Monsters (2010)

OT: Monsters - 94 Minuten - SciFi / Thriller / Drama
Monsters (2010)
Kinostart: 30.12.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 20.05.2011
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Filmkritik zu Monsters

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Wenn ein Film mit der Prämisse wirbt, dass er in einer Welt spielt, in der außerirdische Wesen auf der Erde gelandet sind und einen Teil des amerikanischen Landes bewohnen, dann erwartet man zwangsläufig, dass diese Monster auch eine gewichtige Rolle im Film spielen. Zumindest auf die eine oder andere Art und Weise. Monsters wirbt irreführenderweise mit dieser Prämisse, löst sie aber nur in geringem Maße ein. Natürlich sieht man die titelspendenden außerirdischen Monster das eine oder andere Mal im Film. Natürlich spielen sie auch eine Rolle in der Geschichte. Nur leider täuscht ihre Präsenz lediglich über die Schwächen im Drehbuch und die unsympathischen, uninteressanten Hauptfiguren hinweg.

Andrew Kaulder (Scoot McNairy), seines Zeichens Fotograf, und Sam Wynden (Whitney Able), ihr Beruf ist weitgehend unklar und wird im Film nur angedeutet, leben in einer Welt, die sich im Krieg mit einer außerirdischen Lebensform befindet, die sich wie eine Plage über das Land ausbreitet. Kaulder erhält den Auftrag die Tochter des Chefs, Sam, von Mexiko in die USA zu bringen. Durch einen unglücklichen Umstand sind die beiden gezwungen sich einen Weg durch die „Infizierte Zone“ zu bahnen, jenen Bereich in dem sich die Außerirdischen bisher ausgebreitet haben und der durch eine große Mauer vom restlichen Land abgetrennt ist.

Was nach dem Ausgangspunkt für eine spannende Odyssee klingt, in deren Verlauf sich die Ängste und Emotionen der Hauptfiguren offenbaren, verläuft sich schnell in nichtigen Dialogen, ermüdenden Szenen und der ernüchternden Erkenntnis, dass Monsters im Grunde nichts weiter ist als ein stinknormales, leicht vom Arthousefilm angehauchtes Romanzen-Road-Movie, das bloß vor einem ungewöhnlichen Hintergrund spielt. Und nicht missverstehen, der Hintergrund bleibt wirklich stets nur Hintergrund. Wenn man sich darauf einstellt und nichts anderes erwartet, dann kann man an Monsters eventuell seinen Spaß haben. Wer sich aber etwas in der Richtung von District 9 oder Cloverfield erwartet, wird schwer enttäuscht sein.

Dabei ist die falsche Erwartungshaltung, die der Film vermittelt, gar nicht sein größtes Problem. Eigentlich wäre es überhaupt kein Problem. Vorausgesetzt Monsters würde einem zumindest Figuren anbieten, die ein gewisses Identifikationspotenzial haben oder wenigstens sympathisch wären. Es wäre zudem von Vorteil gewesen, wenn die Dialoge nicht derart nichtssagend wären, dass man ständig das Gefühl hat zwei Fremden beim Kaffeeklatsch zuzuhören. Gerade wenn die Hauptfiguren mit außerirdischen Monstern um die Aufmerksamkeit und Gunst des Publikums buhlen, dann müssen die Protagonisten die cooleren, interessanteren, tiefgründigeren und/oder liebenswerteren Gestalten sein, um diesen Kampf zu gewinnen.

Außerdem beweist die Entstehungsgeschichte des Films auf anschauliche Weise, dass es nicht unbedingt von Vorteil ist, wenn der Regisseur, nebenbei auch noch für Drehbuch, Idee, Kamera, Ausstattung und Effekte verantwortlich zeichnet und am Set praktisch Mädchen für alles spielte. Die gigantische Leistung, fast den gesamten kreativen Aspekt des Filmemachens im Alleingang zu bewältigen, macht es verständlich und nachvollziehbar, dass die Qualität des Endprodukts darunter leiden muss.

Aber Monsters hat auch durchaus seine positiven Momente. Vor allem das Ende besitzt eine überaus harmonische Atmosphäre, die die Schrecken der Außerirdischen nicht nur abschwächt, sondern fast gänzlich auslöscht und ihnen einen anmutigen, beinahe liebenswerten Charakter verleiht. Gerade wenn man als Kontrast dazu den Anfang des Films im Kopf hat und sich die Verwüstung ins Gedächtnis ruft, die diese Monster auch ohne weiteres anrichten können. Auch der Beginn des Films stellt sich als sehr gelungen heraus und weiß die Aufmerksamkeit des Publikums zu fesseln. Leider lässt diese Aufmerksamkeit schnell nach, aufgrund eines ganz einfachen Problems: Der Mittelteil des Films ist schlichtweg langweilig.

Fazit:
Monsters besticht durch eine gelungene Prämisse und einen interessanten Hintergrund, der die leider sehr langweilige Handlung umrundet. Das Potenzial wäre vorhanden gewesen aus der ursprünglichen Idee einen starken Film zu entwickeln. Schade nur, dass sich der Regisseur Gareth Edwards hoffnungslos übernommen hat und man dem Film diesen Umstand auch anmerkt. Das Ergebnis sind unnötige Dialoge, blasse Hauptfiguren und ein langweiliger Mittelteil. Anfang und Ende hingegen wissen zu gefallen und legen Zeugnis darüber ab, dass hier eine gute Idee vorhanden war. Nur die Umsetzung ist größtenteils gescheitert.

Wertung:
4/10 Punkte

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