Tucker & Dale vs. Evil (2010)

OT: Tucker and Dale vs. Evil - 89 Minuten - Horror / Komödie
Tucker & Dale vs. Evil (2010)
Kinostart: 25.02.2011
DVD-Start: 22.07.2011 - Blu-ray-Start: 22.07.2011
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Filmkritik zu Tucker & Dale vs. Evil

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Der Hillbilly/Backwood/Redneck-Horrorfilm ist eine feste Größe im Genre. Filme wie Texas Chainsaw Massacre, Wrong Turn oder The Hills Have Eyes haben das Setting dieser Filme längst im kollektiven Verständnis etabliert. So weiß das Publikum natürlich, dass man den Einheimischen, sobald irgendwelche College-Kids in der Nähe auftauchen, nicht trauen darf und schon bald etwas Schlimmes passieren wird. Doch warum geht man eigentlich immer vom Schlimmsten aus? Eli Craig variiert in seinem Spielfilmdebüt Tucker & Dale vs. Evil geschickt die Klischees des Genres und unterwandert sie mit einem fabelhaften Gespür für Humor und für die Regeln des Genres.

Eine Gruppe College Kids macht sich auf den Weg ins Hinterland um dort in einem Wald zu campen. Bereits beim ersten Halt machen sie Bekanntschaft mit den eigenwilligen Einheimischen. Besonders gefährlich wirken Tucker (Alan Tudyk) und Dale (Tyler Labine). In Wahrheit sind die beiden Hillbillys aber selbst nur auf Urlaub und wollen das neue Ferienhaus etwas aufpolieren. Doch bei einer nächtlichen Begegnung zwischen den Jugendlichen und den beiden Rednecks kommt es zu einem folgenschweren Missverständnis. Nach einem Badeunglück helfen Tucker und Dale der schönen Allison (Katrina Bowden) aus dem Wasser. Ihre Freunde glauben aber, dass diese sie entführen. Sie denken, dass Allison umgebracht werden soll, also machen sie sich auf die Jagd um es den angeblichen “Psycho-Killern”, die eigentlich ganz liebe und umgängliche Menschen sind, heimzuzahlen...

Es ist schlicht und einfach großartig was Eli Craig mit Tucker & Dale vs. Evil abgeliefert hat. Mit dem Handwerksrepertoire der Postmoderne im Schlepptau führt er uns vor Augen was wirklich passiert, wenn man die Ausgangslage diverser Horrorfilme zu sehr verinnerlicht. Mit viel Gespür für die sich anbahnende Situationskomik variiert er geschickt die Backwood-Slasher Regeln und treibt sie auf die Spitze. Hinzu kommen zahlreiche Verwechslungsgeschichten und gegenseitige Missverständnisse, sodass sich das Geschehen immer weiter aufschaukelt.

Denn während Tucker und Dale eigentlich nur helfen wollen, wirken die Wortfetzen, die von den Studenten gehört werden wie das klassische Gebrabel zweier Psychos, die sie töten wollen und auch durch weitere dumme Zufälle wird das Vertrauen nicht gerade gestärkt. So schneidet Tucker mit der Motorsäge in ein Wespennest, und läuft dann mit mit besagter Motorsäge schreiend durch den Wald, was für die Jugendlichen natürlich eine ganz andere Wirkung hat. Hinzu kommen weitere Unfälle und dumme Zufälle, die dazu führen, dass sich die College-Kids selbst dezimieren und nur noch panischer werden.

Das aberwitzige Drehbuch leistet hier wirklich gute Arbeit um die Situation immer weiter aufzuschaukeln. So meinen die Jugendlichen, dass Tucker und Dale klassische Killer sind, während diese beiden glauben die Kids wollen einen Massenselbstmord veranstalten und auch sie und Allison mitnehmen. So entsteht bald schon ein Kleinkrieg, der einfach wunderbare Unterhaltung liefert und uns die Regeln des Genres auf höchst amüsante Weise vor Augen führt. Eli Craig weiß was die Fans wollen und dass er zwischen all dem Splatter und Humor auch noch genügend Zeit findet seine Hauptfiguren sympathisch und gefühlvoll zu betrachten ist durchaus bemerkenswert.

Kritisiert werden muss eigentlich nur das letzte Viertel des Films. Denn hier wirft der Film sein Konzept über Bord und verfällt selbst den Klischees, die er zuvor so wunderbar unterwandert hat. Plötzlich muss mit der üblichen Geschichte aus der Vergangenheit ein klassischer Bösewicht etabliert werden, der natürlich auch standesgemäß vernichtet werden muss. Hier geht dem Film leider die Luft aus. An der Tatsache, dass Tucker & Dale vs. Evil für Genrefans ein absoluter Pflichttermin ist, ändert diese Schwäche aber nichts.

Fazit:
Tucker & Dale vs. Evil ist eine Spaßgranate mit Kultfilmpotential. Der Film schafft es hervorragend die Regeln des Backwood-Slasherfilms zu unterwandern und schaft es aus seiner herrlich wahnwitzigen Ausgangslage einen schwer unterhaltsamen und ungemein kurzweiligen Film zu machen. Lediglich das letzte Viertel fällt etwas ab, da sich der Film hier wieder den Konventionen unterordnet. Doch trotz diesen Schwächen ist Tucker & Dale vs. Evil ein Pflichttermin für alle Genrefans.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.6/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 50
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