Furcht & Zittern (2010)

OT: Furcht & Zittern - 102 Minuten - Komödie
Furcht & Zittern (2010)
Kinostart: 10.09.2010
DVD-Start: 22.06.2011 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Furcht & Zittern

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Der österreichische Film ist seit einigen Jahren nun schwer im Kommen. Die Fälscher gewann den Auslandsoscar, Revanche war für selbigen nominiert, Das Weisse Band gewann die Goldene Palme in Cannes und war ebenfalls für den Auslandsoscar nominiert und Filme wie Import/Export und Lourdes waren auf den A-Festivals der Welt vertreten. Gerade in dieser Boomphase sorgt Reinhard Schwabenitzkys unlustiger und desaströser Furcht & Zittern nun für einen gewaltigen Dämpfer, der die Lust am heimischen Film vorerst einmal trübt. Denn wer sich durch diesen Film gequält hat, der hat wohl für die nächste Zeit einmal genug von Filmen aus Österreich.

Hertha (Elfi Eschke) ist stinksauer. Ihr Ehemann, der hochrangige Polizist Klaus (Wolfgang Böck) geht fremd und zwar mit seiner blutjungen Sekretärin. Hertha schnappt sich die Dienstwaffe von Klaus und will ihn erschiessen. Vor Ort überlegt sie es sich aber doch noch anders und torkelt in eine Apotheke. Das Problem ist nur, dass sie die Waffe noch gezückt hat und nun alle denken sie wolle den Laden überfallen. Da es zu spät ist schnappt sie sich Philipp (Andreas Kiendl) als Geisel und flieht mit der Beute die ihr zugesteckt wurde. Doch bald schon stellt sich ihre Geiselwahl als ungünstig heraus: Denn Philipp ist ein seelisches Wrack, der so ziemlich vor allem Angst hat und unter Panikattacken leidet...

Es ist natürlich sonnenklar für wen Furcht & Zittern gemacht wurde, nämlich für ein absolut kurzgeschlossenes Massenpublikum, das selbst diese hirnverbrannte Ausgangslage unglaublich clever und gewitzt findet. Im Prinzip ist es einfach herauszufinden ob man geeignet ist bei diesem Film seinen Spaß zu haben. Man muss sich lediglich die Frage stellen was man von der Ausgangslage hält: Ein Mann, der vor allem Angst hat, sich in seiner Wohnung einsperrt und lediglich das Haus verlässt um in die Apotheke zu gehen, wird genau bei einem jener Ausflüge als Geisel genommen. Wenn man nun findet, dass sich das großartig anhört, dann dürfte man dem anvisierten Massenpublikum entsprechen, findet man diese Ausgangslage aber eher etwas dämlich, dann kann man sich den Film getrost sparen.

Denn besser wird es nicht mehr, eher im Gegenteil, denn selbst ein absolutes Mainstreampublikum mit niedriger Erwartungshaltung wird es schwer haben sich diesen Kinobesuch schön zu reden, sollte es doch nicht allzu schwer sein eine bessere Alternative zu finden. Denn die Geschichte entwickelt sich immer weiter in Richtung Absurdität, bringt kaum etwas auf die Reihe und die Filmemacher scheinen sich selbst dabei bewundernd auf die Schulter zu klopfen wie gewitzt sie nicht sind. Der Humor bewegt sich auf Sonderschulebene und die Geschichte selbst ist eigentlich nur eine riesige Peinlichkeit.

Denn die Geiselgeschichte gerät zunehmend in den Hintergrund und stattdessen setzt Furcht & Zittern auf Stockholmsyndrom Reloaded. Die Geisel und die gutmütige Entführerin fliehen gemeinsam, wobei bald schon eine Freundschaft entsteht und der Film in eine Art Therapieprogramm umschlägt. Für Philipp wird es in Folge ein Angstbewältigungsseminar und Hertha darf ihre Beziehung zu ihrem Mann überdenken. In Gefahr sind die beiden ohnehin nicht, da es von Anfang an klar ist, dass Herthas Mann die Fährte verwischt und am Ende die Weste seiner Frau reinwaschen wird. Wolfgang Böck bringt dabei zumindest sein ureigenes Charisma mit und sollte seine Fans zufriedenstellen, aber gegen diesen rundum misslungenen Film kann auch er leider nichts unternehmen.

Auf der Flucht bahnt sich auch ein kleines sexuelles Abenteuer zwischen Philipp und Hertha an, wobei man zumindest die Beziehungskonventionen des Mainstreamkinos etwas durcheinanderbringt, aber in Anbetracht der Tatsache wie bemüht und krampfig das alles abläuft ist dem auch schon nicht mehr der Rede wert. Ausserdem werden einige Stationen abgearbeitet und Nebenfiguren etabliert, die aber mit der Ausnahme der Episode rund um Philipps Internetbekanntschaft kaum für Unterhaltungswert sorgen. Insgesamt betrachtet ist Furcht & Zittern also vor allem eine kolossale Zeitverschwendung, die man niemandem (den man leiden kann) wirklich empfehlen kann.

Fazit:
Furcht & Zittern macht so ziemlich alles falsch was man falsch machen kann. Der Film ist leider überhaupt nicht witzig, was für eine Komödie ohnehin das Todesurteil ist, aber hinzu kommt auch, dass alleine die Ausgangslage schon einmal so dämlich ist, dass es schwer ist sich überhaupt auf den Rest einzulassen. Doch das niedrige Niveau wird konstant gehalten und abgesehen von ganz wenigen amüsanten Momenten ist Furcht & Zittern ein grandios missratener Film, den man sich wirklich nicht antun muss.

Wertung:
2/10 Punkte

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Ø Wertung: 4.3/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 3
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Erstellt: 03.01.2015