Der Fluss Fuefuki (Fuefukigawa) (1960)

OT: Fuefukigawa - 103 Minuten - Krieg / Drama
Der Fluss Fuefuki (Fuefukigawa) (1960)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Der Fluss Fuefuki (Fuefukigawa)

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Die Reihe Japanische Meisterregisseure lädt einmal wieder zum Entdecken ein. Zwar beschäftigten sich bereits die letzten Veröffentlichungen mit Keisuke Kinoshita, aber in Anbetracht der Tatsache, dass der Regisseur in westlichen Regionen eher unbekannt ist (übrigens im krassen Gegensatz zu seiner Heimat Japan, wo seine Werke sehr angesehen sind) darf man Polyvideo sehr dankbar sein, dass man sein Schaffen nun auch in unseren Breiten zur Verfügung stellt. Der Fluss Fuefuki ist dabei ein sehr eigenwilliger Film, der aber leider nicht wirklich auf allen Ebenen überzeugt.

 

Hanzo (Ryusuke Daigenji) ist ein erfolgreicher Krieger seines Fürsten, doch zuhause bei seiner Bauernfamilie will man unbedingt darauf achten, dass seine Geschichten nicht allzu glorreich werden. Denn nachdem der Großvater der Familie wegen eines Fehlers exekutiert wird, will man vermeiden, dass auch Hanzos Neffe Sadahei (Takahiro Tamura) in den Kriegsdienst geht. Also verheiratet man ihn jung mit Okei (Hideko Takamine), damit er ein bäuerliches Leben führt und nicht auf dem Schlachtfeld sein Leben lassen muss. Doch die Geschichte der Familie ist eng mit der Kriegskunst verbunden…

 

Keisuke Kinoshita, der im Jahr 1951 mit Carmen kehrt heim den ersten Farbfilm Japans drehte, war Experimenten stets zugeneigt. In Der Fluss Fuefuki manifestiert sich dies vor allem in Versuchen die schwarzweißen Bilder mit einigen bunten Farbkleksen zu colorieren. Dies ist auch schon das auffälligste Stilmittel des Films, aber bei aller Aufmerksamkeit die eine solche Stilistik in der Kunstfilmszene erreichen kann muss man doch die Sinnhaftigkeit der Methode hinterfragen. Denn die Farben wirken ohne wirklich überlegte Dramaturgie einfach hingeklatscht, was dazu führt, dass man nicht die Wucht der Bilder verstärkt, sondern die an sich schönen Schwarz-Weiß-Bilder zu Nichte macht.

 

Etwas stimmiger erweisen sich die eingeschobenen Standbilder, aber leider verhindert das Farbenexperiment bereits von Anfang an, dass der Film optisch wirklich überzeugt. Man schafft es zwar mit den Farben den Blick zu lenken, aber das ist auch schon alles. An wenigen Stellen, wenn etwas ein Feuer mit rot verstärkt wird, oder die Begräbnisszenen einen blauen Schleier bekommen, funktioniert die Nachcoloration, aber leider ist weder eine durchgehende Farbenwahl erkennbar, noch lässt sich eine symbolische Bedeutung feststellen und eine positive Auswirkung auf die Grundstimmung ist auch nicht auszumachen.

 

Besser gelungen ist wie Keisuke Kinoshita den ewigen Kreislauf der Kriege zeigt. Sein Film ist großteils in kleine Happen zerlegt, die immer wieder von Zeitsprüngen zerteilt werden und von einer großen Schlacht eröffnet werden. Die Kombination aus der Schilderung des alltäglichen Bauernlebens und den Kriegen erlaubt eine gelungene Kritik am Kriegstreiben. Auch die Bildsprache erweist sich als gelungen, wenngleich bei der Komposition auf große Experimente verzichtet wurde. Aber die einfachen Einstellungen schaffen es dennoch eine symbolische Bedeutung zu konstituieren.

 

Das große Problem ist aber, dass durch die vielen Zeitsprünge kaum eine Identifikation mit den Figuren möglich ist. Man bekommt immer nur kurze Einblicke in deren Leben, durch die vielen Zeitsprünge altern sie sehr schnell und sterben auch sehr rasch. Durch diese Stilistik ist eine emotionale Beteiligung an der Geschichte nur sehr schwer möglich. In Summe ergibt dies, dass Keisuke Kinoshitas Film leider auf emotionaler Ebene nicht wirklich überzeugt. Das führt auch dazu, dass Der Fluss Fuefuki eher ein Film ist, den man auf Grund seiner Experimentierfreude respektiert, aber wohl kaum zu seinen Lieblingsfilmen zählt.

 

Fazit:

Der Fluss Fuefuki ist ein sehr experimentierfreudiger Film, der mit eingeschobenen Standbildern und einer partiellen Nachcoloration arbeitet. Das Problem ist nur, dass diese nachträgliche Einfärbung keinen wirklichen Sinn ergibt. Die Farbenwahl wirkt beliebig und wertet die Bilder leider auch nicht auf. Die Story selbst schafft es gut die ewige Kriegstreiberei zu kritisieren, aber auf emotionaler Ebene gibt es leider einige Schwächen. Insgesamt ist Der Fluss Fuefuki zwar ein Film der sich Respekt verdient, aber auf Grund einer gewissen Gefühlskälte wird er wohl nicht bei vielen auf der Liste der Lieblingsfilmen landen.

 

Wertung:

6/10 Punkte

 

DVD-Tipp:

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Im Shop von Polyvideo

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