Kleine Wunder in Athen (2009)

OT: Akadimia Platonos - 103 Minuten - Tragikomödie
Kleine Wunder in Athen (2009)
Kinostart: 10.09.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Kleine Wunder in Athen

Von am

Griechenland ist prominent in allen Medien vertreten: Finanzprobleme, die Sparpakete in gigantischem Ausmaß bedingen, was wiederum zu spürbaren Einschränkungen für die Bevölkerung führt, was schließlich Streiks hervorruft. Doch das Land hat auch noch andere Probleme, die natürlich nicht nur dort für Kopfzerbrechen sorgen. Zum Beispiel den Fremdenhass, der in Griechenland vorwiegend in Konflikten zwischen Griechen und Albanern zum Ausdruck kommt. Genau hier setzt Kleine Wunder in Athen an und versucht die Probleme aufzuarbeiten. Dank der übertrieben plakativen Geschichte aber leider eher bemüht als begeisternd.

 

Stavros (Antonis Kafetzopoulos) gehört ein kleiner Laden an einer Kreuzung in Athen. Dort ist jedoch weder besonders viel los, noch besonders viel Kundschaft vorhanden, weshalb Stavros den ganzen Tag mit seinen drei besten Freunden vor dem Geschäft abhängt und die Zeit totschlägt. Das ändert sich jedoch als der treue Hund Patriot (der nur auf Albaner reagiert) den Fremdling Marenglen (Anastas Kozdine) anbellt. Denn dieser glaubt auf einem Familienfoto Stavros Mutter als seine eigene und Stavros als seinen Bruder zu erkennen. Demnach wäre Stavros auch Albaner, was zu einer kleinen Identitätskrise führt…

 

An manchen Stellen ist es Regisseur Fillipos Tsitios gelungen dank eines stimmigen Soundtracks und der absurden Geschichte eine eigenwillige Mischung zu kreieren, die stets zwischen Komik und gesellschaftlicher Tragik hin und her pendelt. Das Thema, das er dabei ansprechen will wird auf dem Silbertablett serviert: Es geht um die Reibereien zwischen Griechen und Albanern, die als Vorwand dienen um eine allgegenwärtige Moral bezüglich mehr Toleranz und weniger Fremdenhass hinaus zu posaunen. Nebenbei liefert Kleine Wunder in Athen auch eine augenzwinkernde Begründung für den griechischen Staatsbankrott, da er die Arbeitsmoral des Einzelhandels liebevoll auf die Schippe nimmt.

 

Das Problem dabei ist, dass es der Film an allen Ecken und Enden viel zu weit treibt. Symbolik hier, Figurenzeichnung da und für alle die es noch immer nicht kapiert haben wird auch noch einmal alles deutlich zur Sprache gebracht. Die drei Freunde entsprechen mit ihrem Verhalten jedem Klischee, Stavros selbst wird eine zweifelhafte Vergangenheit anghängt, damit er gezwungen ist sich mit dem Fremdenhass auseinanderzusetzen und wem das noch nicht genügt, der bekommt auch noch die symbolische Zertrümmerung eines interkulturellem Denkmals, damit auch dem Letzen klar wird, dass Integration nicht erwünscht ist.

 

Diese vielen Offensichtlichkeiten wirken jedoch äußerst ermüdend. Hinzu kommt, dass sich auch die humoristischen Versuche schnell abnutzen, der persönliche Ballast von Stavros (in Gestalt seiner Ex-Frau) nicht besonders überzeugend ist und Kleine Wunder in Athen somit schnell in Langeweile versinkt. Die Darsteller sind zwar bemüht, kämpfen aber gegen Windmühlen, da ihre Figuren lediglich kleine Versuchstiere in der Welt des Regisseurs sind und allesamt nur dazu dienen noch eine weitere plakative Ebene zu einem Film hinzuzufügen, der alles was er zu sagen hat mit voller Lautstärke in die Welt hinausposaunt. Gutes Filmemachen funktioniert aber leider ganz anders.

 

Wertung:

4/10 Punkte

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