Marmaduke (2010)

OT: Marmaduke - 87 Minuten - Komödie
Marmaduke (2010)
Kinostart: 16.07.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Marmaduke

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Im Animationsfilm konnten Filme mit sprechenden Tieren schon immer überzeugen und sind nach wie vor dick im Geschäft. Beim Realfilm sieht das freilich anders aus, denn sobald die besten Freunde des Menschen hier einmal den Mund aufmachen, sollte man am liebsten das Weite suchen: Mindere Qualität und infantile Sprüche scheinen fast zum Genrereglement zu gehören, und vom einzigen Genrehöhepunkt Ein Schweinchen namens Babe (das Drehbuch dazu stammt übrigens von Mad Max Regisseur George Miller) einmal abgesehen, wird es auch schon schwer überhaupt einen gelungenen Genrevertreter aufzuzählen. Marmaduke fügt sich nun perfekt in diese enttäuschende Filmgattung ein.

 

Die Familie Winslow zieht von Kansas nach Kalifornien, was für alle eine große Umstellung bedeutet. So auch für Hund Marmaduke, der einen neuen Hundespielplatz erkunden darf, dort aber nicht gerade herzlich empfangen wird, steht der Spielplatz doch unter der Kontrolle von Kampfhund Rocco. Auch die schöne Hundedame Beverly ist für Marmaduke ausser Reichweite, da sie mit Rocco liiert ist. Doch dann findet Marmaduke doch noch Freunde, und zwar in einer Gruppe von Aussenseitern, mit denen er sich sehr gut versteht. Als sich die schöne Beverly aber doch noch für Marmaduke interessiert vergisst er beinahe seine wirklichen Freunde…

 

Marmaduke basiert auf einem Comicstrip von Brad Anderson und der flachen Story kennt man dies leider auch an. Stilistisch orientiert sich der Film an klassischen Highschool-Teenie-Komödien, nur dass man die Hauptrollen diesmal nicht an die hübschesten Schauspieler der Umgebung verteilt hat, sondern an Hunde. Die Stars durften sich lediglich für die Sprechrollen die Klinke in die Hand geben. In der englischen Originalversion sind unter anderem Owen Wilson, Emma Stone, Stacy Ferguson und Kiefer Sutherland vertreten, in der deutschen Fassung dürfen immerhin Christian Ulmen und Nora Tschirner vertonen. Warum man aber für einen dermaßen schwachen Film solche Sprecher braucht bleibt fragwürdig.

 

Denn um Gründe den Film zu sehen aufzuzählen, muss man schon lange überlegen. Die absoluten Anhänger von Filmen mit sprechenden Tieren, oder alle die sich selbst von den dämlichsten Furzwitzen unterhalten fühlen, können gerne eine Versuch riskieren. Speziell im ersten Drittel ist Marmaduke zumindest noch so etwas ähnliches wie kurzweilig, aber je weiter der Film fortschreitet, umso mehr beginnen die zahlreichen konzeptionellen Missgriffe zu nerven. Charme sucht man vergebens, die Story ist ein schlechter Witz und die Moral wird dem Zuseher so unglaublich plump mit dem Holzknüppel um die Ohren geschlagen, dass wohl selbst die Begriffsstutzigsten es nicht missverstehen können.

 

Selbst die Effekte sehen teilweise eher fragwürdig aus, was aber insofern wohl nicht allzu sehr ins Gewicht fallen wird, da Marmaduke ein Film ist, der nur für das ganz junge Publikum interessant ist, denn allen anderen werden die Schwächen wohl zuviel werden. Das Drehbuch baut auf simple bis infantile Gags aus der Retorte und an manchen Stellen scheint der Film seinen Autoren völlig entglitten zu sein und sich in Sackgassen zu manövrieren. Auch die Inszenierung ist ideenlos, was aber angesichts der schwachen Story verständlich ist.

 

Es schwächelt leider an allen Ecken und Enden. Der gesamte Film wirkt wie am Reißbrett entworfen und hinterlässt einen abgenutzten Industriegeschmack, wie dutzende andere High-Concept Formelfilme, die sich berechnend der Zielgruppe nähern und dabei keinerlei eigenen Wert beisteuern. Die gelungenen Gags muss man schon mit der Lupe suchen und trotz seiner kurzen Laufzeit schafft es der Film schwerfällig und langatmig zu wirken. Insgesamt betrachtet ist Marmaduke also ein uninspirierter Reinfall, unlustig und eigentlich sollte sich jeder Kinobesucher eine bessere Alternative finden, ohne allzu lange danach zu suchen zu müssen.

 

Fazit:

Marmaduke ist ein neuerlicher Beweis dafür, dass man als Zuseher sehr skeptisch werden sollte, sobald ein Realfilm versucht mit sprechenden Tieren zu punkten. Denn hier stimmt kaum etwas: Der Humor ist infantil, die Moralkeule wird heftig geschwungen, die Story ist langweilig und das Setting wirkt aus einem unterdurchschnittlichen High-School Film gestohlen. Zu lachen gibt es wenig, selbst die sehr kurze Laufzeit fühlt sich langweilig an und so wirklich viel Freude wird kaum jemand mit Marmaduke haben.

 

Wertung:

3/10 Punkte

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