Das Konzert (2009)

OT: Le concert - 119 Minuten - Drama / Komödie
Das Konzert (2009)
Kinostart: 13.08.2010
DVD-Start: 13.01.2011 - Blu-ray-Start: 13.01.2011
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Filmkritik zu Das Konzert

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Zug des Lebens Regisseur Radu Mihaileanu hat wieder einmal eine eigenwillige Idee für eine Komödie gefunden. Wie so oft in seinem Oeuvre handelt auch Das Konzert von einer gutmütigen Schwindelei vor aussergewöhnlicher Kulisse. Mit an Bord hat seine Film die neue französische Schauspielhoffnung Melanie Laurent, die seit ihrem Auftritt in Quentin Tarantinos Inglourious Basterds in aller Munde ist. Egal ob es nun ihrem Namen oder der charmanten Idee des Films zu verdanken ist: Das Konzert wurde in Frankreich jedenfalls zum Publikumsliebling. Und der Film hat sich dies auch durchaus verdient, auch wenn nicht alle Ideen zünden.

 

Der sowjetische Stardirigent Andrei Filipov (Aleksei Guskov) hat sich geweigert jüdische Musiker aus seinem Orchester zu werfen, weswegen ihm die kommunistische Regierung zur Reinigungskraft degradiert hat. Beim Putzen des Büros des Direktors des Bolchoi Orchesters stößt er zufällig über ein Fax vom französischen Theatre du Châtelet, das die Dienste des Bolchoi Orchesters anfordert. Kurzerhand beschließt Andrei das Fax mitzunehmen und sein altes Orchester zusammen zu trommeln. Sie wollen sich als das Bolchoi Orchester ausgeben und in Paris spielen. Tatsächlich sieht es auch zunächst so aus, als könnte der Plan funktionieren. Doch in Paris angekommen zerstreuen sich die Mitglieder des Orchesters in alle Winde und es scheint unmöglich zu werden sie alle fürs Konzert wieder zu finden...

 

Das Konzert setzt auf eine sehr eigenwillige Mischung aus Drama und Komödie, bei der die komödiantischen Elemente aber bei weitem überwiegen. Speziell bei der Einführung in Russland setzt Radu Mihaileanu auf einen wilden Mix diverser komödiantischer Zutaten. Die russische Mentalität wird gewaltig aufs Korn genommen und die Exposition ist nur so aufgeladen mit Gags und Anspielungen. Dabei muss aber erwähnt werden, dass aber bei weitem nicht alle Ideen zünden. An vielen Stellen schlägt er Film maßlos über die Stränge, was allerspätestens bei der Oligarchenhochzeit, die in einer wilden Schießerei endet, allen klar sein sollte.

 

Doch trotz gelegentlichen Ausrutschern stimmt der Unterhaltungswert im Grunde trotzdem, vor allem da Das Konzert keine reinrassige Komödie ist, sondern auch dramatische Elemente beinhaltet. Auch wenn die tragische Geschichte des Stardirigenten Andrei Filipov eine gewisse Komik beinhaltet (weil sie von Radu Mihaileanu so inszeniert wird), ist sie doch im Kern eine Tragische. Und eben durch diesen Mix aus Drama und Komödie gelingt Das Konzert die schwierige Gratwanderung sowohl zu unterhalten, als auch auf der anderen Seite ein Gefühl für die Figuren aufzubauen. Auch wenn es teilweise mit der dramatischen Aufladung etwas übertrieben wurde.

 

Dies ist überhaupt ein Kritikpunkt an Das Konzert. Denn man treibt es an allen Ecken und Enden ein bisschen zu weit. Das beginnt bei den anfänglichen Szenen in Russland, die wie bereits erwähnt, manchmal sehr über die Stränge schlagen und endet bei den Rückblenden, die nicht nur äußerst schwach inszeniert sind, sondern auch lediglich unnötigen Ballast mitbringen. Dies ist nicht grundsätzlich schlecht, aber man hat das Gefühl, dass hier alles etwas zu aufgeblasen ist und unnötig melodramatisiert wurde. Beim Finale macht Das Konzert aber alles richtig und die Schwächen von zuvor sind vergeben und vergessen.

 

Besonders dank des intensiven Zusammenspiels zwischen Melanie Laurent und Aleksei Guskov, die eine großartige Präsenz bieten und den Film auf ihren Schultern tragen, entwickelt das Ende einen berührenden und auflösenden Touch, der es schafft zu fesseln. Zuvor wird geschickt eine Erwartungshaltung in das Konzert geschürt, die dann auch in einer stimmigen Montagesequenz erfüllt wird. Hier kann Radu Mihaileanu zeigen zu was er fähig ist und bringt seinen Film zu einem versöhnlichem Ende. Insgesamt schafft es Das Konzert also trotz Schwächen zu überzeugen.

 

Fazit:

Das Konzert ist eine interessante Mischung aus Drama und Komödie die es schafft zu unterhalten und zu berühren. Man meint es nur an einigen Stellen etwas zu gut und schlägt über die Stränge. Dies ist beim übertriebenen Humoreinsatz zu Beginn genauso spürbar wie beim unnötigen emotionalen Ballast der Figuren. Aber beim stimmigen Finale kann der Film seine Probleme geschickt abschütteln und schafft es einen sehr guten Ausklang zu präsentieren. Insgesamt ist Das Konzert trotz Schwächen ein sehenswerter Film.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013