Das A-Team - Der Film (2010)

OT: The A-Team - 117 Minuten - Action / Abenteuer
Das A-Team - Der Film (2010)
Kinostart: 12.08.2010
DVD-Start: 10.06.2011 - Blu-ray-Start: 10.06.2011
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Filmkritik zu Das A-Team - Der Film

Von am

Groß angelegte Serienverfilmungen waren eigentlich nur eine Frage der Zeit in der großen Receyclingmaschinerie Hollywood. Dass man dabei aber nun gerade die trashige 80er Jahre Serie Das A-Team ausgegraben hat, die auf den ersten Blick kaum noch in unsere Zeit passt, wirkt doch verwunderlich. Doch Smokin’ Aces Regisseur Joe Carnahan hat sich an das Projekt gewagt. Das Ergebnis gibt sich überraschend kurzweilig und zumindest das befürchtete Desaster wurde erfolgreich abgewendet. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film ein lediglich solider Actioner ist, der sich schwer tut aus der Konkurrenz hervor zu ragen.

 

Col. John „Hannibal“ Smith (Liam Neeson), Lt. Templeton “Faceman” Peck (Bradley Cooper), Cpl. Bosco “B.A.” Baracus (Quinton “Rampage” Jackson) und Pilot Murdock (Sharlto Copley) bilden eine unschlagbare Truppe des US-Militärs. Die ausweglosesten Situationen sind kein Problem und am Ende geht der Plan von Denker Hannibal immer auf. Doch ihnen wird einen Falle aus den eigenen Reihen gestellt und so landet die erfolgreiche Spezialeinheit hinter Gittern. Doch mit Hilfe von CIA Mann Lynch (Patrick Wilson) kommen sie wieder frei und wollen ihre Unschuld beweisen. Auf den Fersen ist ihnen dabei Charisa Sosa (Jessica Biel), eine ehemalige Flamme von Faceman, die nun Karriere beim Militär machen will…

 

Es war sicher nicht einfach das, doch etwas angestaubte, Konzept der TV-Serie in einen modernen Kinofilm zu wandeln. Denn die Serie war ganz auf Familientauglichkeit zugeschnitten und obwohl viel geschossen wurde, wurde kaum jemand dabei getötet. Auch die grundlegende Story, dass eine  ehemalige Armee Truppe auf der Flucht ist und auf ihren Reisen Leuten hilft, die sie kontaktieren, wirkt nicht unbedingt mehr zeitgemäß. Doch hier muss man Joe Carnahan, der nicht nur Regie führte, sondern auch einer der Autoren war, ein Lob aussprechen: Sein Film bleibt der Serie großteils treu, kann sie aber dennoch an den wesentlichen Punkten ins neue Jahrtausend bringen.

 

Dabei ist zu Beginn noch Sekpsis angesagt. Denn der Auftakt in Mexiko kann noch nicht wirklich überzeugen. Auf der einen Seite liegt dies am etwas neben der Spur laufenden Humor, der sich eher von der nervigen Sorte gibt, aber andererseits braucht man auch etwas, bis man sich an die völlig überzogene, ja fast schon lächerlich übertriebene Action gewöhnt. Der Humor pendelt sich im Laufe des Films noch ein, der zweite Punkt entscheidet aber wohl maßgeblich darüber, wie die Resonanz auf den Film ausfallen wird. Viele werden wohl große Probleme mit den Actionszenen haben, die nicht nur teilweise arg künstlich aussehen, sondern auch so dermaßen ironisch gebrochen sind, dass es eigentlich unmöglich ist den Film ernst zu nehmen.

 

Beispiel gefällig? Das A-Team kapert ein Transportflugzeug des US-Militärs, das einen Panzer an Bord hat. Als das Flugzeug abgeschossen wird, bindet die Truppe kurzer Hand Fallschirme an den Panzer und stürzt mit ihm in die Tiefe. Nicht nur dass beim Flug nach unten der Kampf mit den Flugzeugen weitergeht, es muss auch die Flugrichtung korrigiert werden, was (natürlich) mit der Kanone des Panzers geschieht. Am Ende der Szene darf dann der Panzer mit vollem Tempo in einen See klatschen. Eine von vielen Szenen, bei denen der Film völlig aus dem Ruder läuft und Joe Carnahan scheinbar den Wahnsinn das Ruder übernehmen hat lassen. Kombiniert mit dem artifiziellen Look dieser Szenen, lassen die Actionszenen eigentlich in keiner Sekunde daran zweifeln, dass Das A-Team ein Film ist, den man in keiner Sekunde ernst nehmen sollte.

