Kindsköpfe (Grown Ups) (2010)

OT: Grown Ups - 102 Minuten - Komödie
Kindsköpfe (Grown Ups) (2010)
Kinostart: 06.08.2010
DVD-Start: 13.01.2011 - Blu-ray-Start: 13.01.2011
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Filmkritik zu Kindsköpfe (Grown Ups)

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Adam Sandler (der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch am Drehbuch mit geschrieben und den Film produziert hat) versammelt in Kindsköpfe eine Mischung aus beliebten (er selber, Kevin „King of Queens“ James und Chris Rock) und abgehalfterten Comedians (David Spade und Rob Schneider), scheinbar in der Annahme, dass es genügt einen Haufen (vermeintlich) komischer Menschen zu vereinen um eine gute Komödie daraus zu machen. Doch diese Annahme geht ordentlich in die Hose. Eine Ansammlung lustiger Personen und Szenen in denen die Figuren viel Lachen, reichen noch lange nicht aus um daraus einen humorvollen Film zu machen. Vielleicht hätte sich jemand die Mühe machen und Herrn Sandler darüber informieren sollen, dann wären uns diese Kindsköpfe erspart geblieben.

 

Die Handlung ist denkbar einfach und im Grunde vollkommen zu vergessen. Es macht fast den Anschein als könnte man einem Publikum von Komödien heutzutage keine guten Geschichten mehr zumuten, da sie über ihren Horizont hinaus gehen würden. Aber gut, nun zur Ausgangssituation des Films. Nach dem Tod ihres Highschool Basketballtrainers (Blake Clark) finden fünf Freunde und ehemalige Teamkollegen wieder zusammen um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Natürlich könnte man ohne weiteres über die einfach gestrickte, wenig originelle Handlung hinweg sehen, wenn der Film wenigstens das wichtigste und für eine Komödie essentiellste Attribut enthalten würde, was die Genrebezeichnung ja eigentlich verspricht, nämlich lustig zu sein.

 

Es gibt einen ganz einfachen Maßstab für das Gelingen einer Komödie. Lacht der Zuschauer oder nicht? In diesem Fall ist leider mit einem klaren „Nein“ zu antworten. Lacher sucht man im Publikum vergebens, mal abgesehen von einigen wenigen gelungenen Momenten, die doch das eine oder andere Schmunzeln auf die Lippen zaubern. Dafür haben es aber die Figuren besonders lustig. Es sieht fast so aus, als hätten sie den fehlenden Humor mit zahlreichen Szenen kompensieren wollen, in denen die Hauptfiguren über ihre eigenen Witze herzlich lachen. Es heißt zwar lachen sei ansteckend, aber genau so sinnlos und unerfreulich wie eine Lungenentzündung sind die Witze in Kindsköpfe. Da nützt es auch nichts wenn die Figuren noch so viel lachen, man kann darauf verzichten und zieht es vor davon lieber nicht angesteckt zu werden.

 

Trotzdem hat der Film neben wenigen wirklichen Lachern, die Großteils auf das Konto von Kevin James gehen, noch ein anderes Highlight. Die weibliche Besetzung. Sie sind zwar weder lustig, noch müssen sie hier irgendwas von ihrem schauspielerischen Talent unter Beweis stellen, aber sie sind zumindest hübsch an zu sehen. Das bedeutet viel, wenn man 103 Minuten in einer humorlosen Komödie schmort und sich nur noch fragt wann die Qual ein Ende hat. Und gerade wenn man hofft, die Auflösung ist Nahe, weil der Film nun endlich seinen Höhepunkt erreicht, wird man mit einer Moralpredigt belästigt, die dem (scheinbar) zu dummen Zuschauer noch mal klar macht worum es in der Geschichte eigentlich ging. Als wäre es einem nicht ohnehin permanent auf überaus plumpe Art und Weise aufs Auge gedrückt worden und das Publikum nicht in der Lage selbst Schlüsse zu ziehen. Man kommt sich vor wie ein Kind und genau so schmollend und gekränkt verlässt man den Kinosaal.

 

Dabei sind abschließende Moralpredigten in Komödien gar nicht so selten und manchmal sogar okay, aber man kann schon erwarten, sie nicht derart simpel und aufdringlich serviert zu bekommen. Es hätte nur noch gefehlt, dass sich die sprechende Person zur Kamera wendet und direkt das Publikum anspricht. Das wäre wenigstens eine kleine Überraschung gewesen, wenngleich es dieses vollkommene Desaster von einer Komödie nicht gerettet hätte. Warum der Film überhaupt einen Regisseur oder ein Drehbuch besitzt bleibt im Grunde ein Rätsel, denn nichts davon funktioniert. Ganz zu schweigen von den Schauspielern, die ihren komödiantischen Zenit wohl schon vor langer Zeit überschritten haben (vielleicht mit Ausnahme von Kevin James). Somit bleibt am Schluss nur das Fazit, dass nach Kindsköpfe nicht nur David Spade und Rob Schneider abgehalfterte Humoristen sind, sondern auch Adam Sandler und Chris Rock sich ohne weiteres in diese Riege einreihen können.

 

Fazit:

Kindsköpfe ist ein Film auf den man getrost verzichten kann. Wer allerdings auf derben und (beinahe) beleidigend infantilen Humor steht, kann hier durchaus seinen kurzweiligen Spaß haben. Manchmal ertappt man sich schon dabei, dass man über einige dieser Witze lacht. Damit endet aber der Humor dieser vermeintlichen Komödie auch schon wieder. Trotzdem bekommt der Film zwei Gnadenpunkte für Kevin James und die wunderhübschen (aber unverschämt unterforderten) weiblichen Darsteller. Am Ende setzt der Film den vorherigen langweiligen Filmminuten noch mal den Deckel auf und belästigt den Zuschauer mit einer abschließenden, deplatzierten und plumpen Moralpredigt, die fast schon als Beleidigung durchgehen kann. Alles in allem ist Kindsköpfe raus geschmissenes Geld und ein mehr als verzichtbarer Film.

 

Wertung:

2/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 4 | Wertungen: 18
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