Männertrip (Get Him to the Greek) (2010)

OT: Get Him to the Greek - 109 Minuten - Komödie
Männertrip (Get Him to the Greek) (2010)
Kinostart: 03.09.2010
DVD-Start: 06.01.2011 - Blu-ray-Start: 06.01.2011
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Filmkritik zu Männertrip (Get Him to the Greek)

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Die Komödien unter der Ägide von Judd Apatow gehören zu den wenigen Highlights, die aus der Komödienlanschaft Hollywoods hervorstechen. Egal ob es die selbst inszenierten Filme Apatows, wie Beim ersten Mal oder Wie das Leben so spielt, sind, oder die von ihm produzierten und von seinen Vertrauten gemachten Filme, wie Superbad oder Ananas Express, großartige Unterhaltung scheint meistens garantiert. Nie wieder Sex mit der Ex von Nicholas Stoller war dabei einer der spaßigsten Filme des Teams. Deshalb folgt nun das dazugehörige Spin-Off Männertrip, aber der Film lässt leider die Stärken des Vorbilds deutlich vermissen.

 

Aldous Snow (Russell Brand) und seine Band Infant Sorrow sind auf dem Höherpunkt, doch der Absturz klopft schon an die Tür: Ihr neuestes Album „African Child“ findet keinen Markt und wird auf Grund seiner gutmenschlichen Art großteils verlacht. Auch Snows Ehe mit Popstar Jackie Q (Rose Byrne) scheitert, also ist der ehemalige Star endgültig am Boden angelangt. Ausser Sex, Drogen und Alkohol gibt es nicht mehr viel in seinem Leben. Doch es kündigt sich eine neue Chance an: Die Plattenfirma von Sergio (Sean Combs) sucht neue Möglichkeiten um etwas Geld einzunehmen. Infant Sorrow Fan Aaron Green (Jonah Hill) will ein Jubiläumskonzert für seine Lieblingsband veranstalten. Der Vorschlag findet Anklang, also wird er losgeschickt um den heruntergekommenen Aldous Snow abzuholen und rechtzeitig ins Greek Theatre nach Los Angeles zu holen. Doch diese Aufgabe stellt sich als schwieriger als gedacht heraus…

 

Spin-Offs sind eine schwierige Angelegenheit, denn in der Regel basieren sie auf einer besonders beliebten Nebenfigur des Originals, die dann ihren eigenen Film bekommt. Doch dies geht nur in den seltensten Fällen gut. Männertrip demontiert nun gleich zwei Nebenfiguren aus Nie wieder Sex mit der Ex. Zum Einen natürlich Aldous Snow, der in geringen Dosen durchaus Spaß macht, aber bei zu häufigem Auftreten sehr das Nervenkostüm belastet und auf der anderen Seite die Figur von Jonah Hill, der in Nie wieder Sex mit der Ex merkwürdigerweise auch mitspielte, allerdings in einer völlig anderen Rolle. Der sympathische Jonah Hill, der in Nebenrollen wie in Beim ersten Mal oder geteilten Hauptrollen wie in Superbad so großartig war, kann aber in Männertrip nur bedingt überzeugen.

 

Zu glatt gebügelt wirkt seine Rolle, zu uninspiriert die Gags, die ihm in den Mund gelegt werden. Eigentlich wäre er ein Spezialist für etwas derbere Witze, aber als glatt gebügelte Hauptfigur macht er leider nur halb so viel Spaß. Russell Brand hat zwar gemeinsam mit Jonah Hill einige Lacher auf seiner Seite, aber man merkt deutlich, dass die Figur besser für eine Nebenrolle geeignet ist. Denn als dosiert eingesetzter Showstealer funktioniert das Konzept, aber bei allzu ausgiebig bemessener Screen-Time beginnt die Figur des Aldous Snow doch zu nerven. Vor allem da sich die Gags leider abnutzen und nur wenige Schenkelklopfer vorhanden sind.

 

Das Drama des Films zeichnet sich gleich zu Beginn ab. War Nie wieder Sex mit der Ex fast im Vorbeigehen noch eine kleine Satire auf die Dämlichkeiten der Fernsehwelt (inklusive TV-Serien wie CSI oder pseudokritische Musikvideos) muss nun die Musikwelt für eine Satire herhalten. Doch erstens rückt dieser Aspekt stellenweise zu sehr in den Vordergrund und zweitens ist die Satire schlicht nicht gelungen, da man es nicht wirklich versteht die Branche bloß zu stellen. Man gibt sich zwar Mühe einige Gags aus dem Hut zu zaubern, schafft es aber nie wirklich großartige Gags zu platzieren, sondern plätschert stattdessen nur an der Oberfläche dahin.

 

Auffällig ist auch, dass man es absolut nicht schafft einen vernünftigen Fluss hinzubekommen. Männertrip hechtet sich nur mit Mühe von einem Schauplatz zum Nächsten. Speziell zu Beginn erweisen sich diese Wechsel noch als völlig chaotisch. Man schafft es aber auch im weiteren Verlauf nie eine vernünftige Story auf die Beine zu stellen. Die Szenen wirken abgehackt und stellen eigentlich nur kleinere Einzelepisoden dar. Zusammenfügen tut sich wenig und am Ende hat man das Gefühl lediglich ein gewaltiges Durcheinander gesehen zu haben. Doch nicht etwa auf eine gute Weise, sondern eher im Sinne von äußerst schwachem Drehbuchschreiben.

 

Doch naturgemäß ist dies in einer Komödie nur zweitrangig. Was zählt ist der reine Unterhaltungswert. Doch auch hier fällt Männertrip klar gegenüber den restlichen Apatow Produktionen ab. Zwar gibt es einige wirklich gelungene Gags und an manchen Stellen macht Männertrip wirklich Spaß, aber man hat es dafür überhaupt nicht hinbekommen die Balance zu waren. Gerade die charmant präsentierten derben Gags waren immer eine Stärke der Apatow Filme, aber dieser Aspekt funktioniert in diesem Film leider überhaupt nicht. Viel zu berechnend werden die Derbheiten eingestreut, die teilweise wie ein Fremdkörper im Film wirken. Spätestens wenn dann der Dreier zwischen Aldous, Aaron und dessen Freundin abgeht, überschreitet der Film die Grenze zum Fremdschämen. Insgesamt bleibt Männertrip also ein stark schwankender Film. An manchen Stellen schwer unterhaltsam, meistens hat man sich jedoch im Timing schwer vertan, was insgesamt zu einer eher durchwachsenen Komödie führt.

 

Fazit:

Männertrip fällt leider im Vergleich zu den anderen Apatow-Komödien spürbar ab. Gerade im Vergleich zum Original Nie wieder Sex mit der Ex fallen die Schwächen des Spin-Offs deutlich auf. Die Story ist äußerst hölprig und reiht nur Einzelmomente aneinander, das Timing stimmt oft nicht und auch das Gefühl für den derben Humor scheint verloren gegangen zu sein. An manchen Stellen ist der Film zwar sehr unterhaltsam und es gibt auch einige schwer gelungene Gags, aber insgesamt ist das zu wenig um den Film wirklich aufzuwerten.

 

Wertung:

5/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 10
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Liste von mausmaus
Erstellt: 11.11.2013