Claires Geheimnis (2008)

OT: L'empreinte de l'ange - 95 Minuten - Drama
Claires Geheimnis (2008)
Kinostart: 06.08.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Claires Geheimnis

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Das eigene Kind zu verlieren (auf welche Art auch immer) ist ein gewaltiges Trauma, ganz besonders im Leben der Mutter. Kein Wunder, dass sich auch das Kino immer wieder diesem Thema angenommen hat. Man denke nur zuletzt an Clint Eastwoods Der fremde Sohn, oder auf Ebene des Weltkinos an Chang-dong Lees Secret Sunshine. Claires Geheimnis ist ein weiterer Versuch aus dem Grundansatz des verlorenen Kindes ein Drama und in weiterer Folge einen Thriller zu konstruieren. Denn hier glaubt die Mutter ihr Kind, welches sie kurz nach der Geburt bei einem Brand im Krankenhaus verloren hat, bei einer anderen Familie wieder zu erkennen. Doch der Film schafft es leider nicht diesen guten Ansatz wirklich stimmig auszunutzen.

 

Elsa (Catherine Frot) ist frisch von ihrem Mann getrennt und ihr neues Leben gestaltet sich als schwierig. Nur mit Mühe findet sie die Zeit sich um den gemeinsamen Sohn zu kümmern und verfolgt wird sie von einem Trauma aus der Vergangenheit: Bei einem Krankenhausbrand ist ihr Baby vor einigen Jahren kurz nach der Geburt gestorben. Doch als sie ihren Sohn von einer Party abholt entdeckt sie ein Mädchen, das genauso alt ist, als es ihr Kind wäre. Dabei handelt es sich um die Tochter von Claire (Sandrine Bonnaire) und Elsa kommt nicht vom Gedanken los, dass es sich bei Claires Tochter in Wirklichkeit um ihr Kind handelt…

 

Claires Geheimnis verfügt über ein äußerst interessantes Thema, aus dem man sicherlich einen großartigen Film hätte machen können. Zu Beginn schafft es der Film auch noch wirklich gut die Story mit teilweise vorhandenem Mystery-Flair zu etablieren. Hierbei liegt die Stärke des Films gerade im Ungewissem, denn Claires Geheimnis lässt es lange völlig offen wie man die Geschichte deuten soll: Ist Elsa verrückt und alles entspricht nur ihrer Einbildung, oder ist wirklich etwas Wahres dran? Doch wenn dem so ist, wie soll das nur möglich sein? Dank dieser Ungewissheit verfügt Claires Geheimnis über eine stimmige Atmosphäre, die langsam aber sicher immer weiter ins Bedrohliche abdriftet.

 

Denn bald schon keimt aus dem persönlichen Drama von Elsa ein Thriller, der sich ganz auf den Konflikt zweier Mütter konzentriert. Das Schöne daran ist, dass man lange keine Ahnung hat welche der Beiden im Recht ist und so eine moralisch ambivalente Situation entsteht. Da man jedoch sehr am Verstand von Elsa zweifeln muss entwickelt sich eine bedrohliche Situation für eine Familie, die scheinbar völlig ohne Grund in Gefahr gerät. Claires Geheimnis sitzt dabei zwischen den Stühlen und pendelt zwischen Charakterdrama und Thriller hin und her. Das Problem ist nur, dass das ewige Hinhalten der Zuseher eine Erwartungshaltung emanzipiert, die der Film im Endeffekt nicht einhalten kann.

 

Denn den Punkt der spannungsbildenden Geheimhaltung überschreitet der Film leider großzügig, sodass bald schon Langeweile entsteht und die Geschichte etwas vor sich hinplätschert. Auch die finale Auflösung kann kaum in dem Maße überraschen, wie es sich die Filmemacher wohl erhofft hätten. Dies führt dazu, dass Claries Geheimnis weder als durchgehend besonders berührend in Erinnerung bleibt, noch den Spannungsbogen über die volle Distanz halten kann. Was schlussendlich übrig bleibt ist ein Film mit einer guten Ausgangslage und einigen stimmigen Momenten, der aber auf Grund der Schwächen leider im Mittelmaß hängen bleibt.

 

Wertung:

5/10 Punkte

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