Die Legende von Aang (The Last Airbender) (2010)

OT: The Last Airbender - 103 Minuten - Action / Abenteuer / Fantasy
Die Legende von Aang (The Last Airbender) (2010)
Kinostart: 20.08.2010
DVD-Start: 21.01.2011 - Blu-ray-Start: 21.01.2011
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Filmkritik zu Die Legende von Aang (The Last Airbender)

Von am

Im Jahr 1999 schaffte M. Night Shyamalan mit dem großartigen Mystery-Thriller The Sixth Sense seinen Durchbruch. Doch seitdem jagt er auch dem Erfolg dieses Films hinterher und obwohl Filme wie Unbreakable, Signs und The Village durchaus noch überzeugen konnten, wurde die Kritik an Shyamalan immer lauter. Er reagierte mit einem Stilwechsel und scheiterte mit dem Märchen Lady in the Water leider großflächig. Es folgte die Rückbesinnung aufs Mysteriöse mit The Happening und Shyamalan lieferte ein qualitativ minderwertiges Fiasko. Nun will der angeschlagene Regisseur mit Die Legende von Aang zu neuen Ufern aufbrechen. Doch seine Serien-Verfilmung (basierend auf Avatar -  Der Herr der Elemente) ist leider erneut ein Fehlschlag.

 

Es ist eine Welt in der die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde von bestimmten, talentierten Menschen kontrolliert werden können. Zu jedem Element existiert ein passendes Königreich und der allmächtige Avatar, der alle Elemente beherrscht, soll für das Gleichgewicht sorgen. Doch der Avatar ist spurlos verschwunden. In dessen Abstinenz trachtet das Königreich des Feuers nach der Herrschaft über alle Königreiche. Währenddessen entdecken die Geschwister Katara (Nicola Peltz) und Sokka (Jackson Rathbone) in der ewigen Eiswüste ihres Königreichs den mysteriösen Jungen Aang (Noah Ringer) und befreien ihn aus seinem Gefängnis. Er ist der verschollene Avatar und muss nun dem Königreich des Feuers entgegen treten…

 

Auf dem Papier klingt die Entscheidung von M. Night Shyamalan sehr vernünftig. Die Menschen scheinen genug von seinen alten Tricks zu haben und mittlerweile stößt er im Mystery-Genre an die Grenzen seiner Fähigkeiten. Sein müder Film The Happening war ja nur mehr ein langweiliger Abklatsch von einem B-Movie. Also wendet er sich einem völlig anderen Stoff zu: Eine groß angelegte, auf mehrere Teile ausgelegte (ob sie auch kommen werden steht freilich noch in den Sternen) Fantasysaga voll mit bombastischen Effekten und großen Gefühlen. Als Basis dient noch dazu eine beliebte Mangareihe, sodass ein gewisses Stammpublikum schon einmal gesichert sein dürfte.

 

Wie gesagt, auf dem Papier klingt dies alles wunderbar und auch der Trailer war viel versprechend (doch Kenner von Shyamalan sollte dies kaum beeindrucken, war doch auch der Trailer zu The Happening schon großartig, der Film selbst jedoch ein Debakel der Extraklasse). Schade ist nur, dass es an der Umsetzung von vorne bis hinten mangelt. Shyamalan fehlt jedes Gespür für die Thematik und die Figuren, sodass sein Film zwar einige akzeptable Einzelmomente auf die Beine bekommt, aber als Ganzes von vorne bis hinten nicht zusammenpasst und stellenweise gar an B-Movie Spektakel alá Mortal Kombat erinnert.

 

Bereits der Anfang ist äußerst schwach: Mittels einfachen Text soll eine fremde Welt etabliert werden, doch Shyamalan entwickelt keinerlei Gespür für sie (und wie soll der Zuseher dies schaffen wenn es noch nicht einmal der Regisseur kann?) und so läuft Die Legende von Aang von Anfang an sehr unrund. Hinzu kommt, dass sämtliche Schauspieler entweder völlig farblose, unnahbare Klötze sind, oder dem klassischen Fantasy-Overacting unterliegen und sich selbst lächerlich machen. Die Darstellerleistungen lassen gar an Uwe Bolls Schwerter des Königs erinnern, wenn auch nicht ganz so schlimm. Gefühle kann man so jedenfalls nicht übermitteln.

