Zombieland (2009)

OT: Zombieland - 88 Minuten - Action / Komödie / Abenteuer
Zombieland (2009)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 27.11.2012
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Filmkritik zu Zombieland

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Wenn die Untoten wieder einmal die Welt übernehmen – ob jetzt klassisch (aus den Gräbern steigend), oder modern (durch eine sich verbreitende Seuche) sei einmal dahin gestellt – dann kann das traditionell in drei Richtungen gehen: Der Film kann den klassischen Ansatz gehen und mit Horror punkten, seine Trashqualitäten ausspielen, oder einfach komisch sein. Und spätestens seit Shaun of the Dead wissen wir ja wie herrlich es sein kann wenn man die Genreregeln auf humoristische Weise manipuliert. Und Zombieland macht eben genau das, ist dabei schlicht umwerfend komisch und mutiert zur wahren Partygranate.

 

Columbus (Jesse Eisenberg) ist einer der wenigen Überlebenden in einer Welt, die von Zombies bevölkert ist. Der nerdige Stubenhocker kann sich über Wasser halten weil er sich eisern an die Regeln hält, die er sich selbst auferlegt hat und die einen sicherem Umgang mit Zombies versprechen. Durch Zufall lernt er den Draufgänger Tallahassee (Woody Harrelson) kennen, der das Zombietöten zur wahren Kunst erhoben hat und es auf kreative Weise versteht die unliebsamen Gesellen hinzurichten. Gemeinsam ziehen sie durchs Land, bis sie auf die ausgeschlafenen Damen Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) treffen, die sich auf Trickbetrügereien spezialisiert haben. Nach anfänglichen Reibereien tun sich die beiden Gruppen zusammen und brechen auf nach Los Angeles. Um es richtig krachen zu lassen...

 

Eine Anlaufphase hat und braucht Zombieland nicht. In rasantem Tempo bringt uns Erzähler Columbus die neuen Lebensumstände bei und erklärt die wichtigsten seiner Überlebensregeln. Passenderweise hat er auch immer ein Beispiel parat wie es zu dieser Regel kam, bzw. was passiert wenn man sich nicht daran hält. Und man muss es ehrlich sagen: Bereits ab diesen anfänglichen Minuten hat der Film Genrefans und solche die es noch werden wollen, um den Finger gewickelt. Denn eines ist bereits zu Beginn klar: Langeweile gibt es in Zombieland nicht.

 

Und dieses Versprechen wird auch konsequent eingehalten. Zombieland steigt früh aufs Gas und schafft es tatsächlich bis zum Ende den Spaßanteil enorm hoch zu halten. Wenn dann Woody Harrelson die Bühne betritt, ist ohnehin alles unter Dach und Fach. Denn der Top-Mime, der letztes Jahr für The Messenger für einen Oscar nominiert war, spielt sich förmlich die Seele aus dem Leib und beweist Entertainerqualitäten vom Feinsten. Als Tallahassee serviert er trockene Oneliner am Fließband und scheint eine Abneigung haben allzu viele Zombies auf die selbe Weise zu killen, sodass er schon einmal zu kreativeren Maßnahmen greift.

 

Und hier ist Zombieland völlig in seinem Element. Mit lockerem Banjospiel werden die Untoten angelockt, um sie anschließend mit selbigen zu erschlagen. Entdeckt man einen Ziombie auf der Straße, wird ihm im Vorbeifahren die Autotür an die Birne geknallt und wenn Columbus seine beiden Erzfeinde (Zombies und Clowns) in einer Person vorfindet (logisch: Ein Zombie-Clown), dann kommt schon einmal ein gewaltiger Hau-den-Lukas Hammer zum Einsatz. Auch die Anarchie im verlassenen Amerika ist greifbar, wenn sich die Gruppe z.B. gehen lässt und einfach aus Spaß ein Geschäft auseinandernimmt. Der Film spielt dabei geschickt mit der Kindheitsphantasie alleine auf der Welt zu sein, und machen zu können was man will.

