Folge mir (2010)

OT: Folge mir - 109 Minuten - Drama
Folge mir (2010)
Kinostart: 06.05.2011
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Folge mir

Von am

Johannes Hammel hat mit seinem Film Folge mir einen höchst eigenwilligen Schwarzweiß Film inszeniert, der bei der Viennale 2010 im Hauptprogramm gezeigt wird. Folge mir bietet eine neue Art des österreichischen Films, ein Stimmungstableau voll surrealer Momente, das so gar nichts Österreichisches mehr an sich hat. Stattdessen scheint der Film in einer Art Schwebewelt beherbergt zu sein, die sowohl raum- als auch zeitlos erscheint. Es ist eine experimentelle Erfahrung des Filmsehens die hier geboten wird, scheinbar frei von dramaturgischen Zwängen.

 

Erzählt wird die Geschichte einer Familie, die genauso wenig familiär wirkt wie der Film selbst. Es sind karge Ortschaften in einem einrahmenden Hafengebiet, die hier die Atmosphäre bestimmen und die auch ihren Schatten auf das Familienleben werfen. Unter dem gequält künstlich erscheinenden Lächeln der Mutter erkennt man nur eine Leere Hülle und falls dieser Ort jemals etwas Warmes in sich getragen hat, dann ist es lange her. An der Oberfläche sind nur mehr surreale Schaustellungen zu sehen, die der Realität eine Fratze des Absurden aufmalen.

 

Emotionen scheinen in dieser Welt nicht zu existieren. Und wenn sie existieren, dann meistens in ihrer negativen Auslebung, wie zum Beispiel im fast sadistischen Spiel des Religionslehrers, der nur nach Fehlern der Schüler sucht um sie öffentlich zu demütigen. Wenn er ankündigt, dass die Schüler in der nächsten Woche einen neuen Ordner bekommen und es Strafsanktionen für diejenigen geben wird, die trotz seiner Warnung den alten mitnehmen, dann ist klar, dass er dies nur tut um wieder jemanden bloß zu stellen.

 

Folge mir ist allen voran natürlich ein Experiment. Für den Zuseher ist es jedoch ein großteils sperriges Planspiel, denn so richtig erschließt sich nie worauf der Film denn nun abzielt, welche Botschaft unter den surrealen Alltagsverschiebungen lauert. Die Familie als Scheinidyll in einer kalten und abweisenden Welt? Vielleicht, aber wer sich an eine Interpretation des Films wagt, muss viel selbst investieren und grübeln, da der Film selbst sehr spartanisch ist. Dies führt zu einigen Längen und einem eigenwilligen Filmerlebnis, das durch eine ganz eigenartige Atmosphäre gekennzeichnet ist. Am herausragendsten sind jedoch die Momente in denen fast nichts geschieht und Folge mir uns wunderschön eingefangene, karge Bilder des Hafens zeigt.

 

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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