 

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Story in den richtigen Händen einen großen Fantasyfilm ergeben könnte. Man kann es erahnen. Doch man muss sich schon sehr anstrengen, denn Die Legende von Aang besteht lediglich aus Einzelmomenten, entwickelt aber keinerlei Sog und was viel schlimmer ist: Es entsteht nicht das Gefühl eine kohärente Welt auf der Leinwand zu sehen. Shyamalan inszeniert sehr abgehackt, sodass es viel eher so wirkt als würde man wahllos aufgenommene Einzelmomente sehen, die ohne große Tragik beginnen und ebenso still und heimlich wieder abklingen. Gerade bei einem Fantasyfilm sollte sich die Welt vor den Augen des Zusehers ausbreiten und sich die Gefühle (die durchaus der einfacheren Natur entsprechen können) multiplizieren. Bei Die Legende von Aang ist aber nicht daran zu denken.

 

Auch die Kampfszenen wirken eher müde und lieblos inszeniert. Das Beherrschen der Elemente erinnert an die Trockenübungen eines Martial-Arts Experten, da die Effekte aber nicht besonders auftrumpfen und sich die Dynamik in Grenzen hält, wirken die Auseinandersetzungen eher fremdartig und lahm, und schaffen es so natürlich auch kaum für Spannung zu sorgen. Im Hintergrund wird dann noch die obligatorische Familientragödie angedeutet, die erklären soll warum der Böse (der ja gar nicht so böse ist) so handelt wie er es tut, aber in der Flut der unkoordinierten Szenen schafft man es natürlich ohnehin nicht für einen Funken Gefühl zu sorgen. Da ist es auch schon völlig egal warum hier der Bösewicht den Avatar fassen will.

 

Symptomatisch für das Versagen des Films ist auch eine kurze, eingestreute Liebesgeschichte: Sokka verliebt sich in eine Prinzessin die sich kurz darauf auch schon wieder opfern muss und aus der Geschichte verschwindet. Das Problem: Dem Zuseher ist die Prinzessin kein Stück ans Herz gewachsen, sodass die Opferung eher für großes Gähnen, als für große Gefühle sorgt. Die gesamte Mythologie der Geschichte hätte sich überhaupt einen anderen Regisseur verdient, denn der, ohnehin dem Esoterischen sehr zugeneigte, Shyamalan treibt es stellenweise zu weit, sodass viele Elemente eher für unfreiwillige Komik sorgen.

 

Klar, wer mit niedrigen Erwartungen in den Film geht, der bekommt einen großteils kurzweiligen Film geboten. Aber für alle die dem Film auch nur etwas kritisch gegenüber stehen, sollten die Schwächen allgegenwärtig sein. Denn Regisseur M. Night Shyamalan hat die Geschichte nie unter Kontrolle. Er schafft es nicht ein Epos zu kreieren, da er vieles nur unzureichend andeutet und keinerlei Gefühl entsteht ein Gesamtwerk zu sehen. Die Legende von Aang ist nur ein Sammlung von Einzelmomenten, die sich nie multiplizieren. Die Stimmung flacht schnell ab und der Film ist noch nicht einmal so gnädig ein Ende zu präsentieren. Dass weitere Filme geplant sind, ist nach dem Finale offensichtlich. Wer die Filme aber wirklich sehen will, ist eine völlig andere Geschichte.

 

Fazit:

Oops, he did it again. M. Night Shyamalan debakelt mal wieder und schön langsam dürfte selbst dem treuesten seiner Anhänger die Geduld ausgehen. Sein Die Legende von Aang ist leider ein schwer misslungener Versuch im Fantasygenre Fuß zu fassen. Shyamalan hat leider keinerlei Gespür für die Story, die Schauspieler bleiben entweder farblos, oder übertreiben ohne Grenzen und die Effekte sind ebenfalls großteils enttäuschend. Am Schlimmsten ist jedoch, dass die Story lediglich aus abgehackten Einzelmomenten besteht, die sich nie zu einem Ganzen fügen. Die Legende von Aang ist nach The Happening der nächste große Fehlschlag von Shyamalan und eigentlich gibt es keinen Grund sich das anzutun.

 

Wertung:

3/10 Punkte

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Ø Wertung: 2.9/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 17
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015