Muezzin (2008)

OT: Muezzin - 90 Minuten - Dokumentation
Muezzin (2008)
Kinostart: 18.06.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
9288
Bewerten:

Filmkritik zu Muezzin

Von am

Die Muezzins sind ein integraler, unverzichtbarer Bestandteil des muslimischen Raums. Fünf Mal täglich erklingen ihre Stimmen und rufen zum Gebet auf. In ihren Minaretten bringen sie sich in eine spirituelle Stimmung und singen direkt aus ihrem Herzen. Was die Wenigsten wissen: Auch unter den Muezzin gibt es eine Art Wettstreit. Damit ist nicht nur der tägliche Kampf um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung gemeint, um möglichst viele Leute in die eigene Moschee zu locken, sondern auch ein richtiger Wettkampf, bei dem jährlich der beste Muezzin des Landes bestimmt wird. Und der Gewinner bekommt einen Karriereschub und wird mit Angeboten aus den besten Moscheen des Landes gewürdigt…

 

In seinem ersten Dokumentarfilm hat sich der Wiener Regisseur Sebastian Brameshuber aufgemacht um einem faszinierenden Phänomen auf den Grund zu gehen. Denn die Muezzins bestimmen unser Bild vom muslimischen Raum auf fundamentale Weise. Das beginnt im Kino, wenn ein orientalischer Schauplatz prinzipiell mit dem Ruf eines Muezzin beginnt und endet bei der Vorstellung der meisten Menschen. Denn die Muezzins sind aus der Klangkulisse, die die westliche Welt gemeinhin mit der orientalischen Welt verbindet, nicht wegzudenken. Doch so präsent ihre Stimme auch ist, die Person dahinter wird oft ausgeblendet.

 

Und hier beginnt der Ansatz von Sebastian Brameshuber. Er zerrt diese versteckten Menschen ans Licht und lässt uns an ihrem Leben teilhaben. Und mit Verlaub, das ist auch ein wirklich sehr guter Ansatz, wäre es doch hoch interessant zu sehen was im Inneren eines Muezzin vorgeht. Was treibt diese Menschen? Warum fühlen sie sich dazu berufen zum Instrument Gottes zu werden? Brameshuber hätte hier viele Möglichkeiten gehabt um interessante Einblicke zu gewinnen und eine Brücke zwischen der westlichen und der muslimischen Welt zu schlagen. Doch leider nützt der Film seine Möglichkeiten auf dieser Ebene kaum aus.

 

Stattdessen versteift man sich auf den Gesangswettbewerb der Muezzins und konzentriert sich fast ausschließlich auf die Musik, verliert dabei aber die Menschen und ihre Motiviation aus den Augen. Auch einen Einblick in das Leben der Muezzins bekommt man nur bedingt. Durch die Reduktion auf den Wettbewerb, bleibt der spirituelle Alltag und die Überzeugungen der Einzelnen im Hintergrund. Für den Zuseher wird diese einseitige Reduktion auf den leider uninteressantesten Aspekt leider bald ermüdend. Vor allem, da sich keine Entwicklung abzeichnet und der Film leider auf der Stelle trampelt.

 

Wertung:

4/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 4/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
0%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
100%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!