Toy Story 3 (2010)

OT: Toy Story 3 - 103 Minuten - Animation / Komödie
Toy Story 3 (2010)
Kinostart: 29.07.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
9342
Bewerten:

Filmkritik zu Toy Story 3

Von am

Im Animationsgenre (oder vielleicht überhaupt in ganz Hollywood) gibt es aktuell kein Studio, dass es mit der kreativen Energie von Pixar aufnehmen kann. Mit Toy Story haben sie den ersten abendfüllenden, computeranimierten Spielfilm erschaffen und seit dem folgte ein Hit nach dem anderen. Die kreative Kraft Pixars gipfelte in den beiden Genre-Meisterwerken Ratatouille und Wall-E, die bis heute unerreicht sind. Doch spätestens nach Wall-E musste man fragen ob die Übernahme durch den Disneykonzern nicht doch Folgen haben könnte. Denn der nächste Streich Oben wurde zwar mit Preisen und Ehrungen (zum Beispiel war es der erste Animationsfilm der das Filmfestival von Cannes eröffnen durfte) überhäuft, aber man hatte doch das Gefühl, dass der Disney Einfluss im Hause Pixar langsam erkennbar wird. Doch Toy Story 3 zeigt nun eindrucksvoll, warum Pixar immer noch die absolute Nummer 1 ist.

 

Andy hat seine Jugend hinter sich und wird ausziehen um aufs College zu gehen. Da stellt sich natürlich die Frage was aus seinen ehemals geliebten Spielzeugen Woody, Buzz Lightyear und dem Rest der Bande wird. Seine Mutter stellt ihm vor die Wahl sie in den Müll zu werfen, oder auf dem Dachboden zu verstauen. Eigentlich bevorzugt Andy die zweite Lösung, nur Woody will er mit aufs College nehmen. Doch durch ein Missverständnis landen die Spielzeuge auf dem Müll. Entsetzt von Andys Entscheidung fliehen sie in eine Spendensammlung für eine Kindertagesstätte, da sie hoffen dass die Kinder dort dankbarer sind und mit ihnen spielen wollen. Woody will sie zwar überzeugen, dass alles nur ein Missverständnis war, aber er stößt dabei auf taube Ohren. In der Kindertagesstätte angelangt scheint es zunächst so, als wäre es der Himmel auf Erden. Doch bald stellt sich heraus, dass alles nur Schein ist und in Wirklichkeit andere Sitten herrschen…

 

Toy Story 3, Cars 2 und Die Monster AG 2 sind die kommenden Veröffentlichungen aus dem Hause Pixar. Und für die Fans des Studios, das bisher mit so mutigen Ideen abseits der gängigen Animationsklischees punkten konnte ist das sicher eine kleine Enttäuschung. Kochende Ratten, stumme Roboter und traurige alte Männer auf der Suche nach einem Abenteuer gehören der Vergangenheit an, denn Pixar scheint vorerst auf Nummer sicher zu gehen. Finanziell dürfte sich das wohl auszahlen, ist Toy Story 3 doch mit einem US-Einspielergebnis von 110 Millionen Dollar am ersten Wochenende der bisher beste Start eines Pixarfilms geglückt. Aber auch bezüglich der Kreativität bleibt vorerst alles beim alten, denn Toy Story 3 schafft es den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen und überzeugt mit grandioser Unterhaltung.

 

Inszenieren durfte diesmal Findet Nemo Co-Regisseur Lee Unkrich, nach einem Drehbuch des oscarprämierten Little Miss Sunshine Autors Michael Arndt. Und die beiden schaffen es eindrucksvoll die Geschichte der quicklebendigen Spielzeuge zu einem stimmigen Ende zu bringen. Denn was bereits in Toy Story 2 erwähnt wurde ist nun traurige Realität und ihr Kind Andy ist erwachsen geworden. Verzweifelt versuchen die Spielzeuge ihn noch einmal zu animieren mit ihnen zu spielen, doch die Zeiten haben sich gewandelt und der ihr Alltag ist davon gekennzeichnet untätig in der Kiste zu liegen. Diese Einleitung wird zwar großteils kurzweilig inszeniert, es schwingt aber bereits eine gehörige Portion Traurigkeit mit, wenn die altbekannten Helden um Aufmerksamkeit kämpfen.

 

Doch dies ist nur die Eröffnung von Toy Story 3, der wahre Bilderreigen startet erst, wenn die Spielzeuge die Kindertagesstätte erreichen. Und spätestens hier wird klar, dass Pixar rein gar nichts von der alten Kreativität verloren hat. Nicht nur, dass in Folge ein unglaublicher Pool an neuen Spielzeugen serviert wird, die liebevoll gestaltet sind und fabelhaft ins Konzept passen, auch storytechnisch schafft man es den Film stets im Fluss zu halten. Mit dem äußerlich zuckersüßen Teddy Lotso wartet man einen Bösewicht auf, der in der bisherigen Pixargeschichte neue Maßstäbe der Bösartigkeit setzt. Aber auch durch Horrorelemente wie eine kompromisslos herumtapsende Puppe, die Lotso als Handlanger missbraucht, lehnt sich Pixar aus dem Fenster, schafft es aber stets die Balance zu halten.

