Twilight 3: Eclipse - Biss zum Abendrot (2010)

OT: The Twilight Saga: Eclipse - 124 Minuten - Romantik / Drama
Twilight 3: Eclipse - Biss zum Abendrot (2010)
Kinostart: 15.07.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Twilight 3: Eclipse - Biss zum Abendrot

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Auch mit dem jetzt gerade in den Kinos anlaufenden dritten Teil der Twilight Saga scheint dem Hype rund um die Jugendbuchverfilmung kein Ende gesetzt zu werden, im Gegenteil: Auf einer in den USA-gestarteten Erfolgswelle wird auch die Eclipse (weniger schwungvoll ins Deutsche übersetzt: „Biss zum Abendbrot“) benannte Fortsetzung das heimische Zielpublikum in die Kinosäle locken.

 

Allzu verwunderlich erscheint diese Tatsache jedoch nicht: Die treue Leserschaft der Bestseller-Romane von Stephenie Meyer kann sich vermutlich ebenso wenig der filmischen Umsetzung entziehen wie die Heerscharen (konformistischer) Jugendlicher, die sich vom Gruppenzwang nicht distanzieren wollen oder können. Weiters wird natürlich auch der Wissensdurst angesichts des in jeder Hinsicht haarsträubenden Cliffhangers von New Moon – Biss zur Morgenstunde für den einen oder anderen, nicht schon durch das Buch vorinformierten, Kinogänger angeregt.

 

Das Liebesdreieck rund um den zumindest optisch jugendlich auftretenden Vampir Edward (Robert Pattinson), Werwolf Jacob (Taylor Lautner) und dem Objekt deren Begierde, Bella (Kristen Stewart), spitzt sich seit Beginn der Filmreihe weiter zu. Obwohl die umgängliche Grazie gerade erst den High School – Abschluss in der Kleinstadt Forks macht, erscheint der weitere Lebensverlauf hinsichtlich des natürlichen Alterungsprozesses eine enorme Belastung für sie darzustellen. Um die Beziehung zu ihrem (beinahe) unsterblichen Geliebten Edward auch von der Zeitkonstante unabhängig zu machen, werden die Bitten Bellas zu einer Vampir-Transformation von Tag zu Tag intensiver. Der Vampir selbst verlangt, ganz Gentleman der alten Schule (im wahrsten Sinne des Wortes natürlich), jedoch vor dem ersehnten Biss als auch sexuellen Intimitäten das Zugeständnis zur Eheschließung. Neben Bellas Unwillen dahingehend erweist sich das vermeintlich unkontrollierte Ureinwohner-Stammesmitglied Taylor als beständig aufflackernder Konfliktherd. Hin- und Her gerissen von Liebesbekundungen beider Verehrer, die passenderweise auch Todfeinde aufgrund ihrer unnatürlichen Herkunft sind, wird das komplizierte Beziehungsgeflecht angesichts einer sich ankündigenden Bedrohung zusätzlich durchgeschüttelt. Eine Armee neugeborener Vampire, angeführt von der nach Rache sinnenden Victoria (Bryce Dallas Howard), bedroht die Kleinstadt und nur eine Beilegung der Fehde zwischen Vampiren und Werwölfen kann die Bewohner retten…

 

Regisseur David Slade hat mit Twilight 3 die denkbar einfachste und erfolgversprechendste Position schon im Vorfeld spendiert bekommen: Eine Bestseller-Romanverfilmung, ein größeres Budget mit mehr Spielraum für CGI-Spielereien, in melodramatisch eingebettete Fantasy- und Coming-of-Age-Elemente sowie angesagte jugendliche Schauspieler, die sich mittlerweile schon jenseits normaler Kult-Standards bewegen – was könnte schiefgehen? Nach dem mühseligen zweiten Teil von Chris Weitz, der neben dem dramaturgisch schwächelnden Drehbuch und den (vorlagengetreu) eindimensional gestalteten Figuren auch den optischen Part wenig überraschend gestaltete, kann die Weiterführung auf demselben Niveau ja schlimmstenfalls ein vergleichbares Einspielergebnis sein. Als einigermaßen versierter Filmemacher hat Slade zudem schon bei 30 Days of Night bewiesen, das ihm zumindest die Thematik liegen dürfte.

 

Das Problem ist natürlich die Vorlagentreue, die eingehalten werden sollte. So sehr man sich auch einen Twist im Stile von Slades Hard Candy wünschen mag, so wenig darf man sich darüber wundern, das Nahaufnahmen schmachtender junger Menschen, die größtenteils emotionale Gefühlsausbrüche auf Soap-Opera-Niveau verbalisieren, den Großteil der etwas über zwei Stunden Laufzeit ausmachen. Melissa Rosenbergs Drehbuchadaption unternimmt dabei aber zumindest den Versuch, zwischen den schmachtenden Blickwechseln der drei Hauptcharaktere einige handlungsauflockernde Elemente einzufügen, um die Dialoglast etwas aufzulockern.

 

Eclipse bietet vergleichsweise einen etwas höheren Actiongehalt als seine Vorgänger, bei näherer Betrachtung ist die Belanglosigkeit und Pausenfüllerfunktion dennoch erkennbar: Die maßgebliche Schlacht samt Rückblenden-gespickter Vorbereitungszeit vermag kaum mitzureißen und wirkt angesichts der sinnkrisengeplagten Hauptfiguren (die derweilen in lauschigen Höhen sinnfreie und mit Plotlöchern gespickte Dialogpassagen austauschen) nebensächlich. Schauspielerische Leistungen schwanken zwischen passabel und überraschend (Billy Burke hat etwas mehr Screen-Time als amüsantes Element der Handlung erhalten während Anna Kendrick trotz eines kurzen Auftrittes imponiert), bei einigen Performances kann man allerdings nur den Kopf angesichts mangelnden Talentes schütteln. Jackson Rathbone als Jasper gibt eine besonders blutleere Vorstellung zum Besten, während einige Dialogzeilen von Taylor Lautner so hölzern, unbeholfen und monoton vorgetragen werden, das auch das hübsche Äußere – sprich ein eindrucksvoll antrainierter und bei jeder Gelegenheit vorgeführter Waschbrettbauch – nicht die fehlende Kompetenz zu überdecken vermag.

 

Fazit:

The Twilight Saga - Eclipse verspricht wie schon seine beiden Vorgänger ein Filmvergnügen, das exakt auf eine jugendliche Zielgruppe zugeschnitten ist. Obwohl auch der dritte Teil ein offenbar rein für die Fans der Serie gemachtes Produkt ist, bleibt zumindest der Eindruck bestehen, dass sich David Slades Werk noch um das zugänglichste handelt, das dem nicht in die Sogwirkung der Buchreihe involvierten Kinogänger am meisten zu bieten hat. Trotz der beinahe schon Borderline-haften Darstellung zwischenmenschlicher Interaktionen, die in Hinsicht auf ihre popkulturelle Auswirkung Psychologen oder Soziologen sicherlich (auch weiterhin) umfangreiches Material für Analysen bieten wird, präsentiert Eclipse die dick aufgetragenen Herzschmerz-Teenager-Romanze zumindest von ihrer bisher besten Seite.

 

Wertung:

6/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 4.6/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 27
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