 

Doch auf der anderen Seite entspricht dies auch der Vorlage und so ist es überraschend gut gelungen den Geist der Serie in das Korsett eines modernen Blockbuster zu zwängen. Und man kann auch nicht behaupten, dass der Film langweilig werden würde. Ganz im Gegenteil, denn trotz der relativ üppigen Laufzeit von knapp zwei Stunden (was in Anbetracht der überschaubaren Story relativ viel ist) wird der Film eigentlich nie langweilig. Vorraussetzung ist allerdings, dass man sich auf den kindlich-naiven Stil mit over-the-top Mentalität und die teilweise wirklich haarsträubend dämlichen Storykniffe einlassen kann.

 

Überraschend gut gelungen ist auch die Neubesetzung der Figuren. Liam Neeson und Bradley Cooper geben die Leitfiguren, was auch ihrem Status in Hollywood entpricht und besonders die beiden schaffen es auch sehr gut den bekannten Figuren ein neues Gesicht zu geben. Ein kleines Highlight ist auch District-9 Star Sharlto Copley, der als völlig durchgeknallter Murdock die meisten Lacher auf seiner Seite hat. Lediglich Quinton “Rampage” Jackson fällt etwas aus der Reihe, schafft er es doch bei weitem nicht das Kultpotential von Mr. T mit zu bringen. Seine Rolle ist aber auch die undankbarste und unter anderem mit völlig unnötigen emotionalen Problemen aufgeladen. Die restliche Figurenzeichnung ist zwar nicht aussergewöhnlich, aber zweckdienlich und es ist auch schön, dass man auch einige Running Gags der Serie eingebaut hat, wie z.B. die Flugangst von B.A..

 

Das Drehbuch rettet sich dabei vorwiegend von einer Actionszenen zur nächsten, streut Oneliner und Gags darüber und ignoriert dabei genüsslich, dass die Story eigentlich großer Schwachsinn ist und wie aus dem Lehrbuch für B-Actionfilme erscheint. Aber da sollte man sich gar nicht zu sehr darauf versteifen. Das A-Team baut von Anfang an eine augenzwinkernde Beziehung zum Publikum auf und es sollten sich alle darüber einig sein, dass es sich um einen hirnverbrannten Film handelt, der einfach nur Spaß machen soll. Wer das nicht will, der sollte sich den Film am besten gleich sparen. Wer sich aber auf diese Form der Trash-Action-Unterhaltung einlassen kann, der bekommt mit Das A-Team einen kurzweiligen Film geboten, der innerhalb seiner Möglichkeiten durchaus Spaß macht.

 

Fazit:

Es gibt zwei Möglichkeiten auf Das A-Team zu reagieren: Eine humorlose, was dazu führt, dass man den Film in der Luft zerreisst und eine augenzwinkernde. Denn wenn man sich darauf einlässt, dass hier niemand auch nur irgendetwas ernst meint und Das A-Team einfach ein klassischer Trash-No-Brainer ist, der mit strunzdummer und meilenweit überzogener Action einfach nur Spaß machen will, dann bekommt man einen durchaus kurzweiligen und spaßigen Film geboten. Klar, zu kritisieren gibt es viel, aber wer sich auf Das A-Team einlässt, der bekommt einen Film geboten, der die Serie folgerichtig ins neue Jahrtausend führt. Das A-Team ist zwar mit Sicherheit kein besonders guter Film, aber dass er es schafft in gewissem Maß Spaß zu machen kann man auch nicht bestreiten.

 

Wertung:

6/10 Punkte

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Ø Wertung: 5.4/10 | Kritiken: 4 | Wertungen: 30
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015