 

Auch die Mischung aus neuen Spielzeugen und den altbekannten Helden wirkt genau richtig, punktet Toy Story 3 doch auf der einen Seite mit einem wahren Sammelbecken an Neuerungen, schafft es aber andererseits auch die Lieblinge der Zuseher genügend in den Vordergrund zu schieben. Da sich die Technik im Genre deutlich weiterbewegt hat, war es auch eine gute Entscheidung die alte Umgebung hinter sich zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Visuell ist Toy Story 3, auch dank subtil und stimmig eingesetzten 3D Effekten, jedenfalls ein wahrer Augenschmaus und überzeugt mit abwechslungsreichen, knallbunten (aber auch manchmal düsteren) Schauplätzen, die eindrucksvoll zeigen wie weit sich die technischen Möglichkeiten seit dem letzten Teil weiterbewegt haben.

 

Doch wer Pixar kennt, der weiß, dass die technische Ebene immer nur das Sahnehäubchen ist und das Studio vor allem durch charmante Figuren, kreative Einfälle und mutige Ideen punktet. Und diesen Mut erkennt man spätestens beim Finale auf einer Müllhalde, wenn das Setting geprägt ist von Feuer, Tod und Zerstörung und die Helden gegen die übermächtigen Maschinen ums nackte Überleben kämpfen. Neben einem großen Verrat, ist es vor allem die Stimmung die das Finale auszeichnet, hat man hier doch wirklich das Gefühl ums Überleben der Figuren bangen zu müssen, da ein Ausweg hier kaum mehr möglich erscheint. Am Ende drückt Pixar noch einmal gekonnt auf die Tränendrüse und bringt die Toy Story Reihe zu einem würdigen und sehr berührenden Finale.

 

Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Sei es der selbstverliebte Ken, der seine große Liebe Barbie kennen lernen darf, oder die vielen gelungenen Wortwitze. Toy Story 3 hat einen wunderbar kurzweiligen Fluss, der es dem Publikum ermöglicht sich zurück zu lehnen und in ein fesselndes Abenteuer hineingezogen zu werden. Pixar gelingt es dabei Spannung zu erzeugen, den Charme der Figuren auszuspielen und eine Story zu entwerfen die zum Mitfiebern einlädt. Eigentlich führt in diesem Kinojahr nichts an Toy Story 3 vorbei, liefert der Film doch großartige Unterhaltung für jung und alt. Pixar tritt somit den Beweis an, dass die neue Politik der Fortsetzungen nicht zwangsläufig ein Rückschritt ist. Denn mit Toy Story 3 setzt man sich wieder einmal deutlich über die Konkurrenz.

 

Fazit:

Toy Story 3 ist Pixar in Reinkultur. Die Geschichte der Spielzeuge wird zu einem stimmigen Ende geführt und mit viel Charme und Humor wird der Film zu einem Unterhaltungsfeuerwerk der Extraklasse. Auch mutige Entscheidungen, wie der Einbau einiger Horrorelemente und der gigantische Sammelpool an neuen Spielzeugen fügt sich stimmig in den Film ein. Visuell ist Toy Story 3 ein Fest, aber man vergisst auch nicht auf den Charme der Geschichte. Und diese schafft es tatsächlich für Spannung und Gefühl zu sorgen. Toy Story 3 ist ein neuerlicher Beweis, dass der Kreativitätspool von Pixar noch lange nicht erschöpft ist und eigentlich sollte sich absolut niemand diesen großartigen und liebevollen Film entgehen lassen. Unterhaltungskino in Reinkultur. Ein Besuch der englischen Version ist jedoch zu empfehlen, um in den Genuss der Stimmen von Tom Hanks, Tim Allen, Michael Keaton und Timothy Dalton zu kommen.

 

Wertung:

9/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.5/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 50
10 /10
8%
9 /10
28%
8 /10
24%
7 /10
22%
6 /10
8%
5 /10
2%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
2%
1 /10
6%
Vielleicht interessiert dich auch
Cars 2 (2011)
Toy Story 2
Toy Story
Rapunzel - Neu verföhnt (2010)
Der gestiefelte Kater (2011)
Rio (2011)
Wenn Liebe so einfach wäre (It
Yogi Bär (2010)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von Rex4Mundi
Erstellt: 10.03.2014
Alle Listen anzeigen