enttäuschende, da konvertierten, Filmen der letzten Zeit in echtem 3D gedreht wurden. Aber ansonsten gibt es nicht viel Neues und durchaus unterhaltsame Sequenzen wechseln sich mit grenzdebilen Einfällen ab.

 

Die Welt ist am Rande der Apocalypse. Es sind nun schon einige Jahre vergangen seit die Umbrella Corp. den ersten Menschen in einen Zombie verwandelt hat und mittlerweile sind nur noch vereinzelte Menschen am Leben. Alice (Mila Jovovich) hat mittlerweile herausgefunden wo sich die Überreste der Umbrella Corp. versteckt halten und bricht auf um ihnen einen Denkzettel zu verpassen. Sie und ihre Klone dringen in das unterirdische Versteck ein und schließlich wird die Basis zerstört. Doch dies ist nur der Beginn von Alices Reise. Denn in Arcadia in Alaska soll es eine Stadt geben, in der es keine Infizierte gibt und in der Schutz und Nahrung geboten wird…

 

Nachdem Resident Evil: Extinction ein großteils unterhaltsamer Film geworden ist, konnte man sich zumindest selbiges auch vom Nachfolger erwarten. Regisseur Paul W.S. Anderson ist sicher kein besonders innovativer Filmemacher, aber er hat gewisse handwerkliche Fähigkeiten, die man ihm nicht absprechen kann. Und jene zeigt er auch beim durchaus viel versprechenden Beginn von Resident Evil: Afterlife. Die Zeitlupenaufnahmen zu wummenden Technobeats und die kontinentumpsannenden Kamerafahrten wissen zu gefallen. Doch es dauert nicht lange bis sich Ernüchterung einstellt.

 

Denn obwohl die ersten Actionszenen in der Umbrellazentrale knackig inszeniert sind und Actionjunkies, auch dank der gelungenen 3D-Effekte, sicher zufriedengestellt werden, zeigen sich doch bereits einige Probleme des Films: Die Klonarmee von Alice ist eine der inhaltlichen Dämlichkeiten (genau wie die spätere Unzerstörbarkeit des Bösewichts), die den Film gewaltig abwerten und die Matrix-Referenzen, zu Beginn als Hommage an die Lobbyszene und die „Bullet-Time“, später an die verschrobene Philosophie der Sequels, beginnen schnell zu nerven. Aber zumindest zu Beginn kann man Resident Evil: Afterlife einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen.

 

Doch die ganze Umbrella-Operation ist nur eine Art Prequel zur eigentlichen Story des Films und diese kann leider nicht wirklich überzeugen. Es folgt ein völlig unmotivierter Ausflug nach Alaska, der nicht besonders viel beiträgt ausser die Zeit zu strecken und schlussendlich eine Bruchlandung in einem Gefängnis, in der sich in bester Dawn of the Dead Manier einige Überlebende vor den Zombiemassen verstecken. Zumindest der Schauplatz des Gefängnisses gefällt, aber die dortigen Figuren sind nur die bloßen Abziehbilder die man aus zig anderen Produktionen kennt und der Film schafft es leider nicht besondere Momente aus diesem Setting heraus zu kitzeln.

 

Zwar gibt es einige tolle Momente, wie zum Beispiel eine Zombiehorde die sich vom Dach in die Tiefe stürzt, oder den Kampf in der Duschanlage mit einem hünenhaften Zombie, der von Paul W.S. Anderson mit viel Zeitlupe, prasselnden Wassertropfen und krachender Musik stilgerecht inszeniert wird. Aber leider sind es nur einzelne Szenen die wirklich funktionieren, ansonsten fügt sich im Film leider zu wenig zusammen und man schafft es nicht die desolate Ausgangslage wirklich eindringlich zu schildern. Zumindest hat man in punkto Atmosphäre im dritten Teil einiges besser gemacht.

 

Problematisch ist auch das Finale, das bewusst auf die Story setzen will, aber leider nicht die nötige inhaltliche Kraft aufbringt um dies auch zu stemmen. Stattdessen fühlt sich alles unfreiwillig komisch und unnötig verkompliziert an. Der Bösewicht, den selbst eine Schrotladung in den Kopf nicht aufhalten kann ist auch nicht wirklich förderlich für die Geschichte. Diese Schwächen sind insofern schade, da Paul W.S. Anderson durchaus aufblitzen lässt, dass er die 3D-Actionszenen visuell aufregend inszenieren könnte. Doch in Resident Evil: Afterlife hindern ihn unzählige falsche Entscheidungen daran die wahren Stärken dieses No-Brainer Actionfilms auszuspielen.

 

Fazit:

Resident Evil: Afterlife ist leider wieder spürbar schwächer als der dritte Teil der Reihe. Zwar gibt es durchaus Momente in denen der Film funktioniert und auch die 3D-Effekte in Kombination mit Paul W.S. Andersons hyperstilisierten Inszenierung können überzeugen, aber die Story gibt leider nicht allzu viel her und verliert sich des Öfteren in unfreiwilliger Komik und philosophischem Schwachsinn. Auch die Ausgangslage im Gefängnis wirkt zunächst interessanter als sie schlussendlich wirklich ist. Das ist schade, denn einige Szenen zeigen, dass Paul W.S. Anderson wirklich in der Lage ist drückende Actionszenen zu inszenieren. Doch Resident Evil: Afterlife setzt leider völlig falsche Schwerpunkte.

 

Wertung:

4/10 Punkte

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Ø Wertung: 5.3/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 27
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Liste von Hriss Zagoudis
Erstellt: 31.07.2013