Eine japanische Tragödie (Nihon no higeki) (1953)

OT: Nihon no higeki - 116 Minuten - Drama
Eine japanische Tragödie (Nihon no higeki) (1953)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Eine japanische Tragödie (Nihon no higeki)

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Die DVD-Reihe Japanische Meisterregisseure bringt nun mit Eine japanische Tragödie den vorerst letzten Film von Keisuke Kinoshita und wendet sich danach mit Eine Herberge in Tokio der ausgedehnten Würdigung von Yasujiro Ozu zu. Als Sammler der Reihe darf man sich bei Eine japanische Tragödie erneut überrascht davon zeigen, welch breites Themenspektrum Kinoshita zu bedienen weiß. Der Film ist dabei ein fast klassisches Drama, dem jedoch in letzter Instanz die Wirkung fehlt und das es nicht durchgehend schafft das Publikum emotional zu involvieren.

 

Während des Krieges muss sich die verwitwete Haruko prostituieren um das Leben für sich und ihre beiden Kinder finanzieren zu können. Doch als ihre Kinder nach dem Krieg Karriere machen wollen, schämen sie sich für die Taten ihrer Mutter und suchen die Distanz. Ihr Sohn, der Medizin studiert, möchte sich gar von einem älteren Arzt adoptieren lassen. Um alles zur regeln fährt er gemeinsam mit seiner Schwester auf Besuch zu ihrer Mutter, wo sich diese natürlich alles andere als begeistert zeigt…

 

Bei allen emotionalen Schwächen des Films, muss man Keisuke Kinoshita doch eines immer wieder zu gute halten: Er schafft es jeden Film als neue Herausforderung zu sehen, und erschuf mit dieser Offenheit zahlreiche stilistisch völlig unterschiedliche Werke, die stets den Gestus der Experimentierfreude ausstrahlten. Im Falle von Eine japanische Tragödie wollte er die Probleme des Nachkriegsjapans aufzeigen, und zeigen wie sich diese globalen Probleme bis auf die einzelnen Familien herunterprojizieren.

 

Stilistisch lokalisiert er seine Geschichte geschickt mit Fernsehbeiträgen, die immer wieder die politische Lage kommunizieren und die globalen Probleme des Landes aufzeigen. Dazu wird die persönliche Ebene gespiegelt, die über den Zerfall einer einzelnen Familie dargestellt wird. Das Problem an der Sache ist nur, dass die Familiengeschichte nicht so ganz fesselt. Das Anliegen des Regisseurs ist zwar verständlich, eine umfassende Schilderung des Nachkriegslebens darzulegen, aber auf emotionaler Ebene geht die Rechnung leider nicht wirklich auf.

 

Wertung:

6/10 Punkte

 

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