A Serbian Film (Srpski Film) (2010)

OT: Srpski Film - 104 Minuten - Thriller / Horror
A Serbian Film (Srpski Film) (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 12.08.2011 - Blu-ray-Start: 12.08.2011
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Filmkritik zu A Serbian Film (Srpski Film)

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Sie kommen in regelmäßigen Abständen: Die Filme, die von sich behaupten die härtesten der letzten Zeit zu sein. Das Konzept scheint einfach: Es soll möglichst ein Mythos entstehen, sodass sich alle selbst überzeugen wollen. A Serbian Film ist nun der aktuelle Diskussionsgegenstand. Und eines vorweg: In puncto Brutalität wurde bei den Ankündigungen definitiv nicht übertrieben. Doch trotz dieser visuellen Härte, die der Film ohne jeden Zweifel besitzt, schafft es A Serbian Film nicht unter die Haut zu kriechen. Entgegen den Ankündigungen der Filmemacher (die von politischen Motiven sprechen), ist A Serbian Film nämlich ein relativ plumper Schocker, der nur oberflächlich schockiert.

Ex-Pornostar Milos (Srdan Todorovic) hat seine schlüpfrige Karriere hinter sich gelassen und genießt nun das Leben mit seiner Frau und seinem Sohn. Doch das Ersparte geht zur Neige und seine ehemalige Kollegin Lejla (Katarina Zutic) vermittelt ihm einen neuen Job. Vukmir (Sergej Trifunovic) plant eine ganz neue, künstlerische, extreme Version eines Pornos zu drehen und bezahlt Milos eine Unsumme dafür mitzumachen. Da kann dieser natürlich nicht ablehnen. Doch die Dreharbeiten werden immer bizarrer und als Milos unter Drogen gesetzt wird und schließlich nach einem Blackout wieder aufwacht, ahnt er, dass in der Zwischenzeit nichts Gutes geschehen ist...

Um die unausweichliche Frage vorab zu beantworten: Ja, A Serbian Film ist wirklich so hart und unbarmherzig wie man überall hört und es ist schwer vorstellbar, dass man den Film allzu schnell wieder ungeschnitten irgendwo zu sehen bekommt. Wer also nicht das Glück hatte den Film auf einem Festival zu sehen (in Wien wurde er z.B. während des Slash Filmfestivals gezeigt), der wird sich wohl noch gedulden müssen, bis A Serbian Film wo in seiner reinen Form verfügbar sein wird. Doch wenn man sich einen solchen Film ansieht, dann bitte auch unzensiert.

Der Film ist aber nur für abgehärtete Genrefans zu empfehlen. An Gorehounds wendet sich A Serbian Film jedoch nicht: Reine Splattereffekte sind nicht der Grund für die Härte des Films, sondern viel eher die unbarmherzigen und brutalen sexuellen Abgründe die sich auftun. Die explizite, kompromisslose und knüppelharte Herangehensweise mit der A Serbian Film inszeniert wurde, wird auch den hartgesottenen Genrefans zusetzen. Man kann es drehen wie man will, aber Spaß macht A Serbian Film sicher nicht und die Tabubrüche haben es wirklich in sich.

Szenen wie die Vergewaltigung eines frisch entbundenen Säuglings oder ähnliches sprengen auch schon einmal die Grenzen des Vorstellbaren und man kann natürlich gerne in Frage stellen ob sie wirlich notwendig sind, denn besonders diese Szene hat rein gar keinen Nutzen für den Film, ausser dass darüber diskutiert wird. Und das bringt mich auch schon zum großen Kritikpunkt an A Serbian Film. Der Regisseur und sein Drehbuchautor werden nicht müde auf Festivals ihren Standpunkt zu verteidigen und da wird dem Film schon gerne einmal ein Hintergrund angedichtet, der sich im Film selbst aber nicht wirklich finden lässt.

So besteht man darauf, dass A Serbian Film im Kern ein politisch motivierter Film ist, der die Vergangenheit des eigenen Landes thematisiert. Aber selbst wenn man sich Mühe gibt nach diesem Hintergrund zu suchen: Die Anspielungen sind lediglich höchst oberflächlich und praktisch nicht existent. Es scheint wirklich so, dass man nur einen Vorwand braucht um die Brutalität des Films zu rechtfertigen. In Wahrheit ist es aber ganz einfach: A Serbian Film ist ein kalkulierender Schockfilm, der durch Tabubrüche im Gespräch bleiben will. Die Hintergründe sind also nicht politischer Natur, sondern nur Marketingüberlegungen.

Abgesehen davon findet sich aber noch ein wesentlich größeres Problem, das sich auch wesentlich intensiver auf die Rezeption auswirkt. Denn A Serbian Film ist lediglich oberflächlich brutal und schockierend. Abgesehen davon, dass der Entfremdungseffekt durch den Drogenrausch etwas abfedert, es aber natürlich dennoch höchst unangenehm ist den Film anzusehen, fehlt doch die Nachwirkung. Der Film kriecht nicht unter die Haut. Ein Film wie Martyrs hat mit wesentlich weniger expliziter Härte wesentlich mehr erreicht. Und so bleibt A Serbian Film auch in einer Endlosschleife von visueller Brutalität (zum reinen Selbstzweck) hängen.

Fazit:
A Serbian Film ist, wenn man von der visuellen Härte ausgeht, ein wahrer Bastard von einem Film, der einige Tabus bricht. Der Film schafft es aber nicht (wie z.B. Martyrs) unter die Haut zu kriechen. Natürlich ist das Gezeigte widerwärtig und schwer zu ertragen, aber alles auf eher oberflächlicher Ebene. In die Psyche dringt der Film nicht vor. Hinzu kommt, dass sich die rein selbstzweckhafte Brutaltiät hinter einem Mantel an angeblichem politischen Anspruch versteckt. Die Vermischung aus sexueller Brutalität und visueller Härte ist aber durchaus sehr starker Tobak. Und das Ende hinterlässt auch einen sehr bitteren Nachgeschmack.

Wertung:
4/10 Punkte

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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015