Splice (2009)

OT: Splice - 108 Minuten - SciFi
Splice (2009)
Kinostart: 27.08.2010
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Splice

Von am

Vincenzo Natali ist ein Name, der den meisten Mainstream-Filmfans wohl immer noch nicht allzu viel sagen wird. Aber der Regisseur hat sich dank Genrefilmen wie Cube, Cypher oder Nothing eine Fanbase geschaffen, die die eigenwilligen Filme des Regisseurs zu würdigen weiß. Und tatsächlich gelingt es Natali immer wieder zwischen Sterilität und psychologischer Tiefe faszinierende Filme zu kreieren, die SciFi und Horrorfans begeistern können. Mit Splice ist ihm erneut ein sehr sehenswerter Film gelungen, der es schafft vor den Tücken der Genforschung zu warnen und gleichzeitig äußerst stimmig von einer besonders eigenwilligen, dysfunktionalen Familie zu erzählen.

 

Das Paar Clive (Adrian Brody) und Elsa (Sarah Polley) teilt sich nicht nur das gemeinsame Leben, sondern auch die Berufung. Die Beiden sind Wissenschaftler und dürfen im Auftrag eines Pharmaunternehmens wild mit den Genen verschiedener Tiere experimentieren. Dabei ist es ihnen schon gelungen verschiedene Spezien miteinander zu kreuzen. Doch sie gehen zu weit: Als sie menschliche DNA mit Tiergenen vermischen erschaffen sie ein besonders eigenwilliges, neues Leben. Elsa tauft das neue Geschöpf Dren und entwickelt Muttergefühle für das kleine Wesen. Doch Clive ist sich nicht sicher was im Inneren des Geschöpfs brodelt…

 

Mit Splice beweist Vincenzo Natali erneut, dass er die Regeln des Genres fest im Griff hat und er ein Händchen für stimmungsvolle Genrekost abseits der allzu oberflächlichen Effekthascherei hat. Tatsächlich schwebt in Splice eine gehörige Portion nostalgischer Gruselkost mit, denn es ist offensichtlich, dass sich Natalie und seine Autorencrew beim großen Vorbild Mary Shelley bedient haben und den klassischen Frankensteinmythos in ein neues Gewand gepackt haben. Doch das soll gar nicht verborgen werden, viel mehr wird aus dieser, fast augenzwinkernden Vereinbarung mit dem Zuseher, ein Suspensepotential erschaffen.

 

Denn bereits zu Beginn des Films, wenn wir das blau ausgeleuchtete Labor sehen, merken wir, dass hier etwas unter der Oberfläche brodelt. Und Natali streut noch Dünger auf diese Gedanken des Zusehers und will sie ordentlich keimen lassen. Er spielt mit dem Unbehagen, zeigt uns wenig, lässt aber vieles erahnen. Dank dieser subtilen Vorgehensweise schafft es Splice auch wirklich sehr gut eine stimmige Atmosphäre zu etablieren, in der der Horror nicht hinter der nächsten Ecke lauert und plumb hervorspringt, sondern sich im Inneren des Zusehers verbreitet und dort die Erwartung von etwas Schlimmen schürt.

 

Natali hat es sich auch nicht nehmen lassen eine Art Familiendrama in sein Genrewerk einfließen zu lassen. Denn aus der Konstellation der beiden Wissenschaftler und ihrer Schöpfung entwickelt sich bald schon ein (fast) klassisches Familiendreieck Vater-Mutter-Kind, und Natali hat sichtlich Freude daran seine abgründige und schrägen Familienprobleme auszuloten und der Geschichte weitere Facetten abzuringen. Er dringt damit tatsächlich tiefer in die Psychologie der Figuren fort, und schafft es interessante Situationen heraufzubeschwören, die schon einmal Abschied vom Konventionellen nehmen und den eigenen Stil des Regisseurs in sich tragen.

 

Und das ist auch eine Stärke Natalis: Er bleibt sich und seinem Ansatz treu. All seine Filme durchzieht der Charakter des Experimentellen, womit vor allem gemeint ist, dass sie alle in recht sterilen Umgebungen spielen und vom Aufbau her an einen Versuch erinnern. So auch Splice, der mit dieser Ausgangslage geschickt spielt. Wirklich gut ist aber, dass es Natali sehr gut versteht die Balance zwischen ernstem Genrekino und eigenwilligen Humor zu halten. In Splice darf durchaus auch gelacht werden, aber gleichzeitig bleibt der Film spannend, fesselnd und ernst. Gut, Splice ist insgesamt gesehen wohl kein Meisterwerk des Genres, aber Vincenzo Natali ist es dennoch gelungen einen sehr sehenswerten Genrefilm zu drehen, der es geschickt versteht mit dem Genre zu spielen.

 

Fazit:

Splice ist ein fast klassischer Monsterfilm in der Tradition von Frankenstein, der das Grauen nicht auf dem Silbertablett präsentiert, sondern das Unbehagen langsam einschleichen lässt. Der Film versteht es dabei sehr gut ernst und spannend zu bleiben, aber gleichzeitig die Geschichte durch eigenwilligen Humor aufzulockern. Vincenzo Natali versteht die Regeln des Genres und spielt geschickt mit ihnen, lässt es aber auch nicht aus auf sympathische Weise ein Familiendrama der eigenwilligsten Sorte einfließen zu lassen. Splice ist zwar kein Meisterwerk des Genres, aber gelungen und sehenswert ist der Film allemal. Auch dank stimmigen Produktionswerten und zwei gut agierenden Hauptdarstellern.

 

Wertung:

7/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 6.9/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 8
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