Karate, Küsse, blonde Katzen (1974)

OT: Yang chi - 91 Minuten - Action / Komödie
Karate, Küsse, blonde Katzen (1974)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Karate, Küsse, blonde Katzen

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Was passiert, wenn man die Power von sage und schreibe 13 Schulmädchen-Reports und die zahlreicher Fernost-Kampfspektakel in den Mixer steckt und gut durchrührt? Eine für jeden Fan zünftiger Unterhaltung, die gern auch mal unter die Gürtellinie geht, unverzichtbare Mischung – die garantiert besser schmeckt als „alter Opa hinter linkem Ei“.

 

„Karate, Küsse, blonde Katzen“ ist ein echter Kultfilm und dank Camera Obscura endlich auch in ordentlicher Qualität auf DVD verfügbar. Die Story ist schnell erzählt: Auf dem Seeweg nach Australien nehmen chinesische Piraten ein paar junge, nichtsdestotrotz wehrhafte Damen gefangen, und bringen sie ans Festland, wo sie ein skrupelloser Mädchenhändler mit schnittiger Langhaarfrisur, welche – zum Zopf gebunden – auch bei den zahlreichen Kloppereien zum Einsatz kommt, verscherbeln soll. Unter der Obhut der ebenfalls versklavten Ko Mei Mei gibt es aber nicht nur Tanzunterricht und „Stellungskunde“ – sondern auch einen heimlichen Crashkurs in Sachen Karate…

 

Anfang der 70er Jahre sorgten sowohl der deutsche Sexfilm als auch fernöstliche Kampfspektakel für volle Bahnhofskinos und somit war „Karate, Küsse, blonde Katzen“ einfach ein Film, der zwangsläufig passieren musste. Zu verdanken haben wir das der Weitsicht Wolf C. Hartwigs – wohl einem der umtriebigsten deutschen Produzenten der 60er und 70er Jahre, und dem Vater der „Schulmädchen-Report“ Serie. Zu dieser 13-teiligen Reihe muss wohl nicht mehr viel gesagt werden, außer dass sie Anstoß zur deutschen Sexwelle in den Kinos war und Vorbild zahlreicher „Report“ Filme. Regie führte bei den meisten dieser Filme der gebürtige Wiener Ernst Hofbauer – ein solider Handwerker seines Fachs, der in den 60er Jahren hauptsächlich Abenteuerfilme inszenierte und beim Sexfilm endete. Klare Sache also, dass Hofbauer auch bei KKBK (um den Titel mal abzukürzen) das Ruder in die Hand nahm.

 

Auf der anderen Seite sind dann noch die Shaw Brothers, die den Film coproduzierten. Auch dieser Name ist dem Filmfan ein Begriff, denn aus deren Schmiede stammen immerhin ewige Klassiker des Martial Arts Films: „Die 36 Kammern der Shaolin“ zum Beispiel. Und hunderte andere. Co-Regisseur Chih-Hung Kuei arbeitete fast ausschließlich für die Shaw Brothers – sein bekanntestes Werk dürfte wohl „Das Bambuscamp der Frauen“ aus dem Jahr 1973 sein. Wer den Film kennt, weiß wohin der Hase läuft. Schließlich gibt es auch in KKBK zahlreiche Elemente des Frauencamp-Films zu bestaunen:

 

Zum Beispiel die bereits oben erwähnte Lehrstunde in Sachen asiatischer Liebestechniken. Oder auch die wahnwitzigen Ausbruchsmanöver der Mädels. Und schließlich noch die allesamt überraschend hochwertig choreographierten Kämpfe (vermutlich hatte Chih-Hung Kuei hier besonders seine Finger im Spiel), in denen die spärlich bekleideten schlagfertigen Schnitten gegen ihre schwertschwingenden Peiniger antreten. Außerdem lernen wir, was man mit Olivenkernen so alles anstellen kann. Tragendes Highlight ist und bleibt aber die abenteuerliche deutsche Synchronisation, bei der selbst Rainer Brandt vor Neid erblassen würde. Schon in den ersten zwei Minuten gibt’s Gags am laufenden Band – und das ändert sich auch mit fortschreitender Laufzeit kaum.

 

Da ist es fast schon vernachlässigbar, dass die Story dünner als Reispapier ist und die schauspielerischen Leistungen quasi nicht vorhanden sind. Weniger hingegen, dass der Film auf dramaturgischer Ebene eher vor sich hinplätschert wie ein Bächlein im Lotusgarten. In manchen Phasen stützt sich KKBK zu sehr auf den Humor, den die Synchro zu versprühen sucht. Sei es drum, auch das gehört bei dieser Form des Kinos einfach dazu. Eine gesonderte Erwähnung soll an dieser Stelle noch der Soundtrack finden, der ebenfalls das beste zweier Welten in sich vereint: Die Fights werden stilecht mit fetziger Mucke untermalt, während, wenn die Mädchen im Meer herumtollen, herrliche waaah-waaaah Musik das Ohr verwöhnt.

 

Fazit:

Wie am Cover vollkommen richtig angemerkt ist, beschwört KKBK den „modernen Geist internationaler Völkerverständigung“ und zählt somit als echter Vorreiter seiner Art. Freunde sleaziger Bahnhofskinokost kommen um diesen Film nicht herum. Am Besten, mal in den Trailer des Films (siehe unten) reinschauen und sich animieren lassen! Die DVD von Camera Obscura bietet neben einem Booklet auch noch den Kinotrailer, Fotogalerie und die originale Super 8 Fassung des in Deutschland unverständlicherweise immer noch indizierten Titels. Erhältlich beim Mailorder Ihres Vertrauens.

 

Wertung:

7/10 Punkte und eine Ziege!

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