The Expendables (2010)

OT: The Expendables - 103 Minuten - Action / Abenteuer
The Expendables (2010)
Kinostart: 27.08.2010
DVD-Start: 28.01.2011 - Blu-ray-Start: 28.01.2011
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Filmkritik zu The Expendables

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Hand aufs Herz: Wer (wie ich) mit den harten, unterhaltsamen und sympathisch simplen Actionern der 80er Jahre aufgewachsen ist, der wird die modernen, politisch überkorrekten, glattgebügelten, auf PG-13 getrimmten Actionfilmen der Neuzeit immer mit einem weinenden Auge sehen. Sylvester Stallone scheint das ähnlich zu sehen. Denn er ist nicht nur einer der wichtigsten Ästheten der goldenen Action-Ära, er scheint auch seit 30 Jahren in den 80ern zu leben. Sein All-Star Actionkracher The Expendables ist nun ein äußerst gelungener Versuch das Rabauken-Machokino in die Gegenwart zu befördern.

 

Barney Ross (Sylvester Stallone) ist der Anführer der knallharten Söldnertruppe „The Expendables“. Zu seinem Team gehört seine rechte Hand Lee Christmas (Jason Statham), der Martial Arts Experte Yin Yang (Jet Li), der Waffenfachmann Hale Ceasar (Terry Crews), Toll Road (Randy Couture) und der völlig durchgeknallte Gunnar Jensen (Dolph Lundgren). Ihr Kontaktmann Mr. Curch (Bruce Willis) erteilt ihnen ihren neuesten Auftrag: Sie sollen den Diktator General Garza (David Zayas), der eine kleine Insel unter seiner Kontrolle hat, zu Fall bringen. Also macht sich das Team auf, um es ordentlich krachen zu lassen…

 

Sylvester Stallone ist, von kleinen Ausnahmen wie Cop Land abgesehen, immer seinem 80er Jahre Kino treu geblieben. Allerspätestens mit den deutlichen Revival-Filmen Rocky Balboa und John Rambo hat er gezeigt was er von den modernen Actionfilmen hält, nämlich gar nichts. Stallone ist und war immer ein Anhänger von handgemachter Action, von übermenschlichen Ikonen die allen Widerständen trotzen, ihren Weg gehen und gewissen Werten treu bleiben. Die Helden der 80er Jahre sind Zyniker und düstere Randfiguren denen man sich lieber nicht in den Weg stellt. Und als Gegenspieler hält in der Regel ein klar skizzierter, von Grund auf böser Teufelsmensch her.

 

Genauso verhält es sich auch mit The Exependables, jenem Herzensprojekt von Stallone, mit dem er noch einmal ordentlich Gas geben wollte. Es sollte ein moderner Actionbastard werden, der die großen Figuren des Genres unter einem Banner vereint. Und von kleinen Abstrichen einmal abgesehen (Jean-Claude Van Damme lehnte nach seinem Ausflug ins Charakterfach mit JCVD ab, bereut dies aber mittlerweile und will bei der Fortsetzung mitmischen) ist The Expendables tatsächlich ein verblüffend gelungener Querschnitt durch die großen Namen des Actionfaches. Mit Sylvester Stallone, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger sind die vielleicht größten von ihnen vertreten (auch wenn die letzten beiden nur einen Cameo Auftritt absolvieren), mit Jet Li und Jason Statham erweist Stallone den Martial-Arts Helden seine Referenz, mit Mickey Rourke ist ein Nostalgiker dabei, der den Werten Stallones in nichts nachsteht, mit Dolph Lundgren ist ein Urgestein des B-Kinos An Bord und dank der Besetzung von Randy Couture und Steve Austin wird auch auf den MMA/Wrestlertrend im Actionkino reagiert.

 

Ein ganz besonderes Highlight ist natürlich das Aufeinandertreffen von Sylvester Stallone, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger in einer Szene, die wohl zu Beginn noch als Überraschungsgag geplant war, aber im Internet hohe Wellen geschlagen hat. Und tatsächlich ist diese Szene ein komödiantisches Highlight, sorgt doch speziell der verbale Schlagabtausch zwischen Schwarzenegger und Stallone dafür, dass ihre Filmrollen völlig in den Hintergrund geraten und man den Eindruck gewinnt, als würden die Schauspielikonen aufeinander treffen. Stallone spielt sehr gut mit seinem eigenen Image und dem seiner beiden Kollegen, auch wenn man Schwarzenegger anmerkt, dass er schon länger nicht mehr gespielt hat, weswegen er etwas hölzern wirkt.

 

Aber auf das kommt es auch gar nicht an. Wer die Inhaltsangabe gelesen hat, der wird sich bereits denken können, dass The Expendables mehr will, als bloß eine Handlung und seine Figuren von A nach B zu bringen. Der Film ist eine reine Verbeugung vor den alten Haudegen und jungen Wilden. Testosteronkino ohne Gnade mit viel handgemachter Action und auch mit viel Brutalität. Stallone will es noch einmal nach allen Regeln der Old-School Kunst krachen lassen und dies ist ihm mit The Expendables auch vortrefflich gelungen. Sein Film ist dabei eine Hommage an die großen Ikonen des Genres, denn natürlich ist jedem bewusst, dass ein Film nach alter Schule massiv auf dem Image eines Stars aufbaut.

