Dinner für Spinner (Dinner for Schmucks) (2010)

OT: Dinner for Schmucks - 114 Minuten - Komödie
Dinner für Spinner (Dinner for Schmucks) (2010)
Kinostart: 24.09.2010
DVD-Start: 10.02.2011 - Blu-ray-Start: 10.02.2011
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Filmkritik zu Dinner für Spinner (Dinner for Schmucks)

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Aktuell gerade sorgen ja vor allem die Filme der Apatow-Crew (Beim ersten Mal, Superbad, Nie wieder Sex mit der Ex, usw.) für Unterhaltung auf dem Gebiet der Hollywood-Komödien, aber Erfolgsregisseur Jay Roach versucht nun mit seinem neuesten Werk wieder auf sich aufmerksam zu machen. Mit der Austin Powers und der Meine Frau, … und Ich Reihe hat er bewiesen, dass er in der Lage ist für großartige Unterhaltung zu sorgen, aber nun ist es etwas ruhig um ihn geworden. Mit seinem neuesten Streich Dinner für Spinner schließt er aber nahtlos an alte Erfolge an und sorgt für eine der sympathischsten Komödien des Jahres.

 

In der Firma von Tim Conrad (Paul Rudd) ist nach einer Entlassung eine hochrangige Stelle freigeworden, die sich Tim unbedingt schnappen will, um seiner Freundin Julie (Stephanie Szostak) ein schönes Leben bieten zu können. Nach einem guten Einfall hat er auch schon einen Fuß in der Tür und muss nur mehr bei einem letzten Test überzeugen: Sein Boss (Bruce Greenwood) lädt ihn zu einem besonderen Dinner ein, bei dem jeder von Ihnen einen Idioten als Gast mitbringt. Derjenige, der den größten Trottel anschleppt, gewinnt. Eigentlich ist Tim davon nicht gerade begeistert, doch als ihm der Parade-Spinner Barry Speck (Steve Carell) über den Weg läuft, bleibt ihm fast keine andere Wahl als doch mitzumachen…

 

Dass Jay Roach ein gutes Gespür für witzige Situationskomik hat, hat er ja bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Auch in Dinner für Spinner beweist der Regisseur ein feines Gespür für ausufernde Ereignisse, aber das Besondere daran ist, dass Dinner für Spinner an manchen Stellen, ganz besonders für eine Hollywoodproduktion, fast schon niederschmetternd ist in der Schilderung des Schicksals seiner Figuren. Ein Fettnäpfchen jagt hier das Nächste und ähnliche wie die Hauptfigur hat man tatsächlich das Gefühl, dass hier nichts mehr ins Lot kommen wird. Deshalb ist Dinner für Spinner auch ein Film, bei dem sich das Happy End wirklich als Erlösung anfühlt, in Anbetracht der Schicksalsschläge die der Film aufwartet.

 

Dabei beginnt alles noch recht klassisch: Paul Rudd verkörpert standesgemäß einen sympathischen Kerl von Nebenan, der versucht sich in der Firma nach oben zu boxen. Erst mit dem Auftauchen des großartig gestylten Steve Carell nimmt der Film jedoch wirklich Fahrt auf. Carell geht förmlich auf in seiner Figur als eigenwilliger Spinner, der tote Mäuse sammelt, ausstopft und in Szenen arrangiert (eines der Highlights des Films!) und dabei so gar kein Gespür für Menschen, bzw. den Umgang mit ihnen und den gesellschaftlichen Konventionen hat.

 

Carell ist schlicht zum Schießen komisch, vor allem da man nicht weiß ob einem die vereinsamte, eigenwillige Figur Leid tun soll, oder ob man über die Schneise des Chaos lachen soll, die er überall zieht wo er auftaucht. Man soll hier gar nicht allzu viel verraten, da der Überraschungseffekt der einzelnen Chaosstufen viel zum Unterhaltungswert beiträgt, aber nur soviel: Zunächst hat man vor allem Mitleid mit Barry Speck, da Tim Conrad ihn zum Dinner schleppen und sich über ihn lustig machen will, doch Barry stellt das Leben von Tim schon bald so dermaßen auf den Kopf, dass es nicht lange dauert bis man Mitleid mit Tim hat.

 

Und natürlich bahnt sich schlussendlich doch eine Freundschaft zwischen den beiden an und der Film durchläuft die üblichen Stadien eines solchen Schemafilms, bis sich schließlich alles im Sinne eines „morality play“ auflöst. Aber diese Konvention stört hier ganz und gar nicht. Denn erstens ist der Weg bis zur Auflösung enorm kurzweilig und unterhaltsam, vor allem aber wünscht man sich wirklich ein gutes Ende für die aus den Fugen geratene Welt der Hauptfiguren. Denn Tim Conrad wird vom Schicksal förmlich niedergeknüppelt für das Vorhaben den etwas einfältigen Spinner Barry so auszunutzen.

 

Das Finale ist schließlich eine Klasse für sich, wenn das Spinnerschaulaufen beginnt, doch während die reichen Snobs nur eine Bande von Verrückten sieht, glaubt Barry, dass es sich um einen ernsthaften Wettbewerb handelt, da schließlich alle von ihnen so großartige Fähigkeiten haben. Diese einfache Sicht der Dinge ist schlicht herzerwärmend. Sehr gelungen auch die Besetzung des Films, was vor allem für Steve Carell und den in einer umwerfenden Nebenrolle agierenden Zach Galifianakis gilt. Unterhaltsam ist auch Jemaine Clement als eigenwilliger Künstler, auch wenn seine Interpretation verdammt viel von Russell Brands Aldous Snow Figur hat. Insgesamt gesehen ist Dinner für Spinner also definitiv sehenswert und eine der unterhaltsamsten Komödien des Jahres, auch wenn sich im Mittelteil kleinere Längen ergeben.

 

Fazit:

Dinner für Spinner ist eine sehr sympathische Komödie, die vor allem durch die großartige Performance von Steve Carell punktet. Aber auch ansonsten sorgt der Film für kurzweilige Unterhaltung und viele gelungene Gags. Natürlich ist der Aufbau recht konventionell gehalten, allerdings scheint Regisseur Jay Roach besonders viel Freude gefunden zu haben das Leben der Hauptfigur dem Abgrund entgegen zu kippen, weswegen das obligatorische Happy-End höchst befriedigend ausfällt. Dank der vielen gelungenen Ideen und den gut aufgelegten Darstellern ist Dinner für Spinner jedenfalls bis dato eine der besten Komödien des Jahres.

 

Wertung:

8/10 Punkte

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