Rubber (2010)

OT: Rubber - 85 Minuten - Horror / Mystery / Thriller / SciFi
Rubber (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 27.05.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Rubber

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Es versammelt sich eine Schar von Menschen, sie bekommen Ferngläser ausgehändigt und ein Sheriff (Stephen Spinella) hält ihnen einen Vortrag darüber, dass jeder Film ein gewisses Element des „No Reason“ besitzt. Also eine gewisse Stelle die einfach keinen Sinn ergibt, aber die Handlung voran treibt. Die Zuseher werden in Folge einen Film sehen, der eine Huldigung an das Element des „No Reason“ darstellt. Also schnappen sie sich die Ferngläser und sehen raus in die Wüstenlandschaft, wo ein Autoreifen plötzlich zum Leben erwacht und mittels Telekinese Tiere und menschliche Köpfe zum Explodieren bringt...

 

Quentin Dupieux wird den meisten Musikfans vor allem unter dem Namen Mr. Oizo bekannt sein, das Pseudonym mit dem er in den 90ern den Hit Flat Beat landete. Seit dem hat Dupieux etwas Filmluft geschnuppert und hat mit Rubber bereits seinen dritten Film fertig gestellt. Sein Beitrag zum Horrorgenre, wenn man diese obskure Idee denn überhaupt in das Horrorgenre einordnen möchte, ist dabei höchst extravagant ausgefallen. Der Reifen, der Köpfe zum Explodieren bringt ist absurd und kreativ, die zweigeteilte Herangehensweise an den Stoff ist aber Fluch und Segen zugleich.

 

Denn wie man bereits aus der Inhaltsangabe herauslesen kann, erzählt Rubber nicht einfach nur die Geschichte eines Autoreifens, sondern versucht diese grandiose Huldigung des Sinnlosen doch noch mit Anspruch anzureichern, indem man eine Metaebene hinzufügt. Diese Metaebene sind die Zuseher, die sich das Spektakel mit ihren Ferngläsern ansehen und dabei noch einmal überdeutlich klarstellen, dass alles nur ein Film ist und nichts ernst gemeint ist. Gut daran ist, dass dies einige wirklich wundervolle Gags erzeugt (alleine die No Reason Ansprache von Stephen Spinella ist Gold wert), aber schlecht ist, dass man die herrliche Sinnlosigkeit der Haupthandlung damit etwas unterwandert.

 

Denn man kann davon ausgehen, dass ein Publikum durchaus in der Lage ist die Ironie der Geschichte zu erkennen, da Rubber in jeder Einstellung transportiert, dass der Film sich nicht ernst nimmt und selbstironisch zu lesen ist. Aber dadurch, dass uns dies auch noch immer wieder vom diegetischen Publikum auf die Nase gedrückt wird, verliert sich irgendwo der Witz daran und die Herrlichkeit des völlig Absurden wird verraten. Dabei wäre es doch so schön gewesen, hätte man sich einfach getraut einen Film zu drehen, der von vorne bis hinten keinen Sinn ergibt, ohne das auch noch erklären zu müssen.

 

Zugegeben, dieser Umstand schwächt Rubber, aber man sollte nicht den Fehler machen den Film deshalb gleich abzuschreiben. Denn wenn man sich auf die schräge Ausgangslage einlässt, dann sorgt Rubber einfach für fabelhaft kurzweilige Unterhaltung. Es ist ein sinnloser Spaß voll mit absurden Ideen, über den man sich keinerlei Gedanken machen sollte. Denn wie Spinella zu Beginn eindrucksvoll erklärt macht der Film keinen Sinn und das ist auch ein wesentliches Element seines Spaßfaktors. Und es ist hoch interessant zu sehen wie der sprachlose, trotzige Autoreifen einen Kontakt zum Publikum herstellt und in Wall-E Manier als „Held“ dient. Wer auf absurde Ideen steht, der sollte Rubber definitiv eine Chance geben.

 

Fazit:

Quentin Dupieux sorgt mit Rubber für einen Unterhaltungsfilm der etwas anderen Art. Die Idee ist herrlich durchgeknallt und die Umsetzung sorgt für einen launigen Filmabend. Die stilistische Zweiteilung ist aber Fluch und Segen zugleich: Auf der einen Seite sorgt das diegetische Publikum für gelungene Gags, auf der anderen Seite jedoch unterwandert dieses aber auch das Element des Sinnlosen und verwässert die Hauptstory. Insgesamt gesehen ist Rubber dennoch ein kurzweiliger und sehenswerter Film.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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