Walhalla Rising (Valhalla Rising) (2009)

OT: Valhalla Rising - 93 Minuten - Action / Abenteuer
Walhalla Rising (Valhalla Rising) (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Walhalla Rising (Valhalla Rising)

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Nicolas Winding Refn hat sich als experimentierfreudiger Regisseur erwiesen, der es geschickt versteht filmgeschichtliche Anspielungen in verschlungene Filmversuche zu integrieren. Bei seinem letzten Film Bronson war es eine nicht zu übersehene Verbeugung vor Stanley Kubricks Meisterwerk Uhrwerk Orange, vermischt mit einer radikalen Gewaltschilderung einer nicht zu durchschauenden Person. In Valhalla Rising wandert er nun auf den Pfaden von Aguirre – Der Zorn Gottes, jenem Meisterwerk von Werner Herzog und lässt in seinem Film verschiedene Glaubensmythologien aneinanderstoßen.

 

One-Eye (Mads Mikkelsen) ist ein unbarmherziger Krieger. Irgendwo im Norden, in einer kargen Welt, wird er in einem Käfig gehalten und nur rausgelassen um seine Gegner im Zweikampf hinzurichten. One-Eye spricht nicht und hat Visionen von der Zukunft. Eines Tages kann er aus seinem Gefängnis fliehen, seine Bewacher werden grausam hingerichtet und ein kleiner blonder Junge, der ihm bisher das Essen brachte, begleitet ihn in eine ungewisse Zukunft. Auf ihrem Weg treffen sie auf eine Gruppe Christen, die davon träumen übers Meer aufzubrechen und Jerusalem zurück zu erobern. Doch sie brechen nur auf in eine tödliche, nebelverhangene Welt ohne Zukunft…

 

Valhalla Rising ist kein leichter Film. Wer nach einfacher Unterhaltung oder schneller Zerstreuung sucht, der sollte sich am besten eine Alternative überlegen. Denn man soll sich nicht vom kampffreudigen Wikingersujet auf die falsche Fährte führen lassen. Denn die Kämpfe in Valhalla Rising haben nichts heroisches, oder gar glamouröses an sich. Ganz im Gegenteil, denn hier herrscht nur das nackte Grauen und unglaubliche Brutalität. Die aufkommenden Kämpfe sind gezeichnet von einer unglaublich expliziten Gewaltdarstellung, die zu einer intensiven und teilweise sehr anstrengenden Atmosphäre führen.

 

Auch die Story ist nichts für einfache Gemüter. Valhalla Rising serviert nur eine Blaupause um den Film weiterzuspinnen. Bereits durch die atmosphärischen Qualitäten macht der Film dies klar. Am Ende des Blickfeldes hängen zumeist dichte Nebelschwaden, die den Handlungsort begrenzen und das Setting in eine mysteriöse Aura hüllen. Bei der Story verhält sich dies ähnlich: Klar gezeigt werden nur schemenhafte Züge, die man selbst weiterspinnen muss. Zwischen all den religiösen Andeutungen und mythologischen Zügen, die durch eine versierte Symbolik zur Schau gestellt werden, wartet viel Interpretationsarbeit für den geneigten Zuseher.

 

Valhalla Rising ist eine schwermütige Suche ohne wirkliches Ziel. Alle Beteiligten scheinen sich hier an die Vorstellung zu klammern eine Erlöserfigur zu brauchen. Was ist das Ziel? Es verschwimmt zunehmend am Horizont, was bleibt sind nur Bruchstücke. Lediglich der stumme One-Eye, der hier als Kreuzung von Jesus und eines nordischen Kriegsgottes anmutet, scheint ein klares Ziel vor Augen zu haben. Er scheint unverwundbar, hat Visionen von der Zukunft und geht mit unglaublicher Härte und nicht weniger Entschlossenheit gegen seine Gegner vor.

 

Valhalla Rising ist dabei geradlinig und äußerst zielstrebig. Wie es nun einmal mit filmischen Experimenten ist, geht auch hier nicht alles auf, aber man muss Nicolas Winding Refn auf jeden Fall respektieren mit welchem Mut er sich seiner Proejekte annimmt. Und seine Filme durchzieht dabei eine animalische Kraft und eine tobende Energie, die man nur selten findet. Atmosphärisch kann man ihm ohnehin nicht allzu viel vorwerfen. Wer also bereit ist sich auf eine Reise des Wahnsinns einzulassen, der sollte nicht lange zögern und Valhalla Rising so schnell wie möglich ansehen.

 

Fazit:

In Valhalla Rising erzeugt Nicolas Winding Refn eine fantastische, nebelverhangene Atmosphäre der Extraklasse. Es muss allerdings klar sein, dass der Film nur für experimentierfreudige Zuseher geeignet ist. Die Brutalität dringt durch Mark und Bein, für Heroisierungen bleibt kein Platz, stattdessen gibt es nur Dreck und Verderben. Auch die Story arbeitet vor allem auf einer symbolischen Ebene, punktet aber mit vielen Ansatzpunkten für das Publikum. Insgesamt betrachtet ist der Film eine großartige Alternative zum Mainstreamkino, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 33
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Will ich sehen
Liste von Mo
Erstellt: 16.09.2012