 

Dieser Grundgedanke führt die Gruppe übrigens auch nach Hollywood, wo sie in der Villa von Bill Murray absteigen. Und was hier geschieht ist schlicht reif für die Geschichtsbücher. Ein Spoiler wäre hier fatal, deswegen nur so viel: Bill Murray hat einen Cameo-Auftritt, der sich zum wahren Showstealer entwickelt. Mit unglaublicher Kreativität wird hier ein Gagfeuerwerk entzündet, dass in seiner Gesamtheit schlicht zu den witzigsten Szenen seit langer Zeit mutiert.  Der Spaßpegel schaukelt sich hier zunehmend hoch und man kann Bill Murray nur dankbar sein, dass er die Rolle übernommen hat, denn es ist schlicht pures Gold was er hier abliefert. Alleine wegen dieser Szene muss man den Film schon lieben.

 

Wie es sich für einen Zombiefilm gehört, schenkt sich auch Zombieland nicht allzu viel was Blut und Brutalität betrifft, da sich der Film aber nie ernst nimmt und der Spaßfaktor allgegenwärtig ist, können selbst diejenigen einen Blick riskieren, die ansonsten nicht allzu sehr auf Blut aus sind. Denn jeder Kill wird in der Regel ironisch gebrochen, mit einem spaßigen Oneliner gewürzt, oder ist schlicht selbst so lächerlich-genial, dass gar keine Bedrückung aufkommen kann. Zombieland macht reinen Spaß und erlaubt sich dabei auch keine Dämpfer.

 

Zombieland beweist auch in der Inszenierung viel Witz und Kreativität. So gibt es schon einmal den Einschub des „Zombie-Kills der Woche“ oder in der laufenden Szene die Anzeige welche Überlebensregel gerade gefordert wird. Das Schöne ist, dass diese Effekte hier nicht nervtötend wirken, vor allem da der Film auch kurz und knackig geblieben ist, sondern alles wie aus einem Guss wirkt und sich alle Einzelteile des Films gekonnt zusammenfügen und ergänzen. Interessant ist auch, dass es keine nennenswerte Story im herkömmlichen Sinn gibt. Zombieland erzählt nur von einer Gruppe Menschen, die es am Ende der Welt noch einmal ordentlich krachen lassen und lässt damit die Tür für Fortsetzungen (die in diesem Fall sogar wirklich spaßig werden könnten) offen.

 

Zu kritisieren gibt es hier eigentlich nur zwei Dinge: Die beiden weiblichen Darstellerinnen kommen nicht an die komischen Qualitäten ihrer männlichen Kollegen heran, und leider findet das verfrühte Highlight des Films schon in der Villa von Bill Murray statt. Der abschließende Showdown im Vergnügungspark kann dies leider nicht mehr toppen. Obwohl der Film auch hier spaßig bleibt, fällt die Euphorie etwas ab und der Film entlässt den Zuseher mit einem weniger begeisterten Gefühl, als es der restliche Film verdient hätte. Doch mit Verlaub, das ist alles uninteressant. Zombieland macht schlicht unglaublich viel Spaß, ist kreativ und rockt einfach gewaltig. Muss man gesehen haben.

 

Fazit:

Zombieland ist eine Spaßgranate wie man sie nur selten sieht. Mit unglaublich hoher Gagdichte und viel Kreativität wird hier dem Setting der untergehenden Welt aber wirklich jeder mögliche Gag abgerungen. Alleine die grandiosen Auftritte von Woody Harrelson (der hier schlicht zum Niederknien komisch ist) und Bill Murray (der beste Cameo der jüngeren Filmgeschichte?) sind pures Gold. Doch auch ansonsten schenkt sich Zombieland nicht viel: Kritisieren kann man lediglich, dass die weiblichen Darsteller gegenüber ihren Kollegen abfallen, und der Showdown nicht ganz mit dem restlichen Film mithalten kann. Aber das kann man sich eigentlich auch sparen. Denn Zombieland ist schlicht unheimlich komisch und ein Pflichttermin.

 

Wertung:

8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.7/10 | Kritiken: 5 | Wertungen: 91
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