 

Und Stallone steckte in dem Dilemma gleich einen ganzen Haufen an Action-Ikonen zur Verfügung zu haben, wobei es natürlich eine ganz besondere Herausforderung ist es allen Fans recht zu machen. So hat auch jeder seine eigene Szene bekommen in der er glänzen darf. Jet Li und Dolph Lundgren bekommen einen wunderbaren Kampf alá David gegen Goliath spendiert, Randy Couture darf als belesener Söldner gegen das Actionstarimage anspielen, Steve Austin bekommt die Ehre Sly zu vermöbeln, Terry Crews hat einen ganz besonderen Auftritt mit einer mächtigen Kanone, Stallone selbst ist ohnehin allgegenwärtig und Jason Statham ist gar der heimliche Star des Films. Es scheint so als hätte Stallone ihm den Ritterschlag geben wollen in dem er ihn ihm Film zu seiner rechten Hand macht und es ihm gestattet die wahrscheinlich beeindruckendsten Actionszenen des Films zu tragen.

 

Ein Routinier wie Sylvester Stallone weiß natürlich auch, dass eine solche Horde an Stars nur mehr einen Schablonenbösewicht braucht, der den ganzen Hass des Publikums auf sich lädt. Und genau so inszeniert Stallone auch die Gegenspieler. Natürlich sind diese großteils blass, aber der alte Fuchs Stallone schafft es geschickt sie mit simplen Mitteln in die Ecke der Bösewichte zu drängen, sodass wir bei der anschließenden Bestrafung durch die „guten Jungs“ auch emotional mitgehen. Diese Defamierungsmethoden gehen über die Unterdrückung des Volkes bis zur klassischen rauen Behandlung des weiblichen Geschlechts. Klar, einen Oscar bekommt man nicht dafür, aber im Rahmen eines solchen Films funktioniert diese schablonenhafte Skizzierung dennoch bestens.

 

Die Action selbst ist ebenfalls sehr gelungen. The Expendables ist mit vielen kleinen, brutalen Actiondetails gespickt und wie Sly es versprochen hat raubeinig inszeniert. Dabei ist der Inhalt klassische B-Movie Unterhaltung aus den 80ern, aber mit den Schauwerten eines modernen A-Klasse Actionspektakel ausgestattet. Stallone hält natürlich Wort und verzichtet auf einen CGI Overkill, aber dennoch hat er eine moderne Stilistik gewählt, die auch schon einmal die Wackelkamera zum Einsatz bringt. Zwar ist es auf der einen Seite schade, dass man sich so vom nostalgischen 80er Jahre Stil etwas entfernt, aber man muss auch zugeben, dass die Mischung aus klassischen Werten und moderner Technik durchaus funktioniert.

 

Das Wichtigste ist jedoch, dass The Expendables vortrefflich unterhält. Stallone schafft es das Buddy-Gefühl der 80er auferstehen zu lassen und bindet uns geschickt an seine eigenwillige Truppe. Besonders Jason Statham und Sylvester Stallone geben ein wahres Dream-Team ab, aber auch die restliche Mannschaft ist schwer sympathisch und schaffte es eine gelungene Identifikationsfläche für das Publikum zu bieten. Spätestens wenn sich am Ende alle im Tattoo-Schuppen von Mickey Rourke versammeln kochen die nostalgischen Gefühle an das große Zeitalter des Actionfilms hoch und dem geneigten Fan sollte klar werden wie gut es The Expendables versteht die alten Werte auferstehen zu lassen. Wer nichts mit dem naiven (aber liebevoll charmanten) Geist dieser Ära anfangen kann, der kann sich auch The Expendables sparen und man muss auch zugeben, dass der Film nicht an die kreative Dynamik der Highlights dieser Ära alá Predator anschließen kann, vor allem, da es dem Film an einem durchgehenden Spannungsbogen fehlt, aber nichtsdestotrotz ist The Expendables für alle Fans der alten Actionschule ein absolutes Muss.

 

Fazit:

Stallone weiß genau was er zu machen hat. Der Soundtrack gibt den Takt vor und die Bilder tanzen mit. The Expendables ist genau der Old-School Actionausflug auf den man sich als Anhänger der 80er Jahre Action gefreut hat. Der alte Hase Stallone sammelt eine Horde an Stars und zeigt wie viel Charme ein moderner Jungsfilm haben kann, bei dem die Helden cool, die Bösewichte abgrundtief schlecht und die Action krachend ist. Der Film mischt die klassische inhaltliche Struktur der 80er Jahre mit einer modernen Technik und viel handgemachter Action. Wer sich darauf einlässt bekommt einen schwer unterhaltsamen Testosteronkracher geboten, der es versteht das Buddy-Gefühl der 80er Jahre Action aufkommen zu lassen und auch eine gehörige Prise Nostalgie mitbringt. An die kreative Kraft der Meisterwerke dieser Zeit, wie Stirb Langsam oder Predator, kommt der Film zwar, dank eines mangelnden Spannungsbogens, nicht ran, aber seinen Zweck als krachende Männerunterhaltung erfüllt The Expendables in jeder Sekunde. Freunde des 80er Jahre Actionkinos sollten keine Sekunde lang zögern. The Boys are Back in Town tönt es über dem Abspann, mehr ist nicht hinzuzufügen.

 

Wertung:

7/10 Punkte als Kritiker, 8/10 als 80er Jahre Actionfan

Filmering.at
